lehrerbibliothek.deDatenschutzerklärung
Aller Aufstieg ist schwer Arm, ostdeutsch, Arbeiterkind - die Lüge von der Chancengleichheit
Aller Aufstieg ist schwer
Arm, ostdeutsch, Arbeiterkind - die Lüge von der Chancengleichheit




Ramona Wuttig

Rowohlt
EAN: 9783499019760 (ISBN: 3-499-01976-0)
256 Seiten, paperback, 14 x 21cm, September, 2026

EUR 18,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Jeder kann alles schaffen, wenn er sich nur anstrengt? Schön wär’s.

Ramona Wuttig zeigt in diesem Debattenbuch eindrücklich: Sozialer Aufstieg gelingt in Deutschland oft trotz – und nicht wegen – der bestehenden Strukturen. Ihre eigene Geschichte beginnt im ländlichen Thüringen in extremer Armut: ohne fließendes Warmwasser, geprägt von Arbeitslosigkeit der Nachwendezeit und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Offen erzählt sie von der Scham, die das Aufwachsen in prekären Verhältnissen begleitet, und entlarvt das Versprechen der Chancengleichheit als Illusion.

Die enge Verknüpfung ihrer bewegenden Biografie mit soziologischer Analyse macht dieses Buch zu einer unverzichtbaren Lektüre.

Wer dieses Buch liest, wird es nicht mehr vergessen. Mit großer sprachlicher Wucht entfaltet Ramona Wuttig ein erschütterndes Bild der sozialen Ungleichheit in diesem Land. Christian Baron

Eine radikal ehrliche Biografie darüber, wie Ausgrenzung Menschen formt und Chancen zerstört. Prof. Dr. Jutta Allmendinger

Wie steinig der soziale Aufstieg für Kinder aus (ostdeutschen) Arbeiterfamilien ist, haben auch schon andere Buchautor:innen beschrieben, aber wohl nie so fesselnd wie Ramona Wuttig. Prof. Dr. Christoph Butterwegge

Ramona Wuttig, Jg. 1991, hat einen Masterabschluss in Soziologie und einen Bachelor in Psychologie. Derzeit studiert sie Jura. Außerdem ist ist mit ihrem Projekt Klasse.Gesellschaft als Speakerin, Content Creatorin und Autorin tätig. Sowohl kommunalpolitisch als auch auf Social Media setzt sie sich für soziale und Chancengerechtigkeit ein und klärt zu diesen Themen auf. Eine wichtige Rolle spielt dabei ihre ostdeutsche Identität. Ramona Wuttig lebt in Erfurt.
Rezension
Bildungsgerechtigkeit zeichnet sich u.a. dadurch aus, daß die soziale Herkunft keine entscheidende Rolle spielt und die Bildungsdurchlässigkeit in der Gesellschaft zwischen den sozialen Herkünften groß ist. Der Anteil von Arbeiterkindern (sog. "Bildungsferne") im Gymnasium, im Studium und unter Akademikern ist aber nach wie vor nicht nur gering, sondern sogar rückläufig. Von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit sind wir gesellschaftlich weit entfernt. Die Autorin dieses Buchs entlarvt mit eigenen Erfahrungen das Versprechen der Chancengleichheit als Illusion. Die enge Verknüpfung ihrer bewegenden Biografie mit soziologischer Analyse macht dieses Buch zu einer unverzichtbaren Lektüre. Die Ermöglichung von Bildungsaufstiegen und die Bildungsdurchlässigkeit, die Bildungsmobilität, sind wichtige Aspekte eines Bildungssystems in einer demokratischen Gesellschaft; niemand soll auf Grund seiner sozialen Herkunft von Bildung ausgeschlossen oder in ihr privilegiert werden. Demokratissche Gesellschaften sind ökonomisch darauf angewiesen und weltanschaulich verpflichtet, alle intellektuellen Ressourcen der Gesellschaft zu nutzen und Bildung in allen Gesellschaftssschichten umfassend zu ermöglichen. Soweit die Theorie; die Praxis sieht auch in demokratischen Gesellschaften oft anders aus. 77% der Kinder, bei denen zumindest ein Elternteil über einen akademischen Abschluss verfügt, begannen ein Hochschulstudium (Stand: 2009). Aus der Gruppe derjenigen, deren Eltern keinen akademischen Abschluss erworben haben, sind es dagegen nur 23%.

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Zwischen Statistiken und Scham 9

TEIL I
Ostdeutsche Erfahrungen 15

Als die Mauer fiel oder «Früher ging’s uns kleinen Leuten besser» 17
Kindheit zwischen Verlust und Armut oder «Da müsste schon ein Wunder geschehen» 35

TEIL II
Aufstieg aus der Armut 53

Die Grundschule oder auch: «Wir haben alle kein Abitur gemacht» 55
Gefangen im Dorf oder «Wenn dich keiner leiden kann, muss es an dir liegen» 72
Aufbruch in die Stadt oder «Dann musst du es eben machen» 98
Zwei Schritte vor und einer zurück oder «Das wird nichts mit dem Studieren» 122
An der Uni fremd oder «Wo geht’s hier eigentlich zum Hörsaal 1?» 136

TEIL III
Folgen des Aufstiegs 175

Zwischen Herkunft und neuem Leben – zurück nach Eßleben 177
Sprache, Geschmack, Lebensrealität – doing Akademikerin 203
Klassismus in Alltag und Beruf – von Abwertungen und gläsernen Decken 219

Schlussgedanken
Von der Scham zum Handeln 235

Danke 243
Anmerkungen 245