lehrerbibliothek.deDatenschutzerklärung
Kinder sind anders  Mit einem Vorwort von Ingeborg Waldschmidt, aus dem Italienischen von Percy Eckstein und Ulrich Weber, bearbeitet von Helene Helming (Orig.: Il Segreto dell’ Infanzia) 14., durchgesehene, um ein Vorwort erweiterte Neuauflage 2009
Kinder sind anders


Mit einem Vorwort von Ingeborg Waldschmidt, aus dem Italienischen von Percy Eckstein und Ulrich Weber, bearbeitet von Helene Helming (Orig.: Il Segreto dell’ Infanzia) 14., durchgesehene, um ein Vorwort erweiterte Neuauflage 2009

Maria Montessori

Klett-Cotta
EAN: 9783608945355 (ISBN: 3-608-94535-0)
303 Seiten, paperback, 13 x 21cm, 2009

EUR 14,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Die große PĂ€dagogin, der ein Nobelpreis fĂŒr Erziehung gebĂŒhrt hĂ€tte«

Deutsche Rundschau



Die zentralen Gedanken der genialen Erzieherin sind in diesem Buch niedergelegt. Die Entfaltung der IndividualitĂ€t des Kindes ist Montessoris oberstes Erziehungsziel. Sie betont den Selbstbildungstrieb der Kinder; die Erzieher sollen vor allem Hilfen zur VerfĂŒgung stellen.
Rezension
Maria Montessori (1870 - 1952) und die Montessori-ReformpĂ€dagogik gelten vielen als gelungener Gegen- und Alternativentwurf zur ĂŒblichen PĂ€dagogik. Dieses Buch versammelt die zentralen Gedanken Maria Montessoris, die Entfaltung der IndividualitĂ€t des Kindes als oberstes Erziehungsziel ausbringt und dabei den Selbstbildungstrieb der Kinder betont; die Erzieher sollen vor allem Hilfen zur VerfĂŒgung stellen. Der Grundgedanke der MontessoripĂ€dagogik wird oft mit der Aussage „Hilf mir, es selbst zu tun“ zusammengefasst. Offener Unterricht soll die Beobachtung des Kindes in den Mittelpunkt stellen, damit die LehrkrĂ€fte die passenden didaktischen Techniken einsetzen können, um den Lernprozess maximal zu fördern.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Maria Montessori, italienische Ärztin und PĂ€dagogin, gilt heute als bedeutendste Erforscherin der frĂŒhen Kindheitsentwicklung. 1919 GrĂŒndung des Deutschen Montessori-Komitees. Die erste Montessori-Institution auf deutschsprachigem Boden entstand 1922 in Wien. 1949 wurde Maria Montessori fĂŒr den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

»Die große PĂ€dagogin, der ein Nobelpreis fĂŒr Erziehung gebĂŒhrt hĂ€tte«
Deutsche Rundschau
Die zentralen Gedanken der genialen Erzieherin sind in diesem Buch niedergelegt. Die Entfaltung der IndividualitĂ€t des Kindes ist Montessoris oberstes Erziehungsziel. Sie betont den Selbstbildungstrieb der Kinder; die Erzieher sollen vor allem Hilfen zur VerfĂŒgung stellen.

In der aktuellen bildungspolitischen Diskussion um die Fortentwicklung des Schulwesens finden die Grundgedanken der Montessori-PĂ€dagogik immer stĂ€rkere Beachtung. Montessori hat sowohl moderne Unterrichtsformen als auch didaktisches Arbeitsmaterial entwickelt, die dem kindlichen Entwicklungs- und Forschungsdrang entgegenkamen und selbstbestimmtes Lernen ermöglichten. Sie definierte die SchĂŒler- und Lehrerrolle neu, fĂŒhrte altersund leistungsgemischte Klassen ein. Ihre pĂ€dagogischen Prinzipien haben sich weltweit bewĂ€hrt.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort fĂŒr den deutschsprachigen Leser
von Ingeborg Waldschmidt 9

Einleitung: Kindererziehung als soziale Frage 15

Erster Teil

1. Das Zeitalter des Kindes 23
Die Psychoanalyse und das Kind 24
Das Geheimnis des Kindes 26
2. Der Erwachsene als Angeklagter 30
3. Biologisches Zwischenspiel 35
4. Das Neugeborene - Die außernatĂŒrliche Umwelt 42
5. Die natĂŒrlichen Instinkte 50
6. Der geistige Embryo - Die Fleischwerdung 54
7. Der Aufbau der kindlichen Seele 65
Die sensiblen Perioden 65
Einsicht in das Wirken der sensiblen Perioden 71
Beobachtungen und Beispiele 78
8. Der Ordnungssinn 81
Die innere Ordnung 90
9. Die Intelligenz 95
10. Die KĂ€mpfe auf dem Weg des Wachstums -
Schlafen 108
11. Das Gehen 114
12. Die Hand 119
Elementare Handlungen 123
13. Der Rhythmus 128
14. Die Substitution der Persönlichkeit 131
Die Liebe zur Umwelt 133
15. Die Bewegung 137
16. Die VerstÀndnislosigkeit 142
17. Die Schaukraft der Liebe 146

Zweiter Teil

18. Die Erziehung des Kindes 155
Die UrsprĂŒnge unserer Methode 160
19. Die Wiederholung der Übungen 167
20. Die freie Wahl 169
21. Die Spielsachen 171
22. Belohnungen und Strafen 172
23. Die Stille 173
24. Die WĂŒrde 177
25. Die Disziplin 182
26. Der Beginn des Unterrichts/Schreiben - Lesen 184
27. Körperliche Parallelentwicklungen 190
28. Folgerungen 192
29. Kinder aus bevorzugten Gesellschaftsschichten 200
30. Die innere Vorbereitung des Lehrers 207
31. Abwegigkeiten 213
32. Fluchterscheinungen 215
33. Hemmungen 218
34. Heilungen 221
35. Die AbhÀngigen 224
36. Der Besitztrieb 226
37. Die Begierde nach Macht 230
38. Der Minderwertigkeitskomplex 233
39. Die Angst 238
40. Die LĂŒge 241
41. Seelenleben und Körper 246

Dritter Teil

42. Der Kampf zwischen Kind und Erwachsenem 255
43. Der Arbeitsinstinkt 258
44. Die beiden Arbeitsarten 264
Die Arbeit des Erwachsenen 265
Die Arbeit des Kindes 268
Vergleich zwischen den beiden Arbeitsarten 271
45. Die Leitinstinkte 276
46. Das Kind - unser Lehrmeister 286
47. Die Aufgabe der Eltern 289
48. Die Rechte des Kindes 291
Ecce Homol 300

Anmerkungen 302



Leseprobe /
Buchbeschreibung
2. Kapitel Der Erwachsene als Angeklagter

Wenn Freud im Zusammenhang mit den tiefsten UrsprĂŒngen der beim Erwachsenen zutage tretenden seelischen Störungen von UnterdrĂŒckung spricht, so ist dies an sich bezeichnend genug.

Das Kind kann sich nicht so frei entwickeln, wie es fĂŒr ein im Wachstum begriffenes Lebewesen erforderlich wĂ€re, und zwar deshalb, weil der Erwachsene es unterdrĂŒckt. Das Kind steht isoliert in der menschlichen Gesellschaft da. Wer auf das Kind Einfluss ausĂŒbt, ist fĂŒr dieses nicht im abstrakten Sinne ein Vertreter der Welt des Erwachsenen, sondern verkörpert sich sogleich in derjenigen Person, die ihm am nĂ€chsten steht. An erster Stelle ist dies die Mutter, dann folgt der Vater, schließlich jeder andere Lehrer und Erzieher.

Die Aufgabe, die diesen Erwachsenen von der Gesellschaft zugeteilt wurde, ist gerade das Gegenteil von UnterdrĂŒckung: Sie sollen das Kind erziehen und weiterbilden. So erwĂ€chst aus der seelischen Tiefenforschung eine Anklage gegen jene, die bisher fĂŒr die BehĂŒter und WohltĂ€ter des Menschengeschlechtes galten. Sie alle werden plötzlich zu Angeklagten, und da so ziemlich alle Menschen VĂ€ter und MĂŒtter sind und die Zahl der Lehrer und Erzieher groß ist, erweitert sich diese Anklage auf den Erwachsenen schlechthin, auf die menschliche Gesellschaft, die fĂŒr die Kinder verantwortlich ist. Es ist etwas Apokalyptisches an dieser ĂŒberraschenden Anklage, so als riefe die geheimnisvolle und schreckliche Stimme des JĂŒngsten Gerichtes: „Was habt ihr mit den euch anvertrauten Kindern getan?“

Man ist geneigt, sich zu verteidigen, zu protestieren: „Wir haben unser Möglichstes getan! Wir lieben die Kinder, wir haben fĂŒr ihre Pflege jedes Opfer gebracht!“ In Wirklichkeit

aber stehen zwei einander widersprechende Auffassungen da, von denen die eine bewusst ist, die andere jedoch aus dem Unterbewussten emporsteigt. Wir kennen die Argumente, mit denen der Erwachsene sich verteidigt; sie sind uralt, tief eingewurzelt und daher uninteressant. Viel interessanter ist die Anklage, besser gesagt, der Angeklagte selbst – jener Erwachsene, der sich eifrig zu schaffen macht, um Pflege und Erziehung der Kinder zu verbessern, und sich dabei immer tiefer in einem Irrgarten auswegloser Probleme verliert. Dies darum, weil er den Irrtum nicht kennt, den er in sich selbst trĂ€gt.

Wer fĂŒr das Kind eintritt, muss dauernd diese anklagende Haltung gegen den Erwachsenen einnehmen und darf hierbei weder Nachsicht walten lassen noch Ausnahmen machen.

Und plötzlich wird diese Anklage ein Mittelpunkt von außerordentlichem Interesse. Sie richtet sich nĂ€mlich nicht gegen bewusste UnterlassungsgrĂŒnde, die eine demĂŒtigende UnzulĂ€nglichkeit der Erzieher verraten wĂŒrden, sondern gegen unbewusste IrrtĂŒmer. Damit dient sie einer erweiterten Selbsterkenntnis und macht den Menschen reicher, wie denn alles das Wesen des Menschen bereichert, was zu irgendwelchen bis dahin unbekannt gebliebenen Entdeckungen im seelischen Bereich fĂŒhrt.

Zu allen Zeiten hat deshalb die Menschheit ihren Fehlern gegenĂŒber eine zwiespĂ€ltige Haltung eingenommen. Jedermann Ă€rgert sich ĂŒber seine bewussten Fehler, wĂ€hrend die unbewussten ihn anziehen und faszinieren. Unbewusster Irrtum enthĂ€lt einen Schritt zur Vervollkommnung ĂŒber die bis dahin bekannten Grenzen hinaus, und seine Erkenntnis erhebt auf ein höheres Niveau. Der Ritter des Mittelalters war stets bereit, jedes kleinste Wort der Anklage, das sein bewusstes Handeln betraf, zum Anlass fĂŒr einen Zweikampf zu machen; gleichzeitig aber warf er sich demĂŒtig vor dem Altar nieder und erklĂ€rte: „Ich bin ein SĂŒnder und bekenne vor aller Welt meine Schuld.“ Die biblische Geschichte gibt interessante Beispiele fĂŒr dieses Verhalten der Menschen. Was veranlasste das Volk von Ninive, sich um Jonas zu scharen, was rief die Begeisterung hervor, mit der alle, vom König bis zum Bettler, dem Propheten nachfolgten? Jonas schalt sie verhĂ€rtete SĂŒnder und verkĂŒndigte ihnen, Ninive werde untergehen, wenn sie sich nicht bekehrten. Und wie redete Johannes der TĂ€ufer am Ufer des Jordans die Menge an? Mit welchen gewinnenden Worten lockte er sie in solchen Scharen herbei? „NatterngezĂŒcht“ nannte er sie alle.

Welch ein geistiges PhĂ€nomen: Menschen, die herbeieilen, damit sie hören, wie jemand sie anklagt; und wir sehen diese Menschen enthusiastisch ihre eigene Schuld bekennen. Es gibt harte und beharrliche Anklagen, die das Unbewusste aus seiner Tiefe emporziehen und es mit dem Bewussten verschmelzen. Alle geistige Entwicklung besteht in solchen Eroberungen des Bewusstseins, welches etwas in sich aufnimmt, das zuvor außerhalb von ihm war. Nicht anders spielt sich der Fortschritt der Zivilisation auf der Bahn immer neuer Entdeckungen ab.

Wollen wir nun das Kind anders behandeln als bisher und wollen wir es vor Konflikten bewahren, die sein Seelenleben gefĂ€hrden, so ist zuvor ein grundlegender, wesentlicher Schritt erforderlich, von dem alles Weitere abhĂ€ngt: Es gilt, den Erwachsenen zu Ă€ndern. Dieser Erwachsene behauptet ja, bereits sein Möglichstes zu tun, das Kind zu lieben, ihm jedes Opfer zu bringen. Damit gesteht er, an der Grenze seiner bewussten FĂ€higkeiten angelangt zu sein, und es bleibt ihm somit nichts anderes ĂŒbrig, als den Schritt ĂŒber den Bereich des Bekannten, Willentlichen und Bewussten hinaus zu versuchen.

Unbekanntes gibt es auch im Kinde. Von einem Teil seines Seelenlebens haben wir bisher nichts gewusst und diesen gilt es zu erforschen. Es sind da wesentliche Entdeckungen zu machen, denn es gibt nicht nur das Kind, das von Psychologen und Erziehern beobachtet und studiert worden ist; es gibt auch ein von niemandem beachtetes Kind – beide in derselben Person. Dieses verborgene und verkannte Kind gilt es ausfindig zu machen und dazu bedarf es einer Begeisterung und Opferwilligkeit Ă€hnlich jener, mit der die Goldsucher in die fernsten LĂ€nder vordringen. Alle Erwachsenen mĂŒssen an diesem Entdeckerwerk mithelfen, ohne Unterschied des Standes, der Rasse oder der Nation; handelt es sich doch um nichts Geringeres als um die Auffindung eines fĂŒr den moralischen Fortschritt der Menschheit unerlĂ€sslichen Elements.

Bisher hat der Erwachsene das Kind und den HalbwĂŒchsigen nicht verstanden und deshalb liegt er mit ihnen in stĂ€ndigem Kampfe. Das kann nicht dadurch anders werden, dass der Erwachsene mit der Vernunft neue Kenntnisse erwirbt, dass er gewisse BildungsmĂ€ngel beseitigt. Nein, es handelt sich darum, einen völlig anderen Ausgangspunkt zu finden. Der Erwachsene muss den in ihm selber liegenden, bisher unbekannten Irrtum entdecken, der ihn daran hindert, das Kind richtig zu sehen. Kein Schritt nach vorwĂ€rts ist möglich, solange diese vorbereitende Erkenntnis nicht gewonnen ist und solange wir nicht die Haltungen erworben haben, die sich aus ihr ergeben.

Diese innere Einkehr ist gar nicht so schwierig, wie es den Anschein hat. Denn unser Irrtum ist uns zwar nicht bewusst, aber er bewirkt doch in uns eine stĂ€ndige, schmerzhafte Beklemmung, und das BedĂŒrfnis nach Abhilfe weist uns bereits den Weg. Wer sich den Finger verstaucht hat, empfindet das BedĂŒrfnis, ihn ausgestreckt zu halten, denn er weiß instinktiv, dass er diesen Finger nicht gebrauchen darf, wenn der Schmerz sich legen soll. So spĂŒren wir auch den Drang, unser Gewissen auszurichten, sobald wir erkannt haben, dass wir uns falsch verhalten; denn mit dem Augenblick dieser Erkenntnis werden das Bewusstsein unserer UnzulĂ€nglichkeit und der Kummer darĂŒber unertrĂ€glich, die wir bis dahin ertragen haben. Von da an ist alles ganz einfach: Sobald in uns die Überzeugung erwacht ist, dass wir uns ĂŒberschĂ€tzt und uns mehr zugetraut hatten, als wir zu leisten berufen und in der Lage sind, interessiert es uns und wird es uns möglich, die WesenszĂŒge solcher Seelen zu begreifen, die, wie die Seelen der Kinder, von den unseren verschieden sind.

Der Erwachsene ist in seinem VerhĂ€ltnis zum Kind egozentrisch – nicht egoistisch, aber egozentrisch. Alles, was die Seele des Kindes angeht, beurteilt er nach seinen eigenen MaßstĂ€ben und dies muss zu einem immer grĂ¶ĂŸeren UnverstĂ€ndnis fĂŒhren. Von diesem Blickpunkt aus erscheint ihm das Kind als ein leeres Wesen, das der Erwachsene mit etwas anzufĂŒllen berufen ist, als ein trĂ€ges und unfĂ€higes Wesen, dem er jegliche Verrichtung abnehmen muss, als ein Wesen ohne innere FĂŒhrung, das der FĂŒhrung durch den Erwachsenen bedarf. Schließlich fĂŒhlt sich der Erwachsene als Schöpfer des Kindes und beurteilt Gut und Böse der Handlungen des Kindes nach dessen Beziehungen zu ihm selbst. So wird der Erwachsene zum Maßstab von Gut und Böse. Er ist unfehlbar, nach seinem Vorbild hat sich das Kind zu richten und alles im Kinde, was vom Charakter des Erwachsenen abweicht, gilt als ein Fehler, den der Erwachsene eilends zu korrigieren sucht.

Mit einem solchen Verhalten glaubt der Erwachsene um das Wohl des Kindes eifrig, voll Liebe und Opferbereitschaft besorgt zu sein. In Wirklichkeit aber löscht er damit die Persönlichkeit des Kindes aus.

4. Kapitel: Das Neugeborene Die außernatĂŒrliche Umwelt

Das Kind, das den Mutterleib verlĂ€sst, tritt nicht in eine natĂŒrliche Umwelt ein, sondern in die Umwelt der Zivilisation, in der sich das Leben der Erwachsenen abspielt. Es ist eine außernatĂŒrliche Umwelt, ĂŒber der Natur und auf deren Kosten errichtet, mit dem Zweck, das Leben des Menschen angenehm zu gestalten und ihm die Anpassung zu erleichtern.

Was aber hat die Zivilisation vorgesehen, um dem Neugeborenen zu Hilfe zu kommen, jenem Menschenwesen, das die ungeheuerlichste Anpassungsleistung vollbringen muss, wenn es, durch die Geburt, aus seinem bisherigen in ein neues Leben tritt? Dieser erschĂŒtternde Übergang mĂŒsste eine wissenschaftlich richtige Behandlung des Neugeborenen erfordern, denn bei keiner anderen Gelegenheit wird dem Menschen ein so schmerzhafter Umweltwechsel zugemutet.

Aber es sind keinerlei Vorkehrungen getroffen, um dem Neugeborenen diesen Übergang zu erleichtern. Vergebens sucht man im Buch der Zivilisation an erster Stelle eine Seite, auf der berichtet wird, was der zivilisierte Mensch tut, um dem Neugeborenen zu helfen. Die Seite ist unbeschrieben.

Ganz im Gegensatz zu dieser unserer Behauptung glauben die meisten Leute, die moderne Zivilisation tue Wunder was fĂŒr das Kind, das zur Welt kommt.

Aber wie sieht die Sache in Wirklichkeit aus?

Wenn ein Kind geboren wird, kĂŒmmern sich alle um die Mutter. Die Mutter, heißt es, hat gelitten. Hat das Kind etwa nicht gelitten?

Rings um die Mutter wird das Licht gedÀmpft, herrscht Stille, denn die Mutter ist erschöpft.

Ist denn das Kind nicht erschöpft? Kommt es nicht von einem Aufenthaltsort her, wo nie der geringste Lichtschimmer, nie das leiseste GerĂ€usch bis zu ihm gedrungen war? Das Kind hat somit den grĂ¶ĂŸten Anspruch auf Dunkelheit und Stille.

Es ist an einem Ort herangewachsen, wo es vor jeder ErschĂŒtterung, vor jeder Temperaturschwankung geschĂŒtzt war, umgeben von einer weichen, gleichmĂ€ĂŸigen FlĂŒssigkeit, die eigens dafĂŒr geschaffen war, ihm völlige Ruhe zu gewĂ€hren. Jetzt hat es diese flĂŒssige Umgebung plötzlich mit der Luft vertauschen mĂŒssen, und zwar ohne aufeinanderfolgende Übergangsstadien, wie sie z.B. die Kaulquappe durchmacht, bis sie ein Frosch wird.

Was aber tut der Erwachsene mit diesem Neugeborenen, das aus dem Nichts kommt, dessen zarte Augen noch nie Licht erblickt haben, dessen Ohren ein Reich völliger Stille gewohnt sind? Wie behandelt er dieses Wesen, dessen gequĂ€lte Glieder bisher nicht den Druck einer BerĂŒhrung gekannt haben?

Dieser zarte Körper wird dem brutalen Anprall der festen GegenstÀnde ausgesetzt, wird von den seelenlosen HÀnden Erwachsener gefasst, die von seiner Zartheit nichts wissen.

Jawohl, das Neugeborene wird brutal behandelt. Schwere HĂ€nde reiben seine empfindliche Haut mit rauhen TĂŒchern. Die Angehörigen freilich wagen es kaum, das gebrechliche neue Wesen anzurĂŒhren. Scheu betrachten sie es und vertrauen seine Pflege erfahrenen HĂ€nden an. Man wird sagen: „Was soll denn getan werden? Jemand soll das Kind doch anrĂŒhren.“

Ja, aber diese erfahrenen HÀnde sind nicht geschickt genug, um mit einem so zarten Geschöpf umzugehen. Es sind derbe HÀnde, deren einzige Geschicklichkeit darin besteht, das Kind sicher zu halten und es nicht fallen zu lassen.

Der Arzt fasst es ohne viel Federlesen an, und wenn es dabei verzweifelt schreit, lÀchelt alles beifÀllig. Ein SÀugling hat sich so zu gebÀrden, das Schreien ist seine Sprache, und je mehr er weint, desto krÀftiger weiten sich seine Lungen, desto besser werden seine Augen gereinigt.

Kaum zur Welt gekommen, wird das Kind auch schon bekleidet. Es gab eine Zeit, da wurden Neugeborene in steife Binden gewickelt, sozusagen in Gips gelegt, und man presste ihre Gliedmaßen, die von allem Anbeginn nur eine zusammengekrĂŒmmte Haltung gekannt hatten, gewaltsam in die ausgestreckte Lage.

Jede Art Bekleidung ist genau so unnötig wie das Wickeln. Dies gilt nicht nur fĂŒr die ersten Stunden nach der Geburt, sondern fĂŒr den ganzen ersten Monat.

Verfolgen wir die KostĂŒmgeschichte des Neugeborenen, so sehen wir darin eine stĂ€ndige Entwicklung, die von starren WickelbĂ€ndern zu immer leichteren und spĂ€rlicheren KleidungsstĂŒcken fortschreitet. Noch ein Schritt und man wird lernen, auf jedwede Bekleidung ĂŒberhaupt zu verzichten.

Die WĂ€rme, deren das Neugeborene bedarf, soll ihm von seiner Umgebung zugefĂŒhrt werden, nicht aber von seiner Kleidung. Da es bisher im warmen Mutterleib gelebt hat, entwickelt es keine ausreichende KörperwĂ€rme, um der Außentemperatur Trotz zu bieten. Kleider aber wĂ€rmen nicht, sondern sie verhindern nur, dass sich die KörperwĂ€rme verliert, sie sind also fĂŒr die Zwecke des Neugeborenen völlig ungeeignet. Der Raum, in dem es sich aufhĂ€lt, muss warm sein und in diesem Falle stellen Kleider nur ein Hindernis fĂŒr die warme Luft dar, an den Körper des Kindes heranzugelangen.

Bei den Tieren können wir beobachten, wie die Mutter die Jungen mit ihrem Körper wÀrmt, selbst wenn diese mit einem Fell zur Welt kommen.

Ich möchte mich nicht zu lange bei diesem Thema aufhalten. Sicher werden mir die Amerikaner von den Vorkehrungen sprechen, die in ihrem Lande fĂŒr die Neugeborenen getroffen werden; Deutsche und EnglĂ€nder werden mich erstaunt fragen, ob ich denn nichts von den Fortschritten wisse, die bei ihnen auf diesem Felde der Medizin und des Anstaltswesens erzielt worden sind. Darauf muss ich antworten, dass mir dies alles wohl bekannt ist und dass ich in einigen von jenen LĂ€ndern die letzten und raffiniertesten Vervollkommnungen studiert habe. Und dennoch muss ich laut

erklĂ€ren: Allenthalben fehlt noch immer jenes vornehme Verantwortungsbewusstsein, das notwendig ist, um den Menschen, der in die Welt tritt, auf wĂŒrdige Weise zu empfangen.

Es ist wohl wahr, dass viel getan wird, aber was wĂ€re denn der Fortschritt, wenn nicht das Erkennen von Dingen, die zuvor nicht erkannt worden sind, als das bestĂ€ndige Verbessern alles dessen, was bereits ausreichend, ja unĂŒbertrefflich zu sein schien? So gibt es noch immer kein Land der Erde, in dem das Kind zur GenĂŒge verstanden wird.

Auch möchte ich hier einen anderen Punkt berĂŒhren und auf die Tatsache hinweisen, dass in uns allen, obzwar wir das Kind innig lieben, ein Instinkt lebendig ist, der uns vom ersten Augenblick, da das Kind in unser Leben tritt, in eine Art Abwehrhaltung ihm gegenĂŒber drĂ€ngt. Es scheint nicht nur ein Abwehrinstinkt, sondern auch ein Instinkt des Geizes, der bewirkt, dass wir alle Dinge unseres Besitzes vor dem Kind beschĂŒtzen, und wĂ€ren es selbst die wertlosesten. Da ist etwa die armselige kleine Matratze, die den Körper des Neugeborenen aufnehmen soll. Damit sie nur ja nicht zu Schaden komme, legen wir schleunigst ein Gummituch darĂŒber und lassen es geschehen, dass der Körper des Kindes unter den Folgen leidet.

Wenn die Stimme der ewigen Gerechtigkeit uns fragt: „Und was habt ihr vorbereitet, um das kostbare Geschöpf zu empfangen, das ich euch anvertraut habe?“ – was hĂ€tten wir zu antworten?

„Wir haben KleidungsstĂŒcke vorbereitet, die fĂŒr das Kind eine Qual sind, und diese jĂ€mmerliche Matratze, die wir mit solchem Eifer verteidigen.“

Immer wird sich die Seele des Erwachsenen fortan auf diese selbe Weise Ă€ußern: pass auf, dass das Kind nicht etwas verderbe, etwas beschmutze, uns auf irgendeine Weise belĂ€stige. Wir verteidigen uns, das ist es. Wir verteidigen uns gegen das Kind.

Ich glaube, wenn die Menschheit erst einmal dahin gelangt sein wird, das Kind ganz zu verstehen, wird sie lernen, seine Pflege unendlich zu vervollkommnen.

In Wien ist man auf den Gedanken gekommen, den Teil des Bettes, auf den das Kind bei der Geburt zu liegen kommt, anzuwÀrmen; man hat Matratzen aus saugfÀhigem Material ersonnen, die jedes Mal, wenn sie beschmutzt worden sind, weggeworfen und durch neue ersetzt werden.

Aber die Pflege des Neugeborenen darf sich nicht darauf beschrĂ€nken, es vor dem Tode zu behĂŒten und vor Ansteckungskeimen zu schĂŒtzen, wie dies in den modernen Kliniken heutzutage geschieht. Dort tragen sogar die Pflegerinnen Gesichtsmasken, damit die Mikroben aus ihrem Munde nicht zu dem Kinde gelangen können.

Es gibt auch Probleme einer psychischen Behandlung des Kindes vom Augenblick der Geburt an, die darauf abzielt, seine Anpassung an die Außenwelt zu erleichtern. In dieser Richtung werden noch viele Versuche in den Kliniken angestellt werden mĂŒssen und es wird einer lang dauernden Propaganda in den Familien bedĂŒrfen, ehe die heute ĂŒbliche Haltung gegenĂŒber dem Neugeborenen eine Änderung erfahren kann.

In den reichen Familien legt man noch immer Wert auf die Pracht der Wiege und auf kostbare Spitzen fĂŒr die SĂ€uglingskleider. Mir kommt dabei der Gedanke, dass, wenn es ĂŒblich wĂ€re, SĂ€uglinge auszupeitschen, die Kinder reicher Eltern wahrscheinlich zu diesem Zweck Peitschen mit perlenbesetztem Goldgriff bekĂ€men.

Dieser Luxus rings um den SĂ€ugling beweist die völlige VerstĂ€ndnislosigkeit fĂŒr die BedĂŒrfnisse der kindlichen Seele. Der Reichtum einer Familie sollte ausschließlich dazu dienen, dem Kind die allerbeste hygienische Behandlung zu sichern, nicht aber einen Ă€ußerlichen Luxus. Diese Behandlung bestĂŒnde etwa in der Bereitstellung eines vor dem LĂ€rm der Stadt geschĂŒtzten Raumes, wo ausreichende Stille herrscht und die Beleuchtung gedĂ€mpft werden kann. Dieser Raum mĂŒsste gleichmĂ€ĂŸig warm gehalten werden wie ein Operationssaal, damit das Kind darin nackt liegen kann.

Muss das Kind bewegt und transportiert werden, so soll dies auf eine Weise erfolgen, bei der es so wenig wie möglich mit den HĂ€nden berĂŒhrt wird. Zu diesem Zweck sollte eine leichte, nachgiebige Unterlage verwendet werden, eine Art HĂ€ngematte aus einem dĂŒnnen wattierten Netz, in welcher der Körper des Kindes in einer der embryonalen Lage Ă€hnlichen Haltung ruhen kann.

Diese HĂ€ngematte muss zart und langsam bewegt werden, wozu geschickte und durch lange Übung dafĂŒr geschulte HĂ€nde erforderlich sind. Besondere Geschicklichkeit ist geboten, wenn es gilt, das Kind in vertikaler oder in horizontaler Richtung zu bewegen. In jedem Krankenhaus lĂ€sst sich beobachten, dass es eine besondere Technik gibt, um einen Patienten aufzuheben und langsam in horizontaler Richtung zu verlagern, und es ist dies die elementarste Technik der Krankenpflege. Niemandem fĂ€llt es mehr ein, einen Kranken mit den Armen aufzuheben, vielmehr schiebt man zu diesem Zweck vorsichtig weiche Unterlagen unter seinen Körper und fĂŒhrt mit deren Hilfe die LageverĂ€nderung so durch, dass der Patient stets in der horizontalen Richtung verbleibt.

Ein neugeborenes Kind ist ein Kranker. Es ist, ebenso wie die Mutter, durch eine Lebensgefahr hindurchgegangen. Die Freude, die Befriedigung, die sein Anblick hervorruft, ist ja zugleich ein Aufatmen ĂŒber die Abwendung dieser Gefahr. Bisweilen ist das Neugeborene fast erstickt und kann nur durch sofortige Anwendung der kĂŒnstlichen Atmung zum Leben gebracht werden. Oft ist sein Kopf durch einen Bluterguss unter der Haut deformiert. Trotzdem ist keine Verwechslung zwischen einem Neugeborenen und einem kranken Erwachsenen möglich. Seine Erfordernisse sind nicht die eines Kranken, sondern die eines Wesens, das eine unvorstellbar schwierige Aufgabe der Anpassung zu bewĂ€ltigen hat, wĂ€hrend es zugleich die ersten seelischen EindrĂŒcke hat. Dieses Wesen kommt aus dem Nichts und ist trotzdem bereits fĂŒr viele EindrĂŒcke empfĂ€nglich.

Was wir fĂŒr ein Neugeborenes empfinden, ist nicht Mitleid, sondern Bewunderung fĂŒr das Mysterium der Schöpfung, fĂŒr das Geheimnis eines Unendlichen, das sich hier in einer fĂŒr uns erfassbaren Form offenbart.

Ich habe gesehen, wie ein neugeborenes Kind unmittelbar nach seiner Rettung aus schwerer Erstickungsgefahr in eine niedrige, beinahe auf dem Fußboden stehende Wanne gelegt wurde. Bei der raschen Bewegung, mit der man es ins Wasser tauchte, riss das Kind die Augen auf, zuckte zusammen und streckte Arme und Beine von sich – einem Menschen gleich, der fĂŒhlt, wie er abstĂŒrzt.

Dieses Kind machte in jenem Augenblick zum ersten Mal die Erfahrung der Angst.

Die Weise, wie wir ein neugeborenes Kind berĂŒhren und bewegen, die Zartheit des GefĂŒhls, das es uns einflĂ¶ĂŸt, lĂ€sst mich an die GebĂ€rden denken, mit denen der katholische Priester die heiligen GegenstĂ€nde auf dem Altar handhabt. Mit gereinigten HĂ€nden und mit wohldurchdachten Bewegungen hebt er sie bald aufwĂ€rts, bald nach der Seite und macht dabei hĂ€ufig Pausen, ganz als wĂ€ren seine Bewegungen mit einer solchen Kraft geladen, dass sie von Zeit zu Zeit unterbrochen werden mĂŒssen.

Und alles das spielt sich in einem stillen Raum ab, in den das Licht nur durch farbige GlĂ€ser gedĂ€mpft einzudringen vermag. Ein GefĂŒhl der Hoffnung und der Andacht beherrscht den heiligen Ort. Ähnlich sollte die Welt aussehen, in der ein neugeborenes Kind lebt.

Die ganze Verkehrtheit unseres Verhaltens ergibt sich aus einem Vergleich zwischen der Pflege, die der Mutter, und der, die dem Neugeborenen zuteil wird. Man braucht sich nur vorzustellen, was aus der Mutter wĂŒrde, wenn man mit ihr ebenso umginge wie mit dem Kind.

Die Mutter bleibt still in ihrem Bett liegen. Das Neugeborene wird sofort weggetragen, damit seine Gegenwart nicht störe, und wird nur dann wieder herbeigetragen , wenn es trinken soll. Auf diesen Reisen bleiben dem Kind StĂ¶ĂŸe und Puffe nicht erspart und es muss sich schön anziehen lassen. Dies bedeutet so viel, als wollte man die Mutter nötigen, sofort nach der Geburt aufzustehen, sich elegant zu kleiden und an einem Empfang teilzunehmen.

Das Kind wird aus der Wiege genommen und bis in Schulterhöhe des Erwachsenen gehoben, der es tragen soll. Dann wird es wiederum zur Mutter hinuntergesenkt. Wer kĂ€me je auf den Gedanken, die Wöchnerin Ă€hnlichen Bewegungen auszusetzen? Man pflegt diese Behandlungsweisen des SĂ€uglings damit zu rechtfertigen, dass man sagt: „Das Kind hat kein Bewusstsein und ohne Bewusstsein gibt es kein Leiden und keine Freude. Es wĂ€re also sinnlos, auf ein Neugeborenes allzu viel RĂŒcksicht zu verwenden.“ Wie steht es aber mit erwachsenen Kranken in Lebensgefahr, die bewusstlos sind?

Worauf es ankommt, ist der Zustand der HilfsbedĂŒrftigkeit an sich, nicht aber die Frage, ob der HilfsbedĂŒrftige bei Bewusstsein ist, und das Alter des HilfsbedĂŒrftigen spielt dabei schon gar keine Rolle.

Nein, es gibt da keine Rechtfertigung.

Die Geschichte der menschlichen Zivilisation hat eine LĂŒcke, ein unbeschriebenes Blatt. Niemand hat darauf verzeichnet, wie der erste Abschnitt unseres Daseins beschaffen ist, denn niemand kennt die ersten BedĂŒrfnisse des Menschen. Doch mit jedem Tag kommt uns eine eindrucksvolle, in vielen Erfahrungen erhĂ€rtete Wahrheit klarer zum Bewusstsein, dass nĂ€mlich die Leiden des frĂŒhesten Kindesalters (und sogar des vorgeburtlichen Daseins) einen starken Einfluss auf das ganze spĂ€tere Leben des Menschen ausĂŒben. Es wird heute allgemein anerkannt, dass die Gesundheit des Erwachsenen, die Gesundheit der Rasse, im embryonalen und frĂŒhkindlichen Leben beschlossen liegt. Warum also verkennt man die Bedeutung des Geburtsaktes selbst, der am schwersten zu ĂŒberwindenden Krise im gesamten menschlichen Leben?

Wir haben kein GefĂŒhl fĂŒr das Neugeborene: Es ist fĂŒr uns noch kein Mensch. Es kommt zu uns, und wir wissen es nicht zu empfangen, obgleich die Welt, die wir geschaffen haben, einst ihm gehören wird, obgleich ihm die Aufgabe zufallen wird, ĂŒber das von uns Erreichte hinauszuschreiten .

Das alles lÀsst uns an die Worte des Evangelisten Johannes denken: »Er war in der Welt, und die Welt war durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf.«
Weitere Titel aus der Reihe Kinder fordern uns heraus - Ratgeber fĂŒr die Familie