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Praxishandbuch Soziale Arbeit Methoden und Handlungskonzepte in Zeiten gesellschaftlicher Krisen
Praxishandbuch Soziale Arbeit
Methoden und Handlungskonzepte in Zeiten gesellschaftlicher Krisen




Christian Schroeder

Transcript , UTB
EAN: 9783825266370 (ISBN: 3-8252-6637-0)
444 Seiten, paperback, 15 x 22cm, April, 2026

EUR 45,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Soziale Arbeit steht im Spannungsfeld zwischen strukturellen Zwängen und dem Anspruch auf gesellschaftliche Veränderung. Christian Schröder macht deutlich, wie Fachkräfte in Zeiten wachsender Verwerfungen handlungsfähig bleiben können. Dazu widmet er sich drei zentralen Herausforderungen: der Krise der Zugehörigkeit, der sozialen Gerechtigkeit und dem Klimawandel. Praxisnahe Methoden wie Storytelling zur Stärkung marginalisierter Stimmen, Social Design Thinking für kreative Lösungsansätze oder partizipative Klimaanpassung in sozial benachteiligten Quartieren eröffnen neue Handlungsspielräume für eine Soziale Arbeit, die Menschenrechte ins Zentrum rückt. Das Praxishandbuch ist ein unverzichtbarer Begleiter für Studierende, Lehrende und Praktiker:innen, die Soziale Arbeit als gestaltende Kraft verstehen und einen Weg zu mehr Teilhabe, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit ebnen wollen. utb+: Zusätzlich zum Buch erhalten Leser:innen drei Kurzvideos, die typische Lebenslagen und Bedarfe in benachteiligten Quartieren veranschaulichen. Diese dienen als Beispiele für Visualisierungen im Handlungskonzept des Social Design Thinking. Erhältlich über utb.de.

Christian Schröder (Prof. Dr.) ist Professor für Methoden der Sozialen Arbeit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Er studierte Pädagogik in Trier und promovierte in Hildesheim über das Weltsozialforum als Institution globaler Gerechtigkeitsbewegungen. Seine Arbeits- und Forschungsinteressen liegen in der Entwicklung von Methoden der Sozialen Arbeit in Krisenzeiten, im Verhältnis von Sozialer Arbeit und Sozialen Bewegungen, in Partizipation, Stadtentwicklung, organisationalem Lernen und Übergängen in Lebensverläufen.
Rezension
Unsere Gesellschaft leidet z.Zt. unter drei großen Krisen: der Krise der Zugehörigkeit, der Krise der sozialen Gerechtigkeit und der Krise der ökologischen Lebensgrundlagen (vgl. Inahltsverzeichnis). Das Buch vermittelt neue praxisnahe Methoden, um in diesen Krisen neue Handlungsspielräume für eine Soziale Arbeit zu eröffnen. Soziale Arbeit wird verstanden als gestaltende Kraft, um einen Weg zu mehr Teilhabe, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu ebnen; denn gesellschaftliche Herausforderungen durch multiple Krisen fordern aktives Handeln statt Rückzug. Nach Ansicht des Autors ist die sozialerbeiterische Ausbildung (zu) stark auf die individuelle Verantwortung bei der Krisenbewältigung ausgerichtet. Dadurch wird die Verantwortung von Gesellschaft und Institutionen ausgeblendet. Die kritische Auseinandersetzung mit sozialen Ungleichheiten sowie die Erfahrung als mündige Bürger*innen empowered zu werden und Gesellschaft mitzugestalten, kommen zu kurz. Das Buch verbindet gesellschaftstheoretische Analysen mit handlungsorientierten Ansätzen und zeigt, wie Sozialarbeiter*innen gemeinsam mit Adressat*innen ausgehend von individueller Krisenbewältigung zu solidarischem, kollektivem Handeln gelangen können.

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Hinweise zum Buch und den digitalen Inhalten 11

Einführung 13

Begriffliche Klärung 13
Ausgangspunkt: Warum ein Praxishandbuch zu Sozialer Arbeit in Krisenzeiten? 15
Lernen in der Krise: Einladung zur Auseinandersetzung 21
Ziel und Struktur des Praxishandbuchs 22

I. Krise der Zugehörigkeit

Einführung: Soziale Arbeit zwischen Zugehörigkeit und Ausschluss 29

Zugehörigkeit als gesellschaftlich produzierter Zustand 31
Die politische Dimension des Nicht-Dazugehörens 33

Verletzungen der Würde des Menschen 35

Versteckte Mechanismen: Unbewusste Bias in unserem Alltag 41
Die Krise der Zugehörigkeit zwischen Identitätspolitik und sozialer Teilhabe 56

Vom Code of Ethics zur Praxis: Verantwortung für soziale Gerechtigkeit 71

Gewaltfreie Kommunikation 74
Safe(r) Spaces 80
Das Theater der Unterdrückten 85

Professionelles Handeln in Organisationen 93

Das Verhältnis zwischen Profession und Organisation 94
Organisationale Blindstellen: Diskriminierung und ethische Verantwortung 99
Phasen der Teamentwicklung: Vertrauen, Konflikte und Zusammenarbeit 104
Sozialer Ausschluss und Partizipation 112

Handlungskonzepte für Lehre und Praxis: Storytelling, Storylistening und Storydoing – Organisationen lernend gestalten 115

Wie Geschichten Zugehörigkeit oder Ausschluss fördern 116
Erzählen als Gesellschaftskritik in der Krise der Zugehörigkeit 120
Raum, Stimme, Publikum, Einfluss: Beteiligung als demokratisches Prinzip 122

II. Krise der sozialen Gerechtigkeit

Einführung: Soziale Arbeit zwischen Gerechtigkeit und sozialen Ungleichheiten 139

Soziale Ungleichheit und politische Entfremdung als Herausforderung für die Demokratie 141
Rechtspopulismus, politische Radikalisierung und die Rolle Sozialer Arbeit 142

Soziale Ungleichheiten verstehen 147

Meritokratie und Klassismus 151
Die mediale Darstellung von Armut 167

Die Krise der Repräsentation 181

Krisen und ihre sozialen Folgen 189
Zerreißproben der Demokratie: Herausforderungen für eine transformative Soziale Arbeit 196

Von der Hilfe zum Wandel – Transformative Praxis 201

Unsichtbarer Widerstand: Subtile Formen des Protests gegen Armut 203
Organisierte Gegenwehr: Solidarische Bewegungen und politische Einflussnahme 205

Handlungskonzepte für Lehre und Praxis: Social Design Thinking in der Sozialen Arbeit 209

Einführung: Das Potenzial von Social Design Thinking für die Soziale Arbeit 210
Zusammenarbeit in Social-Design-Thinking-Teams 219
Vorannahmen über soziale Bedarfe reflektieren 224
Empathische Interviews 231
Gesprächsführung in empathischen Interviews 234
Auswertung der empathischen Interviews 242
Visualisieren der Alltagsrealität der Persona 246
Ideation: Lösungsfindung durch Social Innovation Labs 252
Prototyping 260
Reflexion 267

III. Krise der ökologischen Lebensgrundlagen

Einführung: Soziale Arbeit zwischen Zerstörung ökologischer Lebensgrundlagen und Wahrung der Menschenrechte 273

Ökologische Krise und Menschenrechte im Anthropozän 274
Die Rolle Sozialer Arbeit in der ökologischen Transformation 279
Green Social Work: Sozialökologische Transformation und Soziale Arbeit 280

Eine andere Welt ist (un-)möglich 285

Kolonialität und Gerechtigkeit: Ein Gedankenexperiment 286
Globale Herausforderungen und Verantwortung: Wer ist »Wir«? 289
Die Agenda 2030 und die SDGs: Schritte in eine nachhaltige Zukunft 291
Post-anthropozentrische Soziale Arbeit 295

Gibt es (k)ein richtiges Leben im Falschen? 301

Reicht individueller Verzicht? Reflexion zu Konsum und Verantwortung 306
Wenn Angst lähmt: Emotionen im Klimawandel 311
Klimatrauer als politische Verantwortung 313
Wie alltägliche Gespräche über das Wetter den Klimawandel ins Bewusstsein rufen 318

Umweltbewegungen und ihre Widersacher 325

Klimakrise und Widerstand 328
Keimzellen der Veränderung 332

Handlungskonzepte für Lehre und Praxis: Partizipative Klimaanpassung in benachteiligten
Sozialräumen 341

Einführung: Klimagerechte Stadt(teil)entwicklung als sozialarbeiterischer Gestaltungsprozess 342
Visionen und Utopien für eine klimafreundliche Zukunft 343
Climatopias als Methode sozialökologischer Stadtentwicklung 346
Stadtentwicklung und Leitbilder im Kontext von Klimagerechtigkeit 354
Partizipative Sozialraumarbeit in der Klimakrise: Von der Analyse zur Intervention 364
Methodische Zugänge der Sozialraumanalyse 369
Sozioökoöogische Kartierung zwischen Analyse und Intervention 376
Interventionen im öffentlichen Raum zur Förderung von Klimagerechtigkeit 383
Klimagerechte Stadt(teil)entwicklung als sozialarbeiterischer Gestaltungsprozess 389

Epilog: Denken als Widerstand – Soziale Arbeit und die Kunst des Fragens 393

Literaturverzeichnis 399
Abbildungsverzeichnis 439
Tabellenverzeichnis 441