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Psychomotorische Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen
Holger Jessel
Ernst Reinhardt Verlag
EAN: 9783497031702 (ISBN: 3-497-03170-4)
183 Seiten, paperback, 15 x 23cm, Januar, 2026, Mit Online-Materialien. 4 Abb.
EUR 33,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Psychomotorik gewaltpräventiv einsetzen
Gewalt bei Kindern und Jugendlichen stellt auch psychomotorische Fachkräfte vor große Herausforderungen. Dabei bietet gerade die Psychomotorik eine Vielzahl von geeigneten Präventionsansätzen. Theoretisch fundiert zeigt der Autor im ersten Teil des Buches auf, wie eng Emotionen und Handlungen sowohl nach psychomotorischem Verständnis als auch bei der Entstehung von Gewalt miteinander verbunden sind. Auf dieser Wissensgrundlage bietet der zweite Teil Fachkräften zahlreiche praktische Impulse zur Planung, Umsetzung und Reflexion psychomotorischer Settings in der gewaltpräventiven Arbeit mit Heranwachsenden. Zusätzlich stehen Online-Materialien für die praktische Arbeit zur Verfügung.
Prof. Dr. Holger Jessel ist Diplom-Motologe und lehrt Psychomotorik in sozialpädagogischen Handlungsfeldern an der Hochschule Darmstadt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die psychomotorische Gewaltprävention und der Umgang mit herausfordernden Situationen.
Rezension
Die Psychomotorik (oder Motopädagogik) hat sich als Unterrichtsfach insbesondere an den Fachschulen für Heilerziehungspflege und Heilpädagogik längst etabliert. Leiblichkeit und Bewegung sind in der Entwicklung junger Menschen von zentraler Bedeutung; Bewegungserziehung und Bewegungstherapie sind wichtige pädagogisch-psychologische Begleitmaßnahmen zu einer gesunden Entwicklung. In der Reihe "Psychomotorische Praxis" des Ernst Reinhardt Verlages in München liegen verschiedene Titel zum Thema vor, z.B. Psychomotorik in der Natur. Die Reihe möchte PraktikerInnen aus diversen psychomotorischen Arbeits- und Handlungsfeldern vielfältige, fachtheoretisch fundierte Impulse für die Gestaltung, Umsetzung und Reflexion der eigenen psychomotorischen Praxis bieten. Ein Kernprinzip der Psychomotorik ist die Individuumszentrierung, die unter anderem dadurch deutlich wird, dass Spiel- und Bewegungsimpulse nicht einfach auf die eigene Zielgruppe transferiert werden können, sondern Anpassungen erforderlich sind, die eine adressatengerechte psychomotorische Gestaltung ermöglichen. Das hier anzuzeigende Buch verdeutlicht, daß Psychomotorik auch zur Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden kann; sie bietet eine Vielzahl von geeigneten Präventionsansätzen, die in diesem Buch dargestellt werden.
Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Zielgruppe:
Psychomotorische Fachkräfte, Motopäd:innen, Motolog:innen, Erzieher:innen mit psychomotorischer Qualifikation
Schlagworte:
Education / Special Education / General
Außerschulische Aktivitäten
Unterricht für Schüler mit Sozialen-, Emotionalen- oder Verhaltensstörungen
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 8
1 Gewaltprävention – Theoretische Grundlagen 13
1.1 Argumente für eine psychomotorische Gewaltprävention 13
1.2 Begriffsklärungen 16
1.2.1 Der Gewaltbegriff 17
1.2.2 Der Aggressionsbegriff 19
1.2.3 Der Begriff der Aggressivität 23
1.2.4 Die Begriffe Mobbing und Bullying 24
1.2.5 Die Begriffe Kriminalität und abweichendes Verhalten 25
1.3 Erklärungsmodelle der Entstehung von Gewalt 27
1.3.1 Die Theorie Sozialer Desintegration (Sozialstrukturelle Perspektive) 28
1.3.2 Der Kreislauf von Gewalt und Missachtung (Mikrosoziologische Perspektive) 31
1.3.3 Gewalt als Form der „produktiven Realitätsverarbeitung“ (Sozialisationstheoretische Perspektive) 35
1.3.4 Das allgemeine Aggressionsmodell (Integrative Perspektive) 38
1.4 Gewaltprävention zwischen Programmatik und individueller Entwicklungsbegleitung 41
1.4.1 Der Begriff der Prävention 41
1.4.2 Prävention als Beteiligung, Befähigung und Empowerment 43
1.4.3 Das Modell zur Evidenzbasierung von Interventionsmaßnahmen 44
2 Psychomotorische Gewaltprävention – Theoretische Grundlagen 47
2.1 Die Begriffe Psychomotorik und Motologie 47
2.2 Menschenbild und Ziele der psychomotorischen Gewaltprävention 49
2.3 Körper – Leib – Zwischenleibliche Resonanz 53
2.4 Verkörpertes Modell von Emotionen 57
2.5 Bedeutungsdimensionen von Bewegung 60
2.6 Systemische Perspektiven 61
2.7 Entwicklungstheoretische Grundlagen 65
3 Praxis der psychomotorischen Gewaltprävention – Professionelles Handeln begründen 68
3.1 Psychomotorisches Verstehen und psychomotorischer Dialog 68
3.2 Die Bedeutung des Spiels 74
3.3 Die Bedeutung von Grundbedürfnissen 75
3.4 Wirkfaktoren der psychomotorischen Gewaltprävention 80
3.5 Prinzipien der psychomotorischen Gewaltprävention 87
4 Praxis der psychomotorischen Gewaltprävention – Prozesse gestalten 93
4.1 Klärung von Anlässen, Anliegen und Aufträgen 93
4.2 Psychomotorische Diagnostik 97
4.3 Planung und Konzeption 101
4.3.1 Angebote für Familien 101
4.3.2 Angebote für Gruppen 106
4.3.3 Angebote für Individuen 108
4.4 Beziehung und Stabilität, Auseinandersetzung mit Entwicklungsthemen und Re-Stabilisierung 110
5 Praxis der psychomotorischen Gewaltprävention – Erfahrungssituationen gestalten 113
5.1 Leitfragen und Gestaltungselemente 113
5.1.1 Leitfragen 113
5.1.2 Prinzipien der körperpsychotherapeutischen Praxis als Gestaltungselemente 115
5.1.3 Reflexive Leiblichkeit: Zum Verhältnis von Erleben und Reflexion 121
5.2 Themenfelder der psychomotorischen Gewaltprävention 125
5.2.1 Erfahrungssituationen zum Spannungsfeld von Leib-Sein und Körper-Haben 126
5.2.2 Erfahrungssituationen zum Spannungsfeld von Autonomie und Zugehörigkeit 143
5.3 Auseinandersetzung mit der materialen und räumlichen Welt: Das Spannungsfeld von Kontrolle und Unverfügbarkeit 168
Ausblick 172
Literatur 174
Sachregister 182
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