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Wir verlieren unsere Töchter
Wie Leistungsdruck, Schönheitswahn und Social Media unsere Mädchen zerstören
Jana Frey
Bastei Lübbe
, Quadriga Verlag
EAN: 9783869951690 (ISBN: 3-86995-169-9)
288 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 22cm, August, 2026
EUR 22,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Warum Mädchen unter dem enormen gesellschaftlich-sozialen Druck zerbrechen und was wir dagegen tun können
Unsere Mädchen wachsen in einer Welt auf, die ihnen alles verspricht und gleichzeitig alles abverlangt. Sie sollen erfolgreich in der Schule sein, selbstbewusst im Alltag und makellos aussehen. Doch hinter den Hochglanzbildern und Likes wächst eine stille Verzweiflung.
Die Bestsellerautorin Jana Frey blickt schonungslos und zugleich empathisch auf die Lebenswelt heutiger Teenager. Mit eindringlichen Geschichten, aktuellen Erkenntnissen und persönlichen Einblicken zeigt sie, wie gefährlich das unsichtbare Geflecht aus Erwartungen, Selbstoptimierung und vermeintlicher Perfektion geworden ist.
Dieses Buch ist ein Weckruf für Eltern, für Lehrerinnen und Lehrer, für uns alle: Wenn wir unsere Töchter schützen wollen, müssen wir jetzt handeln.
Jana Frey, 1969 in Düsseldorf geboren, gehört zu den einfühlsamsten Stimmen der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur. Sie ist eine Erzählerin, die zugleich empathisch, analytisch und der Lebenswelt junger Menschen zugewandt ist. Jana Frey hat vier Kinder und lebt mit ihren beiden Jüngsten in Süddeutschland. Ihr Werk umfasst über hundert Bücher, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden und vom poetischen Bilderbuch bis zum gesellschaftlich relevanten Jugendroman reichen. Sie nähert sich Themen wie Selbstzweifel, Essstörungen, psychischen Belastungen, familiären Krisen, Gewalt, Einsamkeit oder Sucht mit einer Mischung aus emotionaler Tiefe und präziser Beobachtung – niemals belehrend, niemals beschönigend. Freys Bücher geben jenen jungen Menschen eine Stimme, die im Lärm der Gegenwart oft überhört werden. Diese Nähe entsteht auch aus ihrer praktischen Arbeit mit Jugendlichen. Jana Frey leitet Schreibwerkstätten und Improvisationstheatergruppen für junge Menschen, begleitet kreative Prozesse und öffnet Räume, in denen Jugendliche ihre eigene Sprache, Kraft und Ausdrucksform finden können. Darüber hinaus ist sie in der Elternberatung tätig. Jana Frey schreibt nicht aus Distanz, sondern aus unmittelbarer Nähe – zu Kindern, zu Jugendlichen, zu Familien. Sie weiß, wie sich Krisen anfühlen, kennt aber auch die stille Kraft der Hoffnung, die selbst im chaotischsten Alltag zu finden ist. Ihre Bücher wirken wie ein geschützter Raum in einer überreizten Welt: ein Ort, an dem junge Menschen gesehen werden und Erwachsene lernen können, ihnen wirklich zuzuhören.
Rezension
Ein schonungsloser Blick auf die Lebenswelt heutiger weiblicher Teenager: ein gefährliches, unsichtbares Geflecht aus Erwartungen, Selbstoptimierung und vermeintlicher Perfektion, an dem nicht wenige Mädchen zerbrechen - so die Analyse der Autorin, die in vielfältigen Praxisfeldern einen intensiven Einblick in die Lebens- und Gefühlswelten von Teenagerinnen hat. Sie merkt im Hinblick auf ihr bekannte Abiturientinnen an: "Früher nannte man es Abitur »Reifezeugnis« – ein Begriff, der heute fast zynisch klingt, wenn man ihn auf viele Vertreterinnen und Vertreter der Generation Z anwendet. Reife? Bildung? Reflexion? Stattdessen verlieren sich viele junge Mädchen in Äußerlichkeiten und erschreckender Oberflächlichkeit. Ihr Selbstwert scheint direkt vom Algorithmus abhängig – und von der Anzahl an Likes unter dem neuesten Selfie." Dieses Buch ist kein Abgesang auf eine ganze Generation, aber es stellt Fragen, die unbequem sind: Was bedeutet es, wenn politisches Interesse durch Aufmerksamkeitssucht ersetzt wird? Wenn Bildung nicht in Engagement mündet, sondern in Selbstverlust? Wenn ein Reifezeugnis nur noch den schulischen Endpunkt markiert, aber kein geistiges Erwachsenwerden mehr bescheinigt?
Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Einleitung — 13
Mädchen unter Druck — 16
Warum dieses Buch? — 19
Teil I – Mädchen im Wandel der Zeit –
eine Generationengeschichte — 23
Wilde Mädchen – Erinnerungen an eine leichte Zeit — 25
Fünf Jahrzehnte – fünf Prägungen — 30
Mädchen in den Nachkriegsjahren – Disziplin und Anpassung — 30
Von Märchenbüchern zum Fernsehen — 33
Aufklärung und das Schweigen der Erwachsenen — 34
Die »Bravo« und der Beginn einer Jugendkultur — 35
Die Eltern: Autorität und Fürsorge — 35
Lehrer und Respektkultur — 36
Politik: Ein Thema für Erwachsene — 36
Das andere Geschlecht: Unsicherheit und Neugier — 37
Konfirmation: Der soziale Übergang — 37
Wirtschaftswunder und neue Rollenentwürfe — 37
Zwei Welten – und der Wunsch nach einer eigenen — 38
Mädchen in den 1960ern: Zweifel und Aufbruch — 39
Bildung in dieser Umbruchszeit — 39
Studentinnen und der Protest gegen das Establishment — 39
Kommunen, Körper und Kollektive — 40
Zwischen Revolte und Realität — 41
Ein Jahrzehnt, das Fragen stellte — 41
Mädchen in den 1970ern – Protest und Selbstbehauptung — 42
Alltag: Zwischen Wohlstand und Aufbruch — 42
Schule: Reformen, Mitbestimmung und neue Lehrerbilder — 43
Antiautoritäre Erziehung: Vom Gehorsam zum Gespräch — 44
Familienleben: Zwischen Gemütlichkeit und Aufbruchsstimmung — 45
Mode: Ausdruck von Haltung — 45
Aufklärung: Wissen statt Schweigen — 46
Beziehungen: Liebe, Emanzipation, Abgrenzung — 46
Politisches Bewusstsein: Die Welt wird zum Thema — 47
Unbequeme Bücher — 48
Musik und Fernsehen: Idole und Identitäten — 49
Freizeit und Freiheitsgefühl — 49
Familienkonflikte: Generationen im Gespräch — 50
Beruf und Zukunftspläne — 50
Sprache, Selbstverständnis und neue Werte — 50
Mädchen in den 1980ern – Freiheit und Widerstand — 51
Politik und Protest: Startbahn West, Hafenstraße und das neue Bewusstsein — 52
Schule und Bildung: Chancen, Druck und Aufbruch — 53
Medien, Popkultur und Mode – die Inszenierung der Freiheit — 53
Ostdeutschland – Gleichheit und Grenzen — 55
Gesellschaft und Zukunftsangst — 56
Mädchen in den 1990ern – Individualität und Unsicherheit — 56
Alltag im Umbruch — 57
Schule und Bildung: Mädchen holen auf — 57
Politik und Gesellschaft: Zwischen Einheit und Unsicherheit — 58
Medien und Idole: Glitzer, Glamour und neue Bilder — 58
Der Kinderkanal — 61
Körper und Selbstwert — 62
Das Phänomen Pippi Langstrumpf:
»Ich bin sommersprossiger und schöner denn je!« — 64
Teil II – Die Gegenwart – zwischen Überforderung und Identitätsverlust — 81
Was hat sich in der Zwischenzeit verändert? — 83
Zu viel des Guten: Wie eine Generation Pädagogik neu erfand – und Grenzen verlor — 87
Überfordernde Sexualisierung — 94
Jugendwort aus der Pornoszene — 102
Party mit sexuellen Übergriffen — 104
Rudelbumsen und Dickpics — 109
Dark Romance — 113
Verängstigende Aufklärung — 120
Frühsexualisierung durch Konsumästhetik — 125
Vergleich zweier Mädchen aus der Literatur –
Pippi Langstrumpf und Ida Kronenberg — 127
Stringtangas für kleine Mädchen — 131
Der Zwang zur perfekten Oberfläche — 137
Schöne Zähne — 139
Mobbing in der Schule − was Lehrkräfte tun können — 142
Duck Faces — 146
Sprachwandel und Schimpfwörter — 149
»Fotze« — 150
»Bitch« — 153
Das sprachliche Problem mit der Scheide — 158
Die Wahrnehmung der weiblichen Genitalien
im Laufe der Geschichte — 159
Frühzeit und Antike — 159
Mittelalter — 159
Neuzeit und Aufklärung — 160
19. und frühes 20. Jahrhundert — 160
Zweite Frauenbewegung (ab 1960/70er Jahren) — 161
Ein Körperteil mit vielen Namen — 162
Die »Scheide« – sprachlicher Ursprung auf die Schnelle — 163
Namensfreiheit — 164
Transidentität – Mädchen, Körper und Selbstbild — 168
Die Reaktion des Umfelds — 173
Einblicke in ein psychotherapeutisches Erstgespräch — 175
Eine Frage der Entscheidungsfreiheit — 178
Leistungsdruck in allen Bereichen — 181
Spielen heute und früher — 184
Heutiger Alltag von Kindern — 187
Barbie – wir glauben, was wir sehen — 193
Barbie im Wandel der Zeit — 195
Wie oft wurde Barbies Figur verändert? — 196
Die »dicke Barbie«: Der verschobene Maßstab — 198
Die Curvy Barbie und die echten Frauen — 199
Teil III – Orientierung geben – die Aufgabe der Eltern — 201
Mütterliche und väterliche Liebe — 203
Finjas Geschichte — 206
Hannahs Geschichte — 210
Wenn mütterliche Liebe überwiegt und väterliche
Orientierung fehlt — 215
Kommunikation mit den jugendlichen Kindern — 218
Ein kurzer Blick in Sophias Handy — 222
Der Umgang mit Alkohol — 228
Die Rolle der Eltern — 231
Wenn Werte verhandelbar werden — 235
Wie Wertvorstellungen ins Leere laufen — 237
Romantisierte Gewalt — 242
Medien »erleben« statt nur konsumieren — 252
Schön sein – Körperdruck bei Mädchen unter 16 — 256
Die Bedeutung des Schlüsselbeins — 257
Dünnsein, frühe Selbstkontrolle und neue Ideale — 259
Ein kleiner Busen ist »in« — 260
Die leise Geburt des Schönheitszweifels — 261
Essstörungen — 266
Wie es bei Valentina begann — 271
Die Fakten im Überblick — 273
Essstörungen im Jugendalter — 273
Die häufigsten Formen bei Mädchen — 274
Warnsignale im Alltag — 275
Folgen für Körper und Psyche: — 275
Wege aus der Essstörung — 276
Gesellschaftliche Verantwortung — 276
Erwünschte Nebenwirkung: Verminderter Appetit — 277
Wenn psychische Krisen zur Identität werden — 280
Schlussgedanken – ein Appell an Eltern — 283
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