 | Ein Fremder kommt in eine kleine Stadt im amerikanischen Süden und kauft 92 Bleistiftporträts, die in einem Café hängen. Dann macht er etwas höchst Ungewöhnliches: Er sucht die abgebildeten Menschen auf und schenkt ihnen ihre Porträts zurück. Aus dieser einfachen Geste entwickelt Allen Levi in „Theo in Golden“ einen stillen Roman über Begegnungen, Großzügigkeit und die Geschichten, die hinter einem Gesicht verborgen liegen. Theo, e... |  | Sibylle Anderls „Bequeme neue Welt" ist kein Buch gegen Technik, sondern für ein anstrengenderes, dafür selbstbestimmteres Leben. Die „FAZ"-Wissenschaftsjournalistin fragt nüchtern, was passiert, wenn Algorithmen unsere Entscheidungen übernehmen, Navigationsgeräte uns das Denken über Wege abnehmen und Sprachmodelle Texte schreiben, die wir eigentlich selbst verfassen wollten. In einem schlanken, 192 Seiten starken Essay verbindet Anderl... |
 | "Die Mitternachtsreise" von Matt Haig ist ein stiller, warmherziger Roman über Reue, Erinnerung und die Frage, was von einem Leben bleibt, wenn sich nichts mehr zurücknehmen lässt. Wilbur reist in einem geheimnisvollen Zug durch die prägenden Stationen seines Lebens: durch Augenblicke des Glücks, des Schmerzes und der verpassten Möglichkeiten. Haig nutzt diese Grundidee nicht als bloßes Gedankenspiel, sondern als fein erzählte Geschichte ... |  | Manche Bücher liest man, manche erlebt man. "Der Sommer, der uns blieb" von Greta Herrlicher gehört eher zur zweiten Kategorie, vorausgesetzt man lässt sich auf sein ruhiges, atmosphärisches Erzähltempo ein. Der Roman handelt von einem Sommer, der Spuren hinterlässt: in den Figuren, in den Beziehungen, in dem, was ausgesprochen und was verschwiegen wird. Herrlicher hat eine echte Stärke für Stimmungen. Sie beschreibt keine Kulissen, sie b... |
 | Torsten Woywods Roman "Mathilde und Marie" ist eine stille Liebeserklärung ans Lesen, an die Langsamkeit und an all die schiefen Kirchtürme, die unbeirrt stehen bleiben. Die junge Französin Marie flieht vor dem Pariser Trubel ins belgische Bücherdorf Redu, wo das Internet nur eine Stunde am Tag funktioniert. Dort trifft sie auf die mürrische Mathilde, die erst langsam auftaut. Woywods Stärke liegt in seiner ruhigen, präzisen Sprache und de... |  | Alena Schröder verwebt in ihrem Roman "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" zwei Zeitebenen zu einem Roman über Identität, Verlust und die Spuren, die Familiengeheimnisse hinterlassen. Wir lernen Marlen kennen, 14 Jahre alt, 1945, versteckt in einer Kommode. Und Hannah, 34, Berlin 2023, die ihr Leben gerade nicht im Griff hat. Verbindungsglied: ein rätselhaftes Gemälde. Schröder schreibt klug und atmosphärisch dicht, besonders ... |
 | Bodo Kirchhoff legt mit "Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt" einen Roman vor, der raffinierter ist, als sein Titel vermuten lässt. Nach fünfzig Ehejahren reist Terese ihrem nach Indien geflüchteten Mann Viktor nach. Dabei will sie ihn nicht zurückzuholen, sondern um einen Schlussstrich ziehen. Ihre Forderung: „Von dir absehen. Einmal im Leben.“ Viktors Reaktion: Er schreibt einen Roman aus ihrer Perspektive. Kirchhoff schreibt in ... |  | Hiroko Oyamadas „Die Fabrik“ liest sich wie ein freundliches Bürohandbuch, das langsam in einen Fiebertraum kippt. Kafka lässt grüßen, aber ohne Staub und mit sehr japanischer Nüchternheit. Auf einem riesigen, unüberschaubaren Werksgelände erledigen drei Neue brav ihre Aufgaben: eine Frau schreddert Papier, ein Mann korrigiert undefinierte Dokumente, ein Dritter soll ein Begrünungsprojekt voranbringen und landet erst mal bei Moosarten... |
 | Auf ruhige, aber trotzdem intensive Weise erzählt J.Courtney Sullivan die Geschichte von Jane Flanagan, einer Bibliothekarin, aus dem kleinen Ort Awadapquit, an die Küste Maines. Sie ist in ihrem Beruf in Harvard sehr erfolgreich und hat einen wunderbaren Ehemann, wird aber von ihrer Familiengeschichte eingeholt und kehrt nach dem Tode ihrer Mutter zurück in ihr Zuhause. Sie muss sich ihrer Geschichte stellen: eine alkoholabhängige Mutter, di... |  | In der vorliegenden von Rainer Funk zum 125. Geburtstag Fromms herausgegebenen Textsammlung "Humanismus in Krisenzeiten" erweisen sich die Analysen des großen Sozialpsychologen als beunruhigend aktuell. Seine Einsichten über "Pathologie der Normalität" und "Gruppennarzissmus" spiegeln die gegenwärtigen Probleme wie Rechtspopulismus und gesellschaftliche Entfremdung präzise wider. Funk, Fromms letzter Assistent und Nachlassverwalter, hat mit ... |
 | In seinem Buch „Zeit für Fragen im Café am Rande der Welt“ greift John Strelecky die größten Fragen seiner Leser:innen auf und versucht, Antworten zu geben, die sowohl nachdenklich als auch lebenspraktisch sind. Von klassischen Sinnfragen wie „Was ist der kosmische Algorithmus des Universums?“ bis hin zu unerwarteten Überlegungen à la „Lassen Sie sich manchmal von Obst inspirieren?“ bietet das Buch eine Mischung aus philosophisc... |  | „Wo war ich stehen geblieben?“ von Cordula Stratmann ist ein ebenso faszinierendes wie unterhaltsames Buch, das mit Witz und Tiefgang die großen und kleinen Fragen des Lebens aufgreift. Stratmann, bekannt als Komikerin und Therapeutin, bietet in diesem Werk eine erfrischende Mischung aus Humor und Reflexion, die sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken anregt. Das Buch ist als originelles ABC aufgebaut, in dem sie Themen von A wie Appla... |