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Lebensqualität
Ein Metathema
Martin Staats (Hrsg.)
Beltz Verlag
, Juventa
EAN: 9783779963158 (ISBN: 3-7799-6315-9)
825 Seiten, hardcover, 15 x 24cm, Januar, 2022
EUR 78,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Ziel dieses Werkes ist es, das Spezifische von Lebensqualität aus unterschiedlichen disziplinären, professionsbezogenen und lebensweltlichen Sichtweisen herauszustellen, immanente Themen, Methoden, Theorien, Zielgruppen etc. der Lebensqualität zu analysieren und aufbauend darauf zu ergründen, wo die Schnittstellen zu einer einenden Perspektive auf Lebensqualität bestehen.
Durch diesen Band werden somit Impulse für potenzielle Synergien gegeben und es wird zur Verständigung sowie perspektivisch zum vernetzten Denken von diversen Akteuren/Professionen/Disziplinen/Stakeholdern etc. zum Thema Lebensqualität angeregt.
Rezension
Was ist Lebensqualität? Eine individuelle, subjektive Bewertung der Ganzheit des eigenen Lebens oder ein die Vielfalt der Rahmenbedingungen betreffender Aspekt von Kultur? Zwischen diesen Polen ist Lebensqualität zu verorten. Der Wohlfahrtsstaat fragt nach den Mechanismen, die der Staat objektiv seinen Bürger*innen für ein gutes Leben zur Verfügung zu stellen habe und welche Umverteilungsprozesse dafür zu organisieren seien. Lebensqualität kann aus zwei Blickrichtungen betrachtet werden: Zum einen aus der skandinavischen, sich an objektiven Lebensbedingungen ausrichtenden Perspektive des level-of-living-approach oder aus der amerikanischen, sich an den subjektiven Deutungen orientierenden Perspektive der quality-of-life-Forschung. Zum einen die gesundheitsbezogene Lebensqualität als medizinische, psychologische etc. Kategorie, zum anderen die Suche nach alternativen Wohlfahrtsökonomietheorien und Nachhaltigkeitsüberlegungen, die gutes Leben in Gesellschaften ausmachen. Fazit: Lebensqualität ist ein vielschichtiger, interpretationsoffener
und historisch aufgeladener Begriff, der zudem Schnittmengen zu unzähligen Konzepten wie Wohlbefinden, (Lebens-)Zufriedenheit, Glück, Lebenskunst, Wohlergehen, Wohl des Menschen, dem guten sowie gelingenden Leben, Wohlfahrt etc. aufweist. Ziel dieses voluminösen Buchs ist es, das Spezifische von Lebensqualität aus unterschiedlichen disziplinären, professionsbezogenen und lebensweltlichen Sichtweisen herauszustellen.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagwörter:
Gerontologie | Pflege | Pflegewissenschaft | Altern | Bildung | Psychologie | Public Health | Religion | Raumsoziologie | Stadtentwicklung | Sozialräume | Teilhabe | Lebensführung | Soziale Arbeit | Empowerment | Lebenswelt | Gesundheit | Gesundheitsförderung
Sozialpädagogik/Soziale Arbeit, Pflege und Gesundheit, Soziologie, Gesundheit, Sozialstruktur
Inhaltsverzeichnis
Lebensqualität
Ein Metathema
Martin Staats 13
1 Historische Zugänge zum Konzept der Lebensqualität
Historische Entwicklung des Lebensqualitätsbegriffes in der 1. Hälfte
des 20. Jh. – die Vor- und Frühgeschichte eines flexiblen Wertbegriffs
László Kovács 30
Entstehung und Entwicklung des Lebensqualitäts-Konzeptes in den
60er- bis 80er-Jahren – Privater Reichtum und öffentliche Armut
Alban Knecht 40
Entwicklungslinien subjektiver Gesundheitsmaße
Entwicklung des Lebensqualitätsthemas bis in die 2000er Jahre
Thomas Schübel 50
Nachhaltige Lebensqualität: Die Agenda für das 21. Jahrhundert?
Georg Feigl 59
2 Persönliche Zugänge zum Konzept der Lebensqualität
„In Deutschland lag es ganz plötzlich im Zeitgeist.“
Interview mit Wolfgang Zapf, durchgeführt von Alban Knecht 72
„Der Marktradikalismus als Verheißung ist tot“
Interview mit Erhard Eppler, durchgeführt von Alban Knecht
und Philipp Catterfeld 77
„Ich bin mir sicher, dass Menschen auch in Zukunft normative Vor-
stellungen von einem guten oder besseren Leben entwickeln und die
tatsächlichen Lebensumstände an diesen Idealen messen werden.“
Interview mit Heinz-Herbert Noll, durchgeführt von Martin Staats 89
„Bei Natur geht es nicht nur um instrumentelle Werte“
Interview mit Claudia Bieling, durchgeführt von Alban Knecht
und Anita Roitner 97
Determinanten für Lebensqualität im intergenerativen Kontext
Ein deutsch-österreichischer Trialog zu Generationenprojekten,
durchgeführt von Christina Maiwald, Ines Findenig und Angelika Jekic 106
„Wir müssen über den kapitalistischen Markt hinausschauen,
wenn wir über Wohlstand reden“
Interview mit Ulrich Brand, durchgeführt von Anita Roitner
und Alban Knecht 117
„Lebensqualität ist ein sehr weit gefasster Begriff, der sowohl die Qualität
der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, ökologischen und politischen
Rahmenbedingungen des Lebens als auch die subjektive Bewertung
dieser Voraussetzungen beschreibt. Und Lebensqualität hat Zukunft!“
Interview mit Reinhold Popp, durchgeführt von Martin Staats 125
„Was Lebensqualität ausmacht, muss gesellschaftlich und politisch
immer wieder neu ausgelotet werden.“
Interview mit Wolfgang Schroeder, durchgeführt von Martin Staats 134
3 Disziplinäre Zugänge zum Konzept der Lebensqualität
Bildung und Lebensqualität
Michael Winkler 144
Gerontologie und Lebensqualität
Manuela Weidekamp-Maicher 167
Gesundheitsförderung und Lebensqualität
Martin Staats 187
Globale Gesundheit und Lebensqualität
Sabine Ludwig 206
Kunsttherapie im Spiegel von Lebensqualität:
Herausforderungen und Perspektivwechsel
Constanze Schulze-Stampa 223
Medien und „das gute Leben“
Paula Stehr und Sven Jöckel 236
Naturschutz, Umweltplanung und Lebensqualität
Stefan Heiland 251
Das Konzept Lebensqualität in der Pflege und der Pflegewissenschaft
Sabine Bartholomeyczik 263
Positive Psychologie und Lebensqualität
Michael Mitterwallner 281
Public Health und (gesundheitsbezogene) Lebensqualität
Eine interdisziplinäre Verortung
Florian Fischer, Lea Raiber, Claudia Boscher und Maik H.-J. Winter 299
Lebenswerte Räume?
Überlegungen zum Beitrag von raumsoziologischen Konzepten
zur Messung von Lebensqualität
Simon Güntner und Alexander Hamedinger 313
Religiosität und Lebensqualität
Christian Zwingmann 323
Soziale Arbeit als (Co-)Produzentin von Lebensqualität –
Eine Handlungstheorie zur daseinsmächtigen Lebensführung
auf der Basis des Capabilities Approach
Dieter Röh 340
Stadtentwicklung und Lebensqualität
Ingrid Breckner 349
4 Lebenslaufbezogene Zugänge zum Konzept der Lebensqualität
4.1 Lebensqualität im Kindes- und Jugendalter
Messung von gesundheitsbezogener Lebensqualität im Kindes-
und Jugendalter – Ein Überblick zum aktuellen Stand und ein Blick
in die Zukunft
Ulrike Ravens-Sieberer und Catharina Voß 362
Prädiktoren der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bei gesunden
und kranken Kindern und Jugendlichen
Christiane Otto und Anne Kaman 379
Messung der Lebensqualität nach Cochlea Implantat bei Kindern
Andreas Weber und Juliane Friedrichs 392
Sozialräume in Schulen als Orte der Lebensqualität
Grundlegende Skizzen und empirische Einblicke auf Schule als Lebensraum
Stefanie Kruse und Kathrin Witek 400
4.2 Lebensqualität im Erwerbsalter
Lebensqualität in der Sozialarbeit mit unbegleiteten minderjährigen Ausländern
Anja Tausch, Angela Teichert und Jennifer Winter 418
Das Konzept der Lebensqualität als perspektivische Orientierung für
KMU im Hinblick auf Ansätze in der Organisationsentwicklung
BSA/EAP als Baustein betrieblicher Gesundheits- und
Lebensqualitätsförderung
Gordon Heringshausen und Julius Späte 433
4.3 Lebensqualität ab dem Rentenalter
Lebensqualität im Alter – Daten und Fakten des 2. Thüringer Seniorenberichts
Christiane Fischer-Münnich und Sandy Jahn 444
Lebensqualität und Teilhabe
Eine lerntheoretische Rekonstruktion in der Altenhilfe
Nikolaus Meyer 455
Biografiearbeit ist nicht gleich Biografiearbeit!
Eine komparative Analyse sozial- und pflegewissenschaftlicher Konzepte
Nora Berner und Nikolaus Meyer 470
Lebensqualität im Alter im Kontext von Ambient Assisted Living
Perspektiven der Sozialen Arbeit und Pflege
Johannes Steinle, Barbara Weber-Fiori und Maik H.-J. Winter 490
Lebensqualität von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern mit Demenz
Die Bedeutung der Selbstreflexion im Rahmen der internen
Qualitätssicherung
Andrea Kimmel, Bernhard Fleer und Stefanie Wiloth 501
5 Sozialraumbezogene Zugänge zum Konzept der Lebensqualität
Nutzen und Auswirkungen integrierter Handlungsstrategien auf die
Lebensqualität am Beispiel des Landkreises Marburg-Biedenkopf
Rolf Reul und Birgit Wollenberg 512
Gesund in Eimsbüttel – Ein Hamburger Modellprojekt zur
Gesundheitsförderung und Prävention im Setting Sozialraum
Elma Adedeji 524
Welche Faktoren können mit der gesundheitsbezogenen Lebensqualität
von Kindern in Frankfurt am Main assoziiert werden?
Ergebnisse einer quantitativen Erhebung im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung
Manuela Schade 538
Auf dem Weg zu einer Praxisforschungsstelle für Lebensmodelle
im ländlichen Raum im brandenburgischen Heinersdorf
Ein Ideengenerator für Lebensqualität (nicht nur) im Alter
Tim Becker und Annegret Huth 557
Erfahrungsbericht: Herausforderungen und Chancen einer
sektorenübergreifenden und multiprofessionellen Vernetzung
im Gesundheitswesen am Beispiel einer gemeinsamen Sorgekultur am Lebensende
Veronika Schönhofer-Nellessen 567
6 Zielgruppenspezifische Zugänge zum Konzept der Lebensqualität
Lebensqualität und Selbsthilfegruppen
Stefan Nickel, Alf Trojan und Christopher Kofahl 578
Lebensqualität in ländlichen Regionen in Zentralafghanistan
Befunde zur Heterogenität unterschiedlicher Lebensqualitätsdimensionen
Stefanie Harsch, Uwe H. Bittlingmayer, Asadullah Jawid und M. Ebrahim Jawid 588
Quality of life matters – Das Glücks- und Sicherheitsgefühl bei aus
Subsahara-Afrika eingewanderten Menschen in Deutschland
Adekunle Adedeji und Franka Metzner 614
Flucht, Trauma und Lebensqualität
„Seele in Bewegung“ – Selbstwirksamkeit erleben –
Empowermentprozesse anstoßen. Eine Betrachtung
des Präventionsprojektes für geflüchtete Frauen und Kinder
Bianca Fiedler 624
Zur Lebensqualität älterer Menschen in queeren Milieus
Rüdiger Lautmann 633
7 Übergreifende Zugänge zum Konzept der Lebensqualität
Sexualität und Lebensqualität
Martin Staats 648
Wie beeinflusst Achtsamkeit die Lebensqualität?
Eine Methode wird zur Haltung (nicht nur im psychosozialen Arbeitsfeld)
Elke Gemeinhardt 672
Erzeugung von Lebensqualität durch Engagement
Gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Utopie und Selbstaktivierung
Janine Kuhnt 683
Prosoziale Interaktionen als Teil eines guten Lebens
Kommunikationswissenschaftliche Perspektiven
Paula Stehr und Constanze Rossmann 698
Weniger Haus, mehr Lebensqualität?!
Die Tiny House-Bewegung zwischen Revolte und Rendite
Janine Kuhnt und Jan Finzi 711
Soziale Landwirtschaft als integrierte Perspektive von Sozialer Arbeit
und ökologischer Landwirtschaft
Alexandra Retkowski und Thomas van Elsen 727
Das Hofgut Oberfeld: Gesundheitsförderung und Prävention
durch Soziale Landwirtschaft
Lene Frohnert und Thomas van Elsen 740
8 Kritische und reflexive Zugänge zum Konzept der Lebensqualität
„Lebensqualität“ zwischen Wohlfahrt und Wohlbefinden
Thomas Schübel 752
Lebensqualität als normatives Konzept?
(Meta-)Ethische Implikationen einer medizinischen Zielgröße
Ralf Lutz 764
Das „Gute Leben“ – Ein Traum von gestern?
Überlegungen zur Zukunft des Lebensqualitätskonzepts
Heinz-Herbert Noll 780
Die Idee einer ganzheitlichen und nachhaltigen Lebensqualität
Eine programmatische Utopie
Martin Staats 794
Autor*innenverzeichnis 817
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