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Der zweite Brief des Paulus an die Korinther Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, Bd.8
Der zweite Brief des Paulus an die Korinther
Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, Bd.8




Christian Wolff

Evangelische Verlagsanstalt
EAN: 9783374008575 (ISBN: 3-374-00857-7)
270 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 17 x 24cm, 1989

EUR 26,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Der zweite Korintherbrief bringt uns Paulus als Mensch und Christ am nächsten. Ungeheuerliche Vorwürfe und Verdächtigungen in der Gemeinde tasten seine Berufung zum Apostel und seine Botschaft von Christus an. Er aber verteidigt leidenschaftlich, kühn, ja fast »närrisch« -weniger sich selbst als vielmehr die Sache, für die er steht. Trotzdem wirft der Brief schwer lösbare historische und literarische Fragen auf. Ist das überhaupt ein Brief? Wie erklären sich die auffälligen thematischen Sprünge, die stilistischen Brüche, die schwer zu durchschauende Ordnung des Ganzen? Oder liegt hier eher eine nachträgliche Sammlung von Brieffragmenten des Apostels vor?

Christian Wolff setzt sich methodisch und inhaltlich mit dieser Problematik auseinander. Durch sorgfältiges Ausloten einzelner »Nahtstellen« und zusammenschauende Interpretation des Ganzen erreicht er sein Ergebnis: Der Brief bilde weitgehend eine textliche Einheit. Das kommt seiner Ermittlung der Grundzüge Pau-linischer Theologie zugute.

Mit dem Blick auf ein literarisches und theologisches Ganzes und auf Schwerpunkte wie »Christus und der Geist« und »Paulinische Versöhnungsaussagen« eignet sich der Kommentar als zuverlässige Hilfe für die Predigtvorbereitung. Zugleich jedoch provoziert er die künftige exegetische Arbeit am zweiten Korintherbrief.
Rezension
Die neutestamentliche Briefliteratur wird religionspädagogisch unzureichend wahrgenommen; Paulus wird theologisch quasi vergessen und zumeist auf etwas Biographie reduziert. Gerade aber im 2 Kor tritt uns der Apostel Paulus in besonderer Weise als psychisch verletzlicher Mensch entgegen; denn die Gegner in Korinth führen eine persönlich verunglimpfende Kampagne gegen ihn durch. Und so kommt es zu sehr unterschiedlichen Gefühlslagen bei Paulus im Hinlick auf die Briefempfänger, die sich auch in scheinbaren Brüchen und Spannungen im 2 Kor spiegeln. Man hat denn auch den 2 Kor literarkritisch seziert und als Briefsammlung aufgefasst, in der Teile eines Versöhnungsbriefs oder eines Tränenbriefs etc. miteinander kompiliert seien. - Dieser Kommentar geht von literarischer Einheitlichkeit aus und dringt dahinter auf die paulinische Person und Theologie vor: auch so kann der Text des 2 Kor verständlich werden.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungen X

Benutzte Literatur XVII

Einleitung 1
§ 1 Literarkritische Probleme 1
§ 2 Die zwischen dem 1. und dem 2. Korintherbrief liegenden Ereignisse und die Veranlassung des Briefes 3
§ 3 Die Kontrahenten des Paulus in Korinth 5
§ 4 Abfassungszeit und -ort 9
§ 5 Zum Gebrauch der ersten Person Plural im 2. Korintherbrief 10
§ 6 Grundzüge paulinischer Theologie im 2. Korintherbrief 11

Auslegung 15

Das Präskript 1,1.2 15

Der Lobpreis: Tröstung in Trübsal 1,3-11 19

I. Klärung des Vorwurfs der Unzuverlässigkeit l ,12 - 2,13 28

1. Die prinzipielle Aufrichtigkeit des Apostels 1,12-14 28
2. Der unterbliebene Besuch l ,15-22 32
3. Der Grund für den unterbliebenen Besuch l ,23 - 2,4 38
4. Die Entscheidung über den Übeltäter 2,5-11 42
5. Die Sehnsucht nach guter Kunde aus Korinth 2,12f. 46

II. Der wahre Aposteldienst 2,14 - 6,10 50

1. Der Apostel als Offenbarer der eschatologischeh Herrlichkeit Gottes 2,14-4,6 52
a) Dank an Gott für die Größe des Aposteldienstes - Die Eignung zum Aposteldienst 2,14-3,6 ...53
b) Die Herrlichkeit der beiden Bünde 3,7-11 62
c) Verhüllte und unverhüllte Herrlichkeit 3,12-18 69
d) Gottes unverfälschte und unverhüllte Herrlichkeit in der apostolischen
Evangeliumsverkündigung 4,1-6 82
2. Apostolische Schwachheit und göttliche Kraft 4,7 - 5,10 88
a) Der gegenwärtige Erweis der göttlichen Kraft in der Schwachheit der apostolischen
Existenz 4,7-15 88
b) Zeitliche Niedrigkeit und ewige Herrlichkeit des Apostels 4,16-5,10 97
3. Apostolische Existenz als Dienst der Versöhnung und als Leben aus der Versöhnung
5,11-6,10 115

III. Das Werben des Apostels um seine Gemeinde 6,11-7,16 144

1. Bitte um Erwiderung der Liebe 6,11 - 7,3 144
2. Ermutigung und Freude des Apostels durch die Nachrichten des Titus 7,4-16 154

IV. Der Abschluß der Geldsammlung für die Jerusalemer Gemeinde 8,1-9,15 162

1. Das Vorbild der Gemeinden in Mazedonien 8,1-6 166
2. Bitte um Durchführung der Kollekte 8,7-15 169
3. Die Kollektenboten 8,16-24 174
4. Begründung für die Sendung des Titus und der beiden Brüder 9,l -5 180
5. Aufruf zur Freigebigkeit 9,6-15 183

V. Der Kampf um die Gemeinde 10,1 - 13,10 190

1. Auseinandersetzung mit gegnerischen Vorwürfen 10,1-18 194
a) Apostolisch-vollmächtige Kampfansage zur Vorbereitung des nächsten Besuchs 10,1-6 ....194
b) Die Vollmacht des Apostels im geschriebenen und gesprochenen Wort 10,7-11 .... 200
c) Der wahre Maßstab 10,12-18 203
2. Die Rede eines Narren 11,1 - 12,13 208
a) Prolog 11,1-15 209
a) Welche Torheit könnt ihr ertragen? 11,1-4 209
ß) Geistliche Erkenntnis und materieller Verzicht 11,5-15 215
b) Das Selbstlob des Paulus 11,16 - 12,10 225
a) Nochmals: Wen könnt ihr ertragen? 11,16-21 a 225
ß) Der größere Ruhm des wahren Apostels 11,21 b-33 228
y) Die beiden an Paulus ergangenen Offenbarungen 12,1-10 239
c) Epilog 12,11-13 250
3. Zurüstung für den dritten Besuch des Paulus 12,14 - 13,10 253
a) Geldverzicht und Geldsammlung 12,14-18 253
b) Abschließende Mahnungen 12,19 - 13,10 257

Briefschluß 13,11-13 266

Register 270

Exkurse
Christus und der Geist 79
Deutungsmodelle zu 2. Kor. 5,1-10 101
Zur Auslegung von 2. Kor. 5,16 123
Paulinische Versöhnungsaussagen 133
Zu 2.Kor. 6,14 - 7,1 .... 146