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Die Routinen Roman
Die Routinen
Roman




Son Lewandowski

Klett-Cotta
EAN: 9783608967166 (ISBN: 3-608-96716-8)
272 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 21cm, 2026

EUR 25,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
"Anerkennung ist eine entfernte Umarmung."



Ein Gummibärchen essen, heute den Arm, morgen ein Bein. Was sich anhört wie ein Witz, ist Alltag für die Turnerin Amik. Für sie zählt jedes Gramm, jeder Wettkampf, jede Wiederholung. Und jede überschrittene Grenze nimmt Amik dafür hin, bis sich ihre eigene Geschichte in ihrer Konkurrentin Izzy zu wiederholen beginnt. Son Lewandowski seziert die Welt des Leistungssports, von der jeder ahnt, dass sie hart ist, aber niemand sieht, wie ausbeutend ein System ist, auf dem so viel Glitzer und Glanzspray liegt.



»Die Geschichte einer Emanzipation - stark und unverwechselbar.« Anne Rabe
Rezension
Ein Gummibärchen essen: heute den Arm, morgen ein Bein. Dieser eine Satz sagt mehr über den Leistungssport aus als viele Sachbücher. Son Lewandowski weiß das und baut sein Debüt konsequent auf dieser Art verdichteter Lakonie auf. Im Zentrum steht Amik, Leistungsturnerin, irgendwo zwischen Mädchen und Frau, zwischen Gehorsam und dem leisen Aufbegehren eines Ichs, das sich aus einem Wir herauslöst. München, Montreal, Tokio: Die Schauplätze wechseln, der Druck bleibt. Lewandowski beschreibt keine Ausnahme, sondern ein System. Besonders bemerkenswert ist die formale Entschlossenheit des Romans: Der Wechsel zwischen kollektivem „Wir" und individuellem „Ich" ist kein Stiltrick, sondern erzählerische Notwendigkeit. Genau so funktioniert Einordnung in ein Hochleistungsgefüge und genau so beginnt Emanzipation. Dass reale Fälle und der größte Missbrauchsskandal der Sportgeschichte in Amiks Geschichte einfließen, verleiht dem Roman eine Schwere, die noch lange nachhallt. „Die Routinen" ist kein Roman, der es sich bequem macht, weder formal noch inhaltlich. Aber er macht etwas sichtbar, das hinter Glitzer und Glanzspray zu verschwinden droht. Stark. Ungemütlich. Wichtig.

Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
»Die Geschichte einer Emanzipation – stark und unverwechselbar.« Anne Rabe

»Lewandoskis Stoff ist so ungewöhnlich, die erzählerische Form so wagemutig, dass man sich trotzdem nur dem Staunen überlassen kann, über diese große literarische Kür.« Marie Schmidt, Süddeutsche Zeitung

Nominiert für den lit.cologne-Debütpreis

Ein Gummibärchen essen, heute den Arm, morgen ein Bein. Was sich anhört wie ein Witz, ist Alltag für die Leistungsturnerin Amik. Für sie zählt jedes Gramm, jeder Wettkampf, jede Wiederholung. Und jede überschrittene Grenze nimmt Amik dafür hin. »Die Routinen« seziert eine Welt, von der jeder ahnt, dass sie hart ist, aber niemand sieht oder sehen will, wie ausbeutend ein System ist, auf dem so viel Glitzer und Glanzspray liegt.

München. Montreal. Tokio. Wenn die olympischen Spiele anstehen, blickt die ganze Welt auf eine Stadt, auf eine Mannschaft, auf eine Leistungsturnerin. Die Mädchen und Frauen trainieren ihr gesamtes Leben auf diesen Moment hin. Aus diesem Wir der Turnerinnen, das in olympischen Jahren denkt, vom Training auf die Waage zu den Wettkämpfen gedrängt wird, entspringt ein Ich, die Turnerin Amik. Sie beugt sich den gnadenlosen Wettbewerbsprinzipien ihres Sports und mit jedem weiteren Schritt auf ein Siegerinnenpodest entfernt sie sich mehr von den Mädchen, die sie gestern noch getröstet haben. Auf kraftvolle Weise erzählt Son Lewandowski von Sport und Politik, von fragilen Beziehungen und den Grenzen des eigenen, alternden Körpers. Die Geschichten von berühmten Turnerinnen und der größte Missbrauchsskandal der Sportgeschichte werden in die Geschichte von Amik eingewebt und machen »Die Routinen« zu einer atemlosen Leseerfahrung.