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Holunderholz
Roman
Norbert Scheuer
Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406851179 (ISBN: 3-406-85117-7)
265 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 21cm, 2026
EUR 26,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
"Die Wolken waren wie ferne Erinnerungen: Sie nahmen Gestalt an, verformten sich wieder, lösten sich auf - wie Reste einer Sprache, die niemand mehr verstand. Gesichter stiegen auf und verblassten, Schemen nur, Andeutungen von jemandem, der vielleicht einmal existiert hatte."
Über die heilsame Kraft des Erinnerns - eine fesselnde Reise durch die verschlungenen Pfade einer unerzählten Familiengeschichte der Nachkriegszeit.
«Die Menschen bei Norbert Scheuer entkommen ihrer Herkunft nicht, aber jede ihrer Geschichten ist es wert, erzählt zu werden.»
FAZ, Patrick Bahners
«Wenn man sein Werk liest, dann kommt man über die Provinz immer im Mittelpunkt der Welt an. Ein Autor, den ich allerdringlichst empfehlen kann.»
Jörg Magenau, Deutschlandfunk Kultur
Rezension
Norbert Scheuer kehrt mit "Holunderholz" in seinen Eifel-Kosmos rund um Kall und die Familie Arimond zurück. Nach dem Tod seiner Mutter erbt der Programmierer Johann ein altes Magnetophon samt kaputten Tonbändern seines Großvaters und versucht, aus den Bruchstücken die Familiengeschichte zu rekonstruieren. Am Ende verknüpft sich diese Suche mit einem realen historischen Ereignis, der bis heute ungeklärten Explosion des Kalvarienbergs bei Prüm im Juli 1949, bei der Hunderte Tonnen Sprengstoff detonierten.
Reizvoll ist, dass Johann die Bänder nicht einfach abhört, sondern sich zu den wenigen erhaltenen Geräuschfetzen eigene Szenen erfindet. Der Roman macht so explizit, dass Erinnerung immer auch Erfindung ist, die Tonspur wird zur Fiktion einer Fiktion. Das ist konzeptionell klug, weil es die übliche Frage nach der wahren Familiengeschichte gleich mit unterläuft. Gleichzeitig bleibt Johanns Gegenwart bewusst unspektakulär und fragmentarisch, geprägt von einer heimlichen Affäre und einem Verdacht der Polizei gegen ihn. Diese Wiederholungsstruktur des Alltäglichen ist erzählerisch konsequent, könnte aber Leser ermüden, die zügigeren Fortgang erwarten. Wer Scheuers atmosphärischen, langsamen Stil mag und sich auf ein Buch einlässt, das eher umkreist als auflöst, findet hier einen poetischen, stimmungsvollen Roman mit leichtem Krimi-Unterton.
Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Nach dem Tod seiner Mutter versucht Johann, ein altes Tonbandgerät seines Großvaters zu reparieren. Was als technische Herausforderung beginnt, wird zu einer Suche, die ihn immer tiefer in die rätselhaften Aufnahmen hineinzieht. Als Programmierer ist es Johann gewohnt, Fehler in Systemen zu finden – nun folgt er den Spuren einer Geschichte, die sich ihm nur bruchstückhaft erschließt. Die Tonbänder erzählen von einem ehemaligen Wehrmachtsobersten und einem stummen Mädchen, Rose. Zwischen Andeutungen und verstörenden Entdeckungen erkennt Johann Verbindungen zur verheerenden Explosion von Prüm im Sommer 1949. Während er in seiner Gegenwart zwischen beruflicher Entfremdung und einer heimlichen Affäre mit der verheirateten Maria taumelt, verdichten sich die Hinweise: Welche Verbindung besteht zwischen seiner Mutter und dem mysteriösen Mädchen? Wer war Rose wirklich? Und was geschah in jenem Sommer?
Norbert Scheuers Roman unternimmt eine fesselnde Reise durch die verschlungenen Pfade einer unerzählten Familiengeschichte der Nachkriegszeit und verschränkt meisterhaft Vergangenheit und Gegenwart. |
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