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Historisches und kritisches Wörterbuch - Zweiter Teil der Auswahl Dictionnaire historique et critique Übersetzt und herausgegeben von Günter Gawlick und Lothar Kreimendahl
Historisches und kritisches Wörterbuch - Zweiter Teil der Auswahl
Dictionnaire historique et critique


Übersetzt und herausgegeben von Günter Gawlick und Lothar Kreimendahl



Pierre Bayle

Meiner Hamburg
EAN: 9783787317868 (ISBN: 3-7873-1786-4)
814 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 20cm, 2006

EUR 98,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Pierre Bayles Dictionnaire historique et critique (1. Aufl. 1697) ist als die „Bibel" oder, in den Worten Wilhelm Diltheys, als die „Rüstkammer der Aufklärung" bezeichnet worden. Im Jahr 2003 haben die Herausgeber aus den mehr als 2000 Artikeln des Wörterbuchs einen ersten Band mit einer Auswahl von gut 30 Artikeln sowie mit den vier „Klarstellungen" Bayles in neuer Übersetzung innerhalb der Philosophischen Bibliothek (PhB 542) vorgelegt. Anläßlich des 300. Todestages Bayles erscheint jetzt der zweite und abschließende Teil der Auswahlausgabe. Der Schwerpunkt liegt wiederum auf den philosophischen Artikeln des Dictionnaire. Zusammen mit den bereits vorliegenden Texten vermitteln die hier präsentierten gut 30 weiteren Artikel einen Eindruck von Bayles philosophischem Denken.
Rezension
Die "Philosophische Bibliothek" des Felix Meiner Verlags aus Hamburg bietet Primärtexte für das Studium - und so werden bedeutende Werke der Philosophie in Neuausgaben und Reprints zu erschwinglichem Preis verlegt. Pierre Bayles (1647-1706) "Dictionnaire historique et critique" (2 Bde. 1695/96) gehört als "Bibel der Aufklärung" unbedingt dazu: der zwischen Calvinismus und Katholizismus schwankende Frühaufklärer bietet eine durchgängig rationale und liberale Haltung (nicht nur in Konfessions- und Glaubensfragen) und wurde schon von Zeitgenossen als Deist bzw. Atheist betrachtet. Bayle beschränkt sich in seinem bahnbrechenden Wörterbuch nicht auf die Bestandsaufnahme zeitgenössischen Wissens über historische Personen, sondern versucht eine kritische Sichtung von Wissen überhaupt. Die Artikel sind kurz, aber Bayle fügt lange Fußnoten an, in denen Quellen und Autoritäten zitiert werden, die sich z.T. bewußt widersprechen, wodurch der Leser zur kritischen Auseinandersetzung und zum eigenen Urteil gezwungen wird. Das Lexikon erlebte allein bis 1760 mehr als 10 Auflagen.

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Dieser Band enthält u.a. die Artikel über so zentrale philosophische Gestalten wie Anaxagoras, Arkesilaos, Hobbes, Karneades, Kritias, Leukipp und Lukrez. Aber auch in den anderen ausgewählten Artikeln wie z.B. über Eva, Luther, Mohammed, Ovid und Sara zeigt sich der skeptische, aufklärerische Geist Bayles am Werk.

Pierre Bayles "Dictionnaire historique et critique" (1. Aufl. 1697) ist als die "Bibel" oder, in den Worten Wilhelm Diltheys, als die "Rüstkammer der Aufklärung" bezeichnet worden. Die Attraktion, die es nicht nur auf die zeitgenössischen Leser ausübte, beruht in erster Linie auf dem Geist nüchterner, vorurteilsfreier Prüfung, der das ganze Werk durchzieht. Diese Grundhaltung traf den Nerv und das Lebensgefühl des 18. Jahrhunderts, das sich nach Kants Worten nur dem verpflichtet fühlte, was vor dem "Richterstuhl der Vernunft" legitimiert worden war. Bayle steht am Anfang dieser Entwicklung und pocht unbeirrbar auf die Rechte der Vernunft, die sich für ihn in einer schonungslosen Prüfung des überlieferten Wissenstandes manifestieren.

Im Jahr 2003 haben die Herausgeber aus den mehr als 2000 Artikeln des Wörterbuchs einen ersten Band mit einer Auswahl von gut 30 Artikeln sowie mit den vier "Klarstellungen" Bayles in neuer Übersetzung innerhalb der Philosophischen Bibliothek (PhB 542) vorgelegt. Infolge der positiven Resonanz erscheint anläßlich des 300. Todestages Bayles jetzt der zweite und abschließende Teil der Auswahlausgabe. Der Schwerpunkt liegt wiederum auf den philosophischen Artikeln des 'Dictionnaire'. Zusammen mit den bereits vorliegenden Texten vermitteln die hier präsentierten gut 30 weiteren Artikel einen Eindruck von Bayles philosophischem Denken.

"[…] auch der Bestseller der Frühaufklärung, Bayles mehrbändiges, immer wieder erweitertes und nach seinem Tod unentwegt neu aufgelegtes 'Dictionnaire historique et critique' enthält die bis heute komplexeste Theorie der Toleranz."
Otto Kallscheuer (DIE ZEIT)

"Das Werk ist unvergleichlich: Hier trägt ein Mensch das Wissen seiner Zeit in pointierten Darstellungen zusammen."
Rainer Forst (DIE ZEIT)
Inhaltsverzeichnis
Vorwort VII
BibliographieIX
Pierre Bayle
Historisches und kritisches
Wörterbuch
Vorrede zur ersten Ausgabe 1
Abdas 28
Acosta34
Amphiaraus 49
Anaxagoras 56
Ancillon 104
Andronicus, Marcus Pompilius119
Arkesilaos, der Philosoph 121
Arminius 137
Arriaga 145
Aureolus150
Beaulieu 157
Charron 170
Conecte 195
Eva 203
Geldenhaur 231
Gregor I 241
Hobbes 250
Hoffmann 264
Jonas, der Prophet270
Kainiten 278
Karneades 288
Knutzen 313
Kritias 318
La Mothe le Vayer 327
Leukipp 356
Lukrez 377
Luther 417
Majus 428
Mariana 440
Melanchthon 451
Mohammed 468
Ovid 542
Pellisson575
Ruffi 588
Ruggeri 601
Sara 614
Sennert, Daniel 641
Simonides 659
Socinus, Faustus 683
Synergisten 716
Thales 736
Wechel 746
Zenon, der Epikureer 753
Zoroaster 763
Namenregister 785


VORWORT
Nachdem die Herausgeber im Jahr 2003 einen ersten Band mit
einer Auswahl von gut dreißig Artikeln aus Bayles Dictionnaire
historique et critique in neuer deutscher Übersetzung innerhalb
der »Philosophischen Bibliothek« vorgelegt haben, folgt hier
anläßlich des 300. Todestages Bayles (28. 12. 1706) und aufgrund
der positiven Resonanz, die jener Band beim Publikum
gefunden hat, der zweite und abschließende Teil der Auswahlausgabe.
Wiederum wurden philosophisch relevante Artikel des
Dictionnaire mit breiter Streuung der Themen ausgewählt, um
Bayles Beitrag zur Diskussion damals wie heute zentraler Fragen
der Metaphysik, Erkenntnistheorie, Ethik, Religionsphilosophie,
Staatstheorie und Toleranz zu präsentieren. Zusammen
mit den bereits publizierten liegen nunmehr gut achtzig Artikel
und andere Texte aus dem Dictionnaire in neuer Übersetzung
vor, die einen detaillierten Eindruck von Bayles Denken auf den
verschiedensten Gebieten der Philosophie bieten und zugleich
die Argumentationszusammenhänge sichtbar werden lassen, in
denen und gegen die sich die europäische Frühaufklärung formierte.
Anläßlich einiger kritischer Stimmen zu der Zusammenstellung
der Artikel in Bd. I dieser Auswahl sei angemerkt, daß
jede denkbare Teilausgabe der insgesamt 2051 Artikel des Originals
Wünsche offen lassen muß und sich der ganze Reichtum
der geistigen Welt Bayles dem Leser nur durch das Studium
des Gesamtwerks in den alten Ausgaben oder im Nachdruck
erschließt. Dieses Leseabenteuer kann die vorliegende Studienausgabe
schon aufgrund ihrer im Vergleich zum Original immer
noch schmalen Textbasis nicht ersetzen und erhebt auch gar
nicht einen solchen Anspruch. Sie ist vielmehr für philosophisch
interessierte Leser und die Verwendung im akademischen Unterricht
konzipiert; aus gutem Grund erscheint sie deshalb innerhalb
der »Philosophischen Bibliothek«.
VIII
Das sukzessive Erscheinen dieser zwei Bände bringt es mit sich,
daß die Artikel nicht in alphabetischer Anordnung stehen. Dies
ist jedoch lediglich ein Schönheitsfehler, der die Benutzbarkeit
der Bände in keinerlei Hinsicht einschränkt, weil die einzelnen
Artikel jeweils für sich stehende abgeschlossene Texteinheiten
sind.
Die Übersetzung und Präsentation der Artikel erfolgt gemäß
den Richtlinien des ersten Bandes, über die dort Rechenschaft
abgelegt wurde. Die Literaturangaben ergänzen die damalige
Bibliographie um die zwischenzeitlich erschienenen einschlägigen
Titel.
Zu danken haben die Herausgeber den Mitarbeitern an diesem
Band. Wibke Korf, Daniel Lizius und Matthias Wehry haben
bei der Texterfassung, der Überprüfung der Zitate Bayles
und dem Korrekturlesen geholfen. Katrin Schneider hat darüber
hinaus das Namenregister erstellt. Die Druckvorlage ist
wiederum von Edith Schwantzer mit der gewohnten Umsicht
erstellt worden.
Dank gebührt nicht zuletzt der Universitätsbibliothek Mannheim
für die mitunter aufwendige Beschaffung der von uns gewünschten
Literatur.
Bochum und Mannheim
Ostern 2006
Günter Gawlick / Lothar Kreimendahl