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Gott im Wort - Gott im Bild Bilderlosigkeit als Bedingung des Monotheismus?
Gott im Wort - Gott im Bild
Bilderlosigkeit als Bedingung des Monotheismus?




Andreas Wagner, Volker Hörner, Günter Geisthardt (Hrsg.)

Neukirchener Verlagshaus
EAN: 9783788721114 (ISBN: 3-7887-2111-1)
212 Seiten, paperback, 14 x 22cm, 2005

EUR 24,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Kann man Gott, den Herrn der Geschichte, im Bild fassen? Dem Alten Testament scheint nur der Verzicht auf das Bild dem konkurrenzlos einzigen Gott angemessen. Mit Jesus Christus, der Inkarnation Gottes in anschaulicher, bildlich darstellbarer Gestalt, kehren die Bilder zurück. Bilderlosigkeit und Bilderorientierung bleiben entgegengesetzte Pole in der Geschichte des Christentums. Die Beiträge des Buches beleuchten den Umgang mit Bildern, den die verschiedenen Konfessionen und Kirchen hervorgebracht haben.



Andreas Wagner, Dr. theol., M.A. (phil.), ist Privatdozent für Altes Testament und Forschungsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Heidelberg.



Volker Hörner ist Direktor der Evangelischen Akademie der Pfalz.



Günter Geisthardt, Dr. theol., ist Lehrer des Zentrums für die theologische

Aus- und Fortbildung der Evangelischen Kirche der Pfalz.




Rezension
Mit dem jüdisch-christlichen Monotheismus scheint das Bilderverbot wesentlich verbunden; der biblische Gott ist kein Kultobjekt wie andere und weder räumlich zu fixieren noch namentlich zu fassen (Ex 3,14). Im Verbot, sich ein Bildnis von Gott zu machen, spiegelt sich Gottes monotheistische Exklusivität. Auch im Neuen Testament und damit im Christentum dominiert zunächst die Bilderlosigkeit, dann aber setzt in der Kirchengeschichte ein erbitterter Streit zwischen Bilderverehrern und Bilderstürmern (Ikonodulen und Ikonoklasten) ein, -Schwerpunkte in der Auseinandersetzung im 7./8. und 15./16. Jhdt (Reformation). - Unsere heutige Welt ist wesentlich von Bildern geprägt. Auch von hier aus ergibt sich eine neue Anfrage an die "Bilderlosigkeit als Bedingung des Monotheismus" (Untertitel). Im Kontext von Bildersturm und Bilderflut steht mithin das jüdisch-christliche Gottes-Bild in seinem Kern zur Debatte. Dieses Buch beleuchtet die Fragestellung in erfreulich vielfältiger Hinsicht und ist mit einem entsprechenden biblischen Stellenregister ausgestattet.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
ANDREAS WAGNER
Alttestamentlicher Monotheismus und seine Bindung an das Wort 1

MICHAEL TILLY
Antijüdische Instrumentalisierungen des biblischen Bilderverbots 23

ROMAN HEILIGENTHAL
Der johanneische Gemeindekonflikt. Hintergründe der Konfliktparänese im Johanneischen Schrifttum 31

FRIEDRICH W. HORN
Die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes und die vergänglichen Bilder der Menschen. Überlegungen im Anschluss an Röm 1,23 43

KATHARINA GRESCHAT
Gregor des Großen Auseinandersetzung mit Serenus von Marseille um die Frage der Bilder 59

THOMAS LENTES
Soweit das Auge reicht... Sehrituale im Spätmittelalter 75

IRENE DINGEL
„Daß wir Gott in keiner Weise verbilden." Die Bilderfrage zwischen Calvinismus und Luthertum 97

CHRISTOPH WAGNER
Der unsichtbare Gott — Ein Thema der italienischen Renaissancemalerei? 113

BERNHARD JANZ
Die Darstellung Gottes in den Oratorien von Johann Joseph Fux (1660-1741) 143

VASILIOS MAKRIDES
Ikonen / sakrale Bilder und ihre Bedeutung für eine vergleichende Kulturgeschichte des Christentums 151

ALBRECHT GRÖZINGER
Gottesbilder in der Postmoderne 165

FRIEDRICH SCHWEITZER
Autobiographie als Bildersturm - Bilderlosigkeit als Voraussetzung religiöser Reife? 179

MARTIN LEINER
Eindeutiges Wort und vieldeutiges Bild ? Auf dem Weg zu einer neuen Theologie des Bildes 189

MICHAEL WELKER
Weinwunder - Weinstock - lebendiges Wasser - Geist:
Die anstößige Botschaft auf der Hochzeit zu Kana 201

Autoren und Herausgeber 207
Stellenegister 211