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Als unsere Welt christlich wurde
Aufstieg einer Sekte zur Weltmacht
Aus dem Französischen von Matthias Grässlin
Titel der französischen Originalausgabe:
Quand notre monde est devenu chrétien (312-394)
Éditions Albin Michel, A.A. - Paris 2007
Paul Veyne
Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406601286 (ISBN: 3-406-60128-6)
223 Seiten, paperback, 13 x 19cm, Februar, 2011
EUR 12,95 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Wie und warum wurde aus dem heidnischen römischen Reich ein christliches? Wie war es möglich, dass die Christen, eben noch blutig verfolgt und als Staatsfeinde gebrandmarkt, plötzlich, am 28. Oktober 312, den römischen Kaiser selbst in ihren Reihen begrüßen durften und danach innerhalb weniger Generationen das Christentum Staatsreligion wurde? Ein kluger, unterhaltsamer Essay über eine Revolution im 4. Jahrhundert, die aus einem vielfältig heidnischen Europa ein christliches machte.
«Ein belebender, antikonformistischer und leidenschaftlicher Spaziergang, der den Leser klüger macht.» L'Express
Rezension
Nicht selten wird Jesus als Stifter des Christentums bezeichnet, - das aber ist sicherlich falsch; denn der jüdisch-apokalyptische Wanderprediger Jesus wollte sicherlich keine neue Religion gründen und hat es auch nicht getan. Bedeutsamer ist in diesem Kontext schon der (Heiden-)Apostel Paulus, der den Glauben an Jesus als den Christus jenseits des Judentums für die "Heiden" öffnet. Noch bedeutsamer aber dürfte für die Entwicklung des Christentums (zur Weltreligion) der Zeitraum sein, der in diesem Buch behandelt wird: das 4. Jhdt. n.Chr. mit der sog. Konstantinischen Wende. Ohne die Hinwendung Kaiser Konstantins zum Christentum (aus welchen Gründen auch immer: eher machtpolitisch oder eher persönlich bekehrt) wäre das Christentum in seiner heutigen Ausbreitung kaum vorstellbar. Insofern sind Titel "Als unsere Welt christlich wurde" und Untertitel des Buchs "Aufstieg einer Sekte zur Weltmacht" mehr als berechtigt.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Wie und warum wurde aus dem heidnischen römischen Reich ein christliches? Wie war es möglich, daß die Christen, eben noch blutig verfolgt und als Staatsfeinde gebrandmarkt, plötzlich, am 28. Oktober 312, den römischen Kaiser selbst in ihren Reihen begrüßen durften und danach innerhalb weniger Generationen das Christentum Staatsreligion wurde? Ein kluger, unterhaltsamer Essay über eine Revolution im 4. Jahrhundert, die aus einem vielfältig heidnischen Europa ein christliches machte.
"Man findet zur Zeit nur wenige Bücher auf dem deutschsprachigen Markt, die mit solcher Direktheit zentrale Grundlinien der antiken Religionsgeschichte präsentieren."
Mischa Meier, Süddeutsche Zeitung
"Veyne zeigt durchaus überzeugend, wie inhomogen das religiöse Feld der Spätantike, in dem Konstantin als Person und als Politiker agierte, war und noch lange blieb."
Barbara von Reibniz, Neue Zürcher Zeitung
Prof. Dr. Paul Veyne, geb. 1930, ist einer der angesehensten Althistoriker Frankreichs; er lehrt an der Université de Provence in Aix und ist seit 1975 Professor am Collège de France in Paris.
Inhaltsverzeichnis
I. EIN RETTER DER MENSCHHEIT: KONSTANTIN 11
Banalität des Außergewöhnlichen 12
Kurzer Abriss der Ereignisse 13
Konstantins Religionspolitik im Überblick 15
Eine gewinnende Toleranz 18
II. EIN MEISTERWERK: DAS CHRISTENTUM 26
Eine Liebesgeschichte zwischen Gott und Mensch 27
Ein Wort, das irreführt: der Monotheismus 28
Liebe, Charisma des Herrn, Moralismus 30
Die Religion ist eine nicht herleitbare Eigenschaft 34
Ein innovativer Bestseller 38
Bekam man davon Herzklopfen? 40
III. DAS ANDERE MEISTERWERK: DIE KIRCHE 42
Wahrheitsanspruch und Glaubensbekenntnis 42
Ein kompletter Organismus, eine Kirche der Bekehrten 44
Eine Religion quer durch alle Gesellschaftsschichten 47
Sekte für Virtuosen oder Religion für alle? 50
IV. DER TRAUM DER MILVISCHEN BRÜCKE, KONSTANTINS GLAUBE UND BEKEHRUNG 54
Konstantins hohe Mission 54
Ein banaler Traum, ein Bekehrter ohne Taufe 60
V. KLEINE UND GROSSE BEWEGGRÜNDE DER BEKEHRUNG KONSTANTINS 65
Bekehrung als «Blackbox» 65
Prestige durch Religion 67
Konstantins ehrliche Gläubigkeit 70
Abergläubisches Kalkül oder Normalität
der Religion? 71
Sekundäre Vorteile 76
VI. KONSTANTIN ALS «VORSITZENDER» DER KIRCHE 79
Zweideutige Anfänge 79
Ein zweideutiger Herr und Meister 83
Die Kirche aufbauen 85
Christlicher Anführer und römischer Kaiser 87
VII. EIN DOPPELTES JAHRHUNDERT: DAS HEIDNISCHE UND CHRISTLICHE REICH 89
Ein durchaus römisches, ja heidnisches Jahrhundert 89
Kein Totalitarismus 93
Immer am Sonntag 95
Die Heiden bekehren oder ihre Kulte abschaffen? 97
VIII. DAS CHRISTENTUM SCHWANKT, DANN TRIUMPHIERT ES 102
War das Christentum nur ein Zwischenspiel? 102
Nach der Milvischen Brücke: Der kalte Fluss 104
IX. EINE RELATIV «TOLERANTE» STAATSRELIGION. DAS LOS DER JUDEN 110
Diffusion oder Rezeption? Der neue Glaube des einfachen Volkes 110
Der religiöse Sinn der Mehrheit 113
Aber Religion ist nicht homogen 115
Das Christentum besetzt nur einen Teil des Terrains 116
Häretiker und Juden: Geburt des Antisemitismus 119
Der Revolutionär und die Veralltäglichung 123
X. IDEOLOGIE - WAS IST DAS EIGENTLICH? 126
Die Ideologie ist nicht die Wurzel des Gehorsams 127
Ein etwas kurzschlüssiger Utilitarismus 129
Die Kinder und die großen Personen 129
Pragmatik, keine Ideologie 131
Ein Vorurteil: Gott und Kaiser 134
XI. HAT EUROPA CHRISTLICHE WURZELN? 140
Gibt es Wurzeln in der Geschichte? 140
Individualismus oder Universalismus? 141
Religion und politisches Programm sind zwei verschiedene Dinge 142
Sind wir also noch Christen? 144
Der Teil der Wahrheit: Das Christentum hat den Boden bereitet 147
Wurzeln oder Epigenese? 151
ANHANG: POLYTHEISMUS UND MONOLATRIE IM ALTEN ISRAEL 153
ANMERKUNGEN 180
VERZEICHNIS DER KURZTITEL 222
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