 | Ein Gummibärchen essen: heute den Arm, morgen ein Bein. Dieser eine Satz sagt mehr über den Leistungssport aus als viele Sachbücher. Son Lewandowski weiß das und baut sein Debüt konsequent auf dieser Art verdichteter Lakonie auf. Im Zentrum steht Amik, Leistungsturnerin, irgendwo zwischen Mädchen und Frau, zwischen Gehorsam und dem leisen Aufbegehren eines Ichs, das sich aus einem Wir herauslöst. München, Montreal, Tokio: Die Schauplätze... |  | Stewart O’Nans Abendlied ist ein stiller, warmherziger Roman über das Älterwerden: ohne Kitsch, aber voller Menschlichkeit. Im Zentrum stehen vier ältere Frauen aus Pittsburgh, verbunden durch Chor, Bridge und ihren „Humpty Dumpty Club“: Emily, Arlene, Kitzi und die frisch geschiedene Susie, die unerwartet eine neue Liebe findet. O’Nan erzählt episodisch und leise, gewinnt Spannung jedoch aus Nähe und Alltagsmomenten: Familienkrisen,... |
 | Nach dem Erfolg ihrer ersten Romane verlässt Caroline Wahl mit „Die Assistentin“ bewusst das vertraute Milieu und taucht ein in die kalte Hochglanzwelt der Münchner Verlagsbranche. Entstanden ist kein Wohlfühlroman, sondern eine präzise, nahezu klinische Analyse eines toxischen Arbeitssystems. Im Zentrum steht Charlotte, Assistentin des narzisstischen Verlegers Ugo Maise, dessen Wechselspiel aus Lob und Entwertung ein Klima permanenter An... |  | Sebastian Fitzek macht keine Experimente, er liefert ab. In "Der Nachbar" ist die Ausgangslage klassisch: Ein Mann verdächtigt seinen Nachbarn, die eigene Frau verschwinden lassen zu haben. Keine Beweise, nur ein nagendes Gefühl. Der eigentliche Thrill entsteht dabei nicht durch die Tat, sondern durch die Frage: Hat der Erzähler recht, oder verliert er den Verstand? Fitzek spielt dieses Paranoia-Game souverän. Die kurzen Kapitel und das hohe ... |
 | Jacinta Nandi erzählt in "Single Moe Super Club" vom Leben vier alleinerziehender Mütter in Berlin. Kayla, Tamara, Antje und Lina treffen sich monatlich zum „Supper Club“ – ein Ort voller Streit, Witz und Solidarität. Doch als eine Clique selbstoptimierter „Cocaine Moms“ auftaucht, prallen Welten aufeinander: Momfluencer-Glitzer trifft Alltag zwischen Bürokratie, Kindergeburtstagen und Liebeschaos. Nandi schreibt pointiert, böse un... |  | Lina Schwenks Debüt "Blinde Geister" erzählt von der Weitergabe von Kriegstrauma über Generationen. In der Nachkriegsfamilie um Rita und Karl werden Ängste zu Alltagsritualen: Vorräte horten, im Keller Schutz suchen. Ihre Töchter wachsen mit diesem beklemmenden Spiel auf, das keines ist. Schwenks Stärke liegt in der leisen Präzision ihrer Beobachtungen. Die Figuren sind keine Klischees, sondern Menschen, deren Leben von unbewusstem Misstr... |
 | Frederic Schwilden legt mit „Gute Menschen“ keinen klassischen Liebesroman vor, sondern eine pointierte Momentaufnahme zweier Menschen, die zwischen Selbstoptimierung, Sinnsuche und Beziehungskrise feststecken. Jennifer, die erfolgreiche Juristin, will sich von alten Mustern lösen, während Jan, Idealist und Lehrer, eher an die Kraft des Kollektiven glaubt. Dass beide kurz vor Weihnachten auseinanderdriften, wirkt fast wie ein Experiment: Wa... |  | Jonas Hassen Khemiri versteht es meisterhaft, gesellschaftliche Fragen mit literarischer Finesse zu verweben. In seinem Roman "Die Schwestern" inszeniert er ein intensives Kammerspiel über Familie, Erinnerung und die Macht der Geschichten, die wir uns selbst erzählen. Zwei Schwestern begegnen sich nach Jahren der Funkstille wieder. Was zunächst wie ein versöhnliches Wiedersehen wirkt, entwickelt sich rasch zu einem schonungslosen Dialog über... |
 | Clare Leslie Halls Debüt „Wie Risse in der Erde“ erzählt mit großer emotionaler Dichte von der jungen Beth, deren Leben durch eine verlorene Sommerliebe aus den Fugen gerät. Dreizehn Jahre später scheint sie mit Ehemann Frank auf einer Farm glücklich, bis Gabriel, ihre erste Liebe, zurückkehrt. Alte Gefühle brechen auf, ein traumatischer Verlust kommt ans Licht, und eine verhängnisvolle Entscheidung nimmt ihren Lauf. Ein Mensch stirb... |  | In seinem neuesten Buch "Der Pinguin, der fliegen lernte" gelingt es Eckart von Hirschhausen, eine einfache Begegnung mit einem Pinguin in eine tiefgründige Lebensweisheit zu verwandeln. Die Botschaft des Buches: Wir sind am glücklichsten und leistungsfähigsten, wenn wir in unserem Element sind. Hirschhausen beschreibt, wie er zunächst den Pinguin als "Fehlkonstruktion" wahrnimmt – mit dickem Bauch, ohne Knie und unfähig zu fliegen. Doch a... |
 | In seinem Buch „Zeit für Fragen im Café am Rande der Welt“ greift John Strelecky die größten Fragen seiner Leser:innen auf und versucht, Antworten zu geben, die sowohl nachdenklich als auch lebenspraktisch sind. Von klassischen Sinnfragen wie „Was ist der kosmische Algorithmus des Universums?“ bis hin zu unerwarteten Überlegungen à la „Lassen Sie sich manchmal von Obst inspirieren?“ bietet das Buch eine Mischung aus philosophisc... |  | Kathrin Weßlings Roman "Sonnenhang" erzählt die ergreifende Geschichte von Katharina, einer Frau Ende dreißig, die mit der schmerzhaften Diagnose konfrontiert wird, dass sie keine Kinder bekommen kann. Diese Nachricht erschüttert ihr bisheriges Leben und stürzt sie in eine tiefe Sinnkrise. Um ihrer Einsamkeit zu entkommen, beginnt sie ehrenamtlich in der Seniorenresidenz "Sonnenhang" zu arbeiten. Durch gemeinsame Aktivitäten wie Kniffeln un... |