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Die Kunst des Lebens, die Kunst des Sterbens
Lorenz Jäger
Rowohlt
EAN: 9783737101707 (ISBN: 3-7371-0170-1)
272 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 21cm, April, 2024
EUR 25,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
«Philosophieren heißt sterben lernen», bekannte Montaigne einmal. Er war nicht der Erste, der darauf hinwies, dass das Leben nur von der Endlichkeit her wirklich zu ergründen ist. Die «Ars Moriendi», die Kunst des Sterbens, hat eine weit zurückführende Tradition, und mit ihr untrennbar verbunden ist die «Ars Vivendi», die Kunst des Lebens, deren Ursprünge bis in die Antike reichen. Lorenz Jäger greift ein großes Thema auf und fragt in seiner ebenso klugen wie leichtfüßigen Erkundung, was die Endlichkeit für unsere Lebensführung bedeutet. Er blickt auf früheste literarische Werke wie das Gilgamesch-Epos und die Bibel, auf die fragwürdige Gelassenheit der Stoiker, das japanische Feiern der Vergänglichkeit oder die Unsterblichkeitsträume des Silicon Valley, befragt mit Georg Büchner einen Frühverstorbenen, mit Hans-Georg Gadamer oder Claude Lévi-Strauss Hundertjährige. Dabei spricht Jäger immer auch über unsere Gegenwart, über das, was unser Leben reich und sinnhaft machen kann,über unseren Umgang mit der Zeit angesichts der Endlichkeit, die Gestaltung unserer Ziele und Wünsche - ein im besten Sinne existenzielles Buch.
Lorenz Jäger, geboren 1951, studierte Soziologie und Germanistik in Marburg und Frankfurt am Main, anschließend unterrichtete er deutsche Literatur in Japan und den USA. 1997 wurde er Redakteur im Ressort Geisteswissenschaften der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», das er zuletzt leitete. 2017 erschien «Walter Benjamin. Das Leben eines Unvollendeten», 2021 «Heidegger. Ein deutsches Leben», zu dem das «Philosophische Jahrbuch» schrieb: «Jäger ist eine großartige Biographie gelungen ... Er hat den Blick neu geöffnet.»
Rezension
Ars moriendi und ars vivendi, die Kunst des Sterbens und die Kunst des Lebens, gehören seit der Antike zusammen. Vor allem im Mittelalter war man sich der ars moriendi, der Kunst des Sterbens, bewußt und suchte sie entsprechend einzuüben. Martin Luther z.B. steht mit seinem Sermon von der Bereitung zum Sterben in einer langen, im Mittelalter gepflegten Tradition des Bedenkens des Sterbens. In der Moderne wurden (und werden) Tod und Sterben nicht selten verdrängt. Dieses Buch hingegen betont «Philosophieren heißt sterben lernen» (Montaigne): Was bedeutet die Endlichkeit für unsere Lebensführung? Dieser Frage geht der Autor in einem kulturgeschichtlichen Rückblick von der Antike bis zur Gegenwart nach, von Homer über die Bibel bis hin zu Gegenwartsautoren. Unterschiedliche Aspekten des Lebens und des Sterbens werden thematisiert, u.a. Feuerbestattung, der Jugend/Alter, Kindersegen/Abtreibung, Hoffnungauf Lebensverlängerung.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Pressestimmen:
Lorenz Jäger behandelt Themen, die das Leben ausmachen ... breitet die ganze Palette des Kulturhistorischen und Philosophischen aus.
Deutschlandfunk Kultur "Buchkritik"
Lorenz Jäger verknüpft intellektuelles Zartgefühl mit Neugier.
Eberhard Rathgeb, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Inhaltsverzeichnis
PROLOG: ZUM KERN ALLER GESCHICHTEN 11
1. DIE ENTDECKUNG DER VERGÄNGLICHKEIT 19
2. DAS ÄLTESTE EPOS 23
3. VOR DEM EINEN GOTT 27
4. "ILIAS» UND "ODYSSEE»: ZORN UND ERKENNTNIS 31
5. STERBLICH - UNSTERBLICH 35
6. AUFTRITT DER PHILOSOPHEN 41
7. DIE LEBENSALTER 60
8. LEBEN SCHENKEN 76
9. DAS LEBEN NEHMEN 98
10. NICHT LEBEN WOLLEN 106
11. NICHT STERBEN KÖNNEN 134
12. DIE GRÄBER 146
13. BUDDHISTISCHE UND ATHEISTISCHE LÖSUNGEN 159
14. DER EIGENE TOD 167
15. WUNDERBARE RETTUNG DREIER BERGLEUTE 173
16. VORAHNUNGEN DER DICHTER: VON GEORG BÜCHNER ZU ERNST JÜNGER 183
17. WUNSCHBILDER DES ÜBERGANGS 218
18. DIE PARZE, DIE TRAUERNDE, DIE MEDITIERENDE 228
19. LETZTE WORTE 237
ANMERKUNGEN 247
PERSONEN 265
DANK 269
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