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Caspar David Friedrich
Abendlicht. Einundzwanzig Himmel
Florian Illies (Hrsg.)
Schirmer-Mosel
EAN: 9783829610186 (ISBN: 3-8296-1018-1)
80 Seiten, kartoniert, 17 x 23cm, Oktober, 2024
EUR 19,80 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Wer Friedrichs Bilder anschaut, wird Zeuge eines ungeheuren Vorgangs: Man sieht darauf Menschen, die den abendlichen Himmel anschauuen, als wäre es die erste Dämmerung, als käme die erste Nacht, als würden sie alles zum ersten Mal sehen, so andächtig sind sie und so ergriffen.
Florien Illies
Rezension
„Mönch am Meer“(1808-10), „Gebirgslandschaft mit Regenbogen“(1809/10), „Auf dem Segler“(1818), „Elblandschaft“(~1820), „Mondaufgang am Meer“(1821), „Der einsame Baum“(1822), „Felsenriff am Meeresstrand“(1824), „Seestück bei Mondschein“(~1827), „Der Abendstern“(~1830), „Zwei Männer bei Betrachtung des Mondes“(1830/35), „Das Große Gehege bei Dresden“(1832). Was verbindet diese bekannten Ölgemälde von Caspar David Friedrich (1774-1840) miteinander? Alle diese Kunstwerke haben das „Abendlicht“ zum Gegenstand.
21 beeindruckende Bilder mit diesem Motiv des bekanntesten deutschen Repräsentanten der Romantik in der Kunst finden sich in dem 80seitigen Bändchen abgedruckt „Caspar David Friedrich. Abendlicht. Einundzwanzig Himmel“, erschienen bei Schirmer/Mosel. Dieser wird herausgegeben von Florian Illies (*1971), der zu dem Buch den Essay „Im Abendlicht. Wenn die Sonne sinkt, beginnen Friedrichs Himmel von innen zu leuchten“ verfasste. Der Autor und Kunsthistoriker erlangte Bekanntheit u.a. durch Werke wie „Generation Golf“(2000), „1913. Der Sommer des Jahrhunderts“(2012) und zuletzt durch „Zauber der Stille. Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeit“(2023). Wie in seinem letzten Buch vertritt Illies auch in dem Essay zu dem vorliegenden Band die These, dass es in den Bildern des romantischen Malers um die „Sehnsucht nach der dauernden Präsenz Gottes“(S. 15) geht, die in dem Menschen insbesondere bei Anbruch des Abends aufkomme. Diese religiöse Interpretation des Œuvres ist in der Kunstgeschichte nicht neu, sie wurde zum Beispiel schon prominent von dem Caspar David Friedrich-Experten Helmut Börsch-Supan (*1933) vertreten. Demnach visualisiere Friedrich in seinen Arbeiten die Besinnung des Menschen auf das Innere und die Transzendenz durch die Sakralisierung der Natur. Gestützt werden kann die Deutung durch die kunsttheoretischen Reflexionen des Künstlers in seinem Manuskript „Äusserungen bei Betrachtung einer Sammlung von Gemälden von größtenteils noch lebenden und unlängst verstorbenen Künstlern“(~1830). Dort stellt Friedrich u.a. die Behauptung auf: „Die Kunst tritt als Mittlerin zwischen die Natur und den Menschen. […] Der edle Mensch (Maler) erkennt in allem Gott, der gemeine Mensch (auch Maler) sieht nur die Form, nicht den Geist.“ Illies verdeutlicht seine These von der Visualisierung von der allabendlichen Trostspendung Gottes anhand von knappen kunstgeschichtlichen Beschreibungen der 21 von ihm ausgewählten Gemälde. Lehrkräfte des Faches Bildende Kunst werden durch die Publikation motiviert, sich in ihrem Unterricht mit den vielfältigen Arbeiten und der Kunsttheorie des Großkünstlers auseinanderzusetzen.
Fazit: Der ästhetisch überaus gelungene Band „Caspar David Friedrich. Abendlicht“, herausgegeben von Florian Illies, gibt einen prägnanten Einblick in das Werk und die Kunsttheorie des Jahrhundertkünstlers.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Caspar David Friedrich (1774–1840), dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, hat die Kunstgeschichte wie die Betrachter seiner Bilder immer wieder beschäftigt. Sein Werk gilt als der Inbegriff der Romantik, jener angeblich typisch deutschen „Innerlichkeit“, die den Unruhen der Zeit – nicht nur seiner – und den eigenen Selbstzweifeln den Zauber der Stille entgegensetzt. Florian Illies (geb. 1971) gab seinem im letzten Jahr bei Fischer erschienenen Buch über Caspar David Friedrich diesen Titel und führt ihn jetzt unter dem Motto Abendlicht in unserer Visuellen Bibliothek weiter aus. Untergehende Sonnen, nebelverhangene Abenddämmerungen, Mondaufgänge am Meer, von nur wenigen, meist in Rückenansicht wiedergegebenen Menschen betrachtet – fernab von Tristesse oder Gefühlsseligkeit weckt Friedrichs Malerei Sehnsüchte, löst Stimmungen aus, eröffnet Horizonte …
Inhaltsverzeichnis
Im Abendlicht
Wenn die Sonne sinkt, beginnen
Friedrichs Himmel von innen zu leuchten
FLORIAN ILLIES
7
Tafeln
27
Lebensdaten
69
Bildnachweis
75
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