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Ein Gott und ein Herr Zum Kontext des Monotheismus im Neuen Testament
Ein Gott und ein Herr
Zum Kontext des Monotheismus im Neuen Testament




Wiard Popkes, Ralph Brucker (Hrsg.)

Neukirchener Verlagshaus
EAN: 9783788720704 (ISBN: 3-7887-2070-0)
168 Seiten, kartoniert, 13 x 21cm, 2004

EUR 19,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die Aufsatzsammlung befaßt sich aus verschiedenen Perspektiven mit dem Kontext des Monotheismus im Neuen Testament. Die Apostelgeschichte zeigt, wie der christliche Gottesglaube im religiösen Panorama ihrer Zeit zu positionieren ist. Der Epheserbrief mit seinem Thema der "Eins-heit Gottes und der Einheit der Kirche" fängt eine monarchische Tendenz durch das Motiv der Liebe auf. Die Zuordnung der Elemente des Heno-, Mono- und Polytheismus in 1Kor 8,1–6 erreicht Paulus im Blick auf Christus-Akklamation und monotheistisches Bekenntnis. Das Thema "Jesus als Gott" erhält im Neuen Testament nur selten eine eindeutige Antwort; eigentümlich ist vielmehr ein Zustand der Schwebe. Das Bekenntnis des Einzelnen zu Gott als Konstituierung des individuellen Subjekts ist ein Novum im pluralistischen Raum der hellenistisch-römischen Religion. Mit Hilfe der Systemtheorie Luhmanns wird der christliche Gottesbegriff als einerseits monotheistisch, andererseits nicht-monotheistisch differenziert.



Wiard Popkes, Dr. theol, ist Professor emeritus für Neues Testament an der Universität Hamburg.



Ralph Brucker, Dr. theol, ist wissenschaftlicher Assistent für Neues Testament an der Universität Hamburg.


Rezension
Die Monotheismus-Diskussion ist in vollem Gange; der Monotheismus gilt längst nicht mehr mit Schleiermacher als Höchstform der Religiosität, sondern gerät angesichts der monotheistischen Ansprüche gleichermaßen von Christentum und Islam unter Ideologie- und Totalitätskritik. Ist der Monotheismus Ausdruck eines überholten Einheitsdenkens und in der Postmoderne unhaltbar? Die hier anzuzeigende Aufsatzsammlung greift in den Diskurs aus neutestamentlicher Sicht ein. Insgesamt veranschaulicht der Band, dass das Neue Testament keine eindeutige Antwort auf das Problem des Monotheismus gibt, - wie auch angesichts der Vielfalt neutestamentlicher Schriften und Entwürfe?! Immerhin ist das Bekenntnis des Einzelnen zu Gott etwas grundlegend Neues im Kontext hellenistisch-römischer Religiosität. Zugleich bleibt die Frage offen, ob das Christentum angesichts von Christologie und Trinitätslehre überhaupt monotheistisch ist.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort V

Wiard Popkes
Einführung 1

Oda Wischmeyer
Gottesglaube, Religionen und Monotheismus in der Apostelgeschichte 9

Gerhard Seilin
Monotheismus im Epheserbrief - jenseits von Theokratie und Ekklesiokratie 41

Eve-Marie Becher
"Heis Theos" und 1 Kor 8. Zur frühchristlichen Entwicklung und Funktion des Monotheismus ... 65

Ralph Brucker
Jesus als Gott. "Theos" als christologischer Hoheitstitel und seine Implikationen für den neutestamentlichen Monotheismus 101

Dierk Starnitzke
Ist der eine Gott in sich selbst unterscheidbar? Monotheismus in systemtheoretischer Sicht ... 139

Stellenregister 161
Namenregister 167