 | Obwohl "Die Waffen des Lichts" bereits der 5.Teil der KINGSBRIDGE-SAGA darstellt, ist der Roman ohne weiteres sehr gut separat zu lesen. Die Zusammenhänge bestehen v.a. in den Handlungsorten sowie einigen Familiengeschlechtern, die immer wieder eine Rolle spielen.
Es ist aber die wunderbare Erzählweise von Ken Follett, die den Leser quasi in die Geschichte "hinein zieht" und mitnimmt in das Zeitalter der Industriellen Revolution und schließli... |  | „Das Geheimnis des Geigenbauers“ von Evie Woods ist ein Roman, der vor allem durch seine stimmungsvolle, warme Atmosphäre überzeugt. Die Autorin versteht es, Orte und Stimmungen so lebendig zu zeichnen, dass man sich schnell in die Welt der Geschichte hineinversetzt fühlt. Dieses ruhige, fast meditative Erzähltempo verleiht dem Buch einen besonderen Charme. Wie ein Musikstück, das sich langsam entfaltet und gerade dadurch Wirkung zeigt. ... |
 | „Der Fährmann“ von Regina Denk ist ein atmosphärisch dichtes, dunkel schimmerndes Familiendrama, angesiedelt an der deutsch‑österreichischen Grenze während des Ersten Weltkriegs. Die Geschichte um Hannes Winkler, den Fährmann, sowie Elisabeth, Josef und Annemarie zeichnet eindrucksvoll die Spannungsfelder von Freundschaft, Eifersucht, Liebe und Schuld nach. Besonders stark gelingt Denk die Lebendigkeit der beiden Salzach-Dörfer. Die G... |  | Nina kann singen. Bis sie es plötzlich nicht mehr kann. Keine Verletzung, keine Diagnose, nur Stille. Was wie der Albtraum jeder Sängerin klingt, ist der Ausgangspunkt von Ingrid Klosers neuem Roman "Regentropfen fallen langsam". Und wer ein Buch über Stimmprobleme erwartet, liegt angenehm falsch. Nina flieht von der Musikhochschule nach Wien, trifft dort auf eine unkonventionelle Gesangslehrerin und schließlich auf Yuko, die ihr das japanisc... |
 | Matthias Nawrats "Das glückliche Schicksal" ist kein Roman für den schnellen Konsum, sondern einer, der sich langsam, aber beharrlich in die Gedanken schiebt. Aus einer zufälligen Begegnung im Venedig des Jahres 1983 entsteht ein konzentriertes Kammerspiel zwischen der polnischen Psychologin Wanda Karłowska und dem Exilanten Henryk Mrugalski. Was zunächst wie ein nüchternes Forschungsinterview beginnt, kippt bald in etwas deutlich Unheimlic... |  | Wenn ein totes Schaf eine Ermittlung auslöst, weiß man: Wir sind wieder auf Sylt und Karl Sönnigsen hat eindeutig zu viel Freizeit. Mit "Zwischen gut und böse" liefert Dora Heldt den dritten und letzten Band ihrer Nordsee-Krimireihe und verbindet erneut norddeutschen Humor mit gemütlicher Crime-Spannung. Dass Karl aus purer Langeweile und grundsätzlichem Misstrauen gegenüber der Jugend eine „Soko Schaf“ gründet, wirkt zunächst wie Kl... |
 | Manche Bücher liest man, manche erlebt man. "Der Sommer, der uns blieb" von Greta Herrlicher gehört eher zur zweiten Kategorie, vorausgesetzt man lässt sich auf sein ruhiges, atmosphärisches Erzähltempo ein. Der Roman handelt von einem Sommer, der Spuren hinterlässt: in den Figuren, in den Beziehungen, in dem, was ausgesprochen und was verschwiegen wird. Herrlicher hat eine echte Stärke für Stimmungen. Sie beschreibt keine Kulissen, sie b... |  | Christian Huber erzählt von einer Kindheit im ländlichen Bayern, die man so nicht erwartet und wahrscheinlich so schnell nicht vergisst. Sein junger Protagonist wächst in einer Familie auf, in der Gewalt, Angst und Loyalitätskonflikte zum Alltag gehören. Und doch sucht er mit der unbeirrbaren Hartnäckigkeit eines Kindes nach einem Ort der Wärme. Manchmal findet er ihn sogar. Das Streichholz im Titel ist dafür das perfekte Bild: kein groß... |
 | Was Leon Engler in "Botanik des Wahnsinns" unternimmt, ist radikal persönlich und zugleich analytisch: Er rollt die eigene Familiengeschichte auf (Depressionen, Alkohol, Verfolgungswahn inklusive) und betrachtet sie mit der Nüchternheit eines Arztes und der Empathie eines Sohnes. Der Roman ist ein hybrides Projekt aus autobiografischen Episoden, philosophischen Einsprengseln und psychiatrischem Wissen, durchzogen von trockenem Humor. Wer sich d... |  | Die zehnjährige Mona verliert kurzzeitig ihr Augenlicht. Ihr Großvater schickt sie nicht zur Therapie, sondern ein Jahr lang in die Pariser Museen: 52 Wochen, 52 Meisterwerke. Schlesser, selbst Kunsthistoriker, lässt Kunstgeschichte dabei nicht dozieren, sondern im Dialog entstehen. Werke von Leonardo bis Soulages werden lebendig, ohne pädagogischen Zeigefinger. Die Schwächen liegen in der Rahmenhandlung, die oft wie ein notwendiges Gerüst ... |
 | Rachid Benzine erzählt von einem Mann, dessen Leben mit der Nakba 1948 begann und der sich seither mit einer einzigen Waffe durch die Welt kämpft: dem Buch. Nabils Buchhandlung in Gaza-Stadt ist kein Geschäft. Sie ist ein Akt des Widerstands in Zeitlupentempo. Kein Bestseller-Regal, kein Kassensystem, nur ein alter Mann, der jedem Besucher das richtige Buch in die Hand drückt. Das ist leise Magie. Benzine schreibt mit bewundernswerter Zurück... |  | Die Mitternachtsbibliothek ein leichter, poetischer Roman, der verschiedene Ebenen anspricht: z.B. die Phantasie, die Liebe zu Büchern und den Wunsch, den Gang des Lebens zu beeinflussen.
Eine großartige Idee, die Möglichkeit zu haben, andere Entscheidungen zu treffen, andere Wege auszuprobieren - und das Ganze verpackt in eine schöne, manchmal auch traurige Geschichte um eine junge Frau, die sich aus Verzweiflung das Leben nehmen will.
Eig... |