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Für einen ökologischen Sozialismus
Interventionen
Thomas Piketty
Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406837128 (ISBN: 3-406-83712-3)
217 Seiten, paperback, 13 x 21cm, September, 2025
EUR 18,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Was tun, wenn die Welt brennt – und die Reichsten noch Öl ins Feuer gießen? Die Herausforderungen unserer Zeit erfordern globale Lösungen, während paradoxerweise der Nationalismus ein Comeback feiert. Für Thomas Piketty gibt die weltpolitische Lage nicht nur Anlass zur Sorge, sondern auch zu einer erneuten Intervention im Namen echter Veränderung. In dieser Auswahl seiner Kolumnen aus den Jahren 2020 bis 2025 widmet er sich der ökonomischen Ungleichheit in Zeiten der ökologischen Krise – und der Frage, wie wir beides endlich überwinden können.
Rezension
Thomas Piketty (*1971), Professor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris, erlangte Bekanntheit durch sein 2013 veröffentlichtes Buch „Le Capital au XXIe siècle“, das zu einem Weltbestseller avancierte, der in 40 Sprachen übersetzt und mehr als 2,5 Millionen Mal verkauft wurde. Als Fortsetzung seines weltweit diskutierten Bestsellers erschien 2019 seine nicht minder monumentale Analyse „Capital et Idéologie“, in der er eine umfassende Globalgeschichte sozialer Ungleichheit von der „trifunktionalen“ und der Sklavenhalter-Gesellschaft zu der des Hyperkapitalismus und des Postkolonialismus vorlegte. Piketty, der manchen als der „Marx des 21. Jahrhunderts“ gilt, betont gegenüber der vulgärmarxistischen Deutung des Verhältnisses von Basis und Überbau als deterministischer Kausalbeziehung seine Orientierung an der „genuinen Autonomie der Ideen“. Im Unterschied zu Karl Marx und Friedrich Engels, welche die „Geschichte aller bisherigen Gesellschaft“ im „Kommunistischen Manifest“ als die „Geschichte von Klassenkämpfen“ identifizierten, begreift der Ökonomieprofessor diese als die „Geschichte des Kampfs der Ideologien und der Suche nach Gerechtigkeit“. Unter einer Ideologie versteht der französische Wirtschaftswissenschaftler dabei ein „Gefüge von Ideen und Diskursen“ zur Beschreibung der Organisation von Gesellschaft. Folglich ist für ihn soziale Ungleichheit nicht auf ökonomische oder technologische Prozesse zurückzuführen, sondern sie ist ideologischer, politischer Natur. Angesichts der extremen Wohlstandspolarisierung im 21. Jahrhundert fordert Piketty Lehren aus der globalen Geschichte zu ziehen. So plädiert der Ökonom für einen „partizipativen Sozialismus“, dessen Kernelemente u.a. sind: eine progressive Einkommenssteuer, eine Besteuerung von Kohlendioxid-Emissionen, eine „permanente Landreform“, ein Grundeinkommen und eine auf Partizipation der Arbeitnehmer ausgerichtete Machtverteilung in den Unternehmen. Mit seinen Forderungen nach „Sozialeigentum“ und „Eigentum auf Zeit“ zielt Piketty auf eine Überwindung des Kapitalismus ab.
Diese Positionen vertritt er auch in seinen Beiträgen in dem Wirtschaftsmagazin „Surplus“ und in seinen Artikeln für die Zeitung „Le Monde“, die er von September 2020 bis April 2025 dort publizierte. Diese zeichnen sich durch eine prägnante Kommentierung aktueller historischer Entwicklungen und Ereignisse vor dem Hintergrund seiner Analysen aus. Ergänzt um Pikettys Beitrag „Für einen ökologischen Sozialismus“ erschienen seine Zeitungstexte unter dem gleichnamigen Titel im C.H.Beck Verlag, in dem auch seine anderen erfolgreichen Bücher in deutscher Sprache vorliegen. Piketty kann in dem vorliegenden Band angesichts der Klimakrise gute Gründe für die Notwendigkeit eines „demokratischen und ökologischen Sozialismus“ anführen. Die Bewältigung der Klimakrise könne ihm zufolge nicht ohne Entmarktung von Wirtschaftssektoren, wie zum Beispiel dem Verkehr-, Energie-, Bau- und Wohnsektor erfolgen. Piketty setzt dabei auf das revolutionäre Potential der Sozialdemokratie, deren Beiträge zu einer sozial gerechten Gesellschaft im 20. Jahrhundert er zurecht würdigt. Lehrkräfte der Fächer Ethik, Politik und Wirtschaft werden durch die Sammlung von Texten des Ökonomen geradezu aufgefordert, sich in ihrem Unterricht mit den Themen „ökologische Krise“ und „globale Gerechtigkeit“ problemorientiert auseinanderzusetzen.
Fazit: Thomas Pikettys Vorschläge in seinem Buch „Für einen ökologischen Sozialismus. Interventionen“ zur Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse im Hyperkapitalismus mit dem Ziel, einen bewohnbaren Planten Erde zu bewahren, verdienen angesichts der Polykrise in Politik und Gesellschaft diskutiert zu werden.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Piketty, Thomas
Für einen ökologischen Sozialismus
Interventionen.
Was tun, wenn die Welt brennt – und die Reichsten noch Öl ins Feuer gießen? Die Herausforderungen unserer Zeit erfordern globale Lösungen, während paradoxerweise der Nationalismus ein Comeback feiert. Für Thomas Piketty gibt die weltpolitische Lage nicht nur Anlass zur Sorge, sondern auch zu einer erneuten Intervention im Namen echter Veränderung. In dieser Auswahl seiner Kolumnen aus den Jahren 2020 bis 2025 widmet er sich der ökonomischen Ungleichheit in Zeiten der ökologischen Krise – und der Frage, wie wir beides endlich überwinden können.
Soziale Ungleichheit und der Klimawandel gehören ohne Frage zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Thomas Piketty zeigt, dass sich diese globalen Problemlagen gegenseitig bedingen – und nur zusammen gelöst werden können. Die grundlegenden Verflechtungen von Ökonomie und Umwelt betrachtet er im Prisma brisanter Themen und Debatten, von den geopolitischen Verschiebungen und der Renaissance des wirtschaftlichen Protektionismus über den Krieg Russlands gegen die Ukraine bis hin zur Zukunft Israels und Palästinas. Inmitten der aktuellen welt- und wirtschaftspolitischen Tendenzen zur Abschottung hält Piketty ein visionäres Plädoyer: für ein föderales und starkes Europa, eine international vernetzte Linke und eine Globalisierung, die verträglich für Mensch und Umwelt ist. Für einen ökologischen, demokratischen und partizipativen Sozialismus. Für notwendige Utopien.
Inhaltsverzeichnis
1. Für einen ökologischen Sozialismus 9
2. Kann sich die Linke über Europa einig werden? 58
3. Globale Ungleichheiten: Wo stehen wir? 62
4. Wie lassen sich Religionen finanzieren? 67
5. Diskriminierung bekämpfen, Rassismus messen 71
6. Rechte für arme Länder 75
7. Vom Grundeinkommen zur Erbschaft für alle 79
8. Die G7 legalisiert Betrug 83
9. Der chinesischen Herausforderung durch
demokratischen Sozialismus begegnen 87
10. Über den 11. September hinwegkommen 91
11. «Pandora Papers»: Wäre es nicht Zeit, zu handeln? 95
12. Die neuen globalen Ungleichheiten 99
13. Sanktioniert die Oligarchen, nicht das Volk! 103
14. Dem Krieg entgegentreten, Sanktionen überdenken 107
15. Die Rückkehr der Volksfront 111
16. Für ein autonomes Europa und eine
andere Globalisierung 115
17. Eine Königin ohne Lords? 119
18. Den Föderalismus überdenken 123
19. Wohlstand umverteilen, um den Planeten zu retten 127
20. Den Protektionismus neu denken 131
21. Präsident der Reichen, Staffel 2 135
22. Kann man den Verfassungsrichtern trauen? 139
23. Was, wenn die Ökonomen sich ändern würden? 143
24. Für eine Parlamentarische Europäische Union 147
25. Israel-Palästina: Wege aus der Sackgasse 151
26. Die BRICS -Staaten ernstnehmen 155
27. Schluss mit dem Armenhass:
Schützt die öffentlichen Leistungen 159
28. Nach Delors: Europa neu denken 163
29. Bauern: der Beruf mit der größten Ungleichheit 167
30. Wie die deutsche Linke die Prinzen enteignen wollte 171
31. Soll die Ukraine der EU beitreten? 175
32. Für einen binationalen Staat Israel-Palästina 179
33. Für ein geopolitisches Europa – weder naiv noch militaristisch 183
34. Draghi hat recht: Europa muss investieren 187
35. Wie besteuert man Milliardäre? 191
36. Um Europa zu retten, müssen Frankreich
und Deutschland zusammenrücken 194
37. Für eine neue Links-rechts-Kluft 198
38. Demokratie gegen Oligarchie, der Kampf des Jahrhunderts 202
39. Trumps Nationalkapitalismus wird scheitern 206
40. Vertrauen in Europa wiederherstellen 210
41. Die Welt ohne die Vereinigten Staaten denken 214
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