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Ende des liberalen Zeitalters?   Krise und Erneuerung der freiheitlichen Demokratie
Ende des liberalen Zeitalters?
Krise und Erneuerung der freiheitlichen Demokratie




Ralf Fuecks, Jaroslaw Kuisz, Karolina Wigura (Hrsg.)

Transcript
EAN: 9783837680126 (ISBN: 3-8376-8012-6)
174 Seiten, paperback, 14 x 23cm, Juni, 2026

EUR 20,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Der Liberalismus steht weltweit unter Druck: Populistische Gegenbewegungen, autoritäre Regime und eine erodierende internationale Ordnung stellen seine Grundlagen infrage. Die Beitragenden versammeln internationale Stimmen zu einer selbstkritischen Reflexion liberaler Theorie und Politik. Sie liefern eine profunde Diagnose für die Krise der liberalen Demokratie und zeigen Wege zu ihrer Erneuerung auf. Dazu gehört ein wehrhafter Liberalismus, der Freiheit und Sicherheit neu austariert, politische Handlungsfähigkeit stärkt und demokratische Resilienz fördert – ein Plädoyer für die Verteidigung der offenen Gesellschaft.

Ralf Fücks ist einer der Gründer und Direktor des Zentrums Liberale Moderne in Berlin, einem Think-Tank und Diskussionsforum zur Erneuerung der liberalen Demokratie. Zuvor war er 21 Jahre lang Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung und Senator in Bremen. Er publiziert in deutschen und internationalen Medien zu Fragen ökologischer Transformation, politischer Strategie und internationaler Politik.

Jarosław Kuisz ist Associate im Bereich Russian and East European Studies (REES) an der Oxford School for Global and Area Studies der University of Oxford sowie Senior Fellow am Zentrum Liberale Moderne in Berlin. Er ist einer der Gründer der in Warschau ansässigen Kultura-Liberalna-Stiftung. Sein Buch The New Politics of Poland: A Case of Post-Traumatic Sovereignty (2024) wurde von Foreign Affairs als eines der besten Bücher des Jahres ausgezeichnet. Er ist regelmäßiger Rezensent von Büchern für Foreign Policy.

Karolina Wigura ist Associate im Bereich Russian and East European Studies (REES) an der Oxford School for Global and Area Studies der University of Oxford sowie Senior Fellow am Zentrum Liberale Moderne in Berlin. Sie ist Mitgründerin der Kultura-Liberalna-Stiftung, einer der führenden osteuropäischen Think-Tanks. Als Autorin zu den Themen Demokratie, Erinnerung und politisches Denken ist sie außerdem regelmäßige Beiträgerin für The New York Times, The Guardian und Die Zeit.
Rezension
Ist die vom Westen präferierte weltoffene, liberale Demokratie die geeignetere gegenüber den zentralistischen des Ostens oder die dekadentere, der ein rigoristisches, energisches Moment fehlt, wie es gerade Not- und Krisenzeiten fordern? Allenthalben wird über eine Krise der Demokratie debattiert: Aktuell stellt sich angesichts von Rechtspopulismus und Autoritarismus die Frage: Gerät die repräsentative Demokratie an ihre Grenzen? Der Liberalismus steht weltweit unter Druck: Populistische Gegenbewegungen, autoritäre Regime und eine erodierende internationale Ordnung stellen seine Grundlagen infrage. Heute erleben wir die Rückkehr geopolitischer Rivalitäten, den Aufstieg autoritärer Systeme und eine wachsende Skepsis gegenüber liberalen Institutionen auch innerhalb westlicher Gesellschaften. Das Buch geht der Frage nach, ob wir tatsächlich das Ende eines liberalen Zeitalters erleben oder lediglich den Beginn seiner tiefgreifendsten Transformation. Dieses aktuelle Buch plädiert für eine demokratische Resilienz, einen wehrhaften Liberalismus, eine Stärkung politischer Handlungsfähigkeit und die Verteidigung der offenen Gesellschaft: eine notwendige Erneuerung des Liberalismus. Die Zukunftsfähigkeit des Liberalismus zeigt sich gerade daran, ob er noch in der Lage ist, die Kritik produktiv aufzunehmen und es schafft, sich selbst zu transformieren.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagworte:
Politische Theorie, Politische Philosophie, Politische Ideologien, Neoliberalismus

Das vermeintliche »Ende der Geschichte« hat sich längst vielmehr als ein Ende der Gewissheiten entpuppt. Mehr denn je stellt sich nicht nur die Frage nach der jeweiligen »Generation X«. Jenseits solcher populären Figuren ist auch die Wissenschaft gefordert, ihren Beitrag zu einer anspruchsvollen Zeitdiagnose zu leisten. Die Reihe X-TEXTE widmet sich dieser Aufgabe und bietet ein Forum für ein Denken ›für und wider die Zeit‹. Die hier versammelten Essays dechiffrieren unsere Gegenwart jenseits vereinfachender Formeln und Orakel. Sie verbinden sensible Beobachtungen mit scharfer Analyse und präsentieren beides in einer angenehm lesbaren Form.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Ralf Fücks, Jarosław Kuisz & Karolina Wigura 9

Einleitung
Die antiliberale Offensive und was wir dagegen tun können
Ralf Fücks 19

Teil I: Ursachen der Krise der liberalen Demokratie

Humpty Dumpty fiel in den Dreck
(Und keiner weiß, wie man ihn wieder auf die Beine kriegt)
Yascha Mounk 31

Liberale Demokratie im digitalen Zeitalter
Jan Zielonka 39

Die Politik der Statusangst
Sabine Döring 49

Die Spätphase der liberalen Demokratie?
Alexander Schwitteck 61

Teil II: Liberalismus in der postwestlichen Welt

Der Kampf um Europas Zukunft
Timothy Garton Ash 77

Europa, Liberalismus und der Westen in zweierlei Gestalt
Jarosław Kuisz & Karolina Wigura 87

Liberale Demokratie im Gegenwind der Weltpolitik
Pierre Buhler 95

Unsere Demokratie in der Krise
Jacques Rupnik 107

Teil III: Verteidigung der liberalen Demokratie

Wehrlose Demokratie?
Lektionen aus den USA
Jan-Werner Müller 119

Was unser Staat leisten kann – und muss
Danyal Bayaz 127

Für einen Zentrismus der heterogenen Mitte
Stefan Kolev 139

Rechtlich frei, gesellschaftlich umkämpft
Meinungsfreiheit an der Konfliktlinie zwischen Liberalismus und Populismus
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger 145

Zur wehrhaften Demokratie
Sonja Eichwede 155

Die liberale Demokratie in liberaler Klugheit verteidigen
Karen Horn 161


Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 169