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Begriffsgeschichte
zur Einführung
Ernst Müller/Falko Schmieder
Junius Verlag
EAN: 9783960603177 (ISBN: 3-9606031-7-7)
200 Seiten, kartoniert, 12 x 17cm, November, 2020
EUR 15,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Lange galt die Begriffsgeschichte als eine deutsche Angelegenheit, inzwischen wird sie in vielen Ländern praktiziert. Weit mehr als nur eine historische Hilfswissenschaft, ist die Begriffsgeschichte spätestens seit Reinhart Koselleck eine theoretisch reflektierende Methode der historisch arbeitenden Disziplinen. Diese Einführung von Ernst Müller und Falko Schmieder hat die Geschichtswissenschaft, Philosophie, Wissenschaftsgeschichte, Kultur- und Sprachwissenschaften im Blick. Die begriffsgeschichtliche Arbeit verdeutlicht sie an Beispielen, zugleich wird diese zu benachbarten Methoden wie der Metapherngeschichte, Diskursgeschichte, Mentalitätsgeschichte ins Verhältnis gesetzt. Schließlich reflektiert das Buch die Zukunft der Begriffsgeschichte, etwa die mit der Digitalisierung verbundenen Möglichkeiten.
Rezension
Hört man den Begriff „Begriffsgeschichte“, denkt man wahrscheinlich an das 13 Bände umfassende „Historische Wörterbuch der Philosophie“(1971-2007), an die Zeitschrift „Archiv für Begriffsgeschichte“(ab 1955ff.) oder an das achtbändige historische Lexikon „Geschichtliche Grundbegriffe“(1972-1997). Begriffsgeschichte ist eine anerkannte Methode historisch verfahrener Disziplinen wie Philosophie, Geschichtswissenschaft, Wissenschaftsgeschichte, Kulturwissenschaft sowie Sprachwissenschaft.
Was ist ein Begriff? Welche Erkenntnisziele verfolgt die Begriffsgeschichte? Kann der Philosoph und Literaturnobelpreisträger Rudolf Eucken als Begründer der philosophischen Begriffsgeschichte gelten? Welcher Methoden bedient sich die Begriffsgeschichte zur Erkenntnisgewinnung? Gibt es Bezüge zwischen Sachgeschichte und Begriffsgeschichte? Besitzen Begriffe einen Zeitindex? Was versteht der Philosoph Hans Blumenberg unter einer absoluten Metapher? Worin besteht der Beitrag von Reinhart Koselleck zur Begriffsgeschichte? Kann sie von dem Einsatz digitaler Medien profitieren? Welches sind (mögliche) Forschungsdesiderate der Begriffsgeschichte?
Fachlich fundierte und kompakte Antworten auf diese Fragen liefert der Band „Begriffsgeschichte zur Einführung“, erschienen im Junius Verlag. Das Buch aus der bekannten Taschenbuchreihe „zur Einführung“ stammt von Ernst Müller (apl. Professor für Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin) und Falko Schmieder (Privatdozent für Kulturwissenschaft an der HU Berlin). Beide sind ausgewiesene Wissenschaftler und tätig am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin (ZfL). Sie liefern mit ihrer Einführung einen sehr guten Überblick über Theorie, Geschichte, Methoden und Praktiken der Begriffsgeschichte. Lehrkräfte der Fächer Philosophie, Ethik, Geschichte erhalten durch das Buch begriffsgeschichtliches Grundlagenwissen souverän und sprachlich ansprechend präsentiert.
Fazit: Die hervorragende Einführung in die Begriffsgeschichte von Ernst Müller und Falko Schmieder kann insbesondere Studierenden der Philosophie, Geschichte und Kulturwissenschaften zur Anschaffung empfohlen werden.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
DAS BUCH
Lange galt die Begriffsgeschichte als eine deutsche Angelegenheit, inzwischen wird sie in vielen Ländern praktiziert. Weit mehr als nur eine historische Hilfswissenschaft, ist die Begriffsgeschichte spätestens seit Reinhart Koselleck eine theoretisch reflektierende Methode der historisch arbeitenden Disziplinen. Diese Einführung von Ernst Müller und Falko Schmieder hat die Geschichtswissenschaft, Philosophie, Wissenschaftsgeschichte, Kultur- und Sprachwissenschaften im Blick. Die begriffsgeschichtliche Arbeit verdeutlicht sie an Beispielen, zugleich wird diese zu benachbarten Methoden wie der Metapherngeschichte, Diskursgeschichte, Mentalitätsgeschichte ins Verhältnis gesetzt. Schließlich reflektiert das Buch die Zukunft der Begriffsgeschichte, etwa die mit der Digitalisierung verbundenen Möglichkeiten.
AUTOR / AUTORIN
Ernst Müller
Der Philosoph Ernst Müller arbeitet am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin gemeinsam mit Falko Schmieder und Barbara Picht an einem Projekt zu den Grundbegriffen des 20. Jahrhunderts. Außerdem ist er außerplanmäßiger Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Falko Schmieder
Der Kulturwissenschaftler Falko Schmieder arbeitet am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin gemeinsam mit Ernst Müller und Barbara Picht an einem Projekt zu den Grundbegriffen des 20. Jahrhunderts. Außerdem ist er Privatdozent an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 9
1. Kurzer Abriss der Geschichte 16
2. Wozu Begriffsgeschichte? Zwischen Aufklärung und Mythisierung 34
3. Begriffe kennen keine Disziplin – Begriffsgeschichte der Disziplinen 50
4. Wort – Begriff – Bedeutung – Grundbegriff. Wie viel Theorie braucht die Begriffsgeschichte? 64
5. Die Außenseite der Begriffe – Sachgeschichte und Begriffsgeschichte 79
6. Temporale Strukturen der Begriffe. Zeitschichten, Erfahrung – Erwartung 95
7. Sattelzeit und Schwellenzeiten 109
8. Benachbarte Methoden 122
9. Praxis der Begriffsgeschichte – Recherche, Interpretation, Darstellung 140
10. Die Zukunft der Begriffsgeschichte - Desiderate und Grenzen 158
Kommentierte Bibliografie 176
Methodische Texte. Zur Geschichte der Begriffsgeschichte 176
Begriffsgeschichtliche Wörterbücher und Periodika 1905
Personenregister 196
Sachregister 199
Über die Autoren 200
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