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Einführung in die Grundschuldidaktik
Einführung in die Grundschuldidaktik




Frank Hellmich, Hanna Kiper

Beltz Verlag
EAN: 9783407254238 (ISBN: 3-407-25423-7)
176 Seiten, paperback, 13 x 21cm, 2006

EUR 16,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Dr. phil. Frank Hellmich, Studienrat im Hochschuldienst für die Bereiche Schulpädagogik/ Grundschulpädagogik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Dr. phil. habil. Hanna Kiper, Professorin für Schulpädagogik an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg.

Die Einführung in das Grundlagenwissen der Grundschuldidaktik erfolgt theorie-, empirie- und praxisbezogen. Die Verfasser bündeln interdisziplinäre Perspektiven und berücksichtigen die Erträge aus den Fachdidaktiken, der Entwicklungspsychologie und der Grundschulpädagogik.
Rezension
Die Grundschuldidaktik hat innerhalb der schulischen Didaktiken ihre ganz eigenen Problematiken und bedarf einer gesonderten Darstellung. Denn die Pädagogik im Elementarbereich steht vor ganz eigenständigen Aufgaben, nicht nur in entwicklungspsychologischer Hinsicht, sondern auch von den Lerntechniken und Lernmöglichkeiten her, man denke nur an das Stichwort Anfangsunterricht ... Zugleich muß die Grundschuldidaktik einerseits spezifische Fachdidaktiken ausbringen, z.B. für den Deutsch-, Mathe- und Sachunterricht, muß aber gleichzeitig die fachübergreifenden Kompetenzen sehr deutlich betonen, um die schulische Entwicklung der Grundschüler/innen angemessen zu fördern. Mehr als in anderen Schulstufen steht auch die Kooperation mit den Eltern im Mittelpunkt der Grundschuldidaktik und damit verknüpft auch die Schullaufbahnempfehlung. Alle diese komplexen Sachverhalte werden in dieser kompakten Einführung hilfreich und verständlich erläutert!

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Herausgegeben von Jürgen Oelkers/ Klaus Hurrelmann.
Beltz Studium

Das Buch führt theorie-, empirie- und praxisbezogen in die Grundschuldidaktik ein.
Die Verfasser berichten aus einem interdisziplinären Blickwinkel und berücksichtigen dabei die Erkenntnisse aus den Fachdidaktiken und der Entwicklungspsychologie. Zudem erörtern sie das Berufsleitbild der Kultusministerkonferenz, um die gewandelten Anforderungen an das Profil von Grundschullehrer/innen zu markieren.

Aus dem Inhalt:

· Bisherige Diskussionslinien

· Entwicklungsorientierte Pädagogik

· Pädagogik des Elementarbereichs

· Anfangsunterricht

· Bedingungen des Wissenserwerbs

· Lernfelder

· Fachübergreifende Kompetenzen

· Mit Eltern kooperieren

· Schullaufbahnempfehlungen

· Grundschulforschung - quo vadis?
Inhaltsverzeichnis
Einführung 9

Bisherige Diskussionslinien 12

Inhalte und Themen der Grundschulpädagogik 13
Diskussionslinien in der Grundschulpädagogik 14
Dauer und Gestalt der Grundschule 14
Bestimmung der Aufgaben der Grundschule 15
Bildungsauftrag der Grundschule 16
Lerninhalte in der Grundschule 18
Prinzipien der Grundschularbeit 19
Grundschulgemäßes Arbeiten im Unterricht 19
Unterrichtskonzeptionen 21
Bildungsstandards 22

Entwicklungsorientierte Pädagogik 24

Nachdenken aus entwicklungspsychologischer Sicht 24
Entwicklungsaufgaben 25
Aufbau vonWissen und Können 27
Störungen erkennen 28

Pädagogik des Elementarbereichs 30

Organisationsformen der Kinderbetreuung 30
Vorschulische Erziehung: Konzeptionen und
Wirkungen 31
Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung 33
Pädagogische Konzeptionen 34
Die Überlegungen der Kultusministerkonferenz 37
Frühförderung 39
Frühförderung durch das Trainieren phonologischer
Bewusstheit 39
Pädagogik des Elementar- und Primarbereichs 40

Anfangsunterricht 41

Zur Verzahnung von Elementar- und Primarbereich 41
Schulreife – Schulfähigkeit – Schulbereitschaft 43
Schulbereitschaft – die Überlegungen aus NRW 44
Vorverlegung des Anmeldetermins für den
Schulbesuch 45
Rückstellung oder Einschulung? 46
Schuleingangsphase 47
Kooperation von Kindergarten und Grundschule 47

Bedingungen des Wissenserwerbs 49

Überprüfung von Bedingungen desWissenserwerbs 51
Projekte zur Grundschulforschung 53

Unterrichtsfächer 55

Lehrpläne versus Bildungsstandards 55
Deutsch 56
Sprache 57
Lesen 57
Schreiben 59
Sprache und Sprachgebrauch untersuchen 60
Anfangsunterricht in Deutsch 60
Mathematik 68
Mathematische Inhalte im Grundschulunterricht 69
Arithmetik 69
Algebra 70
Geometrie 71
Größen 72
Umgang mit Daten undWahrscheinlichkeit 72
Anforderungsbereiche im Mathematikunterricht 73
Kontextuelle Aspekte beim Lehren und Lernen von
Mathematik 75
Anfangsunterricht in Mathematik 76
Sachunterricht 82
Sozial- und Kulturwissenschaften 82
Raumwissenschaften 83
Naturwissenschaften 84
Technikwissenschaften 86
Geschichtswissenschaften 86
Fremdsprachenunterricht 87

Fachübergreifende Kompetenzen 90

Förderung begrifflichenWissens 91
Förderung von Problemlösefähigkeit 94
Förderung im Bereich des schlussfolgernden
Denkens 96
Förderung im Bereich des Argumentierens 98
Förderung im Bereich des wissenschaftlichen
Denkens 99
Aufbau realitätsbezogener Selbstkonzepte 102
Förderung von Interessen und Lernmotivationen 106
Förderung selbst regulierten Lernens 110

Lehren und Lernen 114

Bedingungen schulischen Lehrens und Lernens 114
Grundschuldidaktik und Lehr- und Lerntheorien 115
Psychologische Theorien des Lehrens und Lernens 116
Lehren und Lernen aus kognitivistischem Blickwinkel .. 117
Lehren und Lernen aus konstruktivistischem
Blickwinkel 118
Lehren und Lernen durch Instruktion und
Konstruktion 120
Lernen in institutionalisierten Kontexten 121
Entwicklungsgemäßer Grundschulunterricht 123
Grundschulpädagogik und Lehr- und Lernforschung 125
Entwicklungsorientierter Grundschulunterricht heute 127
Lehr- und Lernmethoden 130
Entdeckendes Lehren und Lernen 130
Problemorientiertes Lehren und Lernen 133
Computerunterstütztes Lernen und Lehren 133

Mit Eltern kooperieren 136

Die Kooperation mit Eltern gestalten 136
Zur Unterscheidung von Schule und Familie 137
Zur Unterscheidung der Aufgaben von Elternhaus
und Schule 139
Transparenz herstellen 140
Hinweise geben 141
Professionell kommunizieren 141

Schullaufbahnempfehlungen 144

Übergänge und Übertrittsregeln 144
Das Grundschulgutachten 146
Übergänge aus der Grundschule pädagogisch gestalten .... 148
Zur Prognose von Schullaufbahnen 149
Grundschulunterricht und Lebenschancen 150
Lernmilieus und Bildungsgänge 151

Grundschulforschung – quo vadis? 153

Grundschulforschung unter konzeptionellem Aspekt 153
Grundschulforschung unter empiriebezogenem Aspekt ... 156

Literaturverzeichnis 159

Stichwortverzeichnis 173

Leseprobe:

Einführung
Das Anliegen dieses Bandes ist eine Einführung in das Grundlagenwissen
der Elementar- und Grundschuldidaktik. Die Darstellung
der Themen in den einzelnen Kapiteln erfolgt gleichermaßen
theorie-, empirie- und praxisbezogen. Wir bündeln verschiedene
disziplinäre Perspektiven und berücksichtigen bei unseren Darstellungen
Erträge aus den Fachdidaktiken und der Entwicklungspsychologie.
Zunächst skizzieren wir bisherige Diskussionslinien in der
Grundschulpädagogik. Wir stellen das Berufsleitbild der Kultusministerkonferenz
(KMK) an den Anfang, um die Berufsaufgaben zu
markieren. Auf dieser Grundlage nennen wir Inhalte und Themen
der Grundschulpädagogik, Kontroversen um Auftrag, Gestalt und
Dauer dieser Schulform, diskutieren den Bildungsauftrag der
Grundschule und nennen – in Anlehnung an die Bestimmungen
der KMK – die Lernbereiche und Fächer, Prinzipien der Grundschularbeit
und Konzeptionen des Grundschulunterrichts.
Wir stellen grundsätzliche Überlegungen einer entwicklungsorientierten
Pädagogik vor. Die Didaktik des Elementar- und Primarbereichs
muss auf der Grundlage des Wissens über kindliche Entwicklungsprozesse
Erziehung, Bildung und Lernen so anlegen, dass
Kinder die jeweiligen Entwicklungsaufgaben durch geeignete Arrangements,
die Spiel- und Lernerfahrungen ermöglichen, durch
Stimuli und Lehr-Lern-Prozesse erfolgreich bewältigen. Wir stellen
dar, dass der Elementarbereich und die Grundschule stärker als
bisher, ausgehend vom Konzept »anschlussfähiger Bildung«, Bildungs-
und Lernprozesse anlegen muss, die ein erfolgreiches Weiterlernen
in den sich anschließenden Einrichtungen ermöglichen.
Im Kapitel über die Pädagogik des Elementarbereichs zeigen wir,
mit welchen Fähigkeiten und Fertigkeiten die Kinder in diese
Schulform eintreten mit dem Ziel, Grundschullehrkräften ein kompetentes
Kooperieren mit den Pädagoginnen und Pädagogen des
Elementarbereiches, auch unter dem Gesichtspunkt einer frühen
Förderung der Kinder zu ermöglichen. Neben einer Auseinandersetzung
mit der organisatorischen Gestalt der Angebote im Elementarbereich
interessieren uns die pädagogischen Konzeptionen.
Übergänge aus dem Elementar- in den Primarbereich sind Einschnitte
im kindlichen Lebenslauf. Von daher besteht die Notwendigkeit,
sie pädagogisch zu begleiten und zu gestalten. Im Kapitel:
Anfangsunterricht diskutieren wir Modelle einer Verzahnung von
Elementar- und Primarbereich und, basierend auf einer Unterscheidung
der Begriffe Schulreife, Schulfähigkeit und Schulbereitschaft,
neuere Konzeptionen der Förderung der Kinder.
Im Kapitel Bedingungen des Wissensaufbaus gehen wir thematisch
auf verschiedene Einflussfaktoren ein, die das Verhalten von
Kindern, ihre Sozialisationsprozesse sowie ihre Kompetenzentwicklung
im Verlauf der Kindergarten- und der Grundschulzeit prägen.
Wir unterscheiden in diesem Zusammenhang zwischen individuellen,
institutionellen und außerinstitutionellen Bedingungen bei
Wissenserwerbsprozessen.
In einem weiteren Kapitel widmen wir uns Fragen nach domänenspezifischen
Bildungsprozessen, die es im Grundschulunterricht,
speziell im Anfangsunterricht, zu initiieren gilt. Den Schwerpunkt
unserer Betrachtungen legen wir – als Reaktion auf die von
der Ständigen Kultusministerkonferenz erlassenen Bildungsstandards
für den Grundschulbereich (vgl. KMK 2004a/b) – auf die so
genannten Kernfächer des Grundschulunterrichts: Deutsch und
Mathematik. Daneben skizzieren wir unter inhaltlichem und anforderungsbezogenem
Aspekt das Unterrichten im Sachunterricht
und im Fremdsprachenunterricht.
Im Vordergrund des sich anschließenden Kapitels steht die Förderung
fachübergreifender Kompetenzen und motivationaler Einstellungen.
Im darauf folgenden Abschnitt thematisieren wir das Lehren
und Lernen im Grundschulunterricht. Dabei setzen wir uns mit
dem Verhältnis von Grundschuldidaktik und psychologischen Theorien
des Lehrens und Lernens auseinander.Wir markieren, inwiefern ein Lernen
in institutionellen Kontexten anders anzulegen ist
als das Lernen eines einzelnen Kindes.Wir entfalten die Konzeption
eines entwicklungsorientierten Grundschulunterrichts und markieren
Ansätze zu seiner Weiterentwicklung.Wir gehen auf Lehr- und
Lernverfahren ein, die besonders geeignet sind, Wissen von Kindern
bei der Bearbeitung von Problemen und bei der Auswertung
von Erfahrungen zusammenzubinden. Abschließend denken wir
über Chancen und Probleme des computerunterstützten Lehrens
und Lernens nach.
Unter der Überschrift: Mit Eltern kooperieren diskutieren wir,
welche Auswirkungen die veränderte Position der Eltern, auch
durch qualitätssichernde Verfahren wie Schulinspektionen und
Schulevaluationen, für die Gestaltung der geforderten Kooperation
im Bereich Erziehung und Lernen hat.Wir plädieren dafür, auf der
Grundlage einer deutlichen Trennung der Aufgaben von Schule
und Elternhaus und der Unterscheidung der professionellen Rolle
der Lehrkräfte und der persönlich bestimmten Interaktion der Eltern
mit ihren Kindern, diese Kooperation komplementär anzulegen.
Während in vielen anderen Ländern die Grundschule bis zu
neun Schulbesuchsjahre umfasst und die Schülerinnen und Schüler
lange gemeinsam beschult werden, endet die gemeinsame Schulzeit
in der Bundesrepublik Deutschland nach vier (in Berlin und Brandenburg:
nach sechs) Schulbesuchsjahren. Die große Spreizung in
den Schulleistungsergebnissen der Schülerinnen und Schüler und
die hohe soziale Selektivität des deutschen Schulsystems hängen
auch mit dem frühren Übergang in die weiterführenden Schulen,
den unterschiedlich förderlichen Schulkulturen und der Praxis der
Schullaufbahnempfehlungen zusammen. In diesem Kapitel erörtern
wir Übertrittsregeln, Verfahren zur Erstellung der Grundschulgutachten,
ihren prognostischen Wert und Fragen der Gestaltung des
Übergangs in die weiterführenden Schulen.
Am Ende des vorliegenden Buches besprechen wir zukünftige
Perspektiven und Entwicklungstendenzen im Bereich der Grundschulforschung.

Münster/Oldenburg, im April 2006 Frank Hellmich/Hanna Kiper
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