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Methoden der Populärkulturforschung
Interdisziplinäre Perspektiven auf Film, Fernsehen, Musik, Internet und Computerspiele
Marcus S. Kleiner, Michael Rappe (Hrsg.)
LIT
EAN: 9783643111593 (ISBN: 3-643-11159-2)
456 Seiten, paperback, 15 x 21cm, 2012
EUR 39,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Im Kontext der Populärkulturforschung hat bisher kaum eine Methodendebatte stattgefunden. Welche quantitativen und/oder qualitativen Methoden können zur eigensinnigen Analyse des Populären verwendet werden? Ist das bestehende sozial-, kultur-, kommunikations- und medienwissenschaftliche Methodenarsenal geeignet, um das Eigensinnige von Populärkulturen herauszuarbeiten? Oder dient die Populärkultur bisher nur als eines unter vielen Versuchsfeldern zur Diskussion über die Analysekompetenz bestimmter Methoden? Zur Beantwortung dieser Fragen werden im Kontext des Bandes unterschiedliche Methoden und Forschungsperspektiven fall- sowie praxisorientiert erprobt, also Möglichkeiten und Grenzen der Methodendebatten bezüglich der Populärkulturforschung ausgelotet. Die Aufgabe besteht darin, gegenstandsorientierte Methodendebatten und Forschungsperspektiven durch ein close reading Populärer Kulturen zu erarbeiten.
KLEINER, MARCUS S., Dr. phil., *1973. Lehrt aktuell Medienwissenschaft an der Universität Siegen und arbeitet(e) an den Universitäten Duisburg, Düsseldorf, Dortmund (FH), Bonn, Magdeburg, Mannheim (Popakademie) Paderborn und Klagenfurt. Seine Lehr- und Forschungsgebiete sind Medientheorie, Medienkultur, Mediengeschichte, Mediensoziologie, Medienanalyse, Neue Medien, Populäre Kulturen und Populäre Medienkulturen. Aktuelle Buchpublikationen u.a.: Medien-Heterotopien. Diskursräume einer gesellschaftskritischen Medientheorie (transcript 2006); Pop in R(h)einkultur. Oberflächenästhetik und Alltagskultur in der Region (Klartext 2008, Hrsg. zus. m. Dirk Matejovski und Enno Stahl); Grundlagentexte zur sozialwissenschaftlichen Medienkritik (VS Verlag 2010); Performativität und Medialität Populärer Kulturen. Theorie, Ästhetiken, Praktiken (VS Verlag 2012, Hrsg. zus. m. Thomas Wilke). Sprecher der AG "Populärkultur und Medien" in der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM).
Mitherausgeber und Redakteur des Magazins "Rock and Pop in the Movies" (www.rockpopmovies.de). Freiberufliche Arbeit als Medienberater, Projektmanager, Veranstalter, Texter, PR-Redakteur, Publizist und Hörspielautor.
Michael Rappe (* 1964) ist Professor für Geschichte und Theorie der Populären Musik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Er studierte in Kassel Soziologie, Biologie und Musik und war als Kulturmanager, Rapper, Trompeter, Musikpädagoge und DJ tätig. Daneben war er zehn Jahre Lehrbeauftragter für Poptheorie an der Fachrichtung Musik der Universität Kassel und vom Oktober 2002 bis April 2005 Kursbereichsleiter der Offenen Jazz Haus Schule in Köln. Darüber hinaus bietet er Seminare im Bereich der Lehrerfortbildung an (z.B. Arbeitskreis für Schulmusik, Verband Deutscher Schulmusik, Goethe Institut). Lehraufträge u.a. an der Universität Wien (Institut für Musikwissenschaft), der Hochschule für Musik und Theater München, der Züricher Hochschule der Künste (Studiengang Pop), der Universität Siegen und der Popakademie Baden-Württemberg.
Publikationen u.a.: Under Construction. Kontextbezogene Analyse afroamerikanischer Popmusik. Musicolonia Bd. 6.1 und 6.2. Köln: Dohr Verlag 2010. Videoclips - Musik für Augen und Ohren (gemeinsam mit Heinz Geuen). Esslingen: Helbling 2009. Express Yourself! Europas kulturelle Kreativität zwischen Markt und Underground (gemeinsam mit Eva Kimminich u.a.). Bielefeld: transcript 2007. Pop & Mythos Pop-Kultur, Pop-Ästhetik, Pop-Musik (gemeinsam mit Heinz Geuen). Schliengen: Edition Argus 2001.
Rezension
Lange Zeit hat man die Popkultur als trivial abgetan, als Schund etikettiert und sie gegen die Hochkultur abgesetzt. Man hat sie wissenschaftlich kaum wahrgenommen. Das hat sich mittlerweile deutlich verändert, nicht nur vermittelt über die angelsächsischen cultural studies; die populäre Kultur ist ein prägender Bestandteil der westlichen Zivilisation geworden, die mit Volkskultur der alten Prägung kaum mehr etwas gemein hat. Popkultur ist zu allgemein, zu international, zu sehr modischem Wandel unterworfen, als dass sie einer beständigen, regionalen, ethnischen Prägung sich unterwerfen könnte. Wie aber kann Popkultur erforscht werden? Bislang finden sich zwar zahlreiche, aber sehr heterogene Perspektiven. Im Kontext der Populärkulturforschung hat bisher kaum eine Methodendebatte stattgefunden. Hier setzt dieser Sammelband an.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Populäre Kultur und Medien
Herausgegeben von Prof. Dr. Christoph Jacke, Dr. Martin Zierold
Obwohl wir von populärer Kultur und Medien geprägt sind und diese zugleich ständig prägen, gibt es im deutschsprachigen Wissenschaftsraum nur wenige dezidierte, systematische und explizite Untersuchungen dieser Zusammenhänge. Noch immer stehen wir am Anfang der Analyse und Kritik populärer Kultur und ihrer medialen Formen. Die Reihe "Populäre Kultur und Medien" setzt sich transdisziplinär grundlegend mit popkulturell-medialen Phänomenen und deren alltäglichen Faszinationen theoretisch, empirisch und historisch auseinander. Dabei gilt es, musik-, kommunikations- und medienkulturwissenschaftliche Perspektiven zu verknüpfen und dies - auch über die genannten Disziplinen hinau - deutlich zu erweitern.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
Marcus S. Kleiner
Die Methodendebatte als ,blinder Fleck' der Populär- und Popkulturforschungen 11
II. Kontext
Christoph Jacke / Marcus S. Kleiner
Let's stick together 45
Popkulturforschung(en) in Deutschland als Projekt zwischen Unübersichtlichkeit und Formierung
III. Film/ Fernsehen
Olaf Sanders
Schizoanalyse an den Grenzen der Kontrolle 69
Marcus Stiglegger
Die Seduktionstheorie des Films 85
Verführungsstrategien filmischer Inszenierung am Beispiel von Philippe Grandrieux' „Sombre" (1999)
Alexander Geirrter
Populärkultur als Gebrauchskultur 115
Über den Gebrauch von Erfahrungen der Populärkultur des Films zur Transformation des Selbst
Hendrik Buhl
(Inter-) Diskursive Themen in der Krimireihe „Tatort" 143
Eine Methode der Populärkulturforschung
IV. Musik
Gisa Jähnichen
Hören,was kommt... sehen, was geht... 167
Populäre Musik im Methodendiskurs
Holger Schulze
Adventures in Sonic Fiction 195
Eine Heuristik der Popkulturwissenschaft
Christofer Jost
Zwischen den Stühlen 211
Populäre Musik im Schnittfeld von Musikanalyse und Kulturanalyse - Bestandsaufnahme und Ausblick
Dietmar Elflein
Riffs, Beats und der Reiz der variierten Wiederholung 247
Zur musikalischen Analyse Populärer Musik und ihrem transdisziplinären Nutzen
Steffen Lepa
Was kann das Affordanz-Konzept für eine Methodologie der Populärkulturforschung ,leisten'? 273
'Ihotnas Wilke
Die Vernetzung der Populärkultur 299
Überlegungen zur methodischen Verwendung des Dispositivs mn Beispiel von DJ Tomekks Rhymes Galore
V. Internet/Computerspiele
Mario Anastasiadis
Like - Comment - Share 333
Eine virtuell-ethnographische Annäherung an Popmusik-Fan-Aktivitäten in Facebook
Petra Missomelius
Pics und Klicks 361
Online-Fotografien zwischen Selbstinszenierung und De-Subjektivierung
Sven Stollfuß
Cyborg Visuality, Popularized 385
Überlegungen zu einer populären Wissenspraxis des Körperinnen
Rolf F. Nohr
Die Aushandlung ,zeitweilig gültiger Wahrheiten' 417
Die kritische Diskursanalyse als Methode am Beispiel des Computerspiels
Autoren 449
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