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Rohstoff  Jörg Fauser

Roman
Rohstoff


Jörg Fauser



Roman
Diogenes Verlag
EAN: 9783257070347 (ISBN: 3-257-07034-9)
352 Seiten, hardcover, 12 x 19cm, Juni, 2019

EUR 24,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Jörg Fauser Rohstoff

Harry Gelbs Rohstoff sind Opium auf einem Dach in Istanbul und LSD in einer Kommune in Berlin, sind Heroin in einer Göttinger Mansarde und unzählige Biere in Frankfurts Kneipen - vor allem aber ist sein Rohstoff das Schreiben. Rasant, brutal ehrlich und witzig erzählt Fausers Alter Ego von einer gefährlichen wie gefährdeten Jugend und von einem Mann, der weder als Nachtwächter noch als Flughafen-Packer vergisst, was er sein will: Schriftsteller.

Mit Nachworten von Michael Köhlmeier und Matthias Penzel.

„Einer der besten deutschen Romane überhaupt.“

Benjamin von Stuckrad-Barre
Rezension
Neben dem Kriminalroman „Der Schneemann“(1981) zählt der autobiographische Roman „Rohstoff“(1984) zu den wichtigsten Werken des Schriftstellers und Journalisten Jörg Fauser (1944-1987). Dieser bezeichnete sich als Angestellter „beim ältesten Verfassungsschutz der Welt […] – beim Verfassungsschutz für Sprache und Zweifel“. Fauser war ein Solitär im deutschen Literaturbetrieb, wurde ihm doch seitens der Literaturkritik und der deutschen Kulturbürokratie jegliche Förderung und Würdigung versagt. Umso verdienstvoller ist es daher, dass der Diogenes Verlag seit 2019 der Öffentlichkeit das Œuvre Fausers in schönen, gebundenen Neueditionen zugänglich macht. Es liegen bereits vor: seine spannenden Kriminalromane „Der Schneemann“ und „Das Schlangenmaul“, der erste Band seiner Erzählungen „Alles muss ganz anders werden“, seine Biographie „Marlon Brando“, eine Sammlung seiner frühen Texte unter dem Titel „Rohstoff Elements“, seine lesenswerten „tip“-Kolumnen unter dem Titel „Caliban Berlin“, sowie seine Bestandsaufnahme zur Literatur unter dem Titel „Der Klub, in dem wir alle spielen“.
Neben den unterschiedlichsten Drogenerfahrungen von Harry Gelb, dem Alter Ego von Jörg Fauser, die einen unverstellten Einblick in die „B-Ebene“ geben und kritisch reflektiert werden, geht es im Roman „Rohstoff“ primär um das Schreiben von Literatur. Gelb ist auf der Suche nach einem Verleger für sein 113 Seiten umfassendes Manuskript, seinen „Rohstoff“ mit dem Arbeitstitel „Stamboul Blues“. Sein Roadtrip führt ihn u.a. nach Istanbul, Berlin, Göttingen, München und Frankfurt. Der Protagonist erzählt von seiner Adoleszenz, von seinen Erlebnissen mit den 68ern, seinen Erfahrungen in den 1970er Jahren bei der Gründung einer Underground-Zeitschrift, dem Kommune-Leben in der Frankfurter Hausbesetzer-Szene, seines Job als Wachdienstmitarbeiter und als Gepäckverteiler beim Frankfurter Flughafen sowie seinen Touren durch die Kneipenszene der Mainmetropole. Immer ist Gelb auf der Suche nach Heimat, die er dort findet, wo für ihn das Milieu ist, im Schmalen Handtuch. Dabei denkt er zugleich nach über existenzielle Fragen des Lebens, über Poetik sowie über einzelne Schriftsteller, zum Beispiel über William S. Burrough, den er für ein Zeitschrifteninterview persönlich aufsuchte. „Wir sind dazu da, um zu schreiben. Zu nichts anderem.“, äußerte Fauser in dem letzten Gespräch, das er und der Schriftsteller Michael Köhlmeier miteinander führten. Dieses kann man den Erinnerungen Köhlmeiers, die der Neuausgabe von Fausers „Klassiker“ beigefügt sind, entnehmen. Außerdem enthält der diogenes-Band ein aufschlussreiches Nachwort des Fauser-Biographen und Schriftstellers Matthias Penzel.
Fazit: Wer Interesse an einem überaus unterhaltsamen, mit Tempo erzählten, sprachlich gut lesbaren Roman hat, der mit ironischen Bemerkungen durchsetzt, im Stile des amerikanischen Realismus verfasst ist und der einen präzisen Blick auf die ‚alte‘ Bundesrepublik, insbesondere auf Frankfurt, wirft, der greife zu Jörg Fausers autobiographischen Werk „Rohstoff“.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Rohstoff
Mit Nachworten von Michael Köhlmeier und Matthias Penzel
Harry Gelbs Rohstoff sind Opium auf einem Dach in Istanbul und LSD in einer Kommune in Berlin, sind Heroin in einer Göttinger Mansarde und unzählige Biere in Frankfurts Kneipen – vor allem aber ist sein Rohstoff das Schreiben. Rasant, brutal ehrlich und witzig erzählt Fausers Alter Ego von einer gefährlichen wie gefährdeten Jugend und von einem Mann, der weder als Nachtwächter noch als Flughafenpacker vergisst, was er sein will: Schriftsteller. Mit Nachworten von Michael Köhlmeier und Matthias Penzel.
Harry Gelbs Rohstoff sind Opium in einem schäbigen Verschlag auf einem Dach in Istanbul und LSD in einer Kommune in Berlin. Es sind Heroin in einer Göttinger Mansarde und unzählige Biere und Schnäpse in Frankfurts Kneipen. Vor allem aber ist sein Rohstoff das Schreiben – rasant, brutal ehrlich und witzig erzählt Fausers Alter Ego von einer gefährlichen wie gefährdeten Jugend und von einem Mann, der weder als Nachtwächter noch als Flughafen-Packer vergisst, was er sein will: Schriftsteller. ›Rohstoff‹ – das ist Jörg Fausers autobiographischster Roman, das ist seine Geschichte. Und gleichzeitig doch auch die Geschichte einer ganzen Generation und der Bundesrepublik Deutschland nach dem Kalten Krieg und vor dem Mauerfall. Mit Nachworten von Michael Köhlmeier und Matthias Penzel.
Hardcover Leinen
352 Seiten
erschienen am 01. Juni 2019
978-3-257-07034-7
€ (D) 24.00 / sFr 32.00* / € (A) 24.70
Inhaltsverzeichnis
Rohstoff 9
Wozu J.F. auf der Welt war von Michael Köhlmeier 327
Tourist im eigenen Leben von Matthias Penzel 336