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Emotionale und Verhaltensprobleme in der Schule
Charlotte Hanisch, Thomas Hennemann, Manfred Döpfner
Hogrefe-Verlag
EAN: 9783801730956 (ISBN: 3-8017-3095-6)
156 Seiten, paperback, 17 x 24cm, November, 2025
EUR 26,95 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Die Schule spielt eine sehr große Rolle im Leben von Kindern und Jugendlichen, sie kann entwicklungsförderlich wirken, aber auch als Belastung erlebt werden, wenn beispielsweise Leistungsanforderungen nicht erfüllt werden oder soziale Desintegration droht. Verschiedene psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters gehen mit schulischen Problemen einher. Am häufigsten müssen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen mit Personen im Bereich der Schule in Kontakt treten, wenn sie Kinder und Jugendliche mit ADHS behandeln. Aber auch in der Therapie von Leistungs- und sozialen Ängsten, Schulvermeidung, Depressionen, Störungen des Sozialverhaltens oder Autismus-Spektrum-Störungen werden in der Regel schulbezogene Themen angesprochen. Der Leitfaden legt den Fokus auf Schule und ist damit eine Ergänzung der störungsspezifischen Bände der Reihe. Zunächst werden die theoretischen Grundlagen sowie nationalen und internationalen Befunde zu wirksamen schulischen Interventionen bei emotionalen und Verhaltensproblemen berichtet. Der Schwerpunkt liegt auf der Beschreibung von Leitlinien zur Diagnostik, Interventionsplanung und Verlaufskontrolle sowie zu schulischen Interventionen. Es geht darum, die individuellen und schulischen Beziehungen und Rahmenbedingungen zu analysieren, um relevante Kontextbedingungen zu erkennen, die die Entstehung und Aufrechterhaltung der emotionalen und Verhaltensprobleme begünstigen. Ein gemeinsam erarbeitetes Bedingungsmodell dient dann als Basis für die weitere Interventionsplanung. Die Maßnahmen können an verschiedenen Ebenen ansetzen: So geht es z.B. um die Aufklärung und Beratung der Lehrkraft, der Verbesserung der Beziehung zwischen Lehrkraft und betroffenem Kind, um die Beziehungen innerhalb der Lerngruppe bzw. Klassengemeinschaft und um die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Wenn schulische Maßnahmen nicht ausreichen, müssen gegebenenfalls weitere außerschulische Hilfen zur Unterstützung hinzugezogen werden. Diese Interventionen sind Teil störungsspezifischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und können zeitweise sogar im Vordergrund der Behandlung stehen. Die vorgestellten Interventionen können aber auch in schulpsychologischen oder sonderpädagogischen Kontexten genutzt werden, um über schulbasierte Interventionen emotionale und Verhaltensprobleme in der Schule zu reduzieren. Ein abschließendes Kapitel stellt hilfreiche Materialien bereit, die zur Exploration, Bedingungsanalyse, Interventionsplanung und -umsetzung genutzt werden können.
Prof.in Dr. Charlotte Hanisch, geb. 1974. Seit 2016 Professur für Psychologie und Psychotherapie in Heilpädagogik und Rehabilitation an der Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln sowie Leitung der KiJu Hochschulambulanz für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Universität zu Köln.
Prof. Dr. habil. Thomas Hennemann, geb. 1973. Seit 2012 Professor für Erziehungshilfe und sozial-emotionale Entwicklungsförderung an der Universität zu Köln.
Prof. a. D. Dr., Dipl.-Psych. Manfred Döpfner, geb. 1955. 1989–2021 Leitender Psychologe an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Universität zu Köln und dort Professor für Psychotherapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie 1999–2024 Leiter des Ausbildungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (AKiP) an der Uniklinik Köln.
Rezension
Der Alltag von Kindern und Jugendlichen ist in hohem Maße durch Schule beeinflusst. Schule kann und sollte entwicklungsförderlich sein, sie kann aber auch als Belastung erlebt werden. Verschiedene psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters gehen mit schulischen Problemen einher. Darauf zielt dieser Band. Es wird ein Vorgehen beschrieben, bei dem nach einer ausführlichen Diagnostik und Analyse individueller und schulischer Bedingungen Interventionen auf den verschiedenen Systemebenen von Schule umgesetzt werden. Zunächst werden die theoretischen Grundlagen sowie nationalen und internationalen Befunde zu wirksamen schulischen Interventionen bei emotionalen und Verhaltensproblemen berichtet. Ein gemeinsam erarbeitetes Bedingungsmodell dient dann als Basis für die weitere Interventionsplanung. Der Leitfaden basiert auf den störungsspezifischen Leitlinien und auf der internationalen Forschungsliteratur zu wirksamen Schulinterventionen bei emotionalen und Verhaltensproblemen. Der Leitfaden unterteilt sich in insgesamt drei Kapitel:
Kapitel 1 berichtet die theoretischen Grundlagen und nationalen und internationalen Befunde zu wirksamen schulischen Interventionen bei emotionalen und Verhaltensproblemen.
Kapitel 2 stellt den Kern dieses Buches dar und umfasst insgesamt 16 Leitlinien zu Diagnostik, Interventionsplanung und Verlaufskontrolle sowie zu konkreten schulischen Interventionen. Es finden sich Maßnahmen auf den Ebenen der Beschulung, der Persönlichkeit der Lehrkraft, der Beziehungen, der Lerngruppe, des Lehrkraftverhaltens, des Kindes bzw. Jugendlichen und auf der Ebene der Eltern und außerschulischer Hilfen.
In Kapitel 3 werden Materialien bereitgestellt, die zur Exploration, Bedingungsanalyse, Interventionsplanung und -umsetzung genutzt werden können.
Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie
Band 35
Emotionale und Verhaltensprobleme in der Schule
Prof. Dr. Charlotte Hanisch, Prof. Dr. Thomas Hennemann, Prof. Dr. Manfred Döpfner
Die Reihe wird herausgegeben von:
Prof. Dr. Manfred Döpfner, Prof. Dr. Charlotte Hanisch, Prof. Dr. Nina Heinrichs,
Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann, Prof. Dr. Paul Plener
Die Reihe wurde begründet von:
Manfred Döpfner, Gerd Lehmkuhl, Franz Petermann
Inhaltsverzeichnis
1 Stand der Forschung zu emotionalen und Verhaltensproblemen in der Schule 1
1.1 Definition: Emotionale und Verhaltensprobleme in der Schule 1
1.2 Wechselseitige Beeinflussung von emotionalen und Verhaltensproblemen und Schulerfolg 4
1.2.1 Auftretenshäufigkeit von emotionalen und Verhaltensproblemen 4
1.2.2 Emotionale und Verhaltensprobleme machen Schulmisserfolg wahrscheinlicher 5
1.2.3 Schulmisserfolg macht emotionale und Verhaltensprobleme wahrscheinlicher 7
1.3 Risikofaktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung emotionaler und Verhaltensprobleme in der Schule 8
1.3.1 Merkmale des Kindes bzw. des Jugendlichen 8
1.3.2 Schulstrukturen, Schulkultur und Schulorganisation 10
1.3.3 Kognitive und motivational-emotionale Merkmale der Lehrkraft 11
1.3.4 Beziehungen zwischen Lehrkraft und Schüler:innen 12
1.3.5 Zusammenarbeit zwischen Familie und Schule 13
1.4 Prävention von emotionalen und Verhaltensproblemen in der Schule: Positive Behavior Support als schulweiter Ansatz 14
1.5 Schulbasierte Interventionen innerhalb von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie 16
1.5.1 Bedingungsmodell als Basis der Interventionsplanung 18
1.5.2 Ziele als Ausgangspunkt der Interventionsumsetzung SMART formulieren 20
1.5.3 Wirksame Schulinterventionen bei psychischen Störungen 20
1.6 Ein störungs- und problemübergreifendes modularisiertes Vorgehen 25
2 Leitlinien 27
2.1 Leitlinien zur Diagnostik 27
2.1.1 Leitlinien zur Exploration 28
2.1.1.1 Exploration des Kindes bzw. des Jugendlichen, der Eltern, der Lehrkraft und des weiteren pädagogischen Personals der Schule 28
2.1.1.2 Exploration der aktuellen emotionalen und Verhaltensprobleme, des Lern- und Arbeitsverhaltens und der Schulleistungen 29
2.1.1.3 Exploration der schulischen Entwicklung 34
2.1.1.4 Exploration schulischer Stärken und Ressourcen 36
2.1.1.5 Exploration schulischer und lerngruppenbezogener Rahmenbedingungen 37
2.1.1.6 Exploration familiärer und schulischer Beziehungen 38
2.1.1.7 Exploration weiterer Rahmenbedingungen der Familie und der Lehrkraft 39
2.1.2 Fragebogenverfahren zur Erfassung der emotionalen und Verhaltensprobleme sowie komorbider Symptomatik 41
2.1.3 Verhaltensbeobachtung und Schulbesuch 48
2.1.4 Entwicklungs- und Leistungstests sowie weiterführende Diagnostik 51
2.1.5 Integration der Ergebnisse der multimodalen Diagnostik, Problemdefinition und -analyse 54
2.2 Leitlinien zu Interventionsplanung und Verlaufskontrolle 57
2.2.1 Erarbeitung eines gemeinsamen Bedingungsmodells 57
2.2.2 Psychoedukation und Festlegung von Interventionszielen 63
2.2.3 Auswahl der Interventionsebenen und -maßnahmen 68
2.2.4 Verlaufskontrolle 73
2.3 Leitlinien zu schulischen Interventionen 75
2.3.1 Interventionen auf der Ebene der Beschulung 75
2.3.2 Interventionen auf der Ebene der Einstellung und Beanspruchung der Lehrkraft 83
2.3.3 Interventionen auf der Ebene der Lehrkraft-Schüler:in-Beziehung 87
2.3.4 Interventionen auf der Ebene der Lerngruppe 92
2.3.5 Interventionen auf der Ebene des Lehrkraftverhaltens 100
2.3.6 Interventionen zur Kompetenzförderung mit dem Kind bzw. der Jugendlichen 107
2.3.7 Interventionen auf der Ebene der Eltern und außerschulischer Hilfen 112
3 Materialien 118
M01 Explorationsschema für Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen in der Schule (EPSKI-Schule) 119
M02 Bedingungsmodell – Das Zusammenwirken dispositioneller Faktoren, situativer Auslöser und aufrechterhaltender Konsequenzen 129
M03 Erarbeitung des Bedingungsmodells 130
M04 Zielerreichungsskala Protokoll 132
M05 Checkliste: Zuordnung von Problemstellung zu Interventionsebene 133
M06 Übersicht: Gewährung eines Nachteilsausgleichs 137
M07 Checkliste: Klassenraum, Regeln, Verfahrensweisen, Konsequenzen 138
4 Literatur 140
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