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Essstörungen – Heilung ist möglich Ein Praxishandbuch
Essstörungen – Heilung ist möglich
Ein Praxishandbuch




Renate Feistner

Klett-Cotta
EAN: 9783608892055 (ISBN: 3-608-89205-2)
304 Seiten, paperback, 15 x 23cm, 2018, mit Arbeitsmaterialien zum Download

EUR 34,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Einmal essgestört – immer essgestört« – mit diesem Urteil sehen sich PatientInnen und ihre Angehörige häufig konfrontiert. Dem widerspricht Renate Feistner, die seit 35 Jahren magersüchtige, bulimische und esssüchtige Patientinnen behandelt, vehement, denn es entspricht nicht ihren Erfahrungen. Im Zentrum des Praxishandbuches für die ambulante Therapie steht das integrative und ressourcenorientierte Therapiekonzept der Autorin, das tiefenpsychologische, verhaltenstherapeutische und systemische Aspekte vereint. Die Rahmenbedingungen eines guten Heilungsprozesses werden ebenso erläutert wie die Faktoren und Phasen der Heilung selbst. Erfahrungen anderer ExpertInnen, Berichte von Patientinnen, Fragebögen zu Heilungskriterien und Heilungsgrad sowie die Erörterung der wichtigen Frage »Was verhindert Heilung« ergänzen die therapeutischen Ausführungen.

- Wichtig für alle PsychotherapeutInnen, die PatientInnen mit Essstörungen behandeln

- Was fördert Heilung, was verhindert Heilung?

- Mit Berichten von geheilten PatientInnen, Fragebögen zu Heilungskriterien und anderem mehr

- Mit eigens entwickelten Therapiematerialien und Interventionen

Dieses Buch wendet sich an:

- Psychologische und Ă„rztliche PsychotherapeutInnen

- Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen

- (Kinder-)PsychiaterInnen

- SozialpädagogInnen, SozialarbeiterInnen

- Betroffene, ihre Eltern und Angehörige

Renate Feistner, Dipl. Psych. Psychologische Psychotherapeutin (Ausbildungen in Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, Familientherapie, Traumatherapie und zahlreiche Weiterbildungen) war lange Leiterin einer auf Essstörungen spezialisierten Gemeinschaftspraxis und in der Aus- und Weiterbildung aktiv. Seit 2000 ist sie in eigener Praxis in Nürnberg niedergelassen mit der Spezialisierung Essstörungen, als Supervisorin sowie in der Angehörigenberatung tätig.
Rezension
Nicht wenige Schüler und vor allem Schülerinnen sind ess-gestört - von der Magersucht bis zum Übergewicht. Lehrer/innen wissen: Essstörungen treten in unserer Gesellschaft unter Jugendlichen in einem endemischen Ausmaß auf. Viele Patientinnen hören in ihren stationären Aufenthalten, dass Essstörungen nicht heilbar seien, oder sie lasen in Fachbüchern, es gebe nur einen fragilen Zustand des »Stillstandes«, der bei psychischen Belastungen wieder zu einem gravierenden Rückfall führen würde, und man müsse sich mit der Krankheit arrangieren. Die Autorin aber hat eine Vielzahl dieser Patientinnen bis zur völligen Heilung behandelt und oft über Jahre noch deren Lebensweg verfolgt. Sie konnte es in einer großen Anzahl von Fällen erleben: Heilung ist möglich! Deshalb hat sie dieses Buch geschrieben.Die Grundlagen ihres Psychotherapiekonzeptes lauten: 1. normal essen lernen, 2. Ursachen und Funktionen der Essstörung herausfinden und bearbeiten, 3. die Körperwahrnehmung verbessern. Heilung von Essstörungen ist möglich, aber leider gibt es keine Garantie dafür, und nicht alle Essstörungs-Patientinnen werden geheilt. Die entscheidende Frage ist, was in diesen Fällen die Heilung bei Essstörungen blockiert.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Das Buch entkräftet das gängige Vorurteil, Essstörungen seien nicht heilbar. Der hier vorgestellte, auf 35-jähriger Praxiserfahrung beruhende Behandlungsansatz für die ambulante Psychotherapie gibt TherapeutInnen, Betroffen und ihren Angehörigen neue Hoffnung.
»Essstörungen scheinen mir bis heute noch immer eine stigmatisierte Erkrankung zu sein – ähnlich wie Borderline.
Hier macht dieses Buch nicht nur Hoffnung, sondern es bringt konkrete Abhilfe, denn es zeigt das volle Heilungspotenzial von Menschen mit Essstörungen.«
Dr. Ute Mahr, Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin BDP/PTK, 05.2018
Die Reihe »Leben Lernen« stellt auf wissenschaftlicher Grundlage Ansätze und Erfahrungen moderner Psychotherapien und Beratungsformen vor; sie wendet sich an die Fachleute aus den helfenden Berufen, an psychologisch Interessierte und an alle nach Lösung ihrer Probleme Suchenden.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9

1 Wir behandeln nicht die Krankheit, sondern die Menschen 14

1.1 Interessiert sich die Therapieforschung nicht für Heilung von Essstörungen? 17
1.2 Weg von den Therapieschulen, hin zur Integrativen Therapie 18
1.3 Warum ist das Thema Heilung bei Essstörungen heute wichtig? 19

2 Die psychotherapeutische Behandlung der Essstörungen 23

2.1 Welche genesungsfördernden Voraussetzungen brauchen wir für die Psychotherapie von Essstörungen? 23
2.1.1 Anamnese, Diagnostik und Differenzialdiagnostik 23
2.1.2 Begleitende ärztliche Untersuchungen 23
2.2 Was sind die wichtigsten Ziele in der psychotherapeutischen Behandlung der Essstörungen? 25
2.3 Weshalb ist eine Methoden-integrative Behandlung der Essstörungen sinnvoll? 27

3 Mein ambulantes integratives Therapiekonzept zur Behandlung von Essstörungen 28

3.1 Weshalb ist mein integratives Therapiekonzept bei allen Formen von Essstörungen einsetzbar? 29
3.2 Ist eine Unterteilung der Essstörungen sinnvoll? 29
3.3 Benötigen wir einzelne Therapiemethoden getrennt nach Essstörungen? 31
3.4 Welches sind die drei roten Fäden im Therapiekonzept? 31
3.4.1 Normal essen lernen 32
3.4.2 Ursachen und Funktionen der Essstörung herausfinden und Lösungen entwickeln 58
3.4.3 Die Beziehung zum eigenen Körper verbessern 101
3.5 Wichtige Themen in der Therapie 121
3.5.1 Perfektionismus ĂĽberwinden 121
3.5.2 Identitätsfindung 129
3.5.3 Therapeutische Hausaufgaben in der Essstörungstherapie 141

4 Der Heilungsprozess bei Essstörungen 144

4.1 Wie sich Heilung entwickelt – was sind die dynamischen Aspekte des Veränderungsprozesses? 144
4.2 Wenn es den Patientinnen plötzlich besser geht 145
4.3 Wie erleben Patientinnen den Heilungsprozess? 147
4.4 Heilungsphasen 151
4.5 Das Recovery-Modell von Noordenbos 152
4.6 Heilungsfaktoren 153
4.7 Ressourcen 161
4.8 Schutzfaktoren 161
4.9 Wie lange dauert der Heilungsprozess bei Essstörungen? 164
4.10 Bericht einer seit Langem geheilten Patientin, die frĂĽher unter Magersucht litt 166

5 Wichtige Rahmenbedingungen fĂĽr den Heilungsprozess 169

5.1 Welche Rahmenbedingungen fördern den Heilungsprozess? 169
5.1.1 Menschenbild der Therapeutin 169
5.1.2 Die therapeutische Beziehung gestalten 170
5.1.3 Förderung des Wohlbefindens der Patientin 171
5.1.4 Kooperative Mitarbeit der Patientin in der Therapie (Compliance) 172
5.1.5 Bedeutsame positive Lebensereignisse 173
5.1.6 Positives Erleben des Berufes 174
5.1.7 Soziale UnterstĂĽtzung 174
5.1.8 Befriedigende Freizeitgestaltung 175
5.2 Welche Aspekte behindern den Heilungsprozess? 176
5.2.1 Wenn sich eine Patientin nicht an Abmachungen hält 176
5.2.2 Wenn sich psychische Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) behindernd auf die Heilung der Essstörungen auswirken 176
5.2.3 Wenn sich körperliche Erkrankungen auf die Essstörung auswirken 184
5.2.4 Wenn die Familie eine Belastung für die Essstörungspatientin darstellt 186
5.2.5 Wenn die Angehörigen von Essgestörten sich überfordert fühlen 189
5.2.6 Wenn die Partnerbeziehung keine UnterstĂĽtzung der Genesung bietet 190
5.2.7 Wenn der Beruf die Heilung behindert 191
5.2.8 Essstörungen und Burnout 192
5.2.9 Wenn die BĂĽrokratie die Heilung behindert 199

6 Genesungsfördernde Faktoren in der Therapie von Essstörungen 202

6.1 Gibt es spezielle Anforderungen an eine Essstörungs-Therapeutin? 202
6.2 Was denken Essstörungs-Patientinnen über die Qualitäten einer guten Therapeutin? 204
6.3 Wirkfaktoren in der Psychotherapie von Essstörungen 205
6.4 Glaube, Hoffnung, Placebo? 206
6.5 Therapiedauer der Essstörungstherapien 206
6.6 Bericht einer seit vielen Jahren geheilten Patientin, die unter Esssucht litt 207

7 Heilung aus Sicht erfahrener Psychotherapeutinnen 210
Interviews mit erfahrenen Essstörungs-Therapeutinnen 211

8 Entwicklung eines Fragebogens zu Heilungskriterien bei Essstörungen 229

8.1 Gibt es Erkenntnisse der Forschung über die Genesungsfaktoren von Essstörungen? 229
8.2 Wie sehen Betroffene ihre Genesung? 230
8.3 Fragebogenentwicklung und Untersuchung 231
8.4 Der Fragebogen zum Thema Genesung von Essstörungen 232
8.5 Ergebnisse der Untersuchung 241

9 Heilungsraten bei Essstörungen 244

9.1 Die Problematik der Heilungsraten 246
9.2 Welche Kritikpunkte gibt es? 247
9.3 Wir brauchen Forschungsalternativen mit besseren Heilungsmodellen bei Essstörungen 250
9.4 Was half bei der Genesung? Ein Internet-Fragebogen für geheilte Essstörungs-Patientinnen 251
9.5 Essstörungsforschung für die Praxis 253
9.6 Intensivierung der Psychotherapie-Prozessforschung 254
9.7 BrĂĽcken zwischen Wissenschaft und Praxis 256

10 Fragebogen zur Erfassung des Heilungsgrades bei Essstörungen (FEH) 258

11 Die Behandlungskette beim Heilungsprozess von Essstörungen 266

11.1 Essstörungs-Patientinnen haben ein Recht auf Behandlung 266
11.2 Was wäre die ideale Behandlungskette bei Essstörungen? 267
11.3 Ergebnisse der Interviews mit Vertreterinnen verschiedener Institutionen der Behandlungskette 269
11.4 Wunsch und Wirklichkeit der Behandlungskette bei Essstörungen 279

12 Warum werden nicht alle Essstörungs-Patientinnen geheilt? 282

12.1 Was blockiert die Heilung? 282
12.2 Generelle Risiken und Nebenwirkungen in der Psychotherapie 283
12.3 Gefahren von Rückfällen bei Essstörungen 284
12.4 Therapieabbruch der Essstörungs-Behandlung 286
12.5 Es gibt keine Garantie fĂĽr Heilung 288
12.6 Wie kann die Heilungsrate bei Essstörungen verbessert werden? 289

Danksagung 290

Hinweis zum Download von Arbeitsmaterialien 293
Literatur 294