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Scito te ipsum [Ethica]. Erkenne dich selbst  Lateinisch-deutsch. ├ťbersetzt und herausgegeben von Philipp Steger. Abdruck des von R.M. Ilgner edierten Texts aus Corpus Christianorum Continuatio Mediaevalis 190 mit freundlicher Genehmigung des Editors und des Verlags Brepols, Turnhout.
Scito te ipsum [Ethica]. Erkenne dich selbst


Lateinisch-deutsch. ├ťbersetzt und herausgegeben von Philipp Steger. Abdruck des von R.M. Ilgner edierten Texts aus Corpus Christianorum Continuatio Mediaevalis 190 mit freundlicher Genehmigung des Editors und des Verlags Brepols, Turnhout.

Peter Abaelard

Meiner Hamburg
EAN: 9783787327034 (ISBN: 3-7873-2703-7)
178 Seiten, paperback, 12 x 19cm, 2014

EUR 9,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
In seiner "Ethica" erhob Abaelard (1079ÔÇô1142) das Gewissen des Einzelnen zum obersten Kriterium f├╝r die Beurteilung der Moralit├Ąt einer Handlung; diese Ausgabe bietet den ber├╝hmten Text erstmals in deutscher ├ťbersetzung.

In dieser zwischen 1135 und 1139 verfa├čten Schrift, der er zwei Titel gab: Ethica oder Scito te ipsum (Erkenne dich selbst), er├Ârtert Abaelard die Frage nach dem Guten und dem B├Âsen, vor allem aber erstmals die Bedeutung des Gewissens f├╝r die Selbstbestimmung des Menschen.

Er unterscheidet zwischen der Schw├Ąche des Menschen, die durch Selbstbeherrschung ├╝berwunden werden kann, und der S├╝nde, die darin besteht, sich den eigenen Schw├Ąchen zu unterwerfen. Seine These, das Gewissen sei die oberste Instanz der Moral und die Moralit├Ąt oder Verwerflichkeit einer Handlung bestimme sich daher aus der Gesinnung des Handelnden, f├╝hrte ihn zu der Folgerung, da├č derjenige, der b├Âse handelt, ohne es doch selbst zu wissen, dadurch noch nicht schuldig wird - sondern erst dann, wenn er entgegen besserer Einsicht, die ihm aufgegeben und m├Âglich ist, das B├Âse w├Ąhlt.

Diese Behauptung stie├č bei den Zeitgenossen und der Kirche auf Kritik und f├╝hrte (neben anderen Punkten seiner theologischen Lehre) zur Verurteilung Abaelards auf dem Konzil von Sens (1141); wirkungsgeschichtlich gewann sie gleichwohl gro├če Kraft und Bedeutung, da durch diesen Gedanken die ├╝berkommene Doxa, allein der Versto├č gegen moralisch geltende Regeln gebe den Ma├čstab daf├╝r ab, ein Individuum der S├╝nde zu bezichtigen, dahingehend zu relativieren, da├č nur der sich schuldig macht, der auch wu├čte, da├č er eine Verfehlung begeht.

Aus diesem Grund z├Ąhlt die Schrift zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Die Ausgabe pr├Ąsentiert sie erstmalig in einer vollst├Ąndigen deutschen ├ťbersetzung. Beigegeben sind der lateinische Text und eine kompetente Einleitung, die die besondere Stellung dieser Schrift im Gesamtwerk Abaelards pr├Ągnant vor Augen f├╝hrt.
Rezension
Der bedeutende Vertreter der Fr├╝hscholastik und Mitbegr├╝nder der Pariser Universit├Ąt Petrus Abaelardus (* 1079 bei Nantes; ÔÇá 21. April 1142 bei Chalon-sur-Sa├┤ne) vertrat viele Jahrhunderte vor der Aufkl├Ąrung den Vorrang der Vernunft in der Philosophie, aber auch in Glaubensfragen, was ihn in zahlreiche Konflikte (mit der Kirche) brachte. In seiner hier anzuzeigenden ethischen Haupt-Schrift "Scito te ipsum" ÔÇô ÔÇ×Erkenne dich selbstÔÇť betont er, dass die innere Haltung des Menschen, also sein Gewissen, moralisch relevant ist. Damit nimmt er letztlich Kant vorweg, der ebenfalls in der Gesinnung den Ma├čstab zur ethischen Beurteilung einer Handlung erkennt. Die f├╝r seine Epoche ungew├Âhnliche Herausstellung des Subjektes und seines Gewissens sowie die Betonung der Vernunft incl. des Zweifels als Weg zur Wahrheit nehmen quasi auch Descartes schon vorweg. - Die "Philosophische Bibliothek" des Felix Meiner Verlags aus Hamburg bietet die zwischen 1135 und 1139 verfa├čte Schrift erstmals in deutscher ├ťbersetzung. So wird ein weiterer Prim├Ąrtext f├╝r das Studium erschlossen.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
"Die fl├╝ssige ├ťbersetzung von Philipp Steger bringt nun neben dem logischen Scharfsinn auch das literarische Talent dieses herausragenden Geistes zur Geltung."
Philosophie-Magazin Nr. 05 / 2014 (Pierfrancesco Basile)

"Der Autor bem├╝ht sich um ein ansprechendes, modernes Deutsch [...]. So f├╝hlen sich auch junge LeserInnen sicher angesprochen."
Prof. Dr. Gerhard Zecha

"Insgesamt ist mit dem vorliegenden Band eine ausgezeichnete Grundlage zur Neu- bzw. Wiederentdeckung der Ethik des Petrus Abaelardus in historischer und systematischer Perspektive gegeben."
Prof. Dr. Gerhard Krieger

"Dieser Text ist ein Meilenstein in der Entwicklung der philosophischen Analyse des sittlichen Bewu├čtseins. Es ist dem Meiner Verlag zu danken, da├č er nun auch in einer sehr guten ├ťbersetzung zusammen mit dem lateinischen Original zur Verf├╝gung steht."
Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann

"Die Einleitung [ÔÇŽ] zeugt von umfassender Kenntnis und kritischer Editionsarbeit."
Dr. Ulrich Dierse
Inhaltsverzeichnis
Vorwort VII

Einleitung von Philipp Steger IX
I. Die Suche nach dem Original IX
II. Schuld und S├╝hne XIV
III. Der Aufbau der Ethica LXVII
IV. Abaelard (und Heloise): Ein Lebenslauf LXXVIII
V. Hinweise zur lateinischen Textvorlage und zur ├ťbersetzung LXXXI

Literaturverzeichnis und Siglen LXXXIII

PETER ABAELARD

Scito te ipsum / Erkenne dich selbst 1

Anmerkungen des Herausgebers 166
Verzeichnis der Bibelstellen 175
Personenregister 177