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Vom Tabu zur Normalität
20 Jahre Substitution in Deutschland. Zwischenbilanz und Aufgaben für die Zukunft
Ralf Gerlach, Heino Stöver
Lambertus-Verlag
EAN: 9783784116051 (ISBN: 3-7841-1605-1)
400 Seiten, paperback, 13 x 21cm, Oktober, 2005
EUR 25,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Die in der Anfangsphase vorhandene Polarisierung zwischen radikalen Ablehnern und Befürwortern der Substitution ist überwunden und die Potentiale und Begrenzungen dieser Behandlungsform können nun rationaler diskutiert werden. Den individuellen Suchtverlaufsformen und Ressourcen entsprechend müssen vielfältige Behandlungsangebote sowohl im Rahmen der Substitutionsbehandlung selbst als auch im System der Suchtkrankenhilfe allgemein entwickelt werden. Ein stärkeres Ineinandergreifen verschiedener Interventionsangebote, eine verbesserte Kommunikation und Kooperation auf lokaler Ebene kann Synergieeffekte verschiedener Hilfsangebote nutzen.
Rezension
Drogen sind ein konstantes Thema auch an deutschen Schulen, sowohl auf inhaltlich-unterrichtlicher Ebene wie leider auch in praktischer Hinsicht: Schulen sind nicht selten Drogenumschlagsplätze, nicht wenige Schüler haben Drogenerfahrung. Vor ca. 20 Jahren ist in Deutschland die Drogen-Substitution als Therapieform eingeführt worden, damals war die Substitutionsmethode gesellschaftspolitisch äußerst umstritten. Dieser Band zieht ein umfassendes, multiperspektivisches Fazit nach 20 Jahren Substitution in Deutschland, - von der Pharmakologie über Behandlungsprobleme bis hin zur rechtlichen Situation und Perspektiven für die Zukunft. Die Substitutionsbehandlung ist heute weitgehend akzeptiert und hat sich als Alternative zur drogenfrei orientierten stationären Therapie etabliert. Der Suchtkranke soll letztlich zum Manager seiner eigenen Erkrankung werden; das ist ein Teil des Heilungsprozesses.
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
GRUßWORT
Robert G. Newman 9
VORWORT UND FAZIT
Ralf Gerlach, Heino Stöver 12
1. GRUNDLAGEN 17
Zur neueren Geschichte der Substitutionsbehandlung
Ralf Gerlach 18
Forschungsstand 2005 zur Substitutionsbehandlung: Ergebnisse zur Evaluation und Indikation
Heinrich Küfner, Susanne Rösner 29
Die Versorgungslage der Substitutionstherapie
Hans-Ulrich Wittchen, Sabine M. Apelt, Stephan Mühlig 64
2. PHARMAKOLOGIE / PHARMAKOKINETIK 78
Zur Pharmakologie/Pharmakokinetik von Substitutionsmitteln
Thomas Poehlke 79
3. BEHANDLUNGSSETTINGS 92
Behandlung von Drogenabhängigen in der Allgemeinpraxis
Rainer Ullmann 93
Behandlung von Drogenabhängigen in einer Suchtschwerpunktpraxis
Jörg Gölz 102
Überregionale Aspekte der Funktion von Substitutionsambulanzen
Heinrich Eisner 109
Der Einsatz von Substituten in der Entzugsbehandlung
Thomas Kuhlmann 118
Substitutionsbehandlungen im Rahmen stationärer Therapie
Regina Agostini 126
Substitutionsbehandlungen in ländlichen Regionen
Claudia Baier 134
Substitution unter Verschluss - Substitutionsbehandlungen in Gefängnissen und im Maßregelvollzug
Helmut Pollähne, Heino Stöver 140
„Psycho-soziale Betreuung" im Rahmen von Substitutionsbehandlungen
Zahlen zur Substitutionsepidemiologie - Kritische Anmerkungen zur Ökonomie der Substitutionsbehandlungen
Heinrich Eisner 223
Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung in der ambulanten Substitutionslherapie
Anke Follmann 229
4. BEHANDLUNGSQUALITÄT 152
Suchtmedizinische Qualifikation
Inge Hoenekopp 153
Die Beziehung zwischen Ärzten, therapeutischem Personal und Drogenabhängigen in der Substitutionsbehandlung
Jörg Gölz 160
Erkrankungen und Schmerztherapie unter Substitutionsbehandlung
Thomas Poehlke 168
Frauenspezifische Aspekte der Substitutionsbehandlung
Elke Rasche 175
5. AUSGEWÄHLTE BEHANDLUNGS- UND PRAXISPROBLEME 240
(Wie) Verändert Hartz IV die Lage der Substituierten?
Albert Kern 241
Der so genannte „Beigebrauch" - ein Alltags-Politikum
Bernd Westermann 249
Die Praxis des „verbotenen Injizierens" von Substitutionsmitteln: Häufigkeit, Risiken, Wirkung
Astrid Leicht 258
Todesfälle während der Substitutionsbehandlung
Felix Tretter 266
Substitution und Schwangerschaft
Ralf Gerlach, Regina Rasenack, Gundel Schneider 180
Substitution minderjähriger Opiatkonsumenten
Edelhard Thoms 192
Substitutionstherapie bei Migranten
Sabine Suhr, Anne Koopmann 198
6. SICHTWEISEN BETROFFENER 277
Substitution - Einblicke aus Patientensicht
Dirk Schäffer und Mitglieder des JES-Sprecherrats 278
Eltern- und Angehörigensicht und Forderungen
Jürgen Heimchen, Heidrun Behle 287
7. RECHT 292
Rechtliche und formale Grundlagen der Substitutionstherapie
Anke Follmann, Inge Hoenekopp 293
Die Rolle des Apothekers in der substitutionsgestützten Behandlung
Christiane Fahrmbacher-Lutz 306
Inlands- und Auslandsreisen unter Substitutionstherapie
Fahrerlaubnis bei qualifizierter Substitutionsbehandlung
Kristin Eben, Ralf Gerlach, Gundel Schneider, Stefanie Rohm 318
8. PERSPEKTIVEN - SEITENBLICK, ÜBERBLICK UND VORAUSSCHAU 326
Substitutionsbehandlung in Europa
Heino Stöver? 327
Substitutionstherapie in Österreich
Eva Resinger 336
Entwicklung von Qualitätsstandards in der Schweiz
Ambras Uchtenhagen 343
Das Bundesdeutsche Modellprojekt der heroingestützten Behandlung - aktuelle Bedingungen und Perspektiven der Originalstoffvergabe
Peter Degkwitz, Uwe Verthein, Christian Baasen 350
Substitutionsbehandlungen in Deutschland - vom Tal der Tränen in die Mühen der Ebene
Ingo Ilja Michels 359
9. ANHANG 370
9.1 § 5 BtMVV 371
9.2 Richtlinien der Bundesärztekammer 376
9.3 BUB-Richtlinien 388
DIE AUTORINNEN UND AUTOREN 396
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