 | Ein Gummibärchen essen: heute den Arm, morgen ein Bein. Dieser eine Satz sagt mehr über den Leistungssport aus als viele Sachbücher. Son Lewandowski weiß das und baut sein Debüt konsequent auf dieser Art verdichteter Lakonie auf. Im Zentrum steht Amik, Leistungsturnerin, irgendwo zwischen Mädchen und Frau, zwischen Gehorsam und dem leisen Aufbegehren eines Ichs, das sich aus einem Wir herauslöst. München, Montreal, Tokio: Die Schauplätze... |  | Nach dem Weltbestseller "Der Weg des Künstlers - Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität" gibt es nun ein (Kreativitäts-) Kartenset zur täglichen Inspiration.
Zu den 64 Karten gibt es beiliegendes Booklet, das Gedanken zum Thema beisteuert und Anregungen zur Verwendung gibt: eine Möglichkeit ist, eine Karte verdeckt herauszuziehen und als Inspiration für den Tag in Blicknähe aufzustellen. Weiterhin kann man aber auch die... |
 | Stewart O’Nans Abendlied ist ein stiller, warmherziger Roman über das Älterwerden: ohne Kitsch, aber voller Menschlichkeit. Im Zentrum stehen vier ältere Frauen aus Pittsburgh, verbunden durch Chor, Bridge und ihren „Humpty Dumpty Club“: Emily, Arlene, Kitzi und die frisch geschiedene Susie, die unerwartet eine neue Liebe findet. O’Nan erzählt episodisch und leise, gewinnt Spannung jedoch aus Nähe und Alltagsmomenten: Familienkrisen,... |  | Hiroko Oyamadas „Die Fabrik“ liest sich wie ein freundliches Bürohandbuch, das langsam in einen Fiebertraum kippt. Kafka lässt grüßen, aber ohne Staub und mit sehr japanischer Nüchternheit. Auf einem riesigen, unüberschaubaren Werksgelände erledigen drei Neue brav ihre Aufgaben: eine Frau schreddert Papier, ein Mann korrigiert undefinierte Dokumente, ein Dritter soll ein Begrünungsprojekt voranbringen und landet erst mal bei Moosarten... |
 | Denis Pfabes Roman "Die Möglichkeit einer Ordnung" verwandelt den Baumarkt in einen präzisen Mikrokosmos der Gegenwart: Routine, Kundenstress, kleine Machtspiele. Und das diffuse Gefühl, dass alles schneller und enger wird. Levin Watermeyer glaubt, jede Schraube und jede Hierarchie zu kennen, bis die geplante Expansion und die rätselhafte neue Kollegin Pina Sommerfeldt das Gefüge verschieben. Während die Chefs Ruiz und Seehafer den Druck er... |  | „Das Grand Hotel der Gefühle. Mitmachbuch“ von Lidia Branković ist ein liebevoll gestaltetes Aktivitätsbuch, das Kinder spielerisch an ihre eigene Gefühlswelt heranführt. Mit Ausmal‑, Zeichen‑ und Schreibaufgaben lädt es dazu ein, Emotionen wie Freude, Wut oder Angst als „Gäste“ in einem imaginären Hotel kennenzulernen. Eine anschauliche Metapher, die das Benennen und Verstehen von Gefühlen erleichtert. Die abwechslungsreiche... |
 | Susanne Abel holt die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte aus dem Archiv und macht sie lebendig, schmerzhaft lebendig. Ihr neuer Roman führt zurück ins Jahr 1947, in ein katholisches Kinderheim, wo Kinder zu Nummern werden. „Nr. 104", der namenlose Hartmut, und die resolute Margret sind keine gewöhnlichen Kriegswaisen. Sie bilden eine Überlebensgemeinschaft, die sich durch Jahrzehnte des Schweigens kämpft. Abel ist am stärksten dort,... |  | Nach dem Erfolg ihrer ersten Romane verlässt Caroline Wahl mit „Die Assistentin“ bewusst das vertraute Milieu und taucht ein in die kalte Hochglanzwelt der Münchner Verlagsbranche. Entstanden ist kein Wohlfühlroman, sondern eine präzise, nahezu klinische Analyse eines toxischen Arbeitssystems. Im Zentrum steht Charlotte, Assistentin des narzisstischen Verlegers Ugo Maise, dessen Wechselspiel aus Lob und Entwertung ein Klima permanenter An... |
 | Sebastian Fitzek macht keine Experimente, er liefert ab. In "Der Nachbar" ist die Ausgangslage klassisch: Ein Mann verdächtigt seinen Nachbarn, die eigene Frau verschwinden lassen zu haben. Keine Beweise, nur ein nagendes Gefühl. Der eigentliche Thrill entsteht dabei nicht durch die Tat, sondern durch die Frage: Hat der Erzähler recht, oder verliert er den Verstand? Fitzek spielt dieses Paranoia-Game souverän. Die kurzen Kapitel und das hohe ... |  | "Russische Spezialitäten" von Dmitrij Kapitelman ist ein kluges, unbequemes Buch. Es erzählt von einer Familie aus Kyjiw, die in Leipzig russische Spezialitäten verkauft - und daran zerbricht, als der Krieg alles verändert. Die Mutter steht plötzlich auf Putins Seite. Der Sohn liebt Russland, seine Sprache, seine Mutter. Aber auch Kyjiw. Und er verzweifelt daran, beides nicht mehr zusammenbringen zu können. Kapitelman schreibt tragisch, kom... |
 | Jonas Hassen Khemiri versteht es meisterhaft, gesellschaftliche Fragen mit literarischer Finesse zu verweben. In seinem Roman "Die Schwestern" inszeniert er ein intensives Kammerspiel über Familie, Erinnerung und die Macht der Geschichten, die wir uns selbst erzählen. Zwei Schwestern begegnen sich nach Jahren der Funkstille wieder. Was zunächst wie ein versöhnliches Wiedersehen wirkt, entwickelt sich rasch zu einem schonungslosen Dialog über... |  | Ralf Günter erzählt mit „Ein grenzenloser Sommer“ eine Liebesgeschichte, die auf den ersten Blick wie eine klassische Sommerromanze wirkt. Doch er ist mehr. Der zwanzigjährige Ronni, Steward auf einem DDR-Kreuzfahrtschiff, und Sabine, Jurastudentin aus Frankfurt, begegnen sich im Sommer 1988 auf der MS Arkona. Was folgt, ist nicht nur ein zartes Liebesabenteuer, sondern eine Begegnung zweier Welten: West und Ost, Freiheit und Kontrolle, pr... |