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RelliS 3/2012 - Vatikanum II

RelliS 3/2012
Religion und Lehren und Lernen in der Schulen

Vatikanum II


Theologie
Heil außerhalb der Kirche

Unterrichtspraxis
Das Apostelkonvent 5/6

Unser Klassenkonziel - Ein Planspiel 9/10

Die Zeichen der Zeit erkennen 11/12
 
Schöningh Schulbuch - Verlagswebsite besuchen
ISSN 2192-8037

2012
64 Seiten, geheftet, 21 x 30 cm
 
14.95 Euro
 

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Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

Vatikanum II - ein Thema für den Religionsunterricht? Dieses Konzil - eine vergangene Episode der Kirchengeschichte, von der die Zeitzeugen von damals noch heute in Hochstimmung versetzt werden, an der aber die Nachgeborenen wie unsere Schülerinnen und Schüler kaum Anteil nehmen können? Behandeln wir das fünfzigjährige Konzilsjubiläum im Religionsunterricht rückwärtsgewandt als Ereignis der Kirchengeschichte, dann werden wir die Schülerinnen und Schüler wenig begeistern können. Wenn wir jedoch das Konzil als Anfang eines Prozesses darstellen, der vor fünfzig Jahren seinen Anfang nahm und einen radikalen Paradigmenwechsel im Verhältnis der Kirche zur Welt vollzog und der auch heute noch im Gang ist, dann kann das ferne Konzilsgeschehen von damals auch in der Gegenwart Aktualität gewinnen. Papst Iohannes XXIII. hatte das Konzil einberufen, weil er die Kirche angesichts der „Zeichen der Zeit“ neu zu positionieren versuchte. Er wollte damit einen Anstoß geben und fünfzig Iahre danach stellt sich die Frage, wie wir unter heutigen Bedingungen diesen Prozess fortsetzen können. Das Konzil ist als Auftrag zu verstehen!

In den Augen der Schülerinnen und Schüler wie vermutlich vieler Kolleginnen und Kollegen gilt die katholische Kirche heute eher als starr und rückwärtsgewandt. Sie scheint nicht bereit oder in der Lage zu sein, die zahlreichen Probleme in der Gegenwart, die unter dem Stichwort „Reformstau“ zusammengefasst werden, mutig und herzhaft anzugehen. Der Blick auf den Aufbruch des II. Vatikanischen Konzils kann u. U. den Frust über die gegenwärtige Lage in der Kirche noch verstärken. Er kann aber auch deutlich vor Augen führen, wie eine katholische Kirche nahezu von einem Augenblick zum anderen Mut bekommt und sich den neuen Herausforderungen offen stellt. Das Konzil kann als pfingstliches Ereignis betrachtet werden, das einen frischen Wind und einen neuen Geist in die Kirche brachte. Der Konzilspapst Johannes XXIII. hat in dem bekannten symbolischen Akt, indem er ein Fenster öffnete, zum Ausdruck gebracht, dass Kirche sich der Welt zu öffnen habe. Sein Leitwort „Aggiornamento“ meint „Verheutigung“ nicht im Sinne von Anpassung, sondern ein In-Beziehung-Treten zur modernen Zeit, deren Zeichen zu erkennen und zu deuten sind. Viele betrachten heute die damaligen radikalen Veränderungen als selbstverständlich.

Deshalb werden auch exemplarisch an einigen zentralen Aussagen des Konzils die wissenschaftlichen Beiträge dieses Heftes sich mit diesen Neuansätzen befassen, z. B. der Religions- (Erwin Dirscherl) oder der Gewissensfreiheit (Eberhard Schockenhoff). Bischof Dr. Ioachim Wanke, der als junger Priester den neuen Geist des Konzils erlebte, lässt uns in seinem Beitrag teilhaben an dem Prozess, der damals angestoßen wurde und nach seiner Meinung noch lange nicht am Ende sei. Die Wurzeln unseres heutigen Religionsunterrichts in der „anthropologischen Wende“ des Konzils werden in dem Beitrag von Rudolf Englert eingehend beschrieben. Die Autorinnen und Autoren der Praxisbeiträge haben entweder konziliare Prozesse in der Kirche von Anfang an, wie z.B. bei dem Apostelkonvent, als beispielhaft für die Kirche entfaltet oder lassen sie in einem Planspiel mit einer Klasse erfahrbar werden. Zentralen Themen des Konzils wie Religions- und Gewissensfreiheit, Liturgie und das Erkennen der Zeichen der Zeit im befreiendem Wirken der Kirche in Lateinamerika wenden sich weitere Praxisbeiträge zu. Allen Autorinnen und Autoren sei für Ihre Beiträge herzlich gedankt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Bild der Kirche im Arve-Tal „Eglise Notre-Dame-de-Toute- Grâce“ auf dem Cover dieses Heftes mag sinnbildlich für die Kirche des konziliaren Aufbruchs stehen: Sie ist keine feste Burg mit dicken Mauern, sondern ist leicht wie ein Zelt gebaut. Ihre Seitenwände sind aus Glas, d.h., diese Kirche ist offen, transparent und sie gewährt Einblick. Beim Bau dieser Kirche und ihrer Ausgestaltung haben zahlreiche Künstler mitgewirkt; u. a. wurde das Baptisterium von Chagall gestaltet, Werke von Rouault (Geißelung) oder Matisse sind in der Kirche zu sehen. In dieser Kirche (im doppelten Sinn des Wortes) sind Menschen mit unterschiedlicher Denkweise und Begabung eingeladen, mit ihren Charismen am Aufbau der Kirche mitzuwirken. Damit kann diese wertvoll werden und in diesem Sinne anziehend wirken. Und diese Kirche strahlt aus, wie die biblische „Stadt auf dem Berg“ kann sie nicht verborgen werden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich hoffe, dass dieses Heft Sie etwas vom Geist des Konzils begeistern kann und dass Sie bei der Umsetzung im Unterricht etwas vom langen Atem des konziliaren Prozesses auch Ihren Schülerinnen und Schülern vermitteln können.

Ihr
Ludwig Rendle

Inhaltsverzeichnis

Editorial 1



Theologische Perspektiven

Joachim Wanke
Vatikanum II – ein Konzil mit Fernwirkung
Erfahrungen eines Zeitzeugen mit dem Konzil 4

Erwin Dirscherl
Die Konsequenz aus dem Glauben an Gott, der das Heil aller Menschen will
Das Bekenntnis der Kirche zur Religionsfreiheit und ihre geänderte Haltung zu den Religionen 8

Eberhard Schockenhoff
Menschsein in Freiheit und Verantwortung
Die Bedeutung des Gewissens in den Texten des Vatikanum II 13

Rudolf Englert
Die anthropologische Wende des Konzils
Ihre Konsequenzen für den Religionsunterricht 17



Unterrichtspraxis

Heike Harbecke
„War das eigentlich schon immer so?“
Der Apostelkonvent im Kontext der jungen Kirche
(Jahrgang 5/6) 21

Klaus König
Feiern lernen
Basisliturgische Lernwege in der Schule
(Jahrgang 7/8) 28




Volker Gaus
Außerhalb der Kirche (k)ein Heil
Standpunkte, Meinungen und Haltungen im Kontext der Frage von katholischer Kirche und Weltreligionen
(Jahrgang 9/10) 36

Ulrike Meier
Unser Klassenkonzil
Ein Planspiel
(Jahrgang 9/10) 41

Hartmut Rupp
Wie steht es mit meiner Freiheit?
Das katholische und evangelische Freiheitsverständnis auf dem Prüfstand
(Jahrgang 11/12) 48

Annegret Langenhorst
„Die Zeichen der Zeit erkennen und im Licht des Evangeliums deuten“
Ein Zugang zum Konzil aus lateinamerikanischer Perspektive
(Jahrgang 11/12) 52



Unterbrechung

Richard Steiner
Wie die Träumenden waren wir da 32


REZENSIONEN UND AV-MEDIENTIPPS 60

VORSCHAU 64

Leseprobe

Inhalt der CD:


Unterrichtspraxis

Beitrag Heike Harbecke

M 1: Placemat Kirchengemeinde
M 2: Beispielfragebogen zur Gemeindeerkundung
M 3: Meinungen Jugendlicher
M 4: Bildimpuls: Pfingsten als Geburtstag der Kirche
M 6: Petrus und Paulus begegnen (Folie)
M 7: Ein Petrus-Porträt erstellen (Gruppe A)
M 8: Eine Petrus-Statue erstellen (Gruppe A)
M 9: Ein Paulus-Porträt erstellen (Gruppe B)
M 10: Eine Paulus-Statue erstellen (Gruppe B)
M 11: Die Gemeinde von Jerusalem
M 12: Die Zerstreuung der Gemeinde von Jerusalem
M 13: Die Gemeinde von Antiochia
M 14: Die Gemeinde in Antiochia
M 15: Eigene Erfahrungen
M 21: Information zum Petrusfenster (für Lehrerinnen und Lehrer)
M 22: Der Apostelkonvent in der Darstellung der Apostelgeschichte und im Galaterbrief
M 23: Vergleich der Darstellungen
M 24: Visionen

Beitrag Klaus König
M 1: Fragebogen zur Gottesdiensterfahrung
M 3: Spiegelspiel
M 4: Von außen nach innen
M 5: Haltung einnehmen
M 6: Stehen ist nicht gleich Stehen
M 7: Sitzen
M 8: Geprägte Sprache
M 10: Vom Leben erzählen
M 11: Vom Leben vor Gott erzählen
M 12: Handzeichen – Hand als Zeichen
M 13: Zeichen
M 15: Eine gottesdienstliche Feier planen und durchführen

Beitrag Volker Gaus
M 0: Stundenüberblick
M 2: Körperübungen
M 3: Sicherungsbogen zu den Körperübungen
M 4: Eigene Standpunkte
M 5: Titelbild der ZEIT
M 6: Aussagen verschiedener Weltanschauungen
M 7: Mögliches Tafelbild „Exklusivismus, Inklusivismus,Pluralismus“
M 8: Kommt jeder Katholik automatisch in den Himmel? (LG 14)
M 9: Prunkwagen „Friede zwischen Religionen – die größte aller Illusionen!“
M 10: Standpunkte der katholischen Kirche zu anderen Religionen (NA 2 – 4)
M 11: Standpunkt der deutschen Bischöfe zu multireligiösen Feiern
Schülerbeispiele der Grafiken aus Stunde 4

Beitrag Ulrike Meier
Vorgeschichte des II. Vatikanums
M 2: Arbeitsblatt – Rollenkarte Organisationsteam
(1 | Vorbereitung)
M 3: Arbeitsblatt – Rollenkarte Länderdelegation
(1 | Vorbereitung)
M 4: Arbeitsblatt – Rollenkarte Organisationsteam
(2 | Eröffnungssitzung)
M 5: OH-Folie – Besetzung der Kommissionen
M 6: Arbeitsblatt – Rollenkarte Organisationsteam
(3 | Arbeitssitzung)
M 7: Arbeitsblatt – Rollenkarte Kommission
(3 | Arbeitssitzung)
M 8: OH-Folie – Antragstext
M 9: Arbeitsblatt – Rollenkarte Organisationsteam
(4 | Abschlusssitzung)

Beitrag Hartmut Rupp
M 3: Freiheit bei Philipp Melanchthon
M 4: Freiheit in den Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils (Gaudium et Spes)

Beitrag Annegret Langenhorst
Didaktische Erläuterungen zur Unterrichtssequenz
M 2: Die Kirche in der Welt von heute
M 3: Kopiervorlage Placemat
M 5: Sensation in der Kirche Lateinamerikas
M 6: Bischof Erwin Kräutler (* 1939) –
„Vor Gott und der Welt klagen wir an ...“
M 7: Schwester Dorothy Stang (1931 – 2005) –
„Selig, die arm sind vor Gott ...“
M 8: Gruppenarbeit: Aggiornamento aktuell
M 10: „Zeichen setzen und Hoffnung stärken“