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Kapitalismus am Limit Öko-imperiale Spannungen, umkämpfte Krisenpolitik und solidarische Perspektiven
Kapitalismus am Limit
Öko-imperiale Spannungen, umkämpfte Krisenpolitik und solidarische Perspektiven




Ulrich Brand, Markus Wissen

Oekom-Verlag
EAN: 9783987260650 (ISBN: 3-9872606-5-3)
304 Seiten, paperback, 13 x 20cm, März, 2024

EUR 24,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Ein brillant geschriebenes, von großem empirischen und konzeptuellen Wissen genährtes Zeitdokument!«

Jean Ziegler

»Ich habe mich auf der Stelle festgelesen. Wer sich fragt, wie wir noch Bewegung in die spätkapitalistische Todesstarre kriegen, findet hier systematische Antworten und einen Wegweiser in die solidarische Selbstbegrenzung.

Ein unverzichtbares Buch!«

Eva von Redecker

Ulrich Brand und Markus Wissen unterziehen unsere Gegenwart einer kritischen Diagnose. Sie zeichnen nach, wie der Kapitalismus an seine Grenzen gerät, unter Druck gesetzt von sozialen und ökologischen Krisen, aber auch von denjenigen, die die Ausbeutung von Mensch und Natur nicht länger mittragen wollen. Vielfältige Kämpfe entscheiden über die Zukunft der Menschheit, und der Ausgang ist alles andere als gewiss. Wird der Status quo verteidigt und nehmen damit autoritäre Tendenzen zu? Wird sich in Europa ein »grüner Kapitalismus« entwickeln, und welche Folgen hätte dieser für den Rest der Welt? Oder finden wir in eine gerechtere, bessere Art des Wirtschaftens und Lebens?

Ein hellsichtiger Blick auf die Konflikte der Gegenwart von den Autoren des Bestsellers »Imperiale Lebensweise«
Rezension
Klimakrise, Krise internationaler Politik, Menschenrechtskrise, globale Armutskrise, Migrationspolitikkrise, Demokratiekrise, Wirtschaftskrise, Psychokrisen, Wahrheitskrise und Fortschrittskrise. Zurecht wird von einer Polykrise bzw. Multikrise gesprochen. Die einzelnen Krisen existieren nicht unabhängig voneinander, sondern bedingen sich gegenseitig. Lässt sich eine zentrale Ursache für die gegenwärtige Krisenakkumulation identifizieren?
Ja, dieses behaupten Ulrich Brand, Professor für internationale Politik an der Universität Wien, und Markus Wissen, Professor für Gesellschaftswissenschaften an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, in ihrem jüngst im oekom Verlag erschienen Buch „Kapitalismus am Limit. Öko-imperiale Spannungen, umkämpfte Krisenpolitik und solidarische Perspektiven“. Bekanntheit erlangten die beiden Wissenschaftler durch ihr zuerst 2017 erschienenes, mittlerweile in 8. Auflage vorliegendes Buch „Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus“ sowie durch ihre zahlreiche Aufsätze u.a. in den Zeitschriften „Blätter für deutsche und internationale Politik“ und „PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft“.
Auch in ihrem neuen Buch führen die Autoren die Polykrise auf die Kapitalismuskrise zurück, welche in der „imperialen Lebensweise“ zum Ausdruck kommt. Menschen und Natur werden ohne Rücksicht auf Verluste der ökonomischen Verwertungslogik unterworfen. Im globalen Kapitalismus kommt die kapitalistische Wirtschafts- und Sozialform an ihre Grenzen: „Das Neue an der gegenwärtigen Situation ist, dass sich die systemimmanenten Möglichkeiten, sozial-ökologische Krisen durch räumliche und zeitliche Verlagerungen zu bearbeiten, der Erschöpfung nähern.“(S. 19) Mit anderen Worten: „Kapitalismus am Limit“, so der Titel des Buches. Für dessen These können Brand und Wissen überzeugende Belege anführen. Insbesondere verweisen sie auf „öko-imperiale Spannungen“ auf der Welt, denen mit autoritären politischen Praktiken begegnet wird, zum Beispiel autoritären Regimen, Rechtsextremismus und „Petromaskulinität“(Cara Daggett). Zurecht schreiben die Autoren, dass wir Zeit des Übergangs, in einer „Zeitenwende“ leben.
Einer Bearbeitung der Polykrise durch einen Grünen Kapitalismus mit einem Green New Deal erteilen Brand und Wissen eine Absage, da diese Kapitalismusvariante an dem Wachstumsnarrativ festhält und keine grundlegende Transformation der gesellschaftlichen Verhältnisse bewirkt. Die Wissenschaftler selbst plädieren für eine „emanzipatorische Krisenpolitik“, die sich den Zielen Vergesellschaftungen von Gütern und „solidarische Resilienz“ verpflichtet sieht. Hierzu setzen die Wissenschaftler auf „transformative Zellen“, auf NGOs und soziale Bewegungen. Lehrkräfte der Fächer Ethik, Politik und Wirtschaft werden durch das vorliegende Buch motiviert, sich mit den Themen „Krisenethik“ und „Krisenpolitik“ in ihrem Fachunterricht problemorientiert auseinanderzusetzen. Auch ein fächerübergreifender Seminarkurs zum Thema „Krisen der der Gegenwart“ oder „Polykrise“ bietet sich im schulischen Kontext an.
Fazit: Wer die Zusammenhänge zwischen den einzelnen gegenwärtigen Krise und die Struktur der Polykrise begreifen möchte, dem kann das Buch „Kapitalismus am Limit“ von Ulrich Brand und Markus Wissen nur zur Lektüre empfohlen werden.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Ulrich Brand, Markus Wissen
Kapitalismus am Limit
Öko-imperiale Spannungen, umkämpfte Krisenpolitik und solidarische Perspektiven. Von den Autoren des Bestsellers »Imperiale Lebensweise«
ISBN: 978-3-98726-065-0
Softcover, 304 Seiten
Erscheinungstermin: 26.03.2024
»Ein brillant geschriebenes, von großem empirischen und konzeptuellen Wissen genährtes Zeitdokument!«
Jean Ziegler
»Ich habe mich auf der Stelle festgelesen. Wer sich fragt, wie wir noch Bewegung in die spätkapitalistische Todesstarre kriegen, findet hier systematische Antworten und einen Wegweiser in die solidarische Selbstbegrenzung.
Ein unverzichtbares Buch!«
Eva von Redecker
Ulrich Brand und Markus Wissen unterziehen unsere Gegenwart einer kritischen Diagnose. Sie zeichnen nach, wie der Kapitalismus an seine Grenzen gerät, unter Druck gesetzt von sozialen und ökologischen Krisen, aber auch von denjenigen, die die Ausbeutung von Mensch und Natur nicht länger mittragen wollen. Vielfältige Kämpfe entscheiden über die Zukunft der Menschheit, und der Ausgang ist alles andere als gewiss. Wird der Status quo verteidigt und nehmen damit autoritäre Tendenzen zu? Wird sich in Europa ein »grüner Kapitalismus« entwickeln, und welche Folgen hätte dieser für den Rest der Welt? Oder finden wir in eine gerechtere, bessere Art des Wirtschaftens und Lebens?
Ein hellsichtiger Blick auf die Konflikte der Gegenwart von den Autoren des Bestsellers »Imperiale Lebensweise«
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9
Kapitel 1
Kapitalismus und Klimakrise 13
Kapitel 2
Monströse Normalität 31
Kapitel 3
Chronologien einer Krise 53
Kapitel 4
Grüner Kapitalismus 93
Kapitel 5
Öko-imperiale Spannungen 125
Kapitel 6
Autoritäre Politiken 169
Kapitel 7
Solidarische Perspektiven 201
Anmerkungen 243
Literatur 274
Über die Autoren 301