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RelliS 1/2014 - Freiheit

RelliS 1/2014
Religion und Lehren und Lernen in der Schulen

Freiheit



 
Schöningh Schulbuch - Verlagswebsite besuchen
ISSN 2192-8037

2014
64 Seiten, geheftet, 21 x 30 cm
 
14.95 Euro
 

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Freiheit bestimmt das Wesen des Menschen. Wenn Friedrich Nietzsche vom Menschen als dem „nicht festgestellten Tier“ spricht, will er genau dies zum Ausdruck bringen. Anders als alle anderen Spezies im Reich der Natur ist der Mensch durch seine biologische Natur zwar bestimmt, aber nicht festgelegt. Nicht erst die moderne Anthropologie betont, dass das Wesen des Menschen durch zwei Fähigkeiten charakterisiert ist: Selbstbestimmung und Selbstreflexion. Vor allem das erste Merkmal setzt die Freiheit voraus. Nur wer nicht determiniert oder manipuliert ist, sondem in Freiheit und Eigeninitiative seine persönlichen Entscheidungen trifft, ist in der Lage, sich selbst zu bestimmen. Nicht umsonst sind mit der Fähigkeit zur Selbstbestimmung im pädagogischen Kontext immer auch die Begriffe von Autonomie und Emanzipation mitgesagt. Auch das Christentum versteht den Menschen als ein Wesen der Freiheit, das in freier, je eigener Entscheidung sein Ia zu dem Gott Iesu Christi sagt. Gerade in der Abkehr von einer Fremdbestimmung durch Kult oder Gesetz zeigt sich ja ein wesentlicher Grundzug christlicher Religion, den der Apostel Paulus in die Fonnel gefasst hat: „Zur Freiheit hat Christus uns befreit“ (Gal5,1).

Entsprechend spielt Freiheit als anthropologisches Phänomen wie auch als theologisches Motiv keine geringe Rolle im schulischen Religionsunterricht. Vor allem im Kontext einer an der Phase des Iugendalters ausgerichteten Lehrplankultur der Sekundarstufe I und als Teil einer an der theologischen Anthropologie ausgerichteten Themengestaltung in der Sekundarstufe II erscheint die Freiheit des Menschen sowohl thematisch und ausdrücklich als auch unthematisch und implizit als Thema im Religionsunterricht. Deshalb ist es uns ein Anliegen gewesen, neben den verschiedenen theologischen Begriffen, die im Rahmen unserer RelliS-Reihe bereits aufgenommen und für den Religionsunterricht aufbereitet worden sind, in diesem Heft Freiheit im Kontext einer anthropologischen Theologie in den Blick zu nehmen. Das Themenheft eröffnet die Kölner Theologin Saskia Wendel, indem sie den Zusammenhang von Freiheit und Determination aus philosophischer Perspektive ausleuchtet. Dass Freiheit nicht erst seit Paulus ein Grundmoment der jüdisch-christlichen Tradition gewesen ist, zeigt der Innsbrucker Alttestamentler Georg Fischer in seinem Beitrag ausführlich auf. Welche Konsequenzen eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Freiheit in religionspädagogischer Sicht für den Religionsunterricht haben sollte, zeigt schließlich der Bochumer Religionspädagoge Bernhard Grümme auf. Ergänzt wird unser Theorieteil durch ein Interview mit dem Münsteraner Religionsphilosophen Klaus Müller, in dem die aktuellen Anfragen der Neurowissenschaften an dem Freiheitsbegriff thematisiert und eingeordnet werden.

W. Im Praxisteil zeigt Gerald Kapflmmmer auf, was Freiheit aus der Sicht von Schülerinnen und Schülern bedeutet und was diese im Unterricht selbst daraus machen können. Einen nicht ganz so naheliegenden Zusammenhang beleuchtet Lara Sabel, die den Aspekt der Freiheit im Kontext von Kirchengeschichte als Stationenlernen aufbereitet hat. Anne Schönberg und Urs Schiller eröffnen in ihrem Beitrag einen bisher wenig bekannten, weil transaktionsanalytischen Zugang zum Thema der Freiheit. Dass Freiheit auch verspielt und vermarktet werden kann, thematisiert Wolfgang Michalke-Leicht im vierten und letzten Beitrag für die Sekundarstufe I, indem er eine kritische Auseinandersetzung mit der Kultur der Casting- und Wettbewerbsshows unternimmt.

Für die Sekundarstufe II haben wir zwei Beiträge in dieses Heft aufgenommen: Zum einen zeigt Andreas Wronka in einer Lernsequenz für die gymnasiale Oberstufe, dass im Comic „The Walking Dead“ die Grundfragen nach dem Menschen und seiner Freiheit auf ungewohnte und sicher auch irritierende Weise thematisiert werden. Holger Zeigan bereichert den Bogen der Beiträge schließlich um eine dezidiert evangelische Perspektive auf Freiheit als anthropologisches Grunddatum. Des Weiteren finden Sie auch in diesem Heft die gewohnten Rubriken Unterbrechung, Buchempfehlungen und AV-Me- dientipps, die entsprechend das Thema Freiheit aufnehmen. - Wir hoffen, dass uns so ein spannendes, kreatives und für Ihre unterrichtliche Arbeit hilfreiches Themenheft zur „Freiheit“ gelungen ist.

In diesem Sinne grüßen Sie herzlich
Wolfgang Michalke-Leicht, Clauß Peter Cajak

Inhaltsverzeichnis

Editorial 1



Theologische Perspektiven

Saskia Wendel
Frei geboren
Freiheit als anthropologische Grundbestimmung 4

Georg Fischer SJ
Geschenkte Freiheit bewahren und nutzen
Biblische Impulse zu einem Schlüsselbegriff menschlicher Existenz 8

Klaus Müller
Verlorene Freiheit?
„Ich habe die Hoffnung, dass die Pädagogik den Neurowissenschaftennicht zu sehr auf den Leim geht.“ 12

Bernhard Grümme
Befreite Freiheit
Der Beitrag einer christlichen Anthropologie zum gegenwärtigen Ringen um Freiheit in religionspädagogischer Perspektive 14



Unterrichtspraxis

Gerald Kapfhammer
„Zieh deine Schuhe aus!“ (Ex 3,5)
Vom respektvollen Umgang mit dem Freiraum des anderen (Jahrgang 5/6) 18

Lara Sabel
Menschliche Freiheitsgeschichte im Wandel der Zeit
Ein diachrones Stationenlernen (Jahrgang 7/8) 24

Urs Schiller/Anne Schönenberg
Auf dem Weg zum Freiheitskünstler
Was hilft mir, freier zu leben? (Jahrgang 9/10) 31

Wolfgang Michalke-Leicht
Die eigene Haut zu Markte tragen Selbstvermarktung in Castingshows
(Jahrgang 9/10) 39

Andreas Wronka
„Are we the Walking Dead?“
Die Frage nach der Freiheit des Menschen anhand des Comics „The Walking Dead“ (Jahrgang 11/12) 45

Holger Zeigan
Wie frei sind wir denn?
Eine Antwortsuche zur Frage nach der Freiheit des Menschen – von heute zu Paulus und wieder zurück (Jahrgang 11/12) 51



Unterbrechung

Johanna Hinz
Ich bin es nicht – Ich bin’s
Freiheit als Möglichkeit des Werdens 32



REZENSIONEN UND AV-MEDIENTIPPS 58

NACHRICHTEN DES BKRG 62

VORSCHAU 64



auf CD:


Unterrichtspraxis



Beitrag Gerald Kapfhammer
M 1: Tanz, tanz, tanz
M 3: Ivan Steiger, „ICH“ (Ausschnitt)
M 4a: Was Kinder glücklich macht
M 4b: Gruppenarbeit: Was brauchen Kinder zum Glücklichsein?
M 6: Ivan Steiger, „ICH“ (Ausschnitt)
M 7: Der brennende Dornbusch
M 8: Gott offenbart seinen Namen


Beitrag Lara Sabel

M 1 – M 2: Station 1: Elisabeth Katzer – „Die Unbeugsame“
M 3 – M 5: Station 2: Der Prophet Ezechiel – „Werkzeug Gottes“
M 6 – M 7: Station 3: Der biblische Schöpfungsbericht (Gen 1,1 – 2,4a)
M 8 – M 14: Station 4: Jesus – ein Wunderheiler?
M 15: Station 5: Gebhard Truchseß von Waldburg – der Erzbischof, der heiratete und evangelisch wurde
M 16 – M 20: Station 6: Lebensvorschriften der Weltreligionen


Beitrag Urs Schiller/Anne Schönenberg

M 2: Weg in die Freiheit
M 4: Mein Raum der Freiheit
M 5: A. Maslow: Bedürfnispyramide
M 6: Information: Was sind „Antreiber“?
M 7: Vor- und Nachteile der „Antreiber“
M 8: Fünf Freiheiten nach Virginia Satir
M 10: Paul Zulehner: Autoritarismus – Von Autoritäten abhängig oder Freiheitskünstler?
M 11: Wie passen die Zehn Gebote und die Freiheit zusammen? (Anselm Grün, Fr. John Taizé)


Beitrag Wolfgang Michalke-Leicht

M 3: Busen zum Geburtstag
M 4: Opfer oder „Opfer“


Beitrag Andreas Wronka

M 1: Vergleich Mensch – Zombie
M 2: Facetten des Mensch-Seins
M 3: Vorstellungen von der Welt
M 4: Emmanuel Lévinas: Das Antlitz des anderen
M 5: Quellenangaben aus eingeführten Lehrwerken
M 6: Freiheit in Gemeinschaft?
M 7: We are the Walking Dead?


Beitrag Holger Zeigan

M 2: Mögliches Tafelbild
M 4: Das Freiheitsproblem in Korinth
M 5: Freiheit aus theologischer Perspektive I: Dorothee Sölle
M 6: Freiheit aus theologischer Perspektive II: Dietrich Bonhoeffer
M 7: Freiheit aus philosophischer Perspektive III.: Jean-Paul Sartre