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Fächerübergreifendes: Ängste
 | Zwei Brüder, eine vergessene Tasche und ein Tag im West-Berlin des Jahres 1980: In „Frankie und Freddie“ erzählt Sven Regener die Vorgeschichte seiner „Herr Lehmann“-Reihe. Der Anfang ist denkbar schlicht. Der junge Frank Lehmann, gerade aus Bremen nach Kreuzberg gezogen, soll seinen älteren Bruder Freddie vom Kudamm abholen. Freddie hat nach der Teilnahme an einer Medikamentenstudie seinen Pass und sein Flugticket im Hotel vergessen. ... |  | Norbert Scheuer kehrt mit "Holunderholz" in seinen Eifel-Kosmos rund um Kall und die Familie Arimond zurück. Nach dem Tod seiner Mutter erbt der Programmierer Johann ein altes Magnetophon samt kaputten Tonbändern seines Großvaters und versucht, aus den Bruchstücken die Familiengeschichte zu rekonstruieren. Am Ende verknüpft sich diese Suche mit einem realen historischen Ereignis, der bis heute ungeklärten Explosion des Kalvarienbergs bei Pr... |  | Der Titel verspricht Wärme und hält das Gegenteil. Ronja von Rönne nennt ihren neuen Roman "Alles Liebe" und meint damit keine Zuneigung, sondern eine Formel, mit der Menschen einander täuschen, sich selbst eingeschlossen. Fünf Episoden, fünf Leben, die nur locker miteinander verwoben sind und doch dasselbe Grundmuster zeigen: wie aus Nähe Macht wird, wie Zuneigung zum Hebel wird, wie Liebe und Lüge auf engstem Raum koexistieren. Laura ha... |  | Robert Seethalers "Die Straße" ist kein Roman mit klassischer Handlung, sondern ein vielstimmiges Panorama einer unscheinbaren Straße am Rand einer deutschen Stadt. Zwischen Nachkriegsbauten, Altersheim, Gasthaus und ein paar alten Läden entfaltet sich ein ganzes Spektrum menschlicher Erfahrungen. Seethaler verzichtet auf eine durchgehende Erzählung und setzt stattdessen auf kurze Szenen, Dialoge und innere Monologe: ein Junge im Jagdfieber, ... |  | Was Leon Engler in "Botanik des Wahnsinns" unternimmt, ist radikal persönlich und zugleich analytisch: Er rollt die eigene Familiengeschichte auf (Depressionen, Alkohol, Verfolgungswahn inklusive) und betrachtet sie mit der Nüchternheit eines Arztes und der Empathie eines Sohnes. Der Roman ist ein hybrides Projekt aus autobiografischen Episoden, philosophischen Einsprengseln und psychiatrischem Wissen, durchzogen von trockenem Humor. Wer sich d... |  | Arthur Opp ist 250 Kilo schwer, hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht verlassen und lebt in einer Welt, die sich auf die Fläche eines Zimmers zusammengezogen hat. Kel, 17 Jahre alt, kämpft dagegen um alles: Schulabschluss, Sportstipendium, eine kranke Mutter. Dreißig Kilometer Luftlinie trennen die beiden – und gleichzeitig verbindet sie mehr, als beide vermuten. Liz Moore erzählt in diesem Roman von der stillen Gewalt ... |  | Ein Gummibärchen essen: heute den Arm, morgen ein Bein. Dieser eine Satz sagt mehr über den Leistungssport aus als viele Sachbücher. Son Lewandowski weiß das und baut sein Debüt konsequent auf dieser Art verdichteter Lakonie auf. Im Zentrum steht Amik, Leistungsturnerin, irgendwo zwischen Mädchen und Frau, zwischen Gehorsam und dem leisen Aufbegehren eines Ichs, das sich aus einem Wir herauslöst. München, Montreal, Tokio: Die Schauplätze... |  | Stewart O’Nans Abendlied ist ein stiller, warmherziger Roman über das Älterwerden: ohne Kitsch, aber voller Menschlichkeit. Im Zentrum stehen vier ältere Frauen aus Pittsburgh, verbunden durch Chor, Bridge und ihren „Humpty Dumpty Club“: Emily, Arlene, Kitzi und die frisch geschiedene Susie, die unerwartet eine neue Liebe findet. O’Nan erzählt episodisch und leise, gewinnt Spannung jedoch aus Nähe und Alltagsmomenten: Familienkrisen,... |  | Denis Pfabes Roman "Die Möglichkeit einer Ordnung" verwandelt den Baumarkt in einen präzisen Mikrokosmos der Gegenwart: Routine, Kundenstress, kleine Machtspiele. Und das diffuse Gefühl, dass alles schneller und enger wird. Levin Watermeyer glaubt, jede Schraube und jede Hierarchie zu kennen, bis die geplante Expansion und die rätselhafte neue Kollegin Pina Sommerfeldt das Gefüge verschieben. Während die Chefs Ruiz und Seehafer den Druck er... |  | "Russische Spezialitäten" von Dmitrij Kapitelman ist ein kluges, unbequemes Buch. Es erzählt von einer Familie aus Kyjiw, die in Leipzig russische Spezialitäten verkauft - und daran zerbricht, als der Krieg alles verändert. Die Mutter steht plötzlich auf Putins Seite. Der Sohn liebt Russland, seine Sprache, seine Mutter. Aber auch Kyjiw. Und er verzweifelt daran, beides nicht mehr zusammenbringen zu können. Kapitelman schreibt tragisch, kom... |  | Annett Gröschner erzählt in "Schwebende Lasten" ein Jahrhundert deutscher Geschichte am Leben von Hanna Krause. Aus einer Blumenbinderin wird eine Kranführerin, die zwei Weltkriege, Diktaturen, Revolutionen und Systemwechsel erlebt und sich dabei stets an ein einziges Credo hält: anständig bleiben. Der Roman beeindruckt, weil er einer Frau eine Stimme gibt, die im Geschichtsbuch kaum vorkommt. Gröschner zeigt, wie viel Welt in einem scheinb... |  | Mit „Der Sommer am Ende der Welt“ legt Eva Völler einen Roman vor, der historische Aufarbeitung und Liebesgeschichte eng miteinander verwebt. Die Journalistin Hanna reist mit ihrer Tochter nach Borkum, um einen Artikel über die Missstände in Kinderkuren der 1960er-Jahre zu schreiben - ein Thema, das sie persönlich betrifft, denn auch ihre Mutter war dort. Die Recherchen stoßen jedoch auf Widerstand. Einzig der Inselarzt Ole steht ihr zur... |
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