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Die Offenbarung des Johannes
Die Offenbarung des Johannes




Michael Labahn

Evangelische Verlagsanstalt
EAN: 9783374078936 (ISBN: 3-374-07893-1)
468 Seiten, hardcover, 17 x 23cm, März, 2026

EUR 48,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Diese neue Auslegung der Offenbarung des Johannes widmet sich dem rätselhaften, aber wirkungsgeschichtlich noch immer präsenten, seine Leser umtreibenden letzten Buch der Bibel.

Nichts ist so, wie es zu sein scheint – es ist das, was Sinn macht. Die umfangreiche Kommentierung von Michael Labahn zeigt, wie sich die an Johannes ergangene Offenbarung als subversive Enthüllung der Wirklichkeit versteht. So versucht die apokalyptische Ich-Erzählung in der Welt der Adressaten Sinn zu generieren. Adressiert an frühchristliche Gemeinden im römisch beherrschten Westen Kleinasiens setzt sie sich – ausgehend von ihrem durch Ausschließlichkeit und Gerechtigkeit geprägten Gottesbild – mit der Herrscherverehrung des römischen Kaisers auseinander.

Die Offenbarung blickt auf Gemeinden, die als Christusgläubige Raum für sich unter römischer Herrschaft suchen. Sie entwickelt eine Gegenwelt, die in der gottesdienstlich versammelten Gemeinde wirklich wird, und empfiehlt eine radikale Abgrenzung von der Mitwelt.

Michael Labahn, Dr. theol., Jahrgang 1964, studierte Evangelische Theologie in Oberursel, Tübingen und Göttingen. Nach seiner Promotion in Göttingen und Habilitation in Halle (Saale) war er an Forschungsprojekten an der KU Leuven und KiHo Wuppertal beteiligt. Er lehrt als apl. Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ist Research Fellow der University of the Free State, Bloemfontein, Südafrika. Seine Forschungsschwerpunkte sind neben der Offenbarung des Johannes das Johannesevangelium, die Logienquelle Q, Jesus, Hermeneutik und Ethik.
Rezension
Der Theologische Handkommentar zum Neuen Testament (ThHKNT) wurde 1928 gegründet und erscheint seit den 1950er Jahren in fortlaufender Neubearbeitung. Diese Kommentarreihe arbeitet vor allem Textaussage und Textzusammenhang heraus und bildet damit die Grundlage für eine exegetisch-theologisch verantwortete Predigt und Verkündigung. Ihre übersichtliche und kompakte Anlage empfiehlt sie nicht nur für Lehre und Forschung, sondern ganz besonders für Studium und kirchliche Praxis. - In der aktuellen Forschung findet die Johannesoffenbarung, ihre Text- und Auslegungsgeschichte, wieder stärkere Beachtung, insbesondere die religionsgeschichtliche Problematik, die Bilderwelt, Aspekte der Hermeneutik sowie der Auslegungs- und Wirkungsgeschichte, der literarischen Struktur und ihrer sprachlich-theologischen Konzeption sowie das Wechselspiel von Text und Rezipient. Die neutestamentliche Johannesoffenbarung als einzige als Ganzschrift in den neutestamentlichen Kanon aufgenommene Apokalypse hat zwar eine große Wirkungsgeschichte vor allem auch in der bildenden Kunst des Mittelalters erzielt, zugleich aber begegnet die Offenbarung des Johannes in der Religionspädagogik eher selten und gilt vielen Lehrkräften als "Buch mit sieben Siegeln" und als schwer verständlich. Das ist besonders auch deshalb bedauerlich, weil das gesamte Neue Testament maßgeblich apokalyptisch geprägt ist. Die Offenbarung des Johannes gilt vielen als unverständlich und abstrus mit seinen irrwitzigen Visionsbildern, die unsere abendländische Kultur durchprägt haben, z.B. die apokalyptischen Reiter, - oder im Gegenteil: die Offenbarung wird allzu gern benutzt und für die eigenen Zwecke funktionalisiert; denn aus ihr scheint jeder alles herauslesen zu dürfen, weshalb gerade die Apokalypse des Johannes in allerlei fundamentalistischen Kreisen gerne benutzt wird. Um so dringlicher ist ein seriöser, wissenschaftlicher Zugang z.B. mithilfe dieses Kommentars, der z.B. den abstrusen Zahlenspekulationen etwa um die Zahl 666 (The Number of the Beast) ein Ende setzt; denn die Apokalyptik ist Trostliteratur für Geängstigte in konkreten politischen Unterdrückungszeiten. Die Hure Babylon ist Rom, das die ersten Christen unterdrückt. Die Zahlensymbole beziehen sich chiffriert auf konkrete politische Zusammenhänge oder Unterdrücker, z.B. Nero.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagwörter:
Theologie Bibelwissenschaft Neues Testament Johannes Offenbarung Apokalyptik Kommentar Theologischer Handkommentar Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament ThHK

Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament
In neuer Bearbeitung unter Mitwirkung von
Christfried Böttrich, Lukas Bormann, Roland Deines, Reinhard Feldmeier,
Jörg Frey, Gudrun Guttenberger, Klaus Haacker, Jens Herzer, Rainer Hirsch-Luipold,
Michael Labahn, Christof Landmesser, Manfred Lang, Martin Meiser, Rainer Metzner,
Ulrike Mittmann, Ulrich B. Müller, Petr Pokorný (†), Eckart Reinmuth,
Benjamin Schliesser, Udo Schnelle, Thomas Söding, Manuel Vogel,
und Ruben Zimmermann
herausgegeben von
Jens Herzer und Udo Schnelle
Band 18
Die Offenbarung des Johannes
von Michael Labahn
Inhaltsverzeichnis
Vorwort V
Inhaltsverzeichnis VII

Abkürzungen XI
1. Altes und Neues Testament XI
2. Frühjüdische Schriften XI
3. Frühchristliche Schriften XII
4. Altkirchliche Schriften XIII
5. Griechische und römische Schriften XIII
6. Weitere Abkürzungen XV

Literatur XVII
I. Textausgaben, Textüberlieferung, Wörterbücher, Grammatiken XVII
II. Jüngere Kommentare XX
III. Monographien und Aufsätze zur Johannesoffenbarung XXIII
IV. Forschungsberichte / Bibliographien zur Johannesoffenbarung XLIX
V. Weitere Literatur XLIX

Einleitung 1

§ 1 Sprache und Text 1
§ 2 Johannes, der Prophet – Zur Verfasserfrage 4
§ 3 Ort und Zeit der Abfassung, Streit um die Kanonizität 8
A. Abfassungsort 8
B. Abfassungszeit 9
C. Stellung im Kanon 13
§ 4 Aufbau und literarische Form 15
§ 5 Die Stellung der Offenbarung in der frühchristlichen Theologiegeschichte 21
A. Die Johanneische Schule 21
B. Offenbarung und die Nachwirkungen des Paulus 23
§ 6 Adressaten 25
§ 7 Quellen und literarische Einheitlichkeit 29
§ 8 Literarische Eigenart und hermeneutischer Ansatz dieser Auslegung 33
§ 9 Zur Auslegungs- und Wirkungsgeschichte der Johannesoffenbarung 36

I. Titulus: Die Autorisierung der Offenbarung: 1,1–3 39

II. Brieflicher Rahmen: 1,4–8 47

1. Das Briefpräskript: 1,4–6 47
2. Prophetische Worte über das Kommen des Durchbohrten und von Gott als dem Kommenden: 1,7–8 51

III. Die Entrückung des Sehers am Herrentag und der himmlische Menschensohngleiche: 1,9–20 57

IV. Die sieben Briefe an kleinasiatische Gemeinden: 2–3 71

Exkurs: Zur Form der Sendschreiben 76
1. Das Sendschreiben an die Gemeinde von Ephesus: 2,1–7 78
Exkurs: Die Nikolaiten und andere innerchristliche Gegnergruppen in den Sendschreiben – »Christen unter römischer Herrschaft« 82
2. Das Sendschreiben an die Gemeinde von Smyrna: 2,8–11 87
3. Das Sendschreiben an die Gemeinde von Pergamon: 2,12–17 92
Exkurs: Die Rolle des »Kaiserkultes« für das Verständnis der Johannesoffenbarung 95
4. Das Sendschreiben an die Gemeinde von Thyatira: 2,18–29 101
5. Das Sendschreiben an die Gemeinde von Sardes: 3,1–6 108
6. Das Sendschreiben an die Gemeinde von Philadelphia: 3,7–13 114
7. Das Sendschreiben an die Gemeinde von Laodizea: 3,14–22 119

V. Die himmlische Thronsaalvision: 4–5 125

1. Die Zeitlosigkeit der Herrschaft des Thronenden und der Ausblick auf ihre Durchsetzung auf der Erde: 4,1–11 125
2. Die versiegelte Buchrolle und das ohnmächtig-mächtige Lamm: 5,1–14 138
Exkurs: Das Lamm als Christusbild in der Johannesoffenbarung 145
VI. Die Vision von den sieben Siegeln: 6,1–8,1 151
1. Die vier ersten Siegel und die apokalyptischen Reiter – Der ›römische Friede‹ im Spiegelbild der Erzählung: 6,1–8 151
2. Das fünfte Siegel und die Frage nach der Vergeltung für den Tod der Märtyrer: 6,9–11 158
3. Das sechste Siegel und der Weltuntergang – eine Antwort auf die Frage der Märtyrer: 6,12–17 162
4. Die Versiegelten: 7,1–17 165
4.1. Die 144.000: 7,1–8 165
4.2. Die Weißgewandeten vor dem Gottesthron: 7,9–17 168
5. Das siebente Siegel: Stille!: 8,1 174

VII. Die Posaunenvision: 8,2–11,19 177

1. Die sieben Engel vor Gott: 8,2–6 177
2. Die ersten vier Posaunen – Naturkatastrophen: 8,7–13 180
3. Die fünfte Posaune – die Heuschrecken: 9,1–12 188
4. Die sechste Posaune – Tod für ein Drittel der Menschheit: 9,13–21 197
5. Der mächtige Engelskoloss, die sieben Donner und das geöffnete Büchlein: 10,1–11 203
6. Die Vermessung des Tempels: 11,1–2 211
7. Die zwei Zeugen: 11,3–14 213
8. Die siebente Posaune: 11,15–19 220

VIII. Die Frau vom Himmel, der Drache und das Tier aus dem Meer: 12,1–13,18 225

1. Die Frau und der Drache: 12,1–17 226
Exkurs: Zur Deutung der Frau in Offb 12 230
2. Der Drache und das Tier aus dem Meer: 12,18–13,10 239
3. Das Tier aus der Erde und das Tier aus dem Meer – die kultische Wirklichkeit der römischen Herrschaft: 13,11–18 251

IX. Das Lamm, die Geretteten und das Gericht: 14,1–20 257

1. Die 144.000 und ihr neues Lied: 14,1–5 257
2. Die drei »anderen« Engel: 14,6–13 262
3. Die scharfe Sichel und das Abernten auf der Erde: 14,14–20 270

X. Die Vision von den sieben Schalen: 15,1–16,21 279

1. Das himmlische Zeichen der sieben Engel und der sieben Plagen als Beginn des gerechten Gerichts Gottes: 15,1–8 279
2. Die Ausgießung der sieben Schalen des Gotteszorns: 16,1–21 286
2.1. Beauftragung: 16,1 288
2.2. Die ersten drei Engel: Schaden gegen die Erde, das Meer und die Flüsse und
Wasserquellen: 16,2–4 289
2.3. Lobpreis der göttlichen Gerichte: 16,5–7 291
2.4. Die zweiten drei Engel: Hitze, Finsternis, Krieg: 16,8–12 293
2.5 Zwischenspiel: Vorbereitung des endzeitlichen Krieges: 16,13–16 297
2.6 Der siebente Engel: Gottes Kommen als Zerstörung: 16,17–21 302

XI. Die Hure Babylon und ihr Fall: 17,1–19,10 309

1. Die Hure Babylon: 17,1–18 310
2. Ankündigung des Untergangs von Babylon: 18,1–8 322
3. Klage der Profiteure über den Untergang Babylons: 18,9–19 326
4. Der zeichenhafte Sturz Babylons: 18,20–24 333
5. Jubel im Himmel: 19,1–10 336

XII. Sieg über die Gottesfeinde: 19,11–21 345

1. Der Reiter des weißen Pferdes aus dem Himmel: 19,11–16 345
2. Das Ende der Gottesfeinde: Geschlachtet und gerichtet: 19,17–21 349

XIII. Das tausendjährige Reich und der endgültige Sieg über den Satan: 20,1–15 355

1. Das tausendjährige Reich – die Rehabilitation der Opfer: 20,1–6 356
2. Das letzte Aufbegehren des Satans und sein Ende: 20,7–10 359
3. Das universale Endgericht und der zweite Tod: 20,11–15 363

XIV. Die Vision vom Neuen Jerusalem: 21,1–22,5 367

1. Der neue Himmel und die neue Erde: 21,1–8 367
2. Das Neue Jerusalem: 21,9–27 373
3. Paradiesisch leben und herrschen mit Gott und dem Lamm: 22,1–5 381

XV. Buchschluss: 22,6–21 389

1. Schlussautorisierung und Schlussmahnung im Horizont des baldigen Kommens des
Christus: 22,6–17 390
2. Textsicherungsformel: 22,18–19 402
3. Das Kommen des Christus: Ankündigung und Antwort: 22,20 405
4. Schlusssegen: 22,21 407