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Touch it Teilnehmer emotional berühren - der Schlüssel zum Trainingserfolg
Touch it
Teilnehmer emotional berühren - der Schlüssel zum Trainingserfolg




Barbara Messer, Sandra Masemann

managerSeminare Verlags GmbH
EAN: 9783941965386 (ISBN: 3-941965-38-7)
336 Seiten, kartoniert, 17 x 24cm, April, 2012

EUR 49,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext


Wer als Trainer vornehmlich Verstand und Ratio der Teilnehmer bemüht, darf sich nicht wundern, wenn Lernziele, nicht erreicht werden und Lernerfolge ausbleiben. Die aktuelle Gehirnforschung belegt längst: Ohne Emotionen findet kein nachhaltiges Lernen statt. Wo Menschen ihre gewohnten Denk- und Verhaltensmuster verlassen, sind Emotionen unausweichlich. Hatten sie die damit verbundenen "mulmigen Gefühle" aus und erfahren sie am eigenen Leib, wie aus solchen Situationen neue Kompetenzen und Selbstvertrauen erwachsen, wird Lernen zum Selbstläufer: Das Eigenengagement steigt, echte Persönlichkeitsentwicklung findet statt, die Teilnehmer erwerben die so wichtige Schlüsselkompetenz der Resilienz.

Genau hier setzt das Buch an: Es rückt die Voraussetzungen und Möglichkeiten eines Trainers

In den Fokus, diese emotionalen Momente zwischen Teilnehmern und Trainer bewusst zu fördern und zu gestatten. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass sich auch Trainerinnen und Trainer angesichts dieser Aufgabe mit ihren persönlichen Grenzen konfrontiert sehen, Überforderung erleben oder diese von vornherein vermeiden möchten. Die beiden Autorinnen haben ihr Werk daher als Selbstlernbuch konzipiert, indem sie den Leser mit einer guten Portion Humor und feiner Selbstironie vor Augen halten, was gemeinhin die größte Herausforderung in Lernprozessen ist: die eigene (Trainer-)Persönlichkeit, die lieb gewonnenen Routinen, Rollen- und Handlungsmuster - der eigene emotionale "Ausnahmezustand". Denn als Trainer ist man immer auch Modell, Mentor, Spiegel und Projektionsfläche.

Ein Buch für Trainerinnen und Trainer, die sich mutig auf den Weg machen wollen, Emotionen in Seminare einzubringen, sich ihnen zu stellen sowie an und mit ihnen zu arbeiten. Ein Plädoyer, im Training vor allem als Persönlichkeit präsent zu sein, die eigenen Unvollkommenheit anzuerkennen und gegebenenfalls auch einmal das gemeinsame Scheitern als wertvolle Erfahrung zuzulassen. Und natürlich auch ein Fundus an konkreten Beispielen, Methoden und Interventionsmöglichkeiten, um Nähe, Begegnung und Emotionalität in Seminaren und Trainings zu initiieren sowie als produktive Quelle zu nutzen.
Rezension

Dass Lernen reine Kopfsache ist, wird wohl heute kaum noch ein erfahrener Erwachsenenbildner oder eine gestandene Trainerin so unterstreichen wollen. Lernprozesse werden begleitet von Emotionen – ausgelöst durch aktuelle Befindlichkeiten, Bedürfnisse und manchmal auch Blockaden. Sie sind Bestandteil eines jeden Seminars und jeder Bildungsveranstaltung – sowohl aufseiten des Lehrenden als auch aufseiten der Teilnehmerinnen und Lernenden. Emotionen lassen sich nicht einfach unter den Teppich kehren; schnell sammeln sie sich dort und werden schließlich zu Stolperstellen nicht nur für das Seminar, sondern vor allem auch für die angestrebten Lernprozesse.

Die Autorinnen des vorliegenden Buches nehmen sich dieses schwierigen und schwer zwischen zwei Buchdeckeln zu fassenden Themas an – mit einem Augenzwinkern und einer Prise Selbstironie und vor allem der Ermutigung, im Seminar für „Touch-Momente“ also für „Berührung“ mit dem Thema, mit sich selbst und mit den anderen zu sorgen.
Teilnehmer mit Emotionen ganzheitlich wahrzunehmen, eigene Befindlichkeiten als Trainer unter die Lupe zu nehmen und Seminarsituationen, Interventionen und Methoden so zu inszenieren und zu gestalten, dass Berührung möglich wird, sind die Voraussetzungen für nachhaltiges, effektives Lernen.

Zunächst widmen sich Barbara Messer und Sandra Masemann im Buch der Frage, was unser Gehirn zum Lernen braucht bzw. was Lernen behindert. TeilnehmerInnen wollen ganzheitlich wahrgenommen und in all ihrem Sein angesprochen werden. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis macht deutlich: Die beiden praxiserprobten Autorinnen greifen auf größtenteils bekannte theoretische Modelle zurück, deren Relevanz sie für den Trainingsalltag unter die Lupe nehmen. „In Touch“ fühlt sich der Leser dabei besonders in den Augenblicken, in denen das Trainerinnen-Duo aus seinem eigenen Erfahrungsschatz berichtet und anhand praktischer Beispiele aus Seminar- und Coaching-Alltag erzählt. Geschichten, Interventionsbeispiele oder Fotos der Raumgestaltung stellen eine Nähe her, die dem Leser deutlich macht: So lässt sich Berührung vermitteln.

Immer wieder melden sich „Heimpsychologin Dagmar Blume“ und „Frau Dr. Schlau“ mit einem Augenzwinkern zu Wort und erinnern mit erhobenem Zeigefinger daran, dass alle theoretischen Ausführungen zum Nachdenken anregen sollen, die eigene Seminarpraxis zu überdenken.
Im zweiten Kapitel geht es dem eigenen Selbstbild, dem Auftreten und der Authentizität der Erwachsenenbildnerin, des Trainers „an den Kragen“. Schonungslos werden Trainertypen wie „Der Kontrolletti“ oder „Der Prophet“ entlarvt und Kellerkinder wie „Die Tranfunzel“ oder der „Binnix“ ans Licht geholt. Dabei wird deutlich: Der Trainer, die Trainerin dienen als Modell für das, was sie ihren TeilnehmerInnen an Weisheit verkaufen wollen, d. h. also: abtakeln, menschlicher, sympathischer und vertrauenswürdiger werden, die eigene Kreativität weiter entwickeln.
Postulate für „Touch-Momente“ im Training werden aufgestellt und der wertschätzende Umgang mit Gefühlen, Werten und Bedürfnissen im Training angemahnt. Zugegebener maßen werden diese 140 Seiten im Buch irgendwann recht lang. Aber vielleicht ist es auch notwendig, sich immer wieder bewusst zu werden, dass zeitlose Werte wie Wertschätzung, Freude, Optimismus, Humor, Akzeptanz es sind, die - von Erwachsenenbildnerin und Trainer vorgelebt -, Menschen helfen, über sich hinaus zu wachsen – unabhängig der besten Planung, aufregendsten Methoden und des perfekt gestylten Auftretens der Lehrenden.

Richtig spannend wird es im dritten Kapitel, wenn die Autorinnen über den Tellerrand schauen um zu sehen wie es andere machen und von ihnen für die Seminargestaltung zu lernen. Hier spürt man wieder hautnah, wo die Herzen der Autorinnen schlagen: Während das Thema „Kunst“ (leider) sehr kurz nur angeschnitten wird, laden sie ausführlicher ein in die Welt des Theaters und der Clownerie, in einen leeren Raum und machen uns mit dem Charme von Antihelden vertraut. In einem eigenen Kapitel übertragen sie die Idee der „Heldenreise“ nach Joseph Campbell auf die Inszenierung von Seminaren. Sehr persönlich und immer wieder anhand von Fragen und Impulsen nah am Leser zeigen sie den Wert und die emotionale Berührung der „inszenierten Heldenreise“ auf.
Im letzten Kapitel erlauben sie einen Blick in ihren Methodenkoffer. Barbara Messer und Sandra Masemann stellen konkrete, erprobte und vor allem auch neue Interventionen vor – kleine und große, einfache und ungewöhnliche…
Fußnoten und ein Literaturverzeichnis mit weiterführenden Fachbüchern runden das Buch ab.

Fazit: „Touch it“ ist ein Buch, das ein Thema zu fassen versucht, welches sich auch in Seminaren und Workshops eher unterschwellig bemerkbar macht denn planbar in Strukturen fassen lässt. Die Autorinnen nähern sich der emotionalen Berührung in Lernprozessen von ganz unterschiedlichen Seiten und ermöglichen damit einen Zugang von ganz verschiedenen Fragestellungen her: Info-Junkies finden ausreichend Hintergrundinformationen, alte Hasen werden ermutigt, die eigene innere Haltung neu zu reflektieren, TrainerInnen, die auf der Suche nach neuen Methoden und Herangehensweisen sind, kommen auf ihre Kosten. Übersichtlich aufgebaut, klar strukturiert, kommt das Buch trotzdem sehr leicht daher – mal augenzwinkernd, mal den Zeigefinger erhebend, durch kleine Bildchen aufgelockert, mit Geschichten und Anekdoten die Leserin, den Leser berührend, regt das Buch an – zum Nachdenken, Hinterfragen, neu Ausprobieren und auf dem Weg bleiben – und damit auch immer „in Touch“ mit dem, was die eigene Arbeit so kostbar macht: die Begegnung mit Menschen, die im Lernen Wege der Veränderung, Verbesserung und Neuorientierung suchen. Das Buch ist eine Ermutigung, Begegnung zu ermöglichen und zuzulassen. Den Autorinnen sei Dank, dass sie dieses Thema so engagiert aufbereitet haben!

Felicitas Richter, lehrerbibliothek.de
www.simple-present.de
Verlagsinfo

Machen Sie sich mit uns auf den Weg ins Neuland – weg vom superorganisierten Mega-Trainer hin zu Ihnen als ganzer Persönlichkeit – als Mensch, der Sie sind und der das Kostbarste ist, was Ihre Teilnehmer bekommen können. Dieses Buch wird Ihre Trainings verändern, weil es – hoffentlich – Sie ein Stück verändert. Es wird die Trainings nicht unbedingt leichter machen. Unser Anspruch ist es, dass Sie mit diesem Buch jede Menge Anregungen für tief bewegende Momente in Trainings bekommen, um Lernprozesse anzuregen, die wirklich etwas bewegen. Und zwar in erster Linie bei Ihnen, um diese dann an Ihre Teilnehmer weiterzugeben.

Seit 2005 arbeiten wir als Trainerinnen-Duo – im ewigen Spagat zwischen zwei Herzen, klugen und bisweilen sturen Köpfen und unterschiedlichen Erfahrungen. Kein leichtes Unterfangen, denn Auseinandersetzungen mit schlagkräftigen Argumenten und kleinen Punktsiegen gehören genauso dazu wie die schönen glanzvollen Momente eines Dream-Teams. Wir erleben unser Teamwork als ständige Herausforderung, an der wir wachsen dürfen, bei dem aber auch das zwischenzeitliche Scheitern dazugehört. Uns sind die menschlichen Abgründe und emotionalen Höhenflüge in Trainingssituationen auf beiden Seiten äußerst vertraut. Unsere Synergie schafft Verbundenheit, die Räume füllt und Menschen einlädt, sich zu zeigen. Weil wir es selbst tun!

Somit ist dieses Buch für uns ein Appell an die pure Menschlichkeit im Training. Für ein Training auf Augenhöhe, bei dem Wachstum und Entdeckung Programm sind. Entschleunigung und Lebendigkeit sind kostbare Zutaten für ein Training, in dem wirklicher Kontakt und Nähe stattfindet. Zu sich und zu anderen. Jede Idee, jeder Gedanke dieses Buches ist das Ergebnis schweißtreibender Kraftakte, des Ringens um das, was uns beiden am Herzen liegt: Menschen in Trainings tatsächlich zu berühren, um so die Bereitschaft für Neues, für Begegnung, für Lernprozesse überhaupt zu wecken.
- Die Autorinnen
Inhaltsverzeichnis
I. Touch-Momente im Training
Was unser Gehirn lernen lässt
Erregung macht Spaß!
Konsistenzregulation oder: Unser Gehirn mag Übereinstimmung!
Angst bleibt Angst!
Inhalte werden mehrperspektivisch im Gehirn verarbeitet!
Unser Gehirn liebt es, Regeln und Muster zu erkennen!

Was unser Gehirn am Lernen hindert
Typische Lernblockaden bei Teilnehmern
Lern-Barrieren nach Lozanov
Lernhemmende Glaubenssätze auflösen – mit Dilts Logischen Ebenen
Lernhemmende Glaubenssätze reframen
Desuggestion – Abbau von Lernblockaden
Die Lernatmosphäre – das Drumherum für entspanntes Lernen

II. Als Trainer „in Touch”
Trainertypen – Erkennen Sie sich wieder?
Der Chaka-Trainer
„Entschuldigt, dass ich auf der Welt bin”
Dr. Know
Der Kontrolletti
Der Methodenjunkie

Benchmarking: sich an anderen (Trainern!) messen

Mein inneres Team – Trainer, lass die Leute raus!

Wir Kellerkinder …
Die Tranfunzel
Der Fetzer
Das Lästermaul
Der Großkotz
Der ultimative Kellerkindertest
Was tun die Kellerkinder gern im Training?

Der Trainer als Modell

Takeln Sie ab! – Statur statt Status
Einfach zuviel!
Angebertum
Besserwisserei und Selbstgerechtigkeit
Schluss mit der Komfortzone

Menschlicher und sympathischer werden
Integrität
Wachheit und Lebendigkeit
Takt und Kultiviertheit
Das Gute suchen
Einfühlungsvermögen

Die eigene Kreativität weiterentwickeln
Kreativkompetenz Neugier
Kreativkompetenz Perspektivwechselfähigkeit
Kreativkompetenz Einfallsreichtum

Vertrauenswürdig werden
Vertrauenstest: Wie glaubwürdig sind Sie?
Die 13 Regeln des Vertrauens

Die Logischen Ebenen – was bestimmt Ihr Handeln im Training?

Postulate für Touch-Momente im Training
Sei, was du bist! Steh zu Dir!
Sei sensibel für das, was ist!
Sei selbst berührt! Zeige deine Empathie und Menschlichkeit!
Nutze das Yes-Set!

Gefühle im Training – wie werden wir ihnen gerecht?
Negative Emotionen – Alltag in Soft-Skill-Trainings
Emotionen für Touch-Momente
Die Trainerhaltung prägt die Teilnehmerstimmung
Das Verhaltensbarometer: negative Emotionen positiv umpolen

Werte im Training – wie werden wir ihnen gerecht?
Sinnstiftend handeln – ganz grundsätzlich
Sinnstiftend handeln und wirken im Training

Bedürfnisse im Training – wie werden wir ihnen gerecht?
Das Bedürfnis nach Nahrung für den Körper
Das Bedürfnis nach Struktur, Klarheit und Sicherheit
Das Bedürfnis nach Autonomie
Das Bedürfnis zu feiern
Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Geborgenheit

III. „Touch-Momente” – so machen es andere

Was wir von der Kunst lernen können

Was wir vom Theater lernen können
Peter Brook und der leere Raum
Die Postulate des Clowns
Bouffons – echte Antihelden
Der Inszenierungsgedanke

Die persönliche Heldenreise – seien Sie ein Held!
Die Schritte der Heldenreise
Als Trainer auf Heldenreise
Den Teilnehmer mit auf die Heldenreise nehmen
Seien Sie selbst ein wahrer Held

IV. „In Touch” mit den Teilnehmern

Kleine Interventionen für Touch-Momente im Training
Vorstellungsrunden
Die Insel
Achtsamkeitsübungen
Aufgaben zur persönlichen Weiterentwicklung
Zuhören

Große Interventionen für Touch-Momente im Training
Weltenerschaffer
Jeder ist ein Guru!
Die Heldenreise
Die Expertenrunde
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