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Verse für Zeitgenossen
2. Aufl.
Gisela Zoch-Westphal (Hrsg.), Mascha Kaléko
Rowohlt
EAN: 9783499016776 (ISBN: 3-499-01677-X)
112 Seiten, paperback, 13 x 19cm, Dezember, 2024
EUR 13,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Eine der größten Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts: Die unsterblichen Gedichte aus Mascha Kalékos amerikanischen Exiljahren.
Im amerikanischen Exil ab 1938 schrieb Mascha Kaléko von ihrer Sehnsucht nach Deutschland, von ihrer Heimatlosigkeit, von den Sorgen und Nöten bezüglich der neuen Lebensumstände. Ihre Gedichte wurden in Zeitschriften und Zeitungen gedruckt, unter Emigranten weitergereicht und begeistert aufgenommen. In Deutschland erschien ihre Exillyrik erst Jahre nach dem Krieg und gilt seither als eines der eindrucksvollsten poetischen Zeugnisse von Emigration, Abschied, Sehnsucht und Heimweh in jener Zeit.
Die Lyrikerin Mascha Kaléko wurde 1907 als Tochter eines russischen Vaters und einer österreichischen Mutter geboren. Nach Schul- und Studienjahren in Berlin wurde sie 1930 von Monty Jacobs, einem der Pioniere des deutschen Feuilletons, für die "Vossische Zeitung" entdeckt. Hier und im "Berliner Tagesblatt" erschienen jahrelang ihre Gedichte, die sie rasch zu einer literarischen Berühmtheit der alten Reichshauptstadt und über ihre Grenzen hinaus bekannt machten. Seit 1938 lebte die Dichterin als amerikanische Staatsbürgerin in New York mit ihrem Mann, dem Dirigenten und Komponisten Chemjo Vinaver, und ihrem Sohn Steven, der ihre lyrische Begabung geerbt hat. Mascha Kaléko starb nach jahrelangem Aufenthalt in Jerusalem im Januar 1975 in Zürich.
Rezension
Mit dem "lyrischen Stenogrammheft" und dem "Kleinen Lesebuch für Große" (ebenfalls bei Rowohlt unter ISBN 9783499016783) wurde Mascha Kaléko in den 1930er Jahren Berlins berühmt. In "Verse für Zeitgenossen" sind ihre Gedichte aus den amerikanischen Exilsjahren versammelt. Die Qualität ihrer Dichtung liegt in der Einfachheit und in der Alltäglichkeit; Titel aus dem Alltäglichen wie "Sonntagmorgen", "Großstadtliebe", "Kassen-Patienten" oder "Einsamer Abend", Großstadtgedichte von Liebe, Schnupfen und Halsweh, von Sonntagsausflügen und Tarifgehältern haben auch fast hundert Jahre nach ihrer Entstehung nichts von ihrem Reiz eingebüßt. Melancholisch und witzig schreibt Kaleko aus dem Alltag für den Alltag und trifft die Menschen mitten ins Herz. Mascha Kaléko (1907-1975), als Tochter jüdischer Eltern in Galizien (Österreich-Ungarn) geboren, im Berlin der 1920er Jahre literarisch und kabarettistisch (Ringelnatz) erfolgreich, 1938 zwangs-emigriert in die USA, 1959 nach Israel übergesiedelt, zählt neben Sarah Kirsch, Hilde Domin, Marie Luise Kaschnitz, Nelly Sachs und Else Lasker-Schüler zu den bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts und gilt als Vertreterin der Neuen Sachlichkeit.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Statt eines Vorworts: Quasi ein «Januskript» 5
1 Die Zeit steht still 7
Memento 9
Alle 7 Jahre 10
Gebet 11
Ein welkes Blatt 12
Wo sich berühren Raum und Zeit ... 14
Herbstabend 15
Lenz. Nachdenkliches Gedicht
Souvenir à Kladow 18
24 Zeilen Herbst
Als ich Europa wiedersah ... 22
Die «Kleine Angina» 24
Träumer mittleren Alters 26
Herbstanfang 27
Kleine Zwischenbilanz 28
2 Lieder für Liebende 31
Pihi 33
Weil du nicht da bist 34
Das graue Haar 36
Mit auf die Reise 37
Das berühmte Gefühl 38
Ein Herr namens Tristan 39
Gebet 40
Unabgesandter Überseebrief 41
Mit einem Jugendbildnis 42
An mein Kind 43
Alte Flamme bei Lichte besehen ... 44
3 Die tausend Jahre 47
Einem kleinen Emigranten 49
Interview mit mir selbst 51
Chanson für Morgen 54
Fast ein Gebet 55
Momentaufnahme eines Zeitgenossen 56
Zehn Gebote für den 58
Kaddisch 60
Überfahrt 61
Einmal möcht ich dort noch gehn ... 62
Verse für keinen Psalter 63
Das war damals 64
Frühlingslied für Zugereiste 66
Sozusagen ein Mailied 68
Emigranten-Monolog 70
Deutschland, ein Kindermärchen 71
Minetta Street 76
4 Auf diversen Breitengraden 81
Sehensnichtswürdigkeiten 83
Damen unter sich 85
New Yorker Sonntagskantate 86
Verse für ein amerikanisches Bankbuch 88
Gesucht: Ein Irgendwo von dazumal ... 90
Brief aus Venedig 92
Der Bescheidwissenschaftler 95
Mutter sein dagegen sehr 97
Zum Thema «Seelenwanderung» 99
Temporäres Testament 102
Nachwort 105
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