 | Der Mensch sei sein „eigener Töpfer und Bildhauer“, er könne zu den Tieren entarten oder zu den Göttlichen emporsteigen. Dieses schrieb Giovanni Pico della Mirandola in seiner für den philosophischen Weltkongress 1487 geplanten Eröffnungsrede „Über die Würde des Menschen“. Seine Definition des Menschen steht für das Programm des Renaissance-Humanismus. Weitere Vertreter dieser Epoche waren zum Beispiel die Schriftsteller Francesco... |  | Bücher, die dem Genre Nature Writing zuzuordnen sind, erfreuen sich angesichts der ökologischen Krise großer Beliebtheit. In ihnen wird vielfach ein nicht-entfremdetes Mensch-Natur-Verhältnis beschrieben. Auch Essays des Nature Writing werden aufgrund ihres persönlichen Bezugs gerne gekauft, verschenkt und gelesen. Im KJM Buchverlag erscheint seit 2023 die Reihe „European Essays on Nature and Landscape“, herausgegeben vom Verleger Klaas ... |
 | „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmenden Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.“, heißt es im „Beschluss“ zur Kritik der praktischen Vernunft“ von Immanuel Kant (1724-1804). Dieses Zitat ist auch auf dem Grabstein des Philosophen in Königsberg verewigt.
Aufklärung, Autonomie, guter Wille, ka... |  | „Die höchste Bestimmung hat die Kunst, um den Gedanken aussprechen zu können, gemein mit der Religion und Philosophie, sie ist wie diese beiden eine Art und Weise, das Göttliche, die höchsten Forderungen des Geistes auszusprechen und zum Bewusstsein zu bringen.“ Diese Behauptung stellte Georg Wilhelm Friedrich Hegel in seinen „Vorlesungen über Ästhetik“(1820-29) auf. Zentral für die öffentliche Präsentation von Kunstwerken und an... |
 | Ethik- und Philosophieunterricht führt in Deutschland leider noch immer ein Schattendasein und es erscheint anachronistisch, dass demgegenüber konfessioneller(!) Religionsunterricht "ordentliches Lehrfach an allen deutschen Schulen" (GG) ist. Denn die vielfältigen Veränderungen in unserem Zusammenleben und die zahllosen technischen Errungenschaften nötigen dazu, die argumentative und ethische Bildung zu fördern, um kompetente und kritische ... |  | Immer wieder lässt sich in privaten wie öffentlichen Diskussionen beobachten, dass persönliche Erfahrungen und Wertvorstellungen in den Rang unbestreitbarer Beweise des Guten und Gerechten erhoben werden. Doch in der Ethik können Meinungen keine Geltung beanspruchen. Gewicht kommt allein guten Gründen und plausiblen, nachvollziehbaren Argumenten zu. Das hier anzuzeigende Buch ist ein grundlegendes Methoden-Buch zum Philosophie- und Ethik-Unt... |
 | Angesichts einer Vielzahl globaler Krisen – es wird auch von einer Polykrise gesprochen – breitet sich zunehmend Angst vor der Zukunft aus, die insbesondere von Vertreter:innen des rechten politischen Spektrums politisch instrumentalisiert wird. Die Hoffnung auf Besserung der momentanen Verhältnisse schrumpft zunehmend, überhaupt scheint sie gänzlich an Bedeutung zu verlieren. Eine Phänomenologie der Hoffnung und ein Plädoyer für die Re... |  | Todtnauberg, in einem Hochtal des Südschwarzwaldes gelegen, gehört zu den weltweit bekanntesten Dörfern, zumindest bei Philosoph:innen. Dort steht nämlich auf 1150m Höhe die berühmte Berghütte Martin Heideggers (1889-1976), die ihm seit ihrem Bau 1922 als Ort der Muße und des Schreibens diente. Hier verfasste er große Abschnitte seines philosophischen Hauptwerks „Sein und Zeit“(1927). Der Dichter Paul Celan suchte Heidegger in seiner... |
 | Michel Foucault (*1926 in Poitiers; †1984 in Paris) ist einer der einflussreichsten Denker der Gegenwart, dessen Werk entscheidend alle Kultur- und Sozialwissenschaften prägt. Foucault war Inhaber des Lehrstuhls für die Geschichte der Denksysteme am Collège de France in Paris und als dem Poststrukturalismus zugerechneter Philosoph, Psychologe, Historiker, Soziologe und Begründer der Diskursanalyse einer der einflußreichsten Denker der jün... |  | Zeichnen sich Kulturen durch Homogenität aus, sind sie als monolithische Blöcke zu verstehen und als Kugeln aufzufassen? Nein, dabei handelt es sich politisch wirkungsmächtige und medial verbreitete, aber wissenschaftlich unhaltbare Mythen. Dieses hat Wolfgang Welsch (*1946) in seinen philosophischen Arbeiten aufdeckt. Der Philosophieprofessor begründete 1990 sein Konzept der Transkulturalität, das sich von dem der Multi- und Interkulturalit... |
 | Ars moriendi und ars vivendi, die Kunst des Sterbens und die Kunst des Lebens, gehören seit der Antike zusammen. Vor allem im Mittelalter war man sich der ars moriendi, der Kunst des Sterbens, bewußt und suchte sie entsprechend einzuüben. Martin Luther z.B. steht mit seinem Sermon von der Bereitung zum Sterben in einer langen, im Mittelalter gepflegten Tradition des Bedenkens des Sterbens. In der Moderne wurden (und werden) Tod und Sterben nic... |  | Jürgen Habermas (*1929) gilt international als der wichtigste Gegenwartsphilosoph und Intellektuelle der Bundesrepublik Deutschland. Seine Bücher und Aufsätze zählen zu den meist zitiertesten in der Philosophie und Soziologie. Der ehemalige Assistent Theodor W. Adornos, Kodirektor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg und emeritierte Frankfurter Philosophieprofessor i... |