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Behindertenarbeit vom Menschen aus Unterstützungssysteme und Assistenzleistungen für Menschen mit Lernschwierigkeiten und komplexer Behinderung
Behindertenarbeit vom Menschen aus
Unterstützungssysteme und Assistenzleistungen für Menschen mit Lernschwierigkeiten und komplexer Behinderung




Georg Theunissen

Lambertus-Verlag
EAN: 9783784131597 (ISBN: 3-7841-3159-X)
306 Seiten, paperback, 15 x 21cm, Dezember, 2020

EUR 28,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Das Buch zeigt Wege einer Behindertenarbeit vom Menschen aus auf, die sich in erster Linie auf Erwachsene mit Lernschwierigkeiten und komplexen Behinderungen bezieht. Der personenzentrierte Ansatz knüpft ausgehend von den "Betroffenen" (Empowerment) an Konzepten und methodischen Instrumenten der Gemeinwesenarbeit, der Lebensweltorientierung sowie der Sozialraumorientierung in der Sozialen Arbeit an, um Inklusion und Partizipation (Teilhabe) zu ermöglichen. Dabei stehen Personen im Fokus, die angesichts spezifischer Beeinträchtigungen auf kognitiver, motorischer, sensorischer, emotionaler und sozialer Ebene eine entsprechende ressourcenorientierte Unterstützung zur Verwirklichung des menschlichen Lebens benötigen. Inklusive kostenloser eBook-Version.
Rezension
Dieses Buch möchte Wege einer Behindertenarbeit vom Menschen aus aufzeigen, die sich in erster Linie auf Erwachsene mit Lernschwierigkeiten und einer komplexen Behinderung bezieht. Die vorliegende Schrift stellt eine aktualisierte und teilweise völlig neu verfasste Ausgabe des im Jahr 2012 erschienenen Buches „Lebensweltbezogene Behindertenarbeit und Sozialraumorientierung“ dar. Unter einer Behindertenarbeit vom Menschen aus wird ein personenzentrierter Ansatz verstanden, der ausgehend von der „Stimme der Betroffenen“ (Empowerment) an Konzepten und methodischen Instrumenten der Gemeinwesenarbeit, der Lebensweltorientierung sowie der Sozialraumorientierung in der Sozialen Arbeit anknüpft, um Leitprinzipien der Inklusion und Partizipation (Teilhabe) einzulösen, wie sie mit der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen kodifiziert worden sind. Der Begriff der Personenzentrierung steht hierbei der Praxis von Leistungsträgern und Leistungserbringern gegenüber, die Behindertenhilfe in erster Linie von ihren Eigeninteressen oder einem institutionsbezogenen Denken, Planen und Handeln her zu gestalten. Es geht um ein Verständnis von Behinderung, welches anstelle einer bloßen individuumzentrierten Sicht die Erkenntnis zugrunde legt, dass Behinderung aus der Interaktion zwischen Personen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren resultiert, die die volle und effektive gesellschaftliche Partizipation auf gleichberechtigter Basis mit anderen hindern.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9

Kapitel 1
Geschichte der Institutionalisierung behinderter Menschen 14


Spätantike 15
Mittelalter: Behinderte Menschen als „Wechselbälge“ 16
Absolutismus: Zeitalter der Repression durch Foltermethoden 17
19. Jahrhundert: Anfänge der Psychiatrie und Ausbau des Anstaltswesens 18
Zur Differenzierung zwischen „Heilbaren“ und „Unheilbaren“ 20
Vorboten des Nationalsozialismus 24
Nachkriegszeit 33
Exkurs: Die Symptome des traditionellen psychiatrischen Modells 36
Enthospitalisierung und Integration 42
Zur Normalisierung und Deinstitutionalisierung 43
Zur Enthospitalisierung 44
Resümee mit einem Beispiel aus der Praxis 48
Perspektiven für die lebensweltbezogene Behindertenarbeit 58

Kapitel 2
Von der Deinstitutionalisierung zur Lebenswelt- und Sozialraumorientierung 61


Reformen in der Kritik 61
Empowerment 65
Stärken-Perspektive und Wertebasis 66
Auswirkungen 67
UN-Behindertenrechtskonvention 71
Integration 75
Inklusion 76
Lebensweltbezogene Behindertenarbeit vom Menschen aus 85
Lebenswelt als subjektzentrierte Kategorie 88
Lebenswelt und Lebensbedingungen 89
Lebenswelt und Alltag 91
Lebenswelt im Plural 92
Leitprinzipien 95
Sozialraumorientierung 103
Zwei Handlungsebenen 115
Schlussbemerkung 125

Kapitel 3
Behindertenarbeit vom Menschen aus – dargestellt am Beispiel von Kalifornien (USA) 141


Regional Centers (RC) 143
Tierra del Sol Foundation (TdSF) 155
Historische Skizze 155
Zu den Angeboten 157
Resümee 160
Jay Nolan Community Services 163
Art Centers 165
Able ARTS Work 166
First Street Gallery Art Center der Tierra del Sol Foundation (TdSF) 173
Art Centers der Exceptional Children’s Foundation (ECF) 176
Resümee in Bezug auf Lebensweltbezug und Sozialraumorientierung 178
Self-Empowerment – ein Beispiel aus der Praxis 180
Self-Advocacy und Empowerment 183
Abschließende Bemerkungen 185

Kapitel 4
Unterstützungssysteme und personenzentriertes Arbeiten in Bezug auf Erwachsene mit Lernschwierigkeiten und schwerwiegendem herausforderndem Verhalten 189


Leben in einer „totalen Institution“ 194
Alternativen zum Leben in einer „totalen Institution“ 198
Konsulentendienste 199
Prävention durch geeignete Wohnformen 201
Ein dreistufiges Unterstützungskonzept für die Handlungsebene 204
Zur Personenzentrierten Planung 206
Soziale Netzwerk- und Sozialraumerschließung 214
Netzwerkfokussierte Unterstützungsplanung bei schwerem herausforderndem Verhalten 218
Aktive Unterstützung und konsultative Assistenz 229
Positive Verhaltensunterstützung 236

Kapitel 5
Behindertenarbeit vom Menschen aus: Unterstützungssysteme und Unterstützungsleistungen bei schweren neurokognitiven Störungen (Demenzen) 244


Höhere Lebenserwartung und Prävalenz von schweren neurokognitiven Störungen 244
Schwere neurokognitive Störungen 246
Anmerkungen zu den Ursachen und Besonderheiten 249
Schwere neurokognitive Störungen bei Menschen mit Lernschwierigkeiten oder einer komplexen Behinderung 252
Besonderheiten bei Menschen mit Down-Syndrom 253
Konsequenzen für die Praxis 256
Zu psychopathologischen Begleiterscheinungen, Verhaltensauffälligkeiten und speziellen medizinischen Unterstützungsleistungen 259
Leitperspektive Lebensqualität und Personenzentrierte Planung 265
Lebensweltbezogene Unterstützungsleistungen durch Familienangehörige – das Beispiel Frau Rose 267
Resümee und Reflexion 277
Behindertenarbeit vom Menschen aus durch geeignete Wohnangebote und Unterstützungsformen der Behindertenhilfe 280
Ein Beispiel aus der Praxis 295
Reflexion 298

Schlussbemerkung 299
Literatur und Quellenangaben 301
Der Autor 303