 | Jonas Hassen Khemiri versteht es meisterhaft, gesellschaftliche Fragen mit literarischer Finesse zu verweben. In seinem Roman "Die Schwestern" inszeniert er ein intensives Kammerspiel über Familie, Erinnerung und die Macht der Geschichten, die wir uns selbst erzählen. Zwei Schwestern begegnen sich nach Jahren der Funkstille wieder. Was zunächst wie ein versöhnliches Wiedersehen wirkt, entwickelt sich rasch zu einem schonungslosen Dialog über... |  | Elisabeth Koblitz greift ein Thema auf, das in fast jedem Familien- und Lehrerzimmer diskutiert wird: Ab wann, wie lange und wie sinnvoll dürfen Kinder mit dem Smartphone umgehen? Ihr Buch lebt von Praxisnähe. Statt theoretischer Abhandlungen bietet sie Szenen, die vielen vertraut vorkommen - vom Streit ums erste Handy bis zu den endlosen Diskussionen über Bildschirmzeiten. Koblitz argumentiert weder kulturpessimistisch noch technikgläubig, s... |
 | Axel Bojanowski macht etwas, das im Dauerfeuer schlechter Nachrichten fast schon subversiv wirkt: Er sammelt Beweise dafür, dass unsere Welt an vielen Stellen besser geworden ist. 33 Beispiele, gestützt auf Daten und anschauliche Grafiken, zeigen Entwicklungen, die man im Alltag kaum wahrnimmt: weniger Hunger, sinkende Opferzahlen bei Naturkatastrophen, wachsender Wohlstand selbst in armen Regionen. Das liest sich erfrischend und weckt einen Op... |  | Hanna Caspian verwebt in „Schwestern des brennenden Himmels“ große Weltpolitik mit einer sehr persönlichen Geschichte. 1945, während auf Schloss Cecilienhof die Potsdamer Konferenz läuft, versucht Ann Miller als Mitglied der britischen Delegation ein riskantes Vorhaben: Sie will in die russisch besetzte Zone, um ihre Cousine zu finden und einen Verrat wiedergutzumachen. Dass Ann nicht die ist, für die sie alle halten, macht ihre Mission ... |
 | Mit „Der Sommer am Ende der Welt“ legt Eva Völler einen Roman vor, der historische Aufarbeitung und Liebesgeschichte eng miteinander verwebt. Die Journalistin Hanna reist mit ihrer Tochter nach Borkum, um einen Artikel über die Missstände in Kinderkuren der 1960er-Jahre zu schreiben - ein Thema, das sie persönlich betrifft, denn auch ihre Mutter war dort. Die Recherchen stoßen jedoch auf Widerstand. Einzig der Inselarzt Ole steht ihr zur... |  | Julia Karnick erzählt eine Liebesgeschichte, die sich über einige Jahrzehnte spannt: von der schüchternen Annäherung 1988 bis zur möglichen zweiten Chance 2022. Was wie eine klassische „verpasste Chancen“-Story beginnt, wird zu einem Roman über das Erwachsen- und Älterwerden. Karnick schreibt Dialoge, die klingen, als seien sie mitten aus dem Leben. Die Zeitsprünge zwischen 1988, 2002 und 2022 funktionieren mühelos, weil sie nicht nu... |
 | In „Die Unbehausten“ verknüpft Barbara Kingsolver zwei Geschichten im Abstand von 150 Jahren. Willa Knox, freie Journalistin, steht in der Gegenwart vor beruflichem und familiärem Chaos, während ihr Haus zu zerfallen droht. Im 19. Jahrhundert kämpft Lehrer Thatcher Greenwood in einer kleinstädtischen, antiwissenschaftlichen Umgebung, unterstützt von der exzentrischen Naturforscherin Mary Treat, die mit Darwin korrespondiert. Kingsolver ... |  | Ein neues Zuhause, unbekannte Gesichter und eine Bande, die nur mutige Kinder aufnimmt. Für den zehnjährigen Jakob klingt das nach einer echten Herausforderung. Zum Glück hat er Schisser, seinen treuen Stoffhasen, immer dabei. Im Feuerviertel gibt es viel zu entdecken: Fledermäuse, eigenwillige Nachbarn und die Phönix-Bande, die ihm prompt eine Mutprobe stellt. Doch bevor es dazu kommt, stolpert Jakob über ein ernstes Problem: Zwei Männer ... |
 | Kjersti Annesdatter Skomsvold erzählt in „Lisa mit einem Herz drum rum“ die Geschichte eines schüchternen Mädchens, das den Mut sucht, über den eigenen Schatten zu springen. Lisa spricht in der Schule kaum, weiß, dass die anderen sie seltsam finden. Sie wünscht sich insgeheim nichts mehr, als mit Jonas befreundet zu sein. Als sie entdeckt, dass ihr Name in einem Herz steht, beginnt für sie eine leise, aber intensive Suche nach der Wahr... |  | Anna Lisa Kiesel entführt ihre Leserinnen und Leser ins eisige Herz der Arktis und erzählt die Geschichte von Grischa, einem Polarfuchs, der nicht ins weiße Bild passt. Weil er im Winter sein blaues Fell behält, wird er von seinen Geschwistern verspottet und als „anders“ abgestempelt. Was folgt, ist eine Reise über das Polarmeer, Begegnungen mit anderen Tieren und schließlich eine eigene Familie, in der Grischa sich fest vornimmt, keine... |
 | Atlas und Elena - zwei Jugendliche, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Beide haben ein Geheimnis, und der niederländische Originaltitel "De spin en de sleutel" enthält eine Andeutung hierzu: Bei Elena ist es etwas mit einer Spinne, bei Atlas dreht es sich um einen Schlüssel. Für beide Jugendliche ist die Welt schon einmal untergegangen. Was da geschehen ist, erfährt man nach und nach beim Lesen: Elena ist eine Influencerin, die online... |  | Tahsim Durgun hat ein bewegendes Buch geschrieben. In „Mama, bitte lern Deutsch“ erzählt er von einer Kindheit, die viele nie sehen und die doch in diesem Land alltäglich ist. Noch bevor er die Grundschule beendet, muss er Abschiebebescheide übersetzen, intime Gespräche beim Arzt dolmetschen und Aldi-Prospekte vorlesen, damit zu Hause etwas Normalität einkehrt. Durgun beschreibt nicht nur das Gefühl der Überforderung, sondern auch die... |