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Versunkene Welten
Ruinenstädte in der Antike von Troja bis Pompeji
Martin Zimmermann
Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406836190 (ISBN: 3-406-83619-4)
544 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 22cm, Mai, 2026, mit 13 farbigen Abbildungen und 8 Karten in einem Tafelteil
EUR 39,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Heutzutage spazieren Millionen von Besuchern durch antike Ruinenstädte. Voll Bewunderung studieren wir die verfallenen Gebäude und Monumente und stellen uns vor, wie der Alltag der Menschen damals ausgesehen haben mag. Nostalgie und romantische Wehmut angesichts des Untergangs der alten Kulturen sind jedoch moderne Phänomene. Martin Zimmermann lässt uns bedeutende Stätten wie Troja, Mykene, Ninive und Pompeji mit ganz neuen Augen sehen – nämlich mit denen der antiken Menschen selbst.
Städte sind wie Menschen – das war in der Antike eine verbreitete Vorstellung. Sie entstehen, um eines Tages zu sterben, während an anderen Orten neue erblühen. Ganz anders als heute ging man im Altertum mit den zahlreichen zerstörten Städten, die schon damals im Mittelmeerraum allgegenwärtig waren, wesentlich pragmatischer um: Ruinen hatten nichts Positives an sich, sie wurden entweder beseitigt oder schlichtweg ignoriert. Nur in Ausnahmefällen wurden sie auch als Erinnerungsorte inszeniert und nutzbar gemacht. Aber warum? Martin Zimmermann nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise durch die Trümmerlandschaften der Antike. Er erhellt die verschiedenen Gründe für den Zerfall einer Stadt (Kriege, Naturkatastrophen, Umsiedlungen) und zeigt eindrücklich, wie die damaligen Menschen durch Planungswille, Mobilität und Improvisationstalent immer wieder Auswege selbst aus den dramatischsten Situationen fanden.
Martin Zimmermann ist Professor für Alte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Rezension
Troja, Mykene, Ninive, Pompeji und viele andere weniger bekannte versunkene Städte ziehen zahlreiche Touristen voller (nostalgisch-romantischer) Bewunderung an. Der Historiker geht sachlicher damit um: Ruinen hatten in der Antike nichts Positives an sich, sie wurden entweder beseitigt oder ignoriert und wurden - anders als heute - nicht als Erinnerungsorte kultiviert. Der Autor dieser Darstellung über die Ruinenstädte der Antike erläutert die verschiedenen Gründe für den Zerfall einer Stadt (Kriege, Naturkatastrophen, Umsiedlungen) und zeigt eindrücklich, wie die damaligen Menschen durch Planungswille, Mobilität und Improvisationstalent immer wieder Auswege selbst aus den dramatischsten Situationen fanden. Nicht wenige Städte wurden - aus verschiedenen Gründen - einfach aufgegeben und wurden zu Ruinenstädten: Scheitern (Verlandung von Häfen), Zerstörung (Kriege, Naturkatastrophen wie z.B. Malariaepidemien), Verlassenwerden (zugunsten von Neugründungen). Jedenfalls zeigt sich jenseits der bekannten, blühenden Urbanisierung in der Antike auch ein Bild des Niedergangs und
Verfalls.
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagwörter:
Altertum
Antike
antike Städte
Archäologie
archäologische Stätten
Erinnerungskultur
Kriegsfolgen
Kulturgeschichte
Mittelmeerraum
Mykene
Naturkatastrophen
Ninive
Pompeji
Ruinenstädte
Stadtgeschichte
troja
Urbanistik
Wiederaufbau
Zerstörung
Pressestimmen:
„Ein Buch über antike Ruinenstädte ... das allerlei Überraschungen bereithält.“
Rheinische Post, Frank Vollmer
Inhaltsverzeichnis
I. Wie wir uns Ruinen aneignen 11
1. Erste Begegnung mit antiken Ruinenstädten 11
2. Wider die intakte Stadt 18
3. Anerkennung als Ruine: Die Last neuzeitlicher Perspektiven 25
II. Ruinenstädte in antiker Wahrnehmung 33
1. «Inmitten von Vergänglichem leben wir» – Menschen und Städte 36
2. Ruinenstädte bei Strabon und Plinius dem Älteren: Vielfältige Ursachen für urbanen Untergang 49
3. Verlassene Städte bei Pausanias: Der Alltag der Ruinenstadt aus Sicht eines griechischen Reisenden 72
III. In historischer Frühzeit: Überall Ruinenstädte 93
1. Ruinenstädte in mythischer Frühzeit 98
2. Überall Städte in den Epen Homers 107
3. Troja und Atlantis: Mythische Katastrophen 114
4. Mykene und Knossos: Ruinenstädte der griechischen Frühzeit 134
5. Fluterzählungen in Griechenland und Vorderasien 162
6. Helike: Eine Naturkatastrophe in Griechenland 196
IV. Von der Archaik bis in den Hellenismus: Krieg und Ruine in Griechenland 211
1. Zerstörung im Krieg 214
2. Der verengte Blick der Geschichtsschreiber und die Statistik 218
3. Wiederbesiedlung als Normalfall und endgültiger Untergang in Olynth 224
4. Theben: Zerstörung und Neubeginn 243
5. Sybaris und Megalopolis: Dekadenz und Hybris 256
6. Ninive, Babylon, Persepolis: Auslöschung alter Reiche 277
V. Eine neue Weltmacht: Krieg und Ruinen in der römischen Welt 317
1. Mythische Urbanisierung Italiens, die Gründung Roms und die Auslöschung der Städte 317
2. Roms Vernichtungskriege als ubiquitäre Stadtzerstörung: Texte und Bilder 343
3. Zerstörung oder Erhalt: Die Verhältnismäßigkeit der Ruinierung 353
4. Zerstörung und Integration: Ruinenstädte und urbane Blüte von den westlichen Provinzen bis in die östliche Mittelmeerwelt 362
5. Korinth und Karthago: Exempla der Zerstörung 378
6. Pompeji: Eine Naturkatastrophe im Römischen Reich 403
VI. Epilog: Ruinenstädte als Alltag und die Gestaltungskraft antiker Gemeinschaften 415
Anhang
Dank 431
Anmerkungen 434
Literaturverzeichnis 470
Bildnachweis 528
Namenregister 529
Ortsregister 535
Weitere Titel aus der Reihe Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung |
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