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Die Ausstellung Ästhetik und Epistemologie des Zeigens
Die Ausstellung
Ästhetik und Epistemologie des Zeigens




Thomas Zingelmann

Meiner Hamburg
EAN: 9783787344024 (ISBN: 3-7873-4402-0)
262 Seiten, paperback, 13 x 21cm, Februar, 2024

EUR 26,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Siehe Werbetext.
Rezension
„Die höchste Bestimmung hat die Kunst, um den Gedanken aussprechen zu können, gemein mit der Religion und Philosophie, sie ist wie diese beiden eine Art und Weise, das Göttliche, die höchsten Forderungen des Geistes auszusprechen und zum Bewusstsein zu bringen.“ Diese Behauptung stellte Georg Wilhelm Friedrich Hegel in seinen „Vorlesungen über Ästhetik“(1820-29) auf. Zentral für die öffentliche Präsentation von Kunstwerken und anderen Artefakten sind Ausstellungen. Es gibt verschiedene Arten von diesen, zum Beispiel solche mit Kunstwerken, solche mit historischen, literarischen oder naturkundlichen Artefakten. Ausstellungen unterscheiden sich voneinander u.a. durch ihre Thematik, ihre Zielsetzung, ihre Gegenstände, ihre Methodik, ihren Medieneinsatz und ihre Reichweite. Ausstellungen kann man als Ausdruck einer bestimmten medialen Praxis begreifen, kulturhistorisch betrachten oder auch philosophisch analysieren.
Genau dieses macht Thomas Zingelmann in seiner Jenaer Dissertation „Die Ausstellung. Ästhetik und Epistemologie des Zeigens“, die 2024 im Felix Meiner Verlag als Buch erschienen ist. Darin gibt er u.a. reflektierte Antworten auf folgende Fragen: Was ist genau eine Ausstellung? Wodurch zeichnet sich Ausstellen aus? Sind „Kollektion“ und „Konstellation“ zentrale Begriffe einer Ausstellungsphilosophie? Besitzen Ausstellungen einen epistemischen Wert? Welche Rolle spielt das Zeigen in diesen?
Zingelmann gelingt es in seiner Monographie sehr gut, eine „formale Ästhetik der Ausstellung“ zu entwickeln. Bei seinen Reflexionen in dem vorliegenden Buch rezipiert er Theorien u.a. von Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Gottfried Gabriel, Lambert Wiesing und Ludger Schwarte. Die vorliegende Monographie ist von Relevanz für alle Personen, die in der Museumsbranche tätig sind. Zingelmanns Ausführungen sind bedeutsam für eine Theorie kultureller Bildung. Auch Lehrkräfte der Fächer Philosophie, Ethik, Bildende Kunst und Geschichte werden durch das vorliegende Buch motiviert, sich in ihrem Fachunterricht anhand des Besuchs konkreter Ausstellungen über diese zu reflektieren.
Fazit: Thomas Zingelmann hat mit seinem Buch „Die Ausstellung“ einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über den epistemischen Charakter dieser und zur Alltagsästhetik vorgelegt.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Was ist eine Ausstellung? Was macht man, wenn man etwas ausstellt? Kann man sinnvollerweise behaupten, dass Ausstellungen einen Erkenntniswert haben? Thomas Zingelmann entwickelt in seinem Buch anhand zahlreicher Alltagsbeispiele einen differenzierten Ausstellungsbegriff, mit dem es möglich ist, verschiedene Formen und Funktionen von Ausstellungen zu unterscheiden und den Erkenntniswert von Ausstellungen sinnvoll zu begründen.
Die mit der Behauptung, dass Ausstellungen zur Erkenntnis beitragen, verbundenen Ansprüche variieren von Vermittlungsfunktionen bis hin zur These, dass Ausstellungen den Wissenschaften äquivalent seien. Man erwartet von Ausstellungen, dass sie mit ihren je eigenen Mitteln zu den verschiedensten Themen Erkenntnisse erzeugen. Dieser Erkenntnisanspruch wird in der Regel kaum begründet, noch in den Kontext gegenwärtiger erkenntnistheoretischer Debatten eingebettet.
Allerdings ist diese Diskussion oftmals noch durch eine andere Eigentümlichkeit gekennzeichnet: Was eine Ausstellung ist oder was man macht, wenn man ausstellt, wird wie eine Selbstverständlichkeit behandelt. Eine Philosophie des Ausstellens, die versucht, einen Erkenntniswert von Ausstellungen zu begründen, muss zuallererst aufweisen, was eine Ausstellung ist.
Die Arbeit versteht sich im Sinne einer (formalen) Alltagsästhetik, welche Form und Funktion des Selbstverständlichen, Routinierten und Unauffälligen untersucht. Der Autor zeigt, dass Ausstellungen für den Selbst- wie den Weltbezug von Bedeutung sind.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 9
1. Ausstellung und Erkenntnis: ein selbstverständlicher Anspruch? 11
a) Das Selbstverständnis im Ausstellungswesen 11
b) Die Behauptungen in der Forschung 21
c) Fehlende Erkenntniskritik: Fragen einer Philosophie des Ausstellens 26
2. Der Begriff des Ausstellens 37
a) Stand der Dinge: Positionen der Ausstellungstheorien 37
b) Platzieren: Ausstellen als Zeigen 98
c) Kollektion und Konstellation: Grundbegriffe einer Ausstellungsphilosophie 109
3. Der Erkenntniswert von Ausstellungen 131
a) Nicht-propositionale Erkenntnis: Ästhetik und ­Epistemologie 131
b) Welche Erkenntnisse produzieren Ausstellungen? Vier Vorschläge 148
c) Die expositorische Erkenntnis 174
Anmerkungen 219
Literaturverzeichnis 247
Internetquellen 261
Dank262