 | Alena Schröder verwebt in ihrem Roman "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" zwei Zeitebenen zu einem Roman über Identität, Verlust und die Spuren, die Familiengeheimnisse hinterlassen. Wir lernen Marlen kennen, 14 Jahre alt, 1945, versteckt in einer Kommode. Und Hannah, 34, Berlin 2023, die ihr Leben gerade nicht im Griff hat. Verbindungsglied: ein rätselhaftes Gemälde. Schröder schreibt klug und atmosphärisch dicht, besonders ... |  | Bodo Kirchhoff legt mit "Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt" einen Roman vor, der raffinierter ist, als sein Titel vermuten lässt. Nach fünfzig Ehejahren reist Terese ihrem nach Indien geflüchteten Mann Viktor nach. Dabei will sie ihn nicht zurückzuholen, sondern um einen Schlussstrich ziehen. Ihre Forderung: „Von dir absehen. Einmal im Leben.“ Viktors Reaktion: Er schreibt einen Roman aus ihrer Perspektive. Kirchhoff schreibt in ... |
 | Hiroko Oyamadas „Die Fabrik“ liest sich wie ein freundliches Bürohandbuch, das langsam in einen Fiebertraum kippt. Kafka lässt grüßen, aber ohne Staub und mit sehr japanischer Nüchternheit. Auf einem riesigen, unüberschaubaren Werksgelände erledigen drei Neue brav ihre Aufgaben: eine Frau schreddert Papier, ein Mann korrigiert undefinierte Dokumente, ein Dritter soll ein Begrünungsprojekt voranbringen und landet erst mal bei Moosarten... |  | Nach dem Erfolg ihrer ersten Romane verlässt Caroline Wahl mit „Die Assistentin“ bewusst das vertraute Milieu und taucht ein in die kalte Hochglanzwelt der Münchner Verlagsbranche. Entstanden ist kein Wohlfühlroman, sondern eine präzise, nahezu klinische Analyse eines toxischen Arbeitssystems. Im Zentrum steht Charlotte, Assistentin des narzisstischen Verlegers Ugo Maise, dessen Wechselspiel aus Lob und Entwertung ein Klima permanenter An... |
 | Frederic Schwilden legt mit „Gute Menschen“ keinen klassischen Liebesroman vor, sondern eine pointierte Momentaufnahme zweier Menschen, die zwischen Selbstoptimierung, Sinnsuche und Beziehungskrise feststecken. Jennifer, die erfolgreiche Juristin, will sich von alten Mustern lösen, während Jan, Idealist und Lehrer, eher an die Kraft des Kollektiven glaubt. Dass beide kurz vor Weihnachten auseinanderdriften, wirkt fast wie ein Experiment: Wa... |  | Güner Balci kennt das Rollbergviertel aus eigener Erfahrung. In "Heimatland" erzählt sie von ihrer Kindheit und Jugend in einem Kiez, der sich ab den 1980er-Jahren stark wandelte: vom Ort der Hoffnung zum Brennpunkt mit Clanstrukturen und strengem Islam. Balci beschreibt diesen Wandel ehrlich und glaubwürdig, ohne zu beschönigen. Ihr Buch ist mehr als persönliche Erinnerung: Es ist ein Stück Migrationsgeschichte, das gesellschaftliche Verä... |
 | Anna kann nicht mehr. Nun ist sie in einem Sanatorium und begegnet dort anderen Frauen, die ebenfalls am Rand stehen: Elif, die sich in täglich neue Märchen flüchtet. Marija, die von ihrer toten Mutter erzählt, als sei sie noch da. Katharina, die schweigt, trinkt und Erinnerungen verdrängt. Und dann ist da der Flamingo im Kurpark – eine stille Projektionsfläche, Gesprächspartner, vielleicht auch Trostspender. Mit ihrem Debütroman geling... |  | Tahsim Durgun hat ein bewegendes Buch geschrieben. In „Mama, bitte lern Deutsch“ erzählt er von einer Kindheit, die viele nie sehen und die doch in diesem Land alltäglich ist. Noch bevor er die Grundschule beendet, muss er Abschiebebescheide übersetzen, intime Gespräche beim Arzt dolmetschen und Aldi-Prospekte vorlesen, damit zu Hause etwas Normalität einkehrt. Durgun beschreibt nicht nur das Gefühl der Überforderung, sondern auch die... |
 | Marie Niehoffs Roman Burning Brown erzählt von Identität, Herkunft und Selbstfindung. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, wie schwierig es sein kann, zwischen verschiedenen kulturellen Welten seinen Platz zu finden. Die Protagonistin ist eine komplexe Figur, deren Leben von Brüchen und inneren Kämpfen geprägt ist. Niehoff erzählt ihre Geschichte nicht chronologisch, sondern in Fragmenten, die Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen lass... |  | Das vorliegende Kartenset widmet sich auf spielerische und kreative Weise dem Thema Biografiearbeit. Die 80 Karten bieten vielfältige Impulse, um mit Kindern und Jugendlichen den vielen Facetten des Lebens auf die Spur zu kommen. Dabei knüpfen sie mit den Themen und Techniken an Erfahrungswelten von Kindern und Jugendlichen an und eröffnen neue interessante Perspektiven. Das gestalterische Handeln mit den unterschiedlichsten kreativen Ideen (z... |
 | Heinz Strunk hat mit seinem neuen Roman „Ein Sommer in Niendorf“ wieder einen Bestseller vorgelegt. Georg Roth, der Protagonist der Geschichte ist Jurist und Schriftsteller. Er zieht sich zurück in ein kleinbürgerliches Ostseebad, um dort ein Buch zu schreiben. Er will eine Lebensgeschichte schreiben, einen Roman wie Thomas Manns „Buddenbrooks: Verfall einer Familie“. Es soll eine Art Abrechnung mit seiner bürgerlichen Familie werden. ... |  | Manchmal erzählen Bücher einfach nur Geschichten. Sie können spannend inszeniert oder langweilig auf den Lesenden wirken. Und manchmal hält man Bücher in der Hand, die dazu auffordern, in die Tiefen der menschlichen Existenz zu blicken. Sie regen an zum Nachdenken, zum Sprechen oder auch zum Handeln. Der vorliegende vierte Band aus der Reihe „Das Café am Rande der Welt“ ist eine solche „Erzählung vom Suchen und Finden“. Die jugendl... |