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Lernen als soziale Praxis – Interaktion, Kommunikation und Intervention Ein Lehrbuch für Lehramt, Erziehungswissenschaft und soziale Berufe
Lernen als soziale Praxis – Interaktion, Kommunikation und Intervention
Ein Lehrbuch für Lehramt, Erziehungswissenschaft und soziale Berufe




Annette Vanagas

Barbara Budrich , UTB
EAN: 9783825266219 (ISBN: 3-8252-6621-4)
448 Seiten, paperback, 17 x 24cm, April, 2026

EUR 44,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Soziale Interaktion und Kommunikation sind Grundbestandteile unseres Zusammenlebens. Sie sind geprägt von sozialen Ordnungen, Ungleichheiten und Ausgrenzung – doch wie entstehen diese? Dieses Lehrbuch gibt eine fundierte Einführung in zentrale Theorien und gesellschaftliche Herausforderungen. Es behandelt die Konstruktion sozialer Wirklichkeit, die Dynamik von Diskriminierung und Polarisierung sowie Strategien der Prävention und Intervention. Durch Reflexionsfragen, Praxisbeispiele und didaktische Methoden wird das theoretische Wissen in die Praxis überführt und die Lehre unterstützt.

Fundiert, anschaulich und praxisnah – dieses Lehrbuch ist der ideale Begleiter für Seminare, Prüfungsvorbereitung und den Einstieg in die pädagogische Praxis.

Das Buch untersucht zentrale Konzepte sozialer Interaktion und Kommunikation, wobei es in mehrere thematische Abschnitte unterteilt ist. Zunächst wird der Zusammenhang zwischen Lebenswelt, Lebensform und sozialen Strukturen analysiert, ergänzt durch eine Auseinandersetzung mit der Systemtheorie, insbesondere der funktionalen Differenzierung und sozialen Integration. Die Entstehung des Sozialen wird als gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit betrachtet, wobei Diskurse und Wissen eine Schlüsselrolle spielen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Bedeutung von Kommunikation und Anerkennung innerhalb sozialer Kontexte, wobei die Rolle von Anerkennungsverhältnissen für soziale Ordnungen betont wird. Auch werden gesellschaftliche Herausforderungen wie Individualisierung, Pluralisierung, Entfremdung, Prekarisierung und Desintegration thematisiert.

Im zweiten Abschnitt werden soziale Ungleichheiten und die Konstruktion von Ungleichwertigkeit durch soziale Vergleiche, Stereotypisierung und Diskriminierung behandelt. Der Einfluss von Vorurteilen, intersektionalen Diskriminierungsformen sowie die Auswirkungen auf das Selbst werden vertieft. Auch ideologische Strukturen, die Ungleichwertigkeit produzieren, und die Rolle von Sprache als Mittel sozialer Ausgrenzung, etwa in Form von Hassrede und Pejorisierungen, werden kritisch beleuchtet. Ferner wird die Beziehung zwischen Anerkennung und sozialer Identität, sowie die gesellschaftliche Relevanz von Meinungen, Fakten und der Wahrheitsfindung diskutiert und dem Phänomen der Polarisierung nachgegangen.

Der dritte Teil des Buches widmet sich der Prävention und Intervention in sozialen Kontexten. Hier werden prosoziale Verhaltensweisen wie Zivilcourage und die Förderung von gesellschaftlicher Verantwortung thematisiert. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf Konzepte der sozialen Gerechtigkeit, der Political Correctness und der Sprachkritik gelegt. Zudem werden Ansätze zur Förderung von Vielfalt und Empowerment sowie die Anwendung gewaltfreier Kommunikation und pädagogischer Interventionen vorgestellt, die einen Beitrag zur Reduktion von Diskriminierung und zur Schaffung von inklusiven sozialen Räumen leisten sollen.

Untermauert wird die Theorie mit einschlägigen Ergebnissen sozialwissenschaftlicher Forschung und Alltagsbeispielen. Reflexionsfragen und didaktische Methoden sollen zudem einen Übertrag von Theorie in die Praxis ermöglichen und dienen ebenso wie veranschaulichende Grafiken dazu, Seminare und Vorlesungen zu begleiten.

Dr. Annette Vanagas, Sozialpsychologin und Geschlechterforscherin, Dozentin an der Universität zu Köln im Modul Soziale Intervention und Kommunikation
Rezension
Dieses Lehrbuch verfolgt ein doppeltes Anliegen: Zum einen möchte es theoretische Werkzeuge bereitstellen, um soziale Prozesse, Kommunikationsdynamiken und Ungleichheitsverhältnisse analytisch zu durchdringen. Zum anderen versteht es sich ausdrücklich als praxisorientierte Einladung zur Reflexion, Prävention und Intervention. Inmitten gesellschaftlicher Herausforderungen wie Individualisierung, Pluralisierung, Entfremdung, Prekarisierung und Desintegration behandelt dieses Buch die Konstruktion sozialer Wirklichkeit, die Dynamik von Diskriminierung und Polarisierung sowie Strategien der Prävention und Intervention. Soziale Interaktion und Kommunikation sind Grundbestandteile unseres Zusammenlebens. Sie sind geprägt von sozialen Ordnungen, Ungleichheiten und Ausgrenzung. Soziale Ungleichheiten und die Konstruktion von Ungleichwertigkeit werden durch soziale Vergleiche, Stereotypisierung und Diskriminierung erzeugt. Der letzte Teil der Darstellung thematisiert Prävention und Intervention in sozialen Kontexten. Hier werden prosoziale Verhaltensweisen wie Zivilcourage und die Förderung von gesellschaftlicher Verantwortung thematisiert. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf Konzepte der sozialen Gerechtigkeit, der Political Correctness und der Sprachkritik gelegt.

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagwörter:
Anerkennung, Anti-Diskriminierungsarbeit, Berufsrollen, Diskriminierung, Hierarchieverhältnisse, Intervention, Kommunikation, Machtkritik, Machtverhältnisse, Soziale Interaktion, Vorurteilsbewusstsein

Pressestimmen:

Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Theorie und Praxis. Es gibt einen fundierten und kritischen Überblick über soziale Prozesse, Kommunikationsdynamiken und Ungleichheitsverhältnisse und einen handlungsorientierten Ansatz zur Reflexion, Prävention und Intervention. Die vielen Zusatzmaterialien rechtfertigen auch den Preis. Verschiedene Berufsgruppen in sozialen und pädagogischen Bereichen werden sicherlich etwas mitnehmen können, es ist nicht „nur“ ein Lehrbuch.
Michael Lausberg, scharf links, 16. Mai 2026
Inhaltsverzeichnis
Hinweise zum Buch und zu den digitalen Inhalten 12
Vorwort 13
Aufbau des Lehrbuchs 17

1 Soziale Interaktion und Kommunikation 19

1.1 Lebenswelt und Lebensform(en) 19
1.1.1 Wissen und Sinnzusammenhang 20
1.1.2 Umwelt – Mitwelt – Lebenswelt 26
1.1.3 Habitus und Lebenswelt 29
1.1.4 Soziale Strukturen 33
1.1.5 Gesellschaftlicher Wissensvorrat 35
1.1.6 Lebensformen 43
1.2 Systemtheorie 47
1.2.1 Funktionale Differenzierung und soziale Schichtung 48
1.2.2 Integration und Inklusion 51
1.2.3 Selektivität und Ungleichheitsdynamiken 61
1.3 Die Entstehung des Sozialen 63
1.3.1 Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit 63
1.3.2 Diskurse 78
1.3.3 Epistemische Gewalt und Epistemischer Ungehorsam 88
1.3.4 Die Macht der Unwissenheit 103
1.4 Kommunikation 108
1.4.1 Die linguistische Wende 108
1.4.2 Machtvolle Kommunikation 117
1.5 Anerkennung 123
1.5.1 Anerkennungsverhältnisse 125
1.5.2 Anerkennungsnormen und symbolische Ordnung 127

2 Gesellschaftliche Spannungsfelder 131

2.1 Soziale Vergleiche und soziale Ungleichheiten 131
2.1.1 Soziale Wahrnehmung und Kognition 135
2.1.2 Soziale Vergleiche 142
2.1.3 Kategorisierung und Stereotypisierung 148
2.1.4 Soziale Gruppen und Normen 161
2.2 Soziale Ungleichbehandlung und Ungleichwertigkeiten 171
2.2.1 Vorurteile 172
2.2.2 Diskriminierung 181
2.2.3 Intersektionalität 189
2.2.4 Folgen für das Selbst 192
2.3 Ideologien der Ungleichwertigkeit und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit 202
2.3.1 Ideologie der Ungleichwertigkeit 205
2.3.2 Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit 212
2.4 Sprachliche Herabwürdigungen 223
2.4.1 Verbalradikalismus 226
2.4.2 Hassrede 230
2.4.3 Beleidigungen 238
2.4.4 Sprachliche Diskriminierungen 241
2.4.5 Pejorisierung 243
2.4.6 Sprachlosigkeit 245
2.5 Der Kampf um Anerkennung 248
2.5.1 Soziale Konflikte 257
2.5.2 Identitätspolitik versus Umverteilung 258
2.6 Cancel-Culture 265
2.6.1 Cancel-Diskurs 266
2.6.2 Diskurskontrollen und Emanzipationsbestrebungen 270
2.6.3 Praxis: Shout-Out – Call-Out – Cancel-Out 273
2.7 Leben wir in einer postfaktischen Zeit? 280
2.7.1 Verschwörungstheorien 282
2.7.2 Fehlinformationen (Fake News) 291
2.7.3 Alternative Fakten 295
2.7.4 Desinformation 299
2.8 Spaltung und Polarisierung302
2.8.1 Gesellschaftlicher Zusammenhalt 305
2.8.2 Strukturelle Spaltung 314
2.8.3 Polarisierung der Ideen 316

3 Prävention und Intervention 325

3.1 Awareness und Selfcare 326
3.1.1 Verwundbarkeit 328
3.1.2 Verantwortung 334
3.1.3 Selbstsorge und Fürsorge 338
3.2 Anerkennung statt Toleranz 340
3.3 Legitimierung und Delegitimierung351
3.3.1 Rechtfertigungen 351
3.3.2 Soziale Kritik 355
3.4 (Soziale) Gerechtigkeit 364
3.4.1 Gerechtigkeitstheorien 365
3.4.2 Gerechtigkeitstypen 377
3.4.3 Soziale Gerechtigkeit und der Social-Justice-and-Radical-Diversity-Ansatz 382
3.5 Sprachlich Intervenieren 387
3.5.1 Sprachkritik 391
3.5.2 Political Correctness 401
3.5.3 Mahloquet 409
3.5.4 Gewaltfreie Kommunikation 411
3.6 Diskriminierungsprävention 417
3.6.1 Resonanz(-pädagogik) 419
3.6.2 Ambiguitätstoleranz 427
3.6.3 Anti-Bias-Ansatz 433
3.7 Diskriminierungsintervention 438
3.7.1 Empowerment 439
3.7.2 Affirmative Action 443

Literaturverzeichnis 448