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Religionspädagogische Beiträge

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Beobachten oder bezeugen?
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Kinder- und Jugendtheologie
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RPB 63/09
 

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‘Im Blickpunkt’: Ästhetische ReligionspĂ€dagogik

 
RPB 60/08
 

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2006

RPB 57/06
 
RPB 56/06
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2005

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RPB 52/04
 

2003

RPB 51/03
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Wozu heute religiöse Bildung?

 

2002

RPB 49/02
Im Blickpunkt: Bibeldidaktik

 
RPB 48/02
 

2001

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ReligionspÀdagogik im Kontext heutiger Gesellschaft

 
RPB 47/01
 
Religionspädagogische Beiträge 71/2014 - 40 Jahre Synodenbeschluß Inklusion Beobachten oder bezeugen? Öffentliche Religionspädagogik Sinus-Studien

ReligionspÀdagogische BeitrÀge 71/2014

40 Jahre Synodenbeschluß
Inklusion
Beobachten oder bezeugen?
Öffentliche ReligionspĂ€dagogik
Sinus-Studien



 
Arbeitsgemeinschaft Katholische ReligionspÀdagogik und Katechetik
ISSN 0173-0339

2014
144 Seiten, paperback, 16 x 24 cm
 
11.50 Euro
 

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Ulrich Kropac / Georg Langenhorst

Erinnern Sie sich noch, sei es als Zeitzeuge, sei es als ,Nachgeborener' durch Partizipation am kollektiven GedĂ€chtnis der ReligionspĂ€dagogik? Am 22. November 1974 wurde auf der WĂŒrzburger Synode die Vorlage „Der Religionsunterricht in der Schule” in zweiter Lesung verabschiedet. Von den 240 Synodalen stimmten 223 der Vorlage zu, 8 lehnten sie ab und 9 enthielten sich der Stimme. Die ĂŒberwĂ€ltigende Mehrheit, die dem Beschluss zur Annahme verhalf, ist, so scheint es, auch heute noch prĂ€sent, wenn auch in anderer Weise. Das Dokument hat eine derart intensive Rezeption und eine
so breite Zustimmung gefunden, dass man zum Begriff der ,Magna Charta' greift, um seine fundamentale Bedeutung sowohl auf kirchenpolitischer als auch auf religionspĂ€dagogischer Ebene zu wĂŒrdigen. Grund genug also, dass sich die ReligionspĂ€dagogischen BeitrĂ€ge 40 Jahre nach WĂŒrzburg mit diesem Beschluss befassen. Sie tun dies in einer eigenen Rubrik: „ReligionspĂ€dagogik spezial". In ihr wird das Thema „4O Jahre Synodenbeschluss" in mehreren Aspekten aufgegriffen:

- ,GENETlSCH': Gottfried Bitter zeichnet in knappen Strichen den langen Weg vom Zweiten Weltkrieg ĂŒber das Zweite Vatikanische Konzil zur WĂŒrzburger Synode nach und zeigt so das soziale, politische, philosophische und bildungstheoretische Umfeld auf, aus dem heraus der Synodenbeschluss
erwachsen ist.

- ,WIRKUNGSGESCHICHTLICH': Werner Simon macht zum einen deutlich, wie sich schon parallel zur Synode religionspĂ€dagogische Änderungen durchzusetzen begannen. Vor allem beleuchtet er, wie die Vorgaben des Beschlusses in den folgenden, bis heute maßgeblichen Bildungs- und LehrplĂ€nen aufgegriffen und konkretisiert wurden.

- ,PROSPEKTIV': Klaus König markiert Stellen, an denen der Synodenbeschluss aufgrundtiefgreifender religiöser, kultureller und schulischer VerÀnderungen in den letzten 40 Jahren weitergedacht werden muss: sei es vor dem Hintergrund einer wachsenden Entkonfessionalisierung der Bevölkerung, sei es im
Blick auf eine Neuausrichtung der Intention religiöser Bildung, sei es in Bezug auf die vielfach zitierten drei BegrĂŒndungsfiguren fĂŒr Religionsunterricht in der Schule.


Neben dieser dreifachen Aufschließung des Beschlusses zum Religionsunterricht kommen zwei weitere Facetten dazu, die ein ganz anderes Kolorit tragen: Ein Text von Hans Maier, langjĂ€hriger bayerischer Kultusminister und einflussreiche Persönlichkeit auf der Synode, lĂ€sst etwas davon spĂŒren, wie um den Synodenbeschluss gerungen wurde. Bei aller Bedeutung und Wirkung: Er war und ist nicht unumstritten. FĂŒr viele heutige ReligionspĂ€dagoginnen und -pĂ€dagogen wirken die Reserve, die
Maier der (Religions-)PĂ€dagogik, aber auch der Theologie entgegenbringt, und umgekehrt der Aplomb, mit dem er die vom Lehramt festgestellte Lehre der Kirche zum alleinigen Maßstab erklĂ€rt, befremdlich. Dennoch: Sie gehören zum Gesamtbild dazu. Die Zahl jener, die an der Synode mitgewirkt
hatten, wird allmĂ€hlich kleiner, die FĂ€den der ,oral history' mithin dĂŒnner. Umso grĂ¶ĂŸer ist die Freude, dass sich mit Prof. Dr. Wolfgang Nastainczyk, Emeritus fĂŒr ReligionspĂ€dagogik und Katechetik an der UniversitĂ€t Regensburg, ein Berater der damaligen Synode fĂŒr ein GesprĂ€ch zur VerfĂŒgung gestellt hat. Prof Dr. Ulrich Kropac hat ihn in Regensburg aufgesucht und sich AuskĂŒnfte ĂŒber die Genese des Synodenbeschlusses und dessen Wirkungen erbeten, nicht im Sinne einer
historischen Recherche, sondern im Modus der persönlichen Erinnerung.


Neben dem Themenschwerpunkt „40 Jahre Synodenbeschluss" behandelt die Herbstausgabe der ReligionspĂ€dagogischen BeitrĂ€ge eine Reihe weiterer Themen:
Erna Zonne-GĂ€tjens widmet sich in der Rubrik„ReligionspĂ€dagogik pointiert" dem Thema „ReligionspĂ€dagogik und lnklusion" und damit einem aktuellen Problemfeld, das die ReligionspĂ€dagogik langfristig beschĂ€ftigen wird. In Zonne-GĂ€tjens' Beitrag, der an einer Fallstudie ansetzt, scheinen solche Schwierigkeiten auf: Wie gelingt der Übergang von
der Integrations- zur inklusionspÀdagogik? Welche Perspektive kann die ReligionspÀdagogik anbieten? Welche pragmatischen VVorschlÀge gibt es - jenseits idealistischer Konzepte?

Einem Beitrag von Alexander Unser ist die zweite neue Kategorie in diesem Heft geschuldet: "ReligionspĂ€dagogik repliziert". Unser setzt sich kritisch mit einem Artikel zu Bildungsgerechtigkeit auseinander, veröffentlicht von Judith Könemann im letzten Heft der ReligionspĂ€dagogischen BeitrĂ€ge (70/2013). Er stellt dem an der Theorie der rationalen Bildungsentscheidungen angelehnten Ansatz eine Position entgegen, die eher die Theorie milieuspezifischer Bildungsbenachteiligung fĂŒr die ReligionspĂ€dagogik fruchtbar macht. - Die Schriftleitung wĂŒnscht sich, dass ein solcher heftĂŒbergreifender Austausch keine Ausnahme bleibt. Die Rubrik ist eingerichtet! Bleibt die Einladung an die Leser/-innen der ReligionspĂ€dagogischen
BeitrÀge, das Angebot aufzugreifen, den wissenschaftlichen Diskurs durch die Einrede zu einem Thema zu befördern. Idealerweise sollte eine Replik im jeweils nÀchsten Heft zu einem bestimmten Artikel erfolgen.

Die Rubrik „ReligionspĂ€dagogik kontrovers" geht in diesem Heft einem grundlegenden SpannungsverhĂ€ltnis nach. ln seinem 2013 erschienenen Buch„Religion gibt zu denken" diagnostiziert Rudolf Englert im Blick auf die letzten Jahrzehnte religionspĂ€dagogischer Entwicklung einen „Wandel vom Bezeugen zum Beobachten" (S. 37). Nicht diese These, wohl aber deren Pole bilden den Ausgangspunkt einer Kontroverse. FĂŒr Anton A. Bucher gibt es ein klares GefĂ€lle: „Zuerst beobachten,
dann bezeugen". Es ist die Empirie, der der Primat in der ReligionspĂ€dagogik zukommt. Edeltraud Gaus und Albert Biesinger behaupten das Gegenteil in ihrem Beitrag, der den Untertitel „Vom Primat des Zeugnisgebens im Religionsunterricht" trĂ€gt. Auch wenn sich Beobachten und Zeugnisgeben nicht ausschließen - wissenschaftstheoretisch ist es nicht belanglos, wie, mit welchem Gewicht und in welcher PrioritĂ€t beide GrĂ¶ĂŸen in der ReligionspĂ€dagogik in ein VerhĂ€ltnis gesetzt werden: Unterrichtskonzepte, Inhalte und die Rolle von Religionslehrerinnen und -lehrern bleiben von solchen Fragen nicht unberĂŒhrt.

In den in der Rubrik „ReligionspĂ€dagogik aktuell" aufgenommenen freien BeitrĂ€gen prĂ€sentiert Bernhard GrĂŒmme den Ansatz einer „Öffentlichen ReligionspĂ€dagogik", wĂ€hrend Patrik C. Höring den religionspĂ€dagogischen Ertrag der Sinus-Milieu-Studien darstellt und kritisch befragt.

Im Blick auf „ReligionspĂ€dagogik international" stellt der in Warwick und Oslo lehrende renommierte englische ReligionspĂ€dagoge Robert Jackson aktuelle empirische Forschungen vor, die im Namen des EuropĂ€ischen Parlamentes die Bedingungen schulischer religiöser Bildung untersuchen.

Wie ĂŒblich schließt sich ein ausfĂŒhrlicher Rezensionsteil mit Publikationen aus der jĂŒngsten Zeit an. Er lĂ€sst erneut erkennen, dass das religionspĂ€dagogische Feld alles andere als eine Monokultur ist.

Abschließend noch drei kurze Hinweise:
Das Heft 71/2014 stellt die zweite Ausgabe im Jahr 2014, zugleich aber die einzige Nummer in diesem Jahrgang dar. Wie frĂŒher schon angekĂŒndigt, umfasst der Jahrgang 2014 nur ein einziges Heft (bei entsprechend reduzierten Abokosten), um ab 2015 Erscheinungsjahr und Jahrgang der Zeitschrift wieder zu synchronisieren.Ă„

Die neueröffnete Rubrik „ReligionspĂ€dagogik repliziert" hatte in diesem Heft ihren Testlauf. Ob sie lĂ€ngerfristig erhalten bleibt, hĂ€ngt von der Bereitschaft zum Diskurs in unserer scientific community ab. Es ergeht die herzliche Einladung an alle Leser/-innen, da eine Replik zu liefern, wo GegenstĂ€nde strittig sind.
UnabhĂ€ngig davon besteht die Möglichkeit, BeitrĂ€ge ĂŒber religionspĂ€dagogisch relevante Themen einzureichen, die allerdings nur dann endgĂŒltig angenommen werden, wenn sie den formalen Richtlinien entsprechen. Nicht ausgeschlossen bleibt eine vorgĂ€ngige einschĂ€tzende LektĂŒre der Schriftleitung zu einem Text, der dann noch nicht entsprechend formal aufbereitet sein muss.



Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Editorial 3
Ulrich Kropac / Georg Langenhorst



ReligionspÀdagogik POINTIERT

ReligionspÀdagogik und Inklusion 7
Erna Zonne-GĂ€tjens



ReligionspÀdagogik REPLIZIERT

Wie kann sich ReligionspÀdagogik von Bildungsgerechtigkeit
herausfordern lassen?
Eine Entgegnung auf Judith Könemann 17
Alexander Unser



ReligionspÀdagogik KONTROVERS

Zuerst beobachten, dann bezeugen
Der Primat der Empirie in der ReligionspÀdagogik 27
Anton A. Bucher

Zeugniskompetenz im Fokus
Vom Primat des Zeugnisgebens im Religionsunterricht 36
Edeltraud Gaus / Albert Biesinger



ReligionspÀdagogik SPEZIAL

Auf dem langen Weg zur Synode 45
Gottfried Bitter

„Eine gediegene und erstaunlich lange gĂŒltige KlĂ€rung“
Anmerkungen zur Wirkungsgeschichte des Synodenbeschlusses
„Der Religionsunterricht in der Schule“ (1974) 57
Werner Simon

Den Synodenbeschluss zum Religionsunterricht weiterdenken 66
Klaus König

Sache von Staat und Kirche
Religionsunterricht geht nicht nur PĂ€dagogen an 75
Hans Maier

„Greifbare, nachweisliche Wirkungsgeschichte“
Ulrich Kropač im GesprĂ€ch mit Wolfgang Nastainczyk
ĂŒber den Synodenbeschluss zum Religionsunterricht 79
Wolfgang Nastainczyk / Ulrich Kropac



ReligionspÀdagogik AKTUELL

Sich aufs Spiel setzen
Zum Ansatz einer Öffentlichen ReligionspĂ€dagogik 87
Bernhard GrĂŒmme

Milieusensibel unterrichten?
ReligionspÀdagogische Nachfragen und Anregungen zu den Sinus-Studien 98
Patrik C. Höring


ReligionspÀdagogik INTERNATIONAL

Council of Europe Policy and ‚Safe Space‘ for Dialogue in Religious Education 111
Robert Jackson 121



REZENSIONEN