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RelliS

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Erlösung

 
RelliS 3/2016 - Luther

RelliS 3/2016
Religion und Lehren und Lernen in der Schulen

Luther

SI/SII


Theologie
Die vier solas der Reformation

Unterrichtspraxis
Dr. Martinus und Frau Käthe 7/8

Ökumene weltweit 9/10

Alles ist Gnade 11/12


incl. CD
 
Schöningh Schulbuch - Verlagswebsite besuchen
ISSN 2192-8037

2016
64 Seiten, geheftet, 21 x 30 cm
 
14.95 Euro
 

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nun, im Herbst dieses Jahres 2016, nähert sich unaufhaltsam das Reformationsjubiläum, das die Evangelische Kirche in Deutschland im kommenden Jahr anlässlich des 500. Jahrestages des Thesenanschlags an der Wittenberger Schlosskirche ausgerufen und durch eine Reformationsdekade seit 2008 vorbereitet hat. lm Jahre 1508 kam der Mönch Martin Luther nach Wittenberg und 1517 veröffentlichte er seine berühmten 95 Thesen. Durch diesen ambitionierten Feierzeitraum von 10 Jahren hat die Evangelische Kirche in Deutschland Gelegenheit gehabt, das Ereignis der Reformation gründlich in den Blick zu nehmen und zu bedenken sowie an andere historische Gedenkjahre wie den 450. Todestag Melanchtons 2010 oder den 500. Geburtstag Lucas Cranachs anzuknüpfen.

Was für Katholiken anfänglich vielleicht irritierend und manchmal auch verletzend ausgerufen worden war, hat sich doch inzwischen zu einem theologisch wie politisch ausgewogenen gemeinsamen Gedenken der Reformation wie auch des Lebenswerkes Martin Luthers weiterentwickelt. Eine Vielzahl von ökumenischen Veranstaltungen hat dem Reformationsjubiläum seine konfessionalistische Spitze genommen, das Iahr 2017 wird seinen Höhepunkt sogar in einem ökumenischen Fest unter Beteiligung der Deutschen Bischofskonferenz am 16. September nächsten Jahres finden.

Einem solchen nicht trennenden, sondern verbindenden Gedenken des Theologen und Reformators Martin Luther wollen auch wir uns in diesem Themenheft von RelliS widmen. Dabei haben wir seine Person und Gestalt im Sinne einer Elementarisierung in das Zentrum des Heftes gerückt, um an ihr auch wichtige andere historische Ereignisse der Reformation und theologische Entwicklungen deutlich zu machen.

So referiert der Münsteraner Kirchenhistoriker Norbert Köster die wichtigsten katholischen wie evangelischen Positionen zur Deutung des Reformationsereignisses, wie sie auch zur Zeit im publizistischen und theologischen Diskurs ausgetauscht werden. Aus evangelischer Perspektive steuert der Systematiker Ulrich Löffler ein konzises Referat zur Kurzgrammatik des evangelischen Glaubens bei, in dem er das Solus Christus, Sola gratia, Sola scriptura und das Sola fide entfaltet und erläutert. Aus katholischer Sicht knüpft hier die Tübinger Dogmatikerin Johanna Rahner an, die Impulse aus dem Reformationsereignis als Anregungen zur Selbstkorrektur von Kirche und Amt in der Katholischen Theologie versteht. Die Bedeutung Luthers für das religiöse Lehren und Lernen im Religionsunterricht diskutieren schließlich im religionspädagogischen Beitrag der evangelische Theologe Rainer Möller, Herausgeber Clauß Peter Sajak und die muslimische Kollegin Naciye Kamcili-Yildiz. Damit greifen sie die mittelalterliche Gestalt des sog. Trialogus, also des Drei-Gesprächs, auf, wenn auch in einer modifizierten Form.

Den fachwissenschaftlichen Beiträgen folgt in vertrauter Weise eine ganze Reihe von unterrichtspraktischen Beiträgen, die zur Auseinandersetzung im Religionsunterricht einladen wollen. So zeigt Tobias Voßhenrich in einem Unterrichtsvorhaben für die Unterstufe, wie regional und vor Ort Spuren der Reformation mit Schülerinnen und Schülern erkundet werden können, Erhard Holze, Welche theologische wie historische Bedeutung Martin Luthers Ehefrau Katharina von Bora bis heute hat, und Frederike Weißphal, welche Rolle Philipp Melanchthon für die Reformation gehabt hat. Als Unterbrechung stellt Ihnen Irene Leicht Luther als inspirierenden Mystiker vor. Heike Bosien wirft den Blick auf die globale Dimension der Reformation weltweit, während Daniel Gaschick die Bedeutung der christlichen Botschaft in der heutigen Leistungsgesellschaft aufzeigt. Und Lara Sabel widmet sich dem Kirchenverständnis in Reformation und Gegenreformation. Wie immer finden Sie auf unser Heftthema bezogene Literatur- und Medientipps in den entsprechenden Rubriken. Wir hoffen, mit diesem Themenspektrum Ihnen Anregungen wie Materialien zur Verfügung gestellt zu haben, die Ihren Religionsunterricht bereichern werden, nicht nur im Jubiläumsjahr 2017.

In diesem Sinne grüßen herzlich

Wofgang Michalke-Leicht und Clauß Peter Sajak

Inhaltsverzeichnis

Editorial 1



Theologische Perspektiven

Norbert Köster
Die Reformation ist Geschichte
Ein kritischer Blick auf die Reformation und das anstehende Gedenkjahr aus kirchengeschichtlicher Perspektive 4

Naciye Kamcili-Yildiz/Rainer Möller/Clauß Peter Sajak
Was kann man von Luther heute lernen?
Ein Dreigespräch 7

Ulrich Löffler
Solus Christus. Sola gratia. Sola scriptura. Sola fide
Theologische Kurzgrammatik des evangelischen Glaubens 12

Johanna Rahner
Selbstkorrektur von Kirche und Amt
Dauerbrenner der theologischen Kontroverse 16




Unterrichtspraxis

Tobias Voßhenrich
„Wie war das denn hier?“
Die Reformation in der Stadt – ein lokalgeschichtliches Fallbeispiel
(Jahrgänge 5 – 7) 20

Erhard Holze
Dr. Martinus und Frau Käthe
Eine Frauenbiografie als Zugang zur Reformation
(Jahrgänge 7/8) 26

Frederike Weißphal
Philipp Melanchthon
Ein kleiner Mann ganz groß
(Jahrgänge 9/10) 34

Heike Bosien
Luther in Ghana?
Reformation weltweit
(Jahrgänge 9/10) 40

Daniel Gaschick
Gerechtfertigt sein statt fertig sein
Was die Botschaft von der Rechtfertigung allein aus Gnade in der Leistungsgesellschaft leistet
(Jahrgänge 11/12) 46

Lara Sabel
Ekklesiologie im interkonfessionellen Vergleich
Das Kirchenverständnis aus evangelischer und katholischer Perspektive
(Jahrgang 12) 52




Unterbrechung

Irene Leicht
Exzentrisch leben
Von der Freiheit eines Christenmenschen 32



REZENSIONEN UND AV-MEDIENTIPPS 58

NACHRICHTEN DES BKRG 62

VORSCHAU 64