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Und in der Mitte das Kind Praxiswege einer kindorientierten Grundschularbeit
Und in der Mitte das Kind
Praxiswege einer kindorientierten Grundschularbeit




Ada Fuest

Schneider Verlag Hohengehren
EAN: 9783834004598 (ISBN: 3-8340-0459-6)
282 Seiten, paperback, 16 x 23cm, 2008

EUR 19,80
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Ob in der Darstellung von Unterricht, Projekten, in Einzelbeschreibungen, in den Ausführungen zur inneren Schulentwicklung und im Schulprogramm der Schule, immer geht es darum, dem Kind Hilfestellung anzubieten, damit es endlich so groß werden kann, wie es sein will.



Die Autorin

Ada Fuest arbeitet als Dozentin am Alfred-Adler-lnstitut-Nord in Delmen-horst und als Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Individualpsychologische Beratung" (AGIB). Sie ist „Individualpsychologische Beraterin / Lehrberaterin" (DGlP).

In freier Praxis ist sie in den Feldern Beratung / Supervision / Coaching tätig. In ihrem Grundberuf ist sie Lehrerin. Sie arbeitete 10 Jahre als Lehrerin, 19 Jahre als Fachleiterin für Deutsch und später Allgemeine Didaktik am Primarstufenseminar in Münster, dann 13 Jahre als Schulleiterin in Münster Westfalen.
Rezension
Nach Meinung der Autorin wird in Festreden die Liebe zum Kind oft betont; Kindorientierung und Schülerorientierung erweisen sich aber nur als graue Theorie inmitten eines bürokratischen Schulalltags. Jeder Mensch hat ein Grundbestreben nach Dazugehören und Selbstständigsein, nach Individualität und Gemeinschaft. In diesem Buch geht es darum, praxisorientiert aufzuzeigen, wie Kinder ihren Platz in der Schulklasse finden können, wie sie mit der ihnen eigenen schöpferischen Kraft auf selbst gefundenen Wegen zu einem selbst verantworteten Lernen kommen können. Ob in der Darstellung von Unterricht, Projekten, in Einzelbeschreibungen, in den Ausführungen zur inneren Schulentwicklung und im Schulprogramm der Schule, immer geht es darum, dem Kind Hilfestellung anzubieten, damit es endlich so groß werden kann, wie es sein will.

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Jedes Kind braucht, um lernen zu können seinen Platz in einer Gruppe. Sei es der Platz in der Familie, in der Kindergartengruppe oder in der Schulklasse, immer folgt es den Grundstrebungen eines Menschen nach Dazugehören und Selbstständigsein, nach Individualität und Gemeinschaft. Nur wenn das Kind Akzeptanz, Respekt vor seiner Person und die Liebe, Fürsorge und Ermutigung erfährt, die es braucht, ist es in der Lage, seinen Lebensweg so zu gestalten, dass es sich im Einklang mit der Gemeinschaft und sich selbst erfährt.
Für die Schule bedeutet das, dass das Kind zu seiner Personwerdung die Möglichkeit erhält, seine Lebensaufgabe Schule im Vertrauen zu sich selbst und zu den anderen lösen zu können.
In diesem Buch geht es darum, aufzuzeigen, wie Kinder ihren Platz in der Schulklasse finden können, wie sie mit der ihnen eigenen schöpferischen Kraft auf selbst gefundenen Wegen zu einem selbst verantworteten Lernen kommen können. Das Kind ist das einzige fundamentale Motiv für unterrichtliches und schulisches Handeln, für die Erarbeitung eines Schulprogramms wie für das Management der Schule.
In heutiger Zeit, in der es eher darum geht, alle Kinder egalitär zu behandeln, geraten sie durch Standardisierung, Lernstandserhebungen und falsch verstandene Qualitätssicherung leicht in den Machtkampf der Erwachsenen, die ihnen in ihren Institutionen, Schule, Verwaltung, Ministerien vorwiegend Konkurrenz statt Kooperation vorleben.
Es werden in diesem Praxisbericht Grundschule Erfahrungen dokumentiert. Die Kommentare und Reflexionen dazu erheben nicht den Anspruch, eine neue Fachdidaktik oder gar Schultheorie zu begründen, sie setzen diese eher voraus. Ebenso werden keine Modelle oder Rezepte für das schnelle Umsetzen im Unterricht angeboten.
Die eigenen Texte der Kinder, Projekte, Fallbeispiele wollen dem Thema des Buches dienen, das Kind in die Mitte aller pädagogischer Maßnahmen der Schule zu stellen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort der Reihenherausgeberin XI

Einleitung 1

Kapitel I „Schöpferische Kraft" und Kreativität

Die „originäre Lebensbewegung" des Schulkindes 9

1. „Es war einmal ein kleines Kind, das wollte gerne groß sein"
Kinder senden uns Botschaften 15

2. Wie heißt Du?-Wer bist Du?
Die erste Begegnung im Unterricht 18

3. „Wie ich heiße, möchtest du wissen?"
Die Bedeutung des eigenen Namens 24

Kapitel II „Und auf einmal war das Kind so groß, wie es sein wollte"

Von der Zugehörigkeit und dem Selbstständigwerden 29

1. „Frau Fuest, ich schreibe immer noch"
Vom Schweigen /um Schreiben zum Sprechen 30

2. Simon - der Schwarzmaler und die Gruppe
Intimität und Diskretion 52

3. „Mamas bleiben bei ihren Kindern."
Im Kontakt mit Verlust 76

4. „Ich brauch' doch alle beide"
Die geteilten Kinder 84

5. „Ich schreibe meine Märchen selbst"
Lebensstil als individuelle Lösung 87

Kapitel III Dürfen Kinder Lehrerinnen prüfen?

Von der sozialen Gleichwertigkeit 109

1. „Meinst du das wirklich?"
Selbstkongruenz 114

2. „Sabine will gegen Fuesti gewinnen"
Die Stärke der Unangepassten 117

3. „Kein Nachteil ohne Vorteil"
Von der Selbstermutigung 132

4. Das „Nein" in der Schule
Wider das erzwungene „Ja" 142

Kapitel IV Wie Kinder sich bilden

Prozessorientierte Beratung durch Unterricht 147

1. „Ich erzähl euch meinen Traum"
Platz für Träume 157

2. „Wie ich mich im Film wiederfinde"
Videogeschichten mit Kindern 162

3. „Die anderen haben es besser."
Geschwisterkonstellation und korrigierende Erfahrung 174

Kapitel V Kinder im Schatten der Schule - Sinti und Roma

„Wer sich befreunden will, muß sich befremden lassen" 185

1. „Wo gehöre ich dazu?"
Zwischen fremder Institution und Familiensystem 186

2. Was Schule sich zutraut zu antworten
Grenzen und Möglichkeiten der schulischen Versorgung der Sinti- und Romakinder 191

Kapitel VI Ich mache keine Probleme, ich habe Probleme

Wider die Ausgrenzung in der Schule 203

1. „Ich brauche einen Glücksstein"
Wenn Kinder zwischen alle Stühle geraten 205

2. Manuel und die Hexe
Ich lerne Manuel kennen 208

3. Jonny: „Ich bin ein Blatt." 212

Kapitel VII „Gemeinsam sind wir schlau"

Klassenrat und Schülerkonferenz 217

1. Klassenrat im Kontext schulischer Lehr- und Lernprozesse 218

2. „Hier haben wir etwas zu sagen."
Die Schülerkonferenz 222

Kapitel VIII Schule in der veränderten Lebenswelt des Kindes

Innere Schulentwicklung und neue Strukturen 227

1. Rolle, Macht und „psychologischer Rang"
Die Macht der Lehrerin 238

2. „Wir bauen eine neue Schule - programmatisch und real"
Drei Häuser unter einem Dach 246

3. „Wir wünschen uns."
Anstelle eines Schlusswortes 248


Dank 257
Anhang 258
Literaturverzeichnis 269