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Kopftuchdebatten in Europa Konflikte um Zugehörigkeit in nationalen Narrativen
Kopftuchdebatten in Europa
Konflikte um Zugehörigkeit in nationalen Narrativen




Anna C. Korteweg, Gökce Yurdakul

Transcript
EAN: 9783837632712 (ISBN: 3-8376-3271-7)
296 Seiten, paperback, 15 x 23cm, Juli, 2016

EUR 29,99
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Kopftuch und Identität: Wie sprechen muslimische Frauen in nationalen Debatten für sich und welcher Widerhall begegnet ihnen?

Anna C. Korteweg und Gökce Yurdakul analysieren Prozesse der In- und Exklusion anhand »nationaler Narrative« sowie öffentlicher Zugehörigkeitsdiskurse zu geographischen Gemeinschaften in Frankreich, der Türkei, den Niederlanden und Deutschland. Den Fokus legen sie hierbei auf die medialen und politischen Diskussionen zu Kopftuch, Niqab und Burka, die zwischen Ablehnung, Toleranz und Aushandlung changieren. Die Aussagen muslimischer Frauen zeigen dabei, wie anhand der Kopftuchdebatten die Bedeutung nationaler Zugehörigkeit überdacht, bekräftigt und potenziell neu artikuliert werden kann.

Mit einem Vorwort von Naika Foroutan.

Anna C. Korteweg ist Professorin für Soziologie an der Universität Toronto. Sie publiziert zu Gender, Rassismus sowie Fragen der Integration von Zugewanderten in Nordamerika und Westeuropa.

Gökce Yurdakul ist Georg-Simmel-Professorin für Diversity and Social Conflict am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Zudem ist sie Co-Leiterin der Abteilung »Wissenschaftliche Grundfragen zu Integration und Migration« am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung.
Rezension
Dieser Tage im Hochsommer 2016 wird einmal mehr über das Burka-Verbot (Vollverschleierungsverbot) debattiert und der Burkini wird an manchen französischen Stränden verboten. Im Kopftuch-Streit bündeln sich gesellschaftliche Konflikte: Staatliche Neutralität, Frauenbilder, »echte« oder »falsche« Toleranz, Integration, Religionsfreiheit etc. Das Kopftuch hat längst auch an deutschen Schulen Konflikte hervorgerufen, er ist zum Exempel für das Zusammenleben der Kulturen geworden. Die medialen und politischen Diskussionen zu Kopftuch, Niqab und Burka bewegen sich zwischen Ablehnung, Toleranz und Aushandlung. Eine ambivalente Haltung gegenüber Musliminnen und Muslimen zeigt sich nicht nur anhand etablierter Stereotype, sondern findet ihren Ausdruck auch in den Haltungen zu politisch und öffentlich diskutierten Themen wie Beschneidung, Moscheebau oder religiösen Symbolen im öffentlichen Raum, worunter auch das Kopftuch fällt. Dieses Buch zeigt, wie muslimische Frauen in nationalen Debatten für sich sprechen in Frankreich, der Türkei, den Niederlanden und Deutschland.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagworte:
Kopftuch, Nationales Narrativ, Toleranz, Zugehörigkeit, Migration, Muslimische Frauen, Europa, Islam, Politische Soziologie, Zivilgesellschaft, Soziologie
Adressaten:
Politische Soziologie, Politikwissenschaften, Gender Studies, Kulturwissenschaften, Ethnologie, Islamwissenschaften sowie die interessierte Öffentlichkeit
Inhaltsverzeichnis
Vorwort | 7
Danksagung | 13

1. Nationale Narrative
Eine Analyse von Konflikten um Zugehörigkeit | 17

2. Republikanismus, Laïcité und Geschlechtergerechtigkeit
Das Kopftuchverbot in Frankreich | 35

3. Zwischen Säkularismus, Demokratie und Islam
Die Umdeutung des Kopftuchs in der Türkei | 89

4. Was heißt Toleranz?
Das Kopftuch in den Niederlanden | 137

5. Homogenität oder Diversität?
Die Interpretation des nationalen Narrativs in den deutschen Kopftuchdebatten | 185

6. Die Politik des Kopftuchs
Nationale Zugehörigkeit neu denken | 231

Methodologischer Anhang | 247
Anmerkungen | 261
Literatur | 271