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Methodenkompendium für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung Band 3: Lernen in der Sekundarstufe II In Kooperation mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.
Methodenkompendium für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
Band 3: Lernen in der Sekundarstufe II


In Kooperation mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

Hans-Jürgen Pitsch, Ingeborg Thümmel

Athena Verlag
EAN: 9783898966337 (ISBN: 3-89896-633-X)
296 Seiten, paperback, 16 x 24cm, 2017

EUR 27,50
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die Sekundarstufe II der Förderschule geistige Entwicklung, einst »Abschlussstufe« oder »Werkstufe«, heute auch »Berufsschulstufe« oder »Berufspraxisstufe« genannt, soll ihre Schüler nicht nur auf Arbeit und Beruf vorbereiten, sondern auf ihr gesamtes Leben als Erwachsene. Beim Erwachsenwerden zu unterstützen wird so zum Auftrag der Schule, der neu zu bestimmen ist. Leitend dabei ist die Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Persönlichkeit und Ausbildung sinnstiftender Beziehungen in verschiedenen Bereichen, sowohl in der Gemeinschaft mit anderen Menschen mit Behinderungen als auch innerhalb von Gemeinschaften mit Menschen ohne Behinderung.

Zu diesen Bereichen gehören im Kern Arbeit und Berufsvorbereitung, aber auch die Gestaltung des Alltags und der Freizeit, das Wohnen, die Haushaltsführung und die Mobilität. Hierzu werden Konzepte vorgestellt, die theoretisch fundiert sind und zugleich mit Erfahrungen aus der Praxis verbunden werden. Methodische Hinweise sind beigegeben und so weit möglich auf ihre Effektivität und Evidenz hinterfragt. Leitend ist dabei die Frage, wie durch schulische Bildung und Assistenz ermöglicht werden kann, dass Menschen mit geistiger Behinderung ihr Leben und ihre Arbeitstätigkeit als Erwachsene selbstbestimmt und mittendrin in der Gesellschaft gestalten können.
Rezension
Inklusion muss nun nach der gesetzlichen Grundlegung in der Praxis umgesetzt werden. Der Oberhausener Athena-Verlag bringt einen seiner Schwerpunkte im Bereich Lehren und Lernen mit behinderten Menschen aus. Die früher "Schule für Geistigbehinderte" genannte, heute als "Förderschule geistige Entwicklung" bezeichnete Schule hat sich schon immer durch eine große Bandbreite ausgezeichnet von intensiv-komplexen Behinderungen bis hin zu leichteren Beeinträchtigungen, die eher der "Förderschule Lernen" (früher: "Schule für Lernbehinderte") zuzuordnen sind. Noch komplexer wird die Situation bei der nun gesetzlich vorgeschriebenen schulischen Integration von Schülern mit Förderbedarf. Das vorliegende Methodenkompendium möchte in 3 Bänden eine Orientierungshilfe der einzusetzenden didaktisch-methodischen Maßnahmen bieten, was angesichts der zunehmenden Komplexität überfällig erscheint. Band 1 des Methodenkompendiums reicht vom basalen Bereich bis zur gegenständlichen Tätigkeit. Während Band 1 grundlegende Unterrichtsverfahren vorstellt, fokussiert Band 2 die wechselseitige Anschlussfähigkeit von Konzepten der Förderschul-, der Grundschul- und der Berufspädagogik zur Aneignung des Lesens und Schreibens einschließlich der Leichten Sprache, der mathematischen Grundbildung, der Orientierung des Unterrichts am Handeln, des Erwerbs immer größerer Selbstständigkeit in zunehmend selbstgesteuerten Lernprozessen und deren zusammenfassende Anwendung bei der Bearbeitung von Projekten. - Der hier anzuzeigende Band 3 thematisiert "Lernen in der Sekundarstufe II". Die Sekundarstufe II der Förderschule geistige Entwicklung, einst »Abschlussstufe« oder »Werkstufe«, heute auch »Berufsschulstufe« oder »Berufspraxisstufe« genannt, soll ihre Schüler nicht nur auf Arbeit und Beruf vorbereiten, sondern auf ihr gesamtes Leben als Erwachsene. Beim Erwachsenwerden zu unterstützen wird so zum Auftrag der Schule, der neu zu bestimmen ist.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Ingeborg Gertrud Thümmel, Prof., Dr. phil. habil., Diplom-Pädagogin, Sonderschullehrerin für Geistigbehinderte, Lernbehinderte und Sprachbehinderte, Fachleiterin und Schulleiterin der größten staatlichen Förderschule geistige Entwicklung in Rheinland-Pfalz bis 2005. Zurzeit Professorin an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und Leitende Regierungsschuldirektorin bei der Schulaufsicht in Koblenz. Schwerpunkt in Forschung und Lehre: Geschichte der Pädagogik bei geistiger Behinderung, Didaktik und Methodik des Unterrichts im Förderbereich geistige Entwicklung, gemeinsamer Unterricht von beeinträchtigten und nicht-beeinträchtigten Schülern, Unterstützte Kommunikation.
Hans-Jürgen Pitsch, Prof., Dr. phil., Diplom-Pädagoge, Sonderschulrektor a. D. Ausbildung als Volks- und Sonderschullehrer für Lernbehinderte, Verhaltensgestörte und Geistigbehinderte. Mitarbeit in der Aus- und Fortbildung für Lehrer, Sonderschullehrer, sozialpädagogische Fachkräfte, Heilerzieh­ungspfleger, 22 Jahre Schulleiter an Förderschulen geistige Entwicklung, darunter zwei Neugründungen, bis 2000. Beratungstätigkeit in Süd-Korea. Bis 2008 Professor an der Universität Luxemburg und Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Arbeitsschwerpunkte: Didaktik und Methodik des Unterrichts im Förderbereich geistige Entwicklung, pädagogische Diagnostik.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 7

1 Einleitung 11

1.1 Orientierungen 11
1.2 Erwachsen werden 13
1.3 Anforderungen an Erwachsene 19
1.4 Lebensbereiche und deren Anforderungen 22

2 Bildungsauftrag und Bildungsorganisation der Sekundarstufe 25

2.1 Leitperspektiven 25
2.2 Themenbereiche 36
2.3 Kompetenzorientierung 42
2.4 Bildungsorganisation 47

3 Persönlichkeit und Persönlichkeitsentwicklung 53

3.1 Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung 53
3.2 Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung unter erschwerten Bedingungen 55
3.3 Person- und ressourcenorientierte Verfahren 57

4 Sinnstiftende soziale Beziehungen 73

4.1 Aufbau und Weiterentwicklung 73
4.2 Verfahren zum Aufbau sozialer Beziehungen 76
4.3 Sexualpädagogisches Bildungsangebot 80
4.4 Bewertung 91

5 Lebensaufgabe Alltagsbewältigung 93

5.1 Alltag 93
5.2 Das Ich, das Selbst, das Leben 98
5.3 Lebenspraxis 108
5.4 Vermittlungs- und Aneignungsmethoden 117
5.5 Zusammenfassung: Selbstständigkeit und Fördermöglichkeiten 124

6 Vorbereitung auf Arbeit und Beruf – Grundlagen 127

6.1 Lebensaufgabe Arbeit und Beruf 127
6.2 Unterstützung bei der Berufswahl 138
6.3 Berufliche Bildung 147

7 Vorbereitung auf Arbeit und Beruf – Praxis 155

7.1 Methoden der Berufsvorbereitung 155
7.2 Lernstandserfassung 175
7.3 Kooperation und Vernetzung mit Nachfolgeinstitutionen 176
7.4 Auf den Lehrer kommt es an – Vorbereitung der Lehrer 178

8 Wohnen und Wohntraining 181

8.1 Lebensaufgabe Wohnen 181
8.2 Wohnformen für Menschen mit geistiger Behinderung 182
8.3 Schulisches Aufgabenfeld Wohnen 190
8.4 Didaktisch-methodische Zugänge 192

9 Freizeit und Freizeitpädagogik 205

9.1 Lebensaufgabe Freizeitgestaltung 205
9.2 Freizeitgestaltung und Freizeitverhalten bei Jugendlichen mit geistiger Behinderung 210
9.3 Freizeitgestaltung und Freizeitverhalten bei Erwachsenen mit geistiger Behinderung 214
9.4 Schulisches Aufgabenfeld Freizeitgestaltung 219
9.5 Freizeitarbeit und Freizeitbildung 223
9.6 Schüler mit komplexen Behinderungen 236

10 Mobilität 241

10.1 Bedeutung 241
10.2 Mobilitätsbarrieren 242
10.3 Mobilitätsbildung 243
10.4 Methodische Zugänge 244

11 Epilog 267

12 Literaturverzeichnis 269