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Planetar denken Ein Einstieg
Planetar denken
Ein Einstieg




Frederic Hanusch, Claus Leggewie, Erik Meyer

Transcript
EAN: 9783837653830 (ISBN: 3-8376-5383-8)
200 Seiten, kartoniert, 15 x 22cm, Juni, 2021

EUR 18,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Planetar denken heißt, die Erde als Planeten ernst nehmen: vom Erdkern bis in den interplanetaren Raum, von der Nanosekunde bis zur Tiefenzeit, vom Elementarteilchen bis zur Erdmasse. Stehen Wechselwirkungen zwischen unserem Heimatplaneten und uns im Zentrum, nimmt ein planetares Wissensparadigma Gestalt an. Es geht einher mit der Relationierung menschlicher Existenz im Universum und der Relativierung der anthropozentrischen Sichtweise. So rücken Fragen der Bewohnbarkeit und Gastfreundschaft in den Vordergrund – und die Schaffung neuen Wissens bedeutet stets auch die Schaffung neuer Welten. Dieses Buch spricht alle mit dem Universum und dem Menschen befassten Wissenschaften an.
Rezension
Mittlerweile hat sich auch in der Öffentlichkeit die geologische Erkenntnis durchgesetzt, dass wir im Zeitalter des Anthropozän leben. Angesicht der globalen Umweltkrise, des Klimawandels, des Verlustes an Biodiversität und der Ausnutzung natürlicher Ressourcen stellen sich dringend neue Fragen im Kontext von Politik und Ethik: Besitzt die Erde als ganzes einen Eigenwert? Gilt es also nicht nur die Biosphäre zu betrachten? Wie sind die Planet-Mensch-Beziehungen strukturiert? Welche Rolle spielt der interplanetare Raum? Bedürfen wir neuer Wissensökologien? Was besagt der „Earth overshoot day“? Welche Handlungsfähigkeit besitzt der Mensch gegenwärtig überhaupt noch? Wie sollte eine zukunftsorientierte Politik gestaltet sein?
Fundierte Antworten auf diese Fragen gibt der Essay „Planetar denken. Ein Einstieg“, erschienen in der Reihe „X-Texte zu Kultur und Gesellschaft“ im Bielefelder transcript Verlag. Verfasst wurde er von Frederic Hanusch (*1985), Claus Leggewie (*1950) und Erik Meyer (*1968). Ihre Ausführungen basieren auf Forschungsergebnissen des „Panel on Planetary Thinking“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Wissenschaftler plädieren in ihrem Buch mit überzeugenden Argumenten für ein planetares Denken. Darunter verstehen sie „die Erde epistemologisch, ontologisch und ethisch als Planeten anzuerkennen“(S. 24). Dabei rekurrieren sie auch auf Alexander von Humboldts Erkenntnis aus dem Jahre 1803: „Alles ist Wechselwirkung.“ Etwas verwundert bei der Lektüre des Buches von Hanusch, Leggewie und Meyer, dass sie in ihrem Buch nicht Hans Jonas` ontologische Verantwortungsethik mit ihren neuen Imperativen berücksichtigen. Philosophie-, Ethik- und Politik-Lehrkräfte werden jedenfalls durch den vorliegenden Band motiviert, sich in ihrem Fachunterricht oder in einem fächerübergreifenden Projekt mit ethischen und politischen Fragen im Zeitalter des Anthropozän kritisch-reflexiv auseinanderzusetzen.
Fazit: Der brillant geschriebene Essay „Planetar denken“ ist ein wichtiges Plädoyer für eine notwendige Horizonterweiterung. Seine augenöffnenden Reflexionen verdienen in aktuellen ethischen und politischen Debatten über die ökologische Krise rezipiert zu werden.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Frederic Hanusch / Claus Leggewie / Erik Meyer
Planetar denken
Ein Einstieg
Planetar denken heißt, die Erde als Planeten ernst nehmen: vom Erdkern bis in den interplanetaren Raum, von der Nanosekunde bis zur Tiefenzeit, vom Elementarteilchen bis zur Erdmasse. Stehen Wechselwirkungen zwischen unserem Heimatplaneten und uns im Zentrum, nimmt ein planetares Wissensparadigma Gestalt an. Es geht einher mit der Relationierung menschlicher Existenz im Universum und der Relativierung der anthropozentrischen Sichtweise. So rücken Fragen der Bewohnbarkeit und Gastfreundschaft in den Vordergrund – und die Schaffung neuen Wissens bedeutet stets auch die Schaffung neuer Welten. Dieses Buch spricht alle mit dem Universum und dem Menschen befassten Wissenschaften an.
Kapitel-Übersicht
Inhaltsverzeichnis
Planetare Agenda 7
I. Overview 13
Vorläufer planetaren Denkens 16
Schichten des Planetaren 22
Relationierung und Relativierung 24
Denken wie ein Planet 27
Erdsystem 33
II. Engführung 42
Planet-Mensch-Beziehungen 45
Wechselwirkungen 51
Normativität des Planetaren 55
Wissensökologien 58
Konstellationen 61
After Big Bang 62
Columbian Exchange 64
Erdbeben von Lissabon 65
Das Jahr ohne Sommer 67
Agent Orange 69
Beinahe-Weltkrieg 72
Zyklon Bhola 73
Biosphere 2 76
Pleistozän Park 78
Anthropause 80
III. Durchführung 87
Planetare Grenzen 88
Planetare Politik 92
Zwischen Gigantomanie und Kollaps 98
Geoengineering 98
Terraforming 101
Digitale Noosphäre 102
Rückzug in die lokale Nische 104
Eine kosmo-politische Perspektive 109
Demokratisierung der Zeit? 118
IV. Down to Earth 127
Planetare Gesundheit 128
Planetarities 134
Dr. Pangloss und die beste der Welten 140
Planetarer Moment (in nuce) 151
Danksagungen 155
Anmerkungen 157
Bildnachweise 161
Bibliographie 167