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Vita et miracula sanctae Theclae – Leben und Wunder der heiligen Thekla
Griechisch - Deutsch
EINGELEITET UND KOMMENTIERT VON BERND KOLLMANN
ÜBERSETZT VON BURGHARD SCHRÖDER
Pseudo Basilius von Seleukia
Herder Verlag
EAN: 9783451329463 (ISBN: 3-451-32946-8)
406 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 20cm, August, 2021
EUR 52,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Die Schrift „Leben und Wunder der heiligen Thekla" zählt zu den ältesten Werken aus dem Bereich der byzantinischen Hagiographie. Sie bildet neben den apokryphen Theklaakten die Hauptquelle für das Wirken der Paulusschülerin Thekla und ist ein einzigartiges Zeugnis für den spätantiken Theklakult im südlichen Kleinasien. Das Werk wird in der handschriftlichen Überlieferung Bischof Basilius von Seleukia zugeschrieben, geht in Wirklichkeit aber auf einen unbekannten Autor des 5. Jahrhunderts zurück, der zum Klerus des Theklaheiligtums im isaurischen Seleukia zählte und meist als Pseudo-Basilius bezeichnet wird. Zunächst beschreibt der Autor das Leben der heiligen Thekla, wobei er sich eng an den Theklaakten orientiert, deren Erzählgerüst aber um ausführliche Reden der Protagonisten und theologische Reflexionen bereichert. Anschließend bietet er eine exemplarische Zusammenstellung jener Wundertaten, die Thekla lange nach ihrem Entschwinden von der Erde in Seleukia und den umliegenden Städten Kleinasiens vollbracht haben soll. Dabei erweist sich die heilige Jungfrau und Märtyrerin als Heilerin und Retterin in allen Notlagen, aber auch als Kämpferin und Rächerin, die pagane Gottheiten in die Flucht schlägt und ethisches Fehlverhalten unerbittlich bestraft.
Der vorliegende Band bietet neben einer ausführlichen Einleitung und Kommentierung zum ersten Mal eine Übersetzung von „Leben und Wunder der heiligen Thekla" ins Deutsche.
Bernd Kollmann ist Professor für Neues Testament in der Philosophischen Fakultät der Universität Siegen.
Burghard Schröder ist Oberstudienrat für Alte Sprachen in der Philosophischen Fakultät der Universität Siegen.
Rezension
Die „Fontes Christiani“ bieten seit mehr als 30 Jahre christliche Quellentexte aus Altertum und Mittelalter und haben sich als wichtigste zweisprachige theologische Quellenausgabe im deutschen Sprachraum etabliert. Jeder Band enthält den wissenschaftlich zuverlässigen Urtext, dem jeweils auf der Doppelseite eine von Experten erarbeitete Übersetzung gegenübersteht. - Dieser Band 93 wendet sich der Thekla-Tradition zu. Thekla von Ikonium war den apokryphen Berichten der Paulusakten zufolge eine heilige Jungfrau und Schülerin des Apostels Paulus im ersten Jahrhundert. Sie wird in der katholischen Kirche als Heilige und in den orthodoxen Kirchen als Apostelgleiche und Protomärtyrin verehrt. Über Thekla erzählen nur die apokryphen (und legendarischen) Akten des Paulus und der Thekla aus dem 2. Jhdt. n.Chr. Aus der byzantinischen Hagiographie des 5. Jhdt. n. Chr. stammt die hier anzuzeigende Schrift "Leben und Wunder der heiligen Thekla", die vom spätantiken Theklakult im südlichen Kleinasien zeugt. Das Werk wird in der handschriftlichen Überlieferung Bischof Basilius von Seleukia (ca. 330-379 n.Chr.), zusammen mit Gregor von Nazianz und Johannes Chrysostomos einer der drei kappadokischen Kirchenväter, zugeschrieben, geht in Wirklichkeit aber auf einen unbekannten Autor erst der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts zurück, der zum Klerus des Theklaheiligtums im isaurischen Seleukia zählte und meist als Pseudo-Basilius bezeichnet wird. Die "Vita et miracula S. Theclae" stützt sich auf die apokryphen Akten berichtet über Wunder am Grab der Heiligen Thekla. In Seleukia entwickelte sich an der Stelle, wo Thekla gelehrt und getauft haben soll, in der Spätantike ein bekannter Wallfahrtsort (heute Ayathekla).
Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Die Basilius von Seleukia zugeschriebene, in Wirklichkeit aber von einem unbekannten Autor des 5. Jahrhunderts verfasste Schrift »Leben und Wunder der heiligen Thekla« stellt ein ebenso einzigartiges wie faszinierendes Zeugnis für die altkirchliche Verehrung der Paulusschülerin Thekla und die Anfänge des christlichen Heiligenkults dar. Der vorliegende Band bietet neben einer ausführlichen Einleitung zum ersten Mal eine Übersetzung ins Deutsche dieses wichtigen Werks der spätantiken Hagiographie.
Fontes Christiani 5. Folge
Fontes Christiani
Zweisprachige Neuausgabe christlicher Quellentexte
aus Altertum und Mittelalter
In Verbindung mit der Görres-Gesellschaft
herausgegeben von
Marc-Aeilko Aris, Peter Gemeinhardt,
Martina Giese, Winfried Haunerland, Roland Kany,
Isabelle Mandrella, Andreas Schwab
Band 93
Seit 1990 dokumentiert die Buchreihe „Fontes Christiani“ christliche Quellentexte aus Altertum und Mittelalter; die Fontes haben sich seitdem als wichtigste zweisprachige theologische Quellenausgabe im deutschen Sprachraum etabliert. Jeder Band enthält den wissenschaftlich zuverlässigen Urtext, dem jeweils auf der Doppelseite eine von Experten erarbeitete Übersetzung gegenübersteht.
Nach dem großen Erfolg der bislang vorliegenden vier Serien versammelt die 5. Serie der »Fontes Christiani« 25 neue Bände erlesener Autoren und Werke aus Alterturn und Mittelalter. Die Übersetzungen sind gewohnt sprachlich flüssig und inhaltlich exakt, Einleitungen und Anmerkungen spiegeln die aktuelle Forschung wider und werden durch ausführliche Einführungen und Register ergänzt.
Die durchweg neu übersetzten, zweisprachigen Ausgaben nehmen in allgemeinverständlicher und zugleich wissenschaftlich fundierter Form eine literatur-, kultur- und theologiegeschichtliche Einordnung von Autor und Werk vor und erläutern den Argumentationsgang.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 7
I. Überlieferung und Erforschung von Leben und Wunder der heiligen Thekla 7
1. Überlieferung und Bezeugung 7
2. Textausgaben und Übersetzungen 8
3. Aspekte der Forschungsgeschichte 9
II. Die Theklatradition 11
1. Die Person der Thekla 11
2. Die Theklaakten 13
3. Ergänzungen zu den Theklaakten 19
4. Hochschätzung Theklas bei den Kirchenvätern 21
5. Seleukia, die „Stadt der heiligen Thekla“ 28
6. Der Theklakult 32
7. Thekla in der christlichen Kunst 43
III. Das Leben der heiligen Thekla 46
1. Aufbau und Inhalt 46
2. Haltung des Autors zur Rolle der Frau und zur Sexualaskese 51
3. Form, Abfassungszweck und Botschaft 54
IV. Die Wunder der heiligen Thekla 57
1. Aufbau und Inhalt 57
2. Literarische Form und Charakter der Wunder 60
3. Abfassungszweck und Botschaft 67
V. Verfasser und Abfassungsverhältnisse 69
1. Verfasser 69
2. Zeit der Abfassung 73
Text und Übersetzung
Vita sanctae Theclae – Leben der heiligen Thekla 75
Miracula sanctae Theclae – Wunder der heiligen Thekla 197
Anhang
Lageplan des Thekla-Heiligtums in Meriamlik 356
Abkürzungen
Werkabkürzungen 357
Allgemeine Abkürzungen 362
Bibliographische Abkürzungen 363
Bibliographie
Quellen 367
Literatur 376
Register
Bibelstellen 392
Namen 394
Sachen 400
Griechische Begriffe 404
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